Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 30.08.2011
Welcher Gelehrte ist die erste Wahl, wenn es ein kniffliges Rätsel zu lösen gilt? Für Nintendo-Fans sollte die Antwort klar sein: Professor Layton. Doch das könnte sich bald ändern, schickt Konami mit Doktor Lautrec auf dem 3DS doch einen Konkurrenten ins Rennen. Auf der gamescom sind wir mit ihm auf Schatzsuche gegangen und mussten dabei nicht nur Denkaufgaben lösen, sondern auch in den Kampf ziehen.
Knobeln in den Katakomben von Paris
Die Geschichte führt uns ins Paris des späten 19. Jahrhunderts – oder genauer gesagt: in die Katakomben unter der Stadt. Der Archäologe Doktor Jean-Pierre Lautrec und dessen Assistentin Sophie Coubertin gehen dort auf Erforschungstour, nachdem ihnen eine Karte in die Hände gefallen ist, die zum versteckten Schatz von Ludwig XIV. führen soll. Doch schon der Anfang der Demoversion zeigt uns, dass Lautrec dort alles andere als willkommen ist. Hier wimmelt es nur so vor Polizisten, die den Gelehrten und seine Assistentin am liebsten sofort wieder an die frische Luft setzen möchten. Und so schleichen wir ganz vorsichtig durch die Gänge, um ja nicht in das Blickfeld einer Wache zu gelangen. Als wir dann doch entdeckt werden, ist aber noch nicht alles vorbei: Wir nehmen die Beine in unsere gelehrten Hände und rennen zur nächsten Tür – die uns in einen sicheren Höhlenabschnitt bringt.
Hier sind keine Wachen mehr zu sehen, dafür versperren uns aber Kisten den Weg, die wir zur Seite schieben müssen. Das Ganze funktioniert auf Knopfdruck und hält uns nicht wirklich auf. Wenigstens etwas anspruchsvoller ist da schon das Rätsel, das uns kurz darauf vor die Nase gesetzt wird. Hier gilt es Wörter in ein Kreuzworträtsel-Gitter einzusetzen und zwar so, dass an den Überschneidungsstellen die Buchstaben übereinstimmen. Das Ganze ist ganz nett, aber nicht wirklich fordernd. Wer hier dennoch überfordert ist, darf auch ein paar Tipps einholen – was allerdings dazu führt, dass ihr für das Lösen des Rätsels weniger Punkte bekommt. Ob diese Punkte als Währung dienen oder irgendeinen anderen Zweck haben, wurde in der Demoversion allerdings nicht klar. Das muss sich zeigen, wenn am 17. Oktober das fertige Spiel erscheint.
Kämpfe gegen Geister
Nach Schleichen, Kistenschieben und Knobeln erwartet uns am Ende noch ein kleines Finale. Aus einem Schatz steigt nämlich ein Wächtergeist empor, der von uns gezähmt werden möchte. Das gesamte Kampfsystem von „Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter“ basiert auf diesen Geistern, die sich nach der Zähmung eurem Team anschließen und dann für Lautrec kämpfen – während sich der Akademiker nie dazu herablässt, selbst Prügel auszuteilen. Die Geister gehören verschiedenen Elementen an, die beim Kampf eine wichtige Rolle spielen. So sind Vogelgeister zwar Landerscheinungen überlegen, müssen sich aber Fischwesen geschlagen geben.
Zeit zum Überlegen habt ihr genug, die Gefechte laufen nämlich rundenbasiert ab. Der Gegner befindet sich dabei in der Mitte eines Sockels, auf dem sich die Schätze platzieren lassen, aus denen sich dann eure Wächtergeister befreien. Diese greifen dann an und sollten die Lebensanzeige des Feindes in einen markierten Bereich treiben, damit die Zähmung gelingt. Aber Vorsicht: Tötet ihr den Gegner versehentlich, lasst ihr euch einen zukünftigen Verbündeten durch die Lappen gehen. Im Zweifelsfall lassen sich Wächtergeister allerdings auch wiederbeleben. Dieses Kampfsystem macht einen soliden Eindruck, ohne wirklich viel Tiefgang zu bietet.
Das Ganze wird leider nicht gerade spektakulär in Szene gesetzt, sieht das Spiel doch nicht wesentlich besser aus als ein Nintendo DS-Titel. Das liegt vor allem an der detailarmen Umgebung und den etwas kantigen Charakteren. Die Zwischensequenzen im Anime-Stil sehen da schon deutlich besser aus, aber auch hier wäre mehr drin gewesen. Zumindest überzeugt aber der 3D-Effekt, der dem Ganzen eine angenehme Tiefe verleiht. Und auch der Sound macht einen guten Eindruck, was vor allem der sauberen englischen Sprachausgabe zu verdanken ist. Die Musik erfüllt die Katakomben unter Paris derweil mit stimmigen Klängen, die der Schatzsucher-Atmosphäre zugutekommen.
Sascha Geldermann meint...
So richtig konnte mich „Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter“ auf der gamescom nicht mitreißen. Die abwechslungsreiche Mischung aus Schleichen, Kistenschieben, Knobeln und Kämpfen ist zwar nett, gab es so aber auch schon in vielen anderen Spielen – und das oft auch spannender umgesetzt. Doktor Lautrec muss sich im weiteren Spielverlauf deutlich steigern, wenn er Professor Layton auch nur annähernd Konkurrenz machen will.
So richtig konnte mich „Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter“ auf der gamescom nicht mitreißen. Die abwechslungsreiche Mischung aus Schleichen, Kistenschieben, Knobeln und Kämpfen ist zwar nett, gab es so aber auch schon in vielen anderen Spielen – und das oft auch spannender umgesetzt. Doktor Lautrec muss sich im weiteren Spielverlauf deutlich steigern, wenn er Professor Layton auch nur annähernd Konkurrenz machen will.
Informationen zum Spiel
Genre
Adventure
Entwickler
Konami
Publisher
Konami
Releasedatum
17.10.2011
USK-Freigabe
TBA
» Weitere Infos zum Titel
Adventure
Entwickler
Konami
Publisher
Konami
Releasedatum
17.10.2011
USK-Freigabe
TBA
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