Die Siedler DS
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 01.01.1970
Nur wenige Entwickler aus Deutschland schafften es in der Vergangenheit, sich kontinuierlich in der schnelllebigen Games-Branche zu behaupten und über Jahre Erfolge zu feiern. Seit einigen Jahrzehnten im Geschäft gehört allerdings das Düsseldorfer Unternehmen Blue Byte zu den Erfolgsgaranten für deutsche Titel.
Die Erfolgsgeschichte des Studios, welches seit 2002 unter der Flagge vom französischen Unternehmen Ubisoft werkelt, ist eng mit einer Reihe verknüpft, die seit nunmehr 14 Jahren besteht – Die Siedler. Die Anfänge der Traditionsreihe findet man anno 1993 auf dem Amiga. Der damals noch unbekannte Volker Wertich erlangte durch den Erstling Ruhm und Ehren und durfte einige Jahre später auch noch den dritten Teil mitentwickeln.
Vom Amiga wanderte das Aufbau-Spiel auf den PC. Der erfolgreiche Erstling wurde fortgesetzt und 1996 erschien „Die Siedler II – Veni, Vidi, Vici“, unter Fans noch heute der beliebteste Teil der Reihe. So verwundert es nicht, dass es im letzten Jahr eine runderneuerte Version des Klassikers abermals auf den PC schaffte, passend zum zehnjährigen Jubiläum des Originals. Mittlerweile befindet sich schon das sechste Siedler-Abenteuer für den PC in Entwicklung, die Konsolen schien Blue Byte dagegen über Jahre zu ignorieren. Dies soll sich aber schon im März ändern, denn die derzeit weltweit erfolgreichste Plattform trifft sich mit einer der erfolgreichsten deutschen Spieleserien zum hoffentlich nicht einmaligen Rendezvous, „Die Siedler DS“ bringt den Wuselspaß auf Nintendos Handheld. Zwar abermals ein Remake von Teil 2, indem aber eine Menge drin steckt. Wir konnten den Titel vorab anspielen und verraten Euch, ob sich der Wuselspaß auch elf Jahre nach der ersten Veröffentlichung noch einstellt.
Das Spiel bietet Euch die Wahl zwischen zwei Spielmodi. Im Storymodus erlebt Ihr die Geschichte einer römischen Besatzung, die in einer fremden Welt Schiffbruch erleidet und sich fortan weit entfernt von der Heimat eine neue Existenz aufbauen und die neue Welt erforschen muss. Eingebettet in die Story lernt der Spieler behutsam die verschiedenen Funktionen des Spiels kennen. Während man sich anfangs mit wenigen Gebäuden zufrieden geben muss, könnt Ihr bereits zum Ende der ersten Mission mehr als die Hälfte aller Bauten errichten.
Im Welt-Modus dagegen steht Euch die Wahl des Volkes frei. Insgesamt bietet der Titel vier verschiedene Fraktionen, die der Spieler übernehmen kann. Neben den Römern, die man bereits aus der Story kennt, warten dort Wikinger, Nubier und Asiaten auf Euch. Nun könnt Ihr Euch in einem einfachen Match dem Computergegner stellen, einen Mehrspieler-Modus gibt es in „Die Siedler DS“ leider nicht.
Doch Gegner sind in Blue Bytes Aufbauspiel die erste Zeit keinen Gedanken wert. Zunächst liegt es am Spieler, ein funktionierendes Wirtschaftssystem auf die Beine zu stellen. Da Eure Soldaten im Kampf später auch nicht direkt befehligt werden können, bleibt der Fokus ganz klar auf dem Punkt Wirtschaft. Beispielsweise wählen wir zu Beginn einen Holzfäller aus. Nachdem wir per Stylus einen Weg vom Hauptquartier zur Baustelle gezogen haben, machen sich postwendend Siedler auf, um den Weg zu besetzen und das Haus zu bauen.
Kurze Zeit später haben wir unser erstes Gebäude errichtet und ein Holzfäller hat die Hütte auch schon zu seiner neuen Heimat erklärt. Nun stehen wir aber vor zwei Problemen. Erstens wird uns, falls wir nun untätig bleiben, irgendwann der Holzbestand ausgehen und zweitens können die geschlagenen Baumstämme so nicht von den Bauarbeitern verwendet werden. Also errichten wir gleich noch zwei weitere Gebäude. Der Förster kümmert sich um holzigen Nachschub, während das Sägewerk aus den unhandlichen Baumstämmen stabile Bretter fertigt. Solche Warenkreisläufe bietet „Die Siedler DS“ dank 30 Gebäudetypen nicht nur auf die Verwendung von Holz bezogen. Weitere Rohstoffe werden benötigt, nicht nur um Gebäude zu bauen, sondern auch um Eure Siedler zu versorgen. Denn Bergarbeiter etwa benötigen Nahrung, damit sie tief unter dem Erdboden wichtige Güter wie Golderz oder Eisen finden können.
Auf dem PC ging das Spielkonzept der Siedler auch dank der großen Übersicht auf dem PC-Monitor und der zugänglichen Steuerung mit der PC-Maus voll auf. Auf dem Nintendo DS mussten der Übersichtlichkeit Zugeständnisse gemacht werden, während die Steuerung dank Touchscreen und Stylus weniger ein Problem darstellt. Die zwei Bildschirme teilen sich in Menü und Spielgeschehen auf. Dabei könnt Ihr mit dem L-Schulterbutton jederzeit die angezeigten Bildschirme durchwechseln. So könnt Ihr einerseits auf dem Spielfeld mit dem Stylus Wege und Gebäude platzieren und Euch andererseits komfortabel durch Menüs klicken. Auf Features aus dem Urtitel müsst Ihr so glücklicherweise nicht verzichten, sondern habt weiterhin Zugriff auf eine Minikarte, einige Diagramme, die die Entwicklung der Siedlung skizzieren und auf weitere Menüs, die etwa die Rohstoff-Prioritäten festlegen lassen.
Um bei großen Siedlungen die Übersicht auf dem kleinen DS-Bildschirm behalten zu können, gibt es neben der Standardansicht außerdem eine zweite Zoomstufe, die das Spielgeschehen ein Stück weiter weg zeigt. Hier könnt Ihr zwar keine Details erkennen, für die grobe Übersicht ist die Ansicht aber durchaus geeignet. Leider kommt der DS gerade bei großen Siedlungen doch gehörig ins Schwitzen, so dass die Scroll-Geschwindigkeit bei dieser Ansicht nicht die höchste ist. Alternativ könnt Ihr abermals per Schultertaste auch die Minikarte auf den Touchscreen legen und dann damit durch das Gebiet wandern. Die Steuerung mit Stylus und dem Wechsel der beiden Bildschirme dürfte im Übrigen keine große Eingewöhnung benötigen. Vor allem Siedler-Veteranen sollten sich schnell heimisch fühlen auf dem für die Serie ungewohnten Gerät.
Während sich das Spielkonzept mitsamt einigen Änderungen des Interfaces problemlos auf den Nintendo DS übertragen ließ, musste man bei Blue Byte für die grafische Präsentation auf eine völlig neue Engine setzen. Diese produziert zwar die gleichen visuellen Eindrücke wie seinerzeit das Originalspiel, ist aber im Gegenteil zum Klassiker eine richtige 3D-Engine.
Neben der knuddeligen Optik, die jederzeit zum einfachen Zusehen bei der Arbeit der Siedler einlädt, sorgten damals die stimmigen Musikstücke für das unbeschreibliche Siedler-Gefühl. Während die Soundeffekte des Originals auch in „Die Siedler DS“ enthalten sind, musste man bei der Musik auf die Kompositionen von „Veni, Vidi, Vici“ verzichten. Dennoch verspricht Blue Byte siedlertypische Klänge, die das Spielgeschehen passend unterstützen.
Die Erfolgsgeschichte des Studios, welches seit 2002 unter der Flagge vom französischen Unternehmen Ubisoft werkelt, ist eng mit einer Reihe verknüpft, die seit nunmehr 14 Jahren besteht – Die Siedler. Die Anfänge der Traditionsreihe findet man anno 1993 auf dem Amiga. Der damals noch unbekannte Volker Wertich erlangte durch den Erstling Ruhm und Ehren und durfte einige Jahre später auch noch den dritten Teil mitentwickeln.
Vom Amiga wanderte das Aufbau-Spiel auf den PC. Der erfolgreiche Erstling wurde fortgesetzt und 1996 erschien „Die Siedler II – Veni, Vidi, Vici“, unter Fans noch heute der beliebteste Teil der Reihe. So verwundert es nicht, dass es im letzten Jahr eine runderneuerte Version des Klassikers abermals auf den PC schaffte, passend zum zehnjährigen Jubiläum des Originals. Mittlerweile befindet sich schon das sechste Siedler-Abenteuer für den PC in Entwicklung, die Konsolen schien Blue Byte dagegen über Jahre zu ignorieren. Dies soll sich aber schon im März ändern, denn die derzeit weltweit erfolgreichste Plattform trifft sich mit einer der erfolgreichsten deutschen Spieleserien zum hoffentlich nicht einmaligen Rendezvous, „Die Siedler DS“ bringt den Wuselspaß auf Nintendos Handheld. Zwar abermals ein Remake von Teil 2, indem aber eine Menge drin steckt. Wir konnten den Titel vorab anspielen und verraten Euch, ob sich der Wuselspaß auch elf Jahre nach der ersten Veröffentlichung noch einstellt. Das Spiel bietet Euch die Wahl zwischen zwei Spielmodi. Im Storymodus erlebt Ihr die Geschichte einer römischen Besatzung, die in einer fremden Welt Schiffbruch erleidet und sich fortan weit entfernt von der Heimat eine neue Existenz aufbauen und die neue Welt erforschen muss. Eingebettet in die Story lernt der Spieler behutsam die verschiedenen Funktionen des Spiels kennen. Während man sich anfangs mit wenigen Gebäuden zufrieden geben muss, könnt Ihr bereits zum Ende der ersten Mission mehr als die Hälfte aller Bauten errichten.
Im Welt-Modus dagegen steht Euch die Wahl des Volkes frei. Insgesamt bietet der Titel vier verschiedene Fraktionen, die der Spieler übernehmen kann. Neben den Römern, die man bereits aus der Story kennt, warten dort Wikinger, Nubier und Asiaten auf Euch. Nun könnt Ihr Euch in einem einfachen Match dem Computergegner stellen, einen Mehrspieler-Modus gibt es in „Die Siedler DS“ leider nicht. Doch Gegner sind in Blue Bytes Aufbauspiel die erste Zeit keinen Gedanken wert. Zunächst liegt es am Spieler, ein funktionierendes Wirtschaftssystem auf die Beine zu stellen. Da Eure Soldaten im Kampf später auch nicht direkt befehligt werden können, bleibt der Fokus ganz klar auf dem Punkt Wirtschaft. Beispielsweise wählen wir zu Beginn einen Holzfäller aus. Nachdem wir per Stylus einen Weg vom Hauptquartier zur Baustelle gezogen haben, machen sich postwendend Siedler auf, um den Weg zu besetzen und das Haus zu bauen.
Kurze Zeit später haben wir unser erstes Gebäude errichtet und ein Holzfäller hat die Hütte auch schon zu seiner neuen Heimat erklärt. Nun stehen wir aber vor zwei Problemen. Erstens wird uns, falls wir nun untätig bleiben, irgendwann der Holzbestand ausgehen und zweitens können die geschlagenen Baumstämme so nicht von den Bauarbeitern verwendet werden. Also errichten wir gleich noch zwei weitere Gebäude. Der Förster kümmert sich um holzigen Nachschub, während das Sägewerk aus den unhandlichen Baumstämmen stabile Bretter fertigt. Solche Warenkreisläufe bietet „Die Siedler DS“ dank 30 Gebäudetypen nicht nur auf die Verwendung von Holz bezogen. Weitere Rohstoffe werden benötigt, nicht nur um Gebäude zu bauen, sondern auch um Eure Siedler zu versorgen. Denn Bergarbeiter etwa benötigen Nahrung, damit sie tief unter dem Erdboden wichtige Güter wie Golderz oder Eisen finden können.
Auf dem PC ging das Spielkonzept der Siedler auch dank der großen Übersicht auf dem PC-Monitor und der zugänglichen Steuerung mit der PC-Maus voll auf. Auf dem Nintendo DS mussten der Übersichtlichkeit Zugeständnisse gemacht werden, während die Steuerung dank Touchscreen und Stylus weniger ein Problem darstellt. Die zwei Bildschirme teilen sich in Menü und Spielgeschehen auf. Dabei könnt Ihr mit dem L-Schulterbutton jederzeit die angezeigten Bildschirme durchwechseln. So könnt Ihr einerseits auf dem Spielfeld mit dem Stylus Wege und Gebäude platzieren und Euch andererseits komfortabel durch Menüs klicken. Auf Features aus dem Urtitel müsst Ihr so glücklicherweise nicht verzichten, sondern habt weiterhin Zugriff auf eine Minikarte, einige Diagramme, die die Entwicklung der Siedlung skizzieren und auf weitere Menüs, die etwa die Rohstoff-Prioritäten festlegen lassen. Um bei großen Siedlungen die Übersicht auf dem kleinen DS-Bildschirm behalten zu können, gibt es neben der Standardansicht außerdem eine zweite Zoomstufe, die das Spielgeschehen ein Stück weiter weg zeigt. Hier könnt Ihr zwar keine Details erkennen, für die grobe Übersicht ist die Ansicht aber durchaus geeignet. Leider kommt der DS gerade bei großen Siedlungen doch gehörig ins Schwitzen, so dass die Scroll-Geschwindigkeit bei dieser Ansicht nicht die höchste ist. Alternativ könnt Ihr abermals per Schultertaste auch die Minikarte auf den Touchscreen legen und dann damit durch das Gebiet wandern. Die Steuerung mit Stylus und dem Wechsel der beiden Bildschirme dürfte im Übrigen keine große Eingewöhnung benötigen. Vor allem Siedler-Veteranen sollten sich schnell heimisch fühlen auf dem für die Serie ungewohnten Gerät.
Während sich das Spielkonzept mitsamt einigen Änderungen des Interfaces problemlos auf den Nintendo DS übertragen ließ, musste man bei Blue Byte für die grafische Präsentation auf eine völlig neue Engine setzen. Diese produziert zwar die gleichen visuellen Eindrücke wie seinerzeit das Originalspiel, ist aber im Gegenteil zum Klassiker eine richtige 3D-Engine.
Neben der knuddeligen Optik, die jederzeit zum einfachen Zusehen bei der Arbeit der Siedler einlädt, sorgten damals die stimmigen Musikstücke für das unbeschreibliche Siedler-Gefühl. Während die Soundeffekte des Originals auch in „Die Siedler DS“ enthalten sind, musste man bei der Musik auf die Kompositionen von „Veni, Vidi, Vici“ verzichten. Dennoch verspricht Blue Byte siedlertypische Klänge, die das Spielgeschehen passend unterstützen.
Heiko Ellinger meint...
Können die Siedler auch auf dem Nintendo DS begeistern? Ja, sie können! Nach stolzen elf Jahren funktioniert das Wirtschaftssystem noch immer tadellos und auch die wuseligen Siedler sind noch immer ein Hingucker. Fans der Reihe dürften sich erneut in die alten Tugenden verlieben, auch wenn ein Mehrspieler-Modus schmerzlich vermisst wird. Dafür punktet der Einzelspieler mit großem Umfang und einer tadellosen Umsetzung an die Gegebenheiten von Nintendos Kleinem. Bitte kaufen, denn dann kann sich Blue Byte weiteren DS-Titeln nicht mehr verschließen. ;-)
Können die Siedler auch auf dem Nintendo DS begeistern? Ja, sie können! Nach stolzen elf Jahren funktioniert das Wirtschaftssystem noch immer tadellos und auch die wuseligen Siedler sind noch immer ein Hingucker. Fans der Reihe dürften sich erneut in die alten Tugenden verlieben, auch wenn ein Mehrspieler-Modus schmerzlich vermisst wird. Dafür punktet der Einzelspieler mit großem Umfang und einer tadellosen Umsetzung an die Gegebenheiten von Nintendos Kleinem. Bitte kaufen, denn dann kann sich Blue Byte weiteren DS-Titeln nicht mehr verschließen. ;-)
Informationen zum Spiel