Kid Icarus: Uprising
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 22.02.2011
Ein Engel kehrt zurück: „Kid Icarus: Uprising“ setzt auf dem 3DS eine Nintendo-Serie fort, die schon fast in Vergessenheit geraten war. Das „Uprising“ im Namen hat dabei gleich drei Bedeutungen: Pits Wiederbelebung nach 20 Jahren Bildschirm-Abstinenz, sein Erheben in die Luft und das Aufsteigen der Armee der Unterwelt in das erstmals in 3D erstrahlende Angel Land.
Ein himmlisches Comeback
Die vergangenen 20 Jahre waren nicht leicht für „Kid Icarus“-Fans. Seit Pit 1991 in dem Game Boy-Ableger „Von Mythen und Monstern“ seine Göttin Palutena rettete, ließ er sich nicht mehr am Himmel blicken. Dafür tauchten aber immer wieder Gerüchte auf. Unter anderem wurde Capcoms letztendlich eingestelltes GameCube-Spiel „Dead Phoenix“ als Fortsetzung gehandelt, während Shigeru Miyamoto auf der E3 2005 andeutete, das Pit in einem Wii-Abenteuer zurückkehren könnte. Letztendlich mussten Fans des Engels aber noch fünf Jahre länger warten, bis Nintendo auf der Pressekonferenz der E3 2010 „Uprising“ enthüllte. „Sorry to keep you waiting!“, rief der Engel da der Fachpresse entgegen, die mit einem kräftigen Applaus zu verstehen gab, dass sie ihm das Hinhalten verzeihen konnte.
Der 1986 für das Nintendo Entertainment System erschienene Erstling war ein Jump’n’Run mit Adventure-Einschlägen. Dabei sprang, glitt und kämpfte sich Pit von links nach rechts, um seine Götting Palutena aus der Gefangenschaft der bösartigen Medusa zu befreien. Mit diesem Spielprinzip hat „Uprising“ nicht mehr viel gemein. Zwar kämpft Pit auch dieses Mal wieder gegen Medusa, doch bei „Uprising“ setzt Nintendo nun auf Dauer-Action, die sich nun auch zu einem großen Teil in luftigen Höhen abspielt. Jump’n’Runs sind so 90er – ein moderner Engel ballert sich lieber durch einen rasanten Rail-Shooter.
Ein Engel auf Shooter-Pfaden
Immer wenn sich Pit in den Himmel erhebt, entbrennt ein Luftkampf, der eher an „Sin & Punishment“ erinnert als an die Vorgänger. Dabei rast Pit über Meere hinweg und durch Schluchten hindurch, um einen Gegner nach dem anderen ins Visier zu nehmen. Während euch das Spiel automatisch vorantreibt, bewegt ihr Pit mit dem Analog-Pad über den Bildschirm, um gegnerischen Geschossen auszuweichen. Mit der L-Schultertaste eröffnet ihr selbst das Feuer, wobei ihr allerdings mit dem Stylus gut zielen solltet, wenn ihr bei den Massen von Gegnern überleben wollt. Die Vor- und Nachteile liegen auf der Hand: Auf der einen Seite garantiert dieses Spielprinzip Non-Stop-Action, auf der anderen schränkt es euch in euer Bewegungsfreiheit aber auch stark ein. Fans der beiden Vorgänger könnte es außerdem stören, dass Pit und seine Gegner sich nun auf einmal Lasersalven um die Ohren hauen, die mehr mit „Star Wars“ als mit griechischer Mythologie zu tun haben.
Auf dem Boden nimmt die Bewegungsfreiheit augenblicklich zu, kann sich der Engel hier doch frei bewegen. Mit schnellen Stylus-Bewegungen lassen sich hier auch flinke Ausweichmanöver starten, während ihr aber weiterhin das Dauerfeuer auf wahre Gegnerhorden eröffnet. Kommen euch die Feinde zu nahe, schaltet das Spiel automatisch in den Nahkampf, in dem Pit sich dann mit einer von euch vorher ausgewählten Waffe zu wehren weiß. Und habt ihr erst einmal ordentlich mit den Gegnerscharen aufgeräumt, kommt es zur Konfrontation mit einem Obermotz. Hoffentlich hat Pit in den vergangenen 20 Jahren nicht auf der faulen Haut gelegen: Denn wer gegen gigantische Sensenmänner und feuerspuckende Höllenhunde bestehen will, muss gut in Form sein.
Bei seiner letzten Rettungsmission präsentierte sich Pit noch zweidimensional, bei seinem Comeback wird er nun sogar von 3D-Effekten in Szene gesetzt. Fans erkennen ihn aber immer noch auf dem ersten Blick, ist er als Engel in den vergangenen 20 Jahren doch nicht einmal gealtert. Sein Charaktermodell macht einiges her, auch wenn die Schauplätze um einiges imposanter wirken. Gerade in den Luftkämpfen ist es beeindruckend, welch hübsche Landschaft mit hohem Tempo an euch vorbeiziehen, während die Framerate vollkommen unbeeindruckt vom Dauerfeuer ist. Und die Fachpresse ist sich einig: Was schon in 2D rasant aussieht, wirkt durch die 3D-Effekte gleich noch mitreißender.
Sascha Geldermann meint...
Endlich erhebt sich Pit wieder in die Lüfte, um 20 Jahre nach seiner letzten Rettungsmission einmal mehr den Kampf gegen Medusa aufzunehmen. Aber nicht jeder Fan wird sich über dieses Comeback freuen: „Uprising“ hat mit den Vorgängern nämlich nicht mehr viel gemeinsam und schickt Pit stattdessen durch einen waschechten Shooter. Das neue Spielprinzip wirkt mit seiner Dauer-Action und rasanten Geschwindigkeit zwar auch mitreißend, in diesem Genre muss sich Nintendos Engel aber erst einmal beweisen.
Endlich erhebt sich Pit wieder in die Lüfte, um 20 Jahre nach seiner letzten Rettungsmission einmal mehr den Kampf gegen Medusa aufzunehmen. Aber nicht jeder Fan wird sich über dieses Comeback freuen: „Uprising“ hat mit den Vorgängern nämlich nicht mehr viel gemeinsam und schickt Pit stattdessen durch einen waschechten Shooter. Das neue Spielprinzip wirkt mit seiner Dauer-Action und rasanten Geschwindigkeit zwar auch mitreißend, in diesem Genre muss sich Nintendos Engel aber erst einmal beweisen.
Informationen zum Spiel