Prince of Persia: The Fallen King
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 19.11.2008
Es gibt sie einfach, diese unfreiwilligen Helden, die immer wieder in neue Abenteuer stürzen, als letzte Hoffnung ganzer Königreiche deklariert werden und dann die Kohlen aus dem Feuer holen müssen, wenn alle anderen bereits versagt haben. So auch der namenlose Prinz aus Persien, der bereits seit 1989 seine Fähigkeiten im Umgang mit Problemen und Katastrophen beweisen muss. Anfangs stand noch das Prinzessinen-Retten auf dem Programm, doch der globale Prinz von heute muss sich natürlich schon größere Aufgaben gefallen lassen. So auch im neuen Abenteuer für Nintendo DS.
Der Kampf gegen die Dunkelheit
Der Gott des Chaos, Ahriman, überfällt das Königreich mit Hilfe einer dunklen Substanz, die ganz einfach und gut merkbar die Dunkelheit genannt wird. Auf der Suche nach einem Hilfsmittel, um das Böse aufzuhalten, erreicht der Prinz aus Persien ein Königreich, welches noch als sicher gilt. Doch er ahnt nicht, dass die Dunkelheit auch hier schon die Überhand gewonnen hat. Mehr möchten wir zur Hintergrundgeschichte nicht preis geben. Nur ein Detail noch muss verraten werden, denn der Prinz ist auf seinem Abenteuer nicht durchgehend alleine. Recht früh bereits gesellt sich der Magier Zal an seine Seite und gemeinsam kämpfen sie gegen die Dunkelheit an, die Zal bereits in sich trägt und welche droht, ihn endgültig zu brechen.

Nachdem Ubisoft Casablanca mit Battles of Prince of Persia bereits erste und durchaus ordentliche Erfahrungen auf Nintendos Handheld sammeln konnte, durften sich die Entwickler auch dem neuen Abenteuer annehmen. Anstatt den DS mit einer pixeligen 3D-Engine zu überfordern, setzte man bei Prince of Persia: The Fallen King, so der Titel des Spiels, auf das bekannte 2D-Gameplay der Klassiker oder zumindest orientierte man sich daran. Anstatt nun aber durch eine geschlossene Welt zu laufen und zu hüpfen, führt jeder Spielstart zunächst auf eine Karte der Oberwelt, auf der einzelne Spielabschnitte mit Kreisen markiert sind. Da die Level auch kleine Geheimnisse enthalten, könnt Ihr dabei jederzeit zu einem Abschnitt zurückkehren und diesen erneut spielen, wenn Ihr möchtet.
Das kennt man alles schon oder? Stimmt, aber dafür haben sich die Entwickler bei der Steuerung von dem üblichen Button-Layout verabschiedet. Stattdessen gingen sie die mutige Alternative ein, dass alle Aktionen des Prinzen über den Touchscreen gesteuert werden können. Nur ganz selten werden Knöpfe benötigt, etwa wenn Zal zum Einsatz kommen soll und zwecks Magie Gegner in Starre versetzen oder Gegenstände wie mit einer unsichtbaren Hand weg bewegen soll. Ansonsten lasst Ihr den Helden laufen, indem Ihr ihn mit dem Stylus in die gewünschte Richtung bewegt.
Alles im Griff…aaaaaabgrund…
Sprünge gelingen mit einfachem Antippen des Zielpunktes, bei den akrobatisch anspruchsvollen Wandsprüngen dann natürlich die Punkte an der Wand im richtigen Timing, um den Halt nicht zu verlieren. Kommt es zum Kampf, wird der Gegner angetippt und somit leicht attackiert. Eine gezogene Linie über den Widersacher löst einen starken, aber langsamen Angriff aus. In dieser Zeit ist der Prinz sehr leicht zu verwunden. Angriffe können auch direkt aus dem Sprung durchgeführt werden, was sehr gut klappt. Nur selten, etwa wenn man von zwei Seiten attackiert wird, muss man selbst einmal blocken. Hierzu einfach den Prinzen klicken, klingt ganz einfach. In der Realität funktionierten die Kämpfe während der gesamten Spielzeit auch problemlos. Die Bewegungen waren dagegen nicht so präzise wie erhofft. Vor allem kleinere Korrekturen der Position des Prinzen hängen vom persönlichen Glück des Spielers ab und so führt der Weg manchmal unfreiwillig in den nächsten Abgrund. Etwas mehr Feinschliff wäre hier sicherlich wünschenswert gewesen. Bleibt abzuwarten, ob die Entwickler sich diese Zeit noch nehmen konnten. Dennoch geht die Steuerung insgesamt überraschend gut von der Hand und der Mut der Entwickler wurde mit einer recht bequemen und sinnvollen Steuerungsvariante belohnt.
Bereits ein Blick auf die Verpackung des Spiels zeigt es. Prince of Persia: The Fallen King unterscheidet sich nicht nur in Sachen Steuerung von alten Titeln der Reihe. Der Look des Titels wurde für den DS überarbeitet und wirkt bunter und weitaus comic-hafter. Dies steht dem DS aber recht gut zu Gesicht und wirkt auch nicht zu kindlich. Wer nun eine Geschichte nach dem Motto „Prince of Persia Junior“ erwartet, muss keine Sorge haben, denn jünger als sein Heimkonsolen-Ich ist der Prinz nicht geworden. Stattdessen liefert Ihr euch im Spiel immer wieder bissige Dialoge mit Zal – zwei Dickköpfe treffen aufeinander. Insgesamt hinterlässt der Titel einen grafisch ordentlichen Eindruck, von kleineren Schönheitsfehlern abgesehen. Ebenfalls ordentlich ist die Sounduntermalung, auch wenn den zahlreichen Dialogen eine Sprachausgabe sicherlich gut zu Gesicht gestanden hätte.

So gibt es eigentlich wenig zu meckern, was den neuen Handheld-Ausflug des Persischen Prinzen angeht. Der Schwierigkeitsgrad dürfte nur normal erprobte Spieler etwas zu niedrig angelegt zu sein, zumindest hinterließ die Preview diesen Eindruck. Bleibt abzuwarten, ob dies auch im Rest des Spiels so fortgesetzt wird und wie sich die Gesamtspielzeit gestaltet. Bis dahin erwartet uns mit Prince of Persia: The Fallen King aber ein durchaus ordentliches Spiel.
Heiko Ellinger meint...
Soll ich die Entwickler bejubeln oder verfluchen für diese neue Steuerung? Situationsabhängig fällt mir die Entscheidung hier sehr schwer. Oft komme ich zwar gut durch die Level, wenn ich dann aber doch einmal auf Grund der ungenauen Eingabe das Zeitliche segne, ist der DS akut Wurf-gefährdet. Davon abgesehen ist mir der Titel nicht anspruchsvoll genug und das, wo ich mich noch heute an die vielen Spielstunden erinnere, in denen ich auf der Suche nach einer wunderschönen Prinzessin im Palast des Jaffar sekündliche Tode starb. Klingt frustrierend, war es auch, doch trotzdem vermisse ich angesichts des Titels vom Casablanca-Studio doch ein wenig die Herausforderung. Ich hoffe auf die späteren Level des Spiels.
Soll ich die Entwickler bejubeln oder verfluchen für diese neue Steuerung? Situationsabhängig fällt mir die Entscheidung hier sehr schwer. Oft komme ich zwar gut durch die Level, wenn ich dann aber doch einmal auf Grund der ungenauen Eingabe das Zeitliche segne, ist der DS akut Wurf-gefährdet. Davon abgesehen ist mir der Titel nicht anspruchsvoll genug und das, wo ich mich noch heute an die vielen Spielstunden erinnere, in denen ich auf der Suche nach einer wunderschönen Prinzessin im Palast des Jaffar sekündliche Tode starb. Klingt frustrierend, war es auch, doch trotzdem vermisse ich angesichts des Titels vom Casablanca-Studio doch ein wenig die Herausforderung. Ich hoffe auf die späteren Level des Spiels.
Informationen zum Spiel