Metal Gear Solid: Snake Eater 3D
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 12.07.2011
Die Geschichte der „Metal Gear“-Reihe ist komplex, vielschichtig und schafft es selbst eingefleischte Fans zu verwirren. Daher ist es auch ganz gut, dass Konami mit „Snake Eater 3D“ den Teil der Serie für den Nintendo 3DS umsetzt, der geschichtlich ganz am Anfang steht. Für die Demoversion auf Nintendos Post-E3 Event waren eh keine Vorkenntnisse erforderlich – dafür aber eine hohe Frustrationstoleranz.
Der Soldat mit dem Codenamen Naked Snake rennt mit Messer und Pistole bewaffnet durch den Dschungel. Er stapft durch hohes Gras, schlängelt sich an Bäumen vorbei und kämpft sich so durch das Dickicht. Plötzlich bewegt sich vor ihm etwas. Er geht in die Hocke und zelebriert das Stealth-Genre, indem der gut getarnt durch das Gras kriecht. Erleichterung: Da steht kein Feind vor ihm, sondern lediglich in Krokodil. Ein paar gut gezielte Schüsse mit der Betäubungspistole und der Weg sollte wieder frei sein. Leider ist das aber leichter gesagt, als getan. Die Steuerung beim Zielen ist nämlich alles andere als intuitiv. Was auf der Playstation 2 noch über einen zweiten Analog-Stick ablief, funktioniert auf dem 3DS über die Knöpfe A, B, X und Y – was schlichtweg nicht funktioniert. Es fühlt sich alles andere als präzise und eingängig an, als wir das Krokodil anvisieren und in den Schlaf schicken. Wie soll das erst werden, wenn wir auf Gegner stoßen, die uns wirklich Gegenwehr leisten?
Diese Feinde lassen tatsächlich nicht lange auf sich warten. Kurz vor einer wacklig aussehenden Holzbrücke stößt Naked Snake auf einen feindlichen Soldaten. Fast wäre er sogar in ihn hineingerannt, denn die Steuerung der Kamera läuft genauso ab wie die beim Zielen. Das führt zu nervigen Übersichtsprobleme, die besonders bei einem Schleich-Spiel ein unnötiges Ärgernis sind. Aber es geht gerade noch einmal gut: Die Wache hat uns nicht gesehen und Snake kann auf leisen Sohlen hinter sie schleichen, um sie von hinten niederzuschlagen. Leider rennen auf der Brücke noch mehr Feinde herum, die uns nun bemerkt haben. Also Deckung suchen und ein Feuergefecht starten. Und hier fällt die verkorkste Steuerung nun endgültig negativ ins Gewicht. Nun mit sehr viel Mühe kann Snake seine Gegner ins Visier nehmen und mit letzter Kraft niederschießen. Doch dann bekommt er plötzlich von hinten eins übergezogen. Die gerade noch niedergeschlagene Wache ist wieder putzmunter und ist uns in den Rücken gefallen. Snake wird schwarz vor Augen – und das Spiel setzt beim letzten Checkpoint kurz vor der Brücke wieder an.
Dieses Mal hat Snake aus seinen Fehlern gelernt. Zuallererst wird die Zielsteuerung in die Ansicht aus der dritten Person geschaltet und dazu noch eine automatische Zielhilfe aktiviert. Das macht die Sache schon ein bisschen leichter, löst aber natürlich die Kameraprobleme nicht. Die Wache an der Brücke bekommt nun direkt eine Betäubungskugel in den Kopf – das bloße Niederschlagen hatte sich ja als schlechte Ideen entpuppt. Und auch die Soldaten auf der Brücke kann Snake dieses Mal überraschen und viel leichter ausschalten. Nun geht es über die Holzbrücke, die bedrohlich schwankt. Durch Neigen des Handhelds muss Snake hier sein Gewicht halten, um nicht über den Rand zu rutschen. Danach bekommt er neue Befehle: Ein Quartier des Feindes soll eingenommen werden. Und so folgen weitere Kämpfe mit Kamera und Feinden bis wir den Zielort erreicht haben und die Demoversion endet.
Es war nicht schwer herauszulesen: Die misslungene Steuerung beim Zielen und Justieren der Kamera überschattet das gesamte Spielerlebnis. Dabei hätten die Entwickler das doch so viel besser lösen können: beispielsweise über den Touchscreen. Und auch eine andere Macke fällt bei der Demoversion ins Auge: Bei allen Sequenzen bricht die Framerate stark ein. Dabei sieht das Spiel gar nicht einmal so überragend aus. Die Optik macht zwar einen durchaus guten Eindruck und gewinnt durch den 3D-Effekt eine beeindruckende Tiefe – das Ganze ist aber auch noch ein gutes Stück von dem entfernt, was Capcom bei „Resident Evil: Revelations“ ruckelfrei auf den Bildschirm zaubert. Beeindruckender ist da schon der Sound: Die Geräuschkulisse des Dschungels schallt sehr realistisch aus den Lautsprechern und darüber hinaus sind auch noch alle Dialoge vertont – und das sind nicht gerade wenige.
Sascha Geldermann meint...
Auf Nintendos Post-E3 Event hat mich nur ein Spiel richtig enttäuscht: Und das war „Metal Gear Solid: Snake Eater 3D“. Die missratene Steuerung beim Zielen und Justieren der Kamera überschattet die ganze Schleich-Action durchgehend. Spannung kommt so nicht auf und Spielspaß schon gar nicht. Bleibt zu hoffen, dass die Bedienung vor dem Release noch überarbeitet wird – und dieses Playstation 2-Meisterwerk letztendlich doch noch eine angemessene 3DS-Umsetzung bekommt.
Auf Nintendos Post-E3 Event hat mich nur ein Spiel richtig enttäuscht: Und das war „Metal Gear Solid: Snake Eater 3D“. Die missratene Steuerung beim Zielen und Justieren der Kamera überschattet die ganze Schleich-Action durchgehend. Spannung kommt so nicht auf und Spielspaß schon gar nicht. Bleibt zu hoffen, dass die Bedienung vor dem Release noch überarbeitet wird – und dieses Playstation 2-Meisterwerk letztendlich doch noch eine angemessene 3DS-Umsetzung bekommt.
Informationen zum Spiel
Genre
Action-Adventure
Entwickler
Kojima Productions
Publisher
Konami
Releasedatum
08.03.2012
USK-Freigabe
TBA
» Weitere Infos zum Titel
Action-Adventure
Entwickler
Kojima Productions
Publisher
Konami
Releasedatum
08.03.2012
USK-Freigabe
TBA
» Weitere Infos zum Titel