Kirby´s Adventure Wii
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 10.07.2011
Was Nintendo als „Kirby Wii“ auf dem Post-E3 Event zeigte, war ursprünglich als GameCube-Spiel geplant. Bereits 2004 angekündigt, versank der Titel damals aber schnell wieder in der Versenkung, um jetzt kurz vor dem Ende der Wii-Ära doch wieder aufzutauchen. Was lange währt, wird endlich gut? Wir haben uns kooperativ in das neue Abenteuer des rosa Kugelhelden gestürzt, um genau das herauszufinden.
Wie schon bei „New Super Mario Bros.“ serviert Nintendo auch beim neuen Kirby-Spiel einen kooperativen Modus. Und so haben wir uns zu viert durch die zwei spielbaren 2D-Levels gekämpft, wobei Kirby von König Dedede, Meta Knight und Waddle Dee begleitet wurde. Diese Truppe mutet seltsam an, bereichert das Spiel aber gerade durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften. So kann der etwas träge König Dedede mit seinem Hammer ordentlich austeilen, während Meta Knight ein äußerst flinker Schwertkämpfer ist. Waddle Dee ist ein bisschen unscheinbarer, weiß sich mit seinem Speer aber auch zu verteidigen, den er den Gegnern gerne auch mal entgegenschleudert.
Und da wäre natürlich noch der Star des Spiels. Kirby stiehlt tatsächlich allen anderen Charakteren der Show, ist er ihnen doch in vielerlei Hinsicht überlegen. Das fängt schon damit an, dass er als einziger durch Türen gehen und damit neue Bereiche erschließen darf. Kommen seine Begleiter vor ihn an, müssen sie erst einmal auf die rosa Kugel warten. Außerdem ist Kirby natürlich auch die einzige Figur, die Gegner verschlucken und als Geschoss wieder ausspucken kann, wobei er typischerweise auch wieder die Eigenschaften seiner Widersacher kopiert. Durch Schütteln der Wii-Remote lässt sich sein gieriger Atem sogar so weit verstärken, dass auch große Hindernisse in seinem rosa Schlund verschwinden – oder auch schon einmal Teammitglieder, die dann wohl oder übel selbst als Geschosse herhalten müssen.
Darüber hinaus ist Kirby aber auch der einzige, der in den Levels verteilte Super-Fähigkeiten aufsammeln darf. Diese sind sehr mächtig und erlauben es euch oft minutenlang, ganze Abschnitte zu verwüsten. So schlagt ihr mit einem riesigen Schwert einfach alles in Schutt und Asche, was euch in die Quere kommt – ob es nun Gegner oder Hügel sind. Oder ihr entfesselt einen Feuersturm, der eine Schneise der Verwüstung in die Levels schlägt. Alternativ dürft ihr euch den Weg aber auch mit Tsunamis einfach freispülen. Das Ganze sieht immer sehr spektakulär aus und es macht natürlich auch eine Menge Spaß, einfach alles aus dem Weg zu räumen. Letztendlich sind diese Items aber auch zu mächtig und nehmen dem serientypisch eh sehr einfachen Spiel komplett die Herausforderung. Hier täte Nintendo gut daran, diese Super-Fähigkeiten bis zur fertigen Version noch etwas abzuschwächen. Zumindest bei einem anderen Problem haben die Entwickler schon Abhilfe angekündigt: Während Kirby mit Super-Fähigkeiten den Weg frei macht, sind die anderen drei Spieler ziemlich nutzlos. Um das zu ändern, sollen letztendlich auch mehrere Kirbys in verschiedenen Farben in das Spiel einsteigen können.
Besonders viel Herausforderung bietet „Kirby Wii“ zwar nicht, macht aber dennoch eine Menge Spaß. Das liegt zum einem am Mehrspieler-Aspekt, bei dem auch Sticheleien an der Tagesordnung sind. So schnappen sich die Spieler schon einmal Items weg oder Kirby verschluckt seine Gefährten ohne Vorwarnung, um sie als Waffe zu missbrauchen. Jede Figur kann aber auch ganz einfach und dreist auf die Schultern der Begleiter springen, um sich faul durch die Levels tragen zu lassen. Es lassen sich sogar alle vier Charaktere stapeln, was dann wie eine japanische Variante der Bremer Stadtmusikanten anmutet. Abseits dieser kooperativen Elemente überzeugt aber auch wieder die Gestaltung der 2D-Levels. Hier gibt es viel zu entdecken, viel einzusammeln und viel zu erleben. Mal landet ihr in einer anderen Dimension, mal flüchtet ihr vor einem rollenden Felsbrocken und an anderer Stelle findet sich die ganze Truppe mit Taucherbrillen unter Wasser wieder, um dort gegen die Strömung und gefräßige Fische zu kämpfen. Und natürlich fehlt es auch nicht an Bossgegnern. Im ersten Wald-Level stoßt ihr dabei wieder auf den serientypischen Baum, während im zweiten, orientalisch angehauchten Abschnitt ein Flaschengeist auf seine Abreibung wartet. Gerade zu viert sind aber auch diese Obermotze schnell besiegt.
Die Leben teilen sich alle vier Spieler. Nur wenn Kirby stirbt, wird die Truppe zum letzten der großzügig verteilten Checkpoints zurückgesetzt. Gibt ein anderer Charakter den Löffel ab, kann er per Knopfdruck einfach wieder einsteigen – solange noch Leben übrig sind. Die Steuerung funktioniert allgemein sehr angenehm. Bei seitlich gehaltener Wii-Remote wird neben dem Steuerkreuz meistens auch nur noch ein Knopf zum Springen und ein Knopf zum Kämpfen benötigt, was „Kirby Wii“ sehr zugänglich macht. Zusammen mit dem niedrigen Schwierigkeitsgrad, ist das Spiel damit auch für ein junges Publikum sehr gut geeignet. Zumal auch die Präsentation wieder kinderfreundlich gehalten ist. So sprudelt die Musik mal wieder heiter aus den Lautsprechern und die Levels könnten bunter nicht sein. Vom Garn-Look des letzten Teils ist übrigens nichts mehr übriggeblieben. Stattdessen glänzen die 2D-Levels mit ansehnlichen 3D-Hintergründen und bieten viele nette Effekte – vor allen dann, wenn Kirby mal wieder eine Zerstörungsorgie startet.
Sascha Geldermann meint...
Im kooperativen Modus konnte mich „Kirby Wii“ bereits vollkommen überzeugen, denn dieser verspricht auf seine unkomplizierte Art und Weise mal wieder richtig unterhaltsame Mehrspieler-Abende. Aber auch unabhängig davon strotzen die 2D-Levels nur so vor Ideen, wobei die Entwickler für meinen Geschmack ab und zu aber auch über das Ziel hinausgeschossen sind. Ich erwarte von einem Kirby-Spiel gar keine große Herausforderung – aber der rosa Kugelheld sollte auch nicht gleich per Knopfdruck ganze Levelabschnitte in Schutt und Asche legen dürfen.
Im kooperativen Modus konnte mich „Kirby Wii“ bereits vollkommen überzeugen, denn dieser verspricht auf seine unkomplizierte Art und Weise mal wieder richtig unterhaltsame Mehrspieler-Abende. Aber auch unabhängig davon strotzen die 2D-Levels nur so vor Ideen, wobei die Entwickler für meinen Geschmack ab und zu aber auch über das Ziel hinausgeschossen sind. Ich erwarte von einem Kirby-Spiel gar keine große Herausforderung – aber der rosa Kugelheld sollte auch nicht gleich per Knopfdruck ganze Levelabschnitte in Schutt und Asche legen dürfen.
Informationen zum Spiel
Genre
Jump & Run
Entwickler
Nintendo EAD
Publisher
Nintendo
Releasedatum
25.11.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Jump & Run
Entwickler
Nintendo EAD
Publisher
Nintendo
Releasedatum
25.11.2011
USK-Freigabe

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