The Last Story
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 28.08.2011
Es sah schon so aus, als werde „The Legend of Zelda: Skyward Sword“ das letzte große Spiel für Wii, doch dann kündigte Nintendo auf der gamescom 2011 überraschend „Pandora‘s Tower“ und „The Last Story“ für Europa an. Mehr noch: Die Fachpresse durfte beide Spiele sogar direkt anspielen. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und berichten hier von unserem ersten Streifzug durch die Welt von „The Last Story“.
Die Kunst der Ablenkung
Das Rollenspiel vom „Final Fantasy“-Schöpfer Hironobu Sakaguchi erscheint erst im nächsten Jahr und präsentierte sich auf der gamescom 2011 noch komplett auf Japanisch. Die Dialoge konnten wir daher nicht verstehen, wie wir aber vorher schon wussten, dreht sich die Geschichte dabei um den Söldner Elza und seinen Gefährten. Diese wollen auf der Insel Ruli Island genug Ruhm erringen, um in den Ritterstand aufzusteigen. An Abenteuern fehlt es den Söldnern in der mittelalterlichen Welt nicht, überfallen doch immer wieder Krieger der Rasse Gurguru die Insel, um den Menschen die Vorherrschaft streitig zu machen. Diese übergeordnete Geschichte spielt in der Demoversion allerdings gar keine spürbare Rolle, stattdessen stellen wir uns erst einmal in Höhlen und Ruinen überwiegend kleineren Gegnern. Dabei geht die Steuerung gut von der Hand: Die Charaktere bewegen sich flink, per Knopfdruck lässt sich Deckung suchen und einfache Angriffe führt der Held ganz automatisch aus.
„The Last Story“ setzt auf actionreiche Echtzeitkämpfe, die direkt an Ort und Stelle ausgefochten werden, ohne dass es einen separaten Kampfbildschirm gibt. Allerdings ist es selten ratsam, sich sofort auf ie Gegner zu stürzen. Vor den Kämpfen lassen sich schließlich noch Informationen zu den Feinden einholen. Wer ist Anführer? Welche Gegner beherrschen Magie? Wo halten sich Feinde mit Distanzwaffen auf? Genau diese Details sind es, die über Leben und Tod entscheiden können. Als nächstes ist es meistens ratsam, mit Pfeil und Bogen oder Magie schon aus der sicheren Deckung heraus einige Gegner zu erledigen. Danach kann dann mit gezogenem Schwert der offene Kampf gegen eine bereits angeschlagene Schar an Feinden gewagt werden. Unterstützung erhaltet ihr dabei von euren Gefährten, die sich alles andere als dumm anstellen. Natürlich könnt ihr ihnen auch Befehle geben, sodass die Magier mächtige Zauber beschwören, während ihr ihnen die Feinde vom Leib haltet. Die Magie lässt sich dabei taktisch vielfältig nutzen. So töten Feuerbälle nicht nur Gegner, sondern bringen auch die Waffen der Verbündeten zum Glühen, die dadurch für eine kurze Zeit größeren Schaden anrichten.
Das Rollenspiel spielt sich flott, zumal das Geschehen gelegentlich auch zwischen zwei getrennt agierenden Gruppen hin- und herspringt, die sich dann nach kurzer Zeit wieder zu einer Truppe vereinen. Neben der Deckungssuche, gezielten Distanzangriffen, schnellen Nahkämpfen und taktischen Zaubersprüchen spielt bei den Kämpfen auch Ablenkung eine entscheidende Rolle. Elza kann mit einer Spezialfähigkeit nämlich die Aufmerksamkeit aller Feinde auf sich lenken, was bei dem abschließenden Bosskampf der gamescom-Demo auch bitter nötig ist. Hier bekommen wir es nämlich mit einer großen, dunklen Kreatur zu tun, die einen Söldner mit nur einem Schlag zerquetschen könnte. Ihr Schwachpunkt ist allerdings das Genick, sodass wir der Magierin unserer Gruppe den Befehl geben, dieses unaufhaltsam zu attackieren. Während sie ihre Deckung aufgibt, um den nötigen Zauber aufzuladen, aktivieren wir unsere Spezialfähigkeit. Damit lenken wir die Aufmerksamkeit des Ungetüms auf uns und locken es von der Magierin weg, die wenig später ihren Zauber abfeuert. Die Kreatur ist getroffen und für einen Moment benommen, den wir gnadenlos ausnutzen, um ein paar gezielte Treffer mit dem Schwert zu landen.
Diese Prozedur wiederholen wir noch ein paar Mal, doch letztendlich müssen wir feststellen, dass sich die Lebensanzeige des Monsters viel zu langsam leert. Daher ändern wir unsere Strategie, aktiveren abermals unsere Spezialfähigkeit und locken damit die Kreatur vom Kampfschauplatz weg auf eine Brücke. Nun geben wir der Magierin den Befehl, diese Brücke mit einem Zauber zu zerstören. Der Plan geht auf: Unser mächtiger Feind fällt in die Tiefe und damit in den Tod. Dieser Kampf war fordernd und hat dabei eine Menge Spaß gemacht, da er alles andere als gradlinig verlief. Hier konnten wir eine kleine Ahnung davon bekommen, was für taktische Möglichkeiten sich im weiteren Spielverlauf noch auftun könnten.
Kurzer Einblick in eine stimmungsvolle Welt
Unser Streifzug durch die Höhlen und Ruinen von Ruli Island war packend, aber leider auch sehr kurz. Wir durften keinen Blick auf die Oberwelt werfen, konnten keinen Einblick in die Charakterentwicklung gewinnen und vermögen leider überhaupt nicht zu sagen, was „The Last Story“ abseits der Kämpfe zu bieten hat. Gerne hätten wir auch den Multiplayer-Modus ausprobiert, in dem sechs Spieler gegeneinander antreten oder sich zusammen in Missionen stürzen dürfen – und das auch online. Doch all das sind Dinge, zu denen Nintendo den europäischen Wii-Besitzern in den kommenden Monaten noch genug Material liefert.
Zur Technik können wir aber bereits jetzt klare Aussagen machen. „The Last Story“ kann sich durchaus sehen lassen und glänzt vor allem durch stimmungsvolle Kulissen, auch wenn die Texturen durchaus schärfer sein könnten. Das Charakterdesign ist trotz des westlichen Mittelalter-Setting eher japanisch gehalten, wobei die Modelle einen guten Eindruck machen und sich alle Figuren geschmeidig durch die Spielwelt bewegen. Die optischen Höhepunkte sind aber die Zauber, die durch ansehnliche Effekte begleitet werden. Ans Grafik-Limit treibt das Rollenspiel die Nintendo-Konsole zwar nicht, gehört aber definitiv zu den hübscheren Wii-Titeln. Noch besser ist es um die Musik bestellt. Das war aber auch nicht anders zu erwarten, stammt diese doch aus der Feder von Nobuo Uematsu. „Final Fantasy“-Fans wissen, dass es dieser Altmeister mit Perfektion versteht, die Atmosphäre großer Rollenspiele durch stimmungsvolle Musik zu verdichten. Am Soundtrack scheitert diese Rollenspiel-Hoffnung also garantiert nicht.
Sascha Geldermann meint...
Viel haben wir von „The Last Story“ noch nicht gesehen, doch nach unserem ersten Streifzug durch die Welt dieses Rollenspiels sind wir uns dennoch ziemlich sicher: Hier kommt noch einmal ein ganz großer Titel auf die Wii zu. Die Kämpfe fesselten uns mit zahlreichen Möglichkeiten, taktischen Kniffen und hohem Tempo regelrecht an den Bildschirm, während uns auch die stimmungsvolle Präsentation voll und ganz in das Abenteuer zog. Hoffentlich braucht Nintendo für die Lokalisierung nicht allzu lange - ich brenne darauf herauszufinden, welche Abenteuer Ruli Island noch bereithält.
Viel haben wir von „The Last Story“ noch nicht gesehen, doch nach unserem ersten Streifzug durch die Welt dieses Rollenspiels sind wir uns dennoch ziemlich sicher: Hier kommt noch einmal ein ganz großer Titel auf die Wii zu. Die Kämpfe fesselten uns mit zahlreichen Möglichkeiten, taktischen Kniffen und hohem Tempo regelrecht an den Bildschirm, während uns auch die stimmungsvolle Präsentation voll und ganz in das Abenteuer zog. Hoffentlich braucht Nintendo für die Lokalisierung nicht allzu lange - ich brenne darauf herauszufinden, welche Abenteuer Ruli Island noch bereithält.
Informationen zum Spiel
Genre
Rollenspiel
Entwickler
Mistwalker
Publisher
Nintendo
Releasedatum
24.02.2012
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Rollenspiel
Entwickler
Mistwalker
Publisher
Nintendo
Releasedatum
24.02.2012
USK-Freigabe

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