The Legend of Zelda: Twilight Princess
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 02.02.2007
Auf den Spuren einer Legende
Nun ist es also da, das potenziell beste Zelda aller Zeiten oder auch das potenziell beste Spiel aller Zeiten. Viele Jahre sollte es schlussendlich dauern, bis jedermann im stillen Kämmerlein an das Stück Software Hand anlegen konnte, auf das so lange gewartet wurde.
Wir erinnern uns an die E³ 2004, als wir zum ersten Mal bewegtes Material der neusten Zelda-Episode zu Gesicht bekommen. Lassen uns damals am Ende des Trailers die Worte „Coming soon“ noch ehrfürchtig erstarren, können wir mitunter heute nur noch darüber schmunzeln. Damals noch ohne Untertitel präsentiert, finden sich viele Stellen des Spiels so oder so ähnlich auch im fertigen Produkt wieder.
Ein Jahr später trifft man sich erneut in Los Angeles. Nun mit Untertitel versehen, kann The Legend of Zelda: Twilight Princess erneut für offene Münder sorgen. Die Schattenwelt findet Einzug in das Spiel, damals noch völlig in gräuliche Farben gehüllt, und ein Releasetermin wird den hungrigen Nintendo-Fans ebenfalls präsentiert. Im November 2005 soll es soweit sein und mit Links neuestem Abenteuer ein neues Zeitalter für GameCube-Spieler anbrechen.
Ist es überraschend, dass wir uns in Los Angeles 2006 bereits wieder sehen und The Legend of Zelda Twilight Princess erneut auf dem Plan steht? Wii ist mittlerweile enthüllt und so soll das Spiel als Zugpferd für die neue Konsole dienen. Gleichzeitig möchte man aber auch nicht die zahlreichen GameCube-Fans verprellen und kündigt den Titel für beide Plattformen an. Ende des Jahres soll es soweit sein.
Zunächst passend zum Wii-Launch und dann später für den GameCube sollten Nintendo-Fans endlich in den Genuss des Titels kommen. Der Test dreht sich jedoch gänzlich um die Wii-Version von The Legend of Zelda: Twilight Princess.
Der ewig auserwählte Held
Die Reise beginnt im idyllischen Dorf Ordon. In diesen südlichen Landen des Königreich Hyrule ist die Welt noch in Ordnung, wichtig sind den Bewohnern vor allem ihre Schafe und Ziegen. Einer der Schäfer ist der junge Link, dessen großes Ziel es ist später einmal Bürgermeister von Ordon zu werden. Frei von jeglichen Problemen und geachtet von allen Dorfbewohnern kann sich der junge Bursche auf jeden neuen Tag gleichermaßen freuen.
Doch an diesem Tag ist irgendetwas anders. Nicht nur, dass die Kinder des Dorfes plötzlich unbedingt die Steinschleuder des Händlers haben möchten, scheint es, dass das ganze Dorf nur auf das Erwachen Links gewartet hat. Zahlreiche kleine Probleme wollen also zunächst aus der Welt geschafft werden, ehe sich Links Mentor Moe ein Gespräch mit dem, bis hierhin, noch nicht grün gekleideten Helden erbittet. Er hat eine spezielle Aufgabe für seinen jungen Schüler. Ein neues Schwert soll an Prinzessin Zelda als Geschenk überbracht werden. Der Junge zögert, hat er zuvor doch noch nie die schützenden Wälder seiner Heimat verlassen.
Noch am selben Tag begibt sich Link auf die Suche nach den Kindern, die einem frechen Affen tiefer in den Wald gefolgt sind. Als eine Horde von Monstern Link und seine wieder gefundenen Freunde überfällt, wird unser Held, unbewaffnet wie er ist, niedergeschlagen und verliert das Bewusstsein. Die Monster entführen zwei Freunde Links und dieser muss nun die Rettungsmission quer durch Hyrule übernehmen. Mutig möchte sich unser Held in das Abenteuer stürzen, doch eine schwarze Wand versperrt ihm den Weg.
Plötzlich wird Link in die Wand hineingezogen, wir landen das erste Mal in der Schattenwelt, die wir später noch einige Male bereisen werden. Da die Göttinnen Link gut gewogen sind, verwandelt er sich nicht in einen Geist wie so viele andere Menschen, sondern darf in Wolfsgestalt durch die Areale streifen. Schon bald findet Ihr eine Verbündete in dieser gefährlichen Welt. Die rätselhafte Midna bietet ihre Hilfe an, doch schnell wird klar, dass auch sie eigene Ziele verfolgt.
Mehr möchten wir zur Story nicht verraten. Neben neuen Charakteren wird Link auf seinem Weg auch viele alte Bekannte treffen und einige Wendungen der Geschichte erleben. Mit dem Helden der Zeit hat unser neuer Held übrigens nichts zu tun, dies war auch in vergangenen Episoden der Reihe schon so. Die Rolle des Auserwählten müsst Ihr allerdings wieder übernehmen.
Die ersten Gehversuche in Ordon
Mit Twilight Princess darf zum ersten Mal ein Titel der Reihe eine neue Konsole von Nintendo zum Systemstart begleiten. Entsprechend frisch waren zum Release des Titels auch die ersten Erfahrungen mit der Wii-Fernbedienung. Schon in den ersten Spielminuten wird klar, welche Elemente der Steuerung klassisch verbleiben und wo Ihr Link nun mit Bewegungen unterstützen müsst.
Ganz klassisch bleibt die direkte Steuerung Links. Mit dem Nunchuck könnt Ihr den unfreiwillig Auserwählten durch die weitläufigen Ebenen Hyrules steuern. Die Kamera lässt sich nicht frei drehen, sondern lediglich auf Knopfdruck hinter Link zentrieren. Gerade in engen Passagen kann es so zu kleineren Übersichtsproblemen kommen.
Die Bewegungssensoren von Wii-Remote und Nunchuck entfalten ihre Möglichkeiten dann allerdings in diversen Kampfsequenzen. Mit der Fernbedienung steuert Ihr durch simple Bewegungen Links Schwert. Dabei ist die Richtung, in die Ihr schlagt allerdings im Gegensatz zu den Kampfsequenzen in Red Steel egal. Link führt die Bewegungen automatisch aus. Zusätzlich dazu nutzt Ihr den Nunchuck für besondere Attacken. So wird die Wirbelattacke durch eine einfache Bewegung des Zusatzcontrollers durchgeführt. Wieder mit dabei ist die Feststell-Funktion, so dass Ihr Euch auf einen bestimmten Gegner konzentrieren könnt. Dann kreist Ihr um diesen Gegner und könnt ihn ganz in Ruhe bearbeiten.
Doch auch abseits des Schwertkampfs kommt die Fernbedienung dem Spiel entgegen. Kämpft Ihr mit Pfeil und Bogen, bringt die Fernbedienung eine bisher ungekannte Präzision mit sich. Denn so zielt Ihr direkt auf den Bildschirm und könnt entscheiden, wo der Pfeil einschlagen soll. Gleiches gilt für den überarbeiteten Bumerang, der in Twilight Princess um einiges mächtiger ist als je zuvor. Gleich mehrere Ziele können anvisiert werden, bevor das wichtige Gerät auf die Reise geschickt wird. In einigen Rätseln müsst Ihr so eine bestimmte Reihenfolge einhalten, um weiter zu kommen.
In Links Heimat gibt es gleich zu Anfang einiges zu tun. Die Einwohner Ordons bitten Link in vielerlei Dingen um Hilfe und der Spieler wird so behutsam an die Steuerung herangeführt. In einer Aufgabe müsst Ihr einer besorgten Mutter den Babykorb wieder bringen. Diesen hat ein gemeiner Affe gestohlen und sich damit auf eine kleine Insel verzogen. Links Aufgabe ist es nun, den Korb irgendwie wieder in die Hände der Mutter zu bringen. Dafür müsst Ihr Euch in eine gute Position bringen und dann einen tierischen Freund zur Hilfe rufen. Schnell findet Ihr die optimale Position und über einige Häuserdächer hinweg könnt Ihr den Affen bereits sehen. Gepflückte Gräser erlauben es Euch nicht nur, Euer Pferd Epona zu rufen, auch ein Falke hört Euren Ruf. Diesen schickt Ihr nun in die Richtung des Primaten und bekommt so den Korb der armen Dame zurück.
Im Dorf warten weitere Kleinigkeiten auf Euch, bevor Ihr in das große Abenteuer aufbrecht. Entlaufene Ziegen müssen zurück in den Stall, ein Mann hat es auf einen Bienenstock abgesehen, die Katze der Ladenbesitzerin ist entlaufen und zu guter Letzt sind die Kinder im Dorf stark an einer Steinschleuder interessiert. Natürlich ist es Link, der nicht nur alle Aufgaben erfüllt, sondern später auch im Besitz der Schleuder ist, die ebenso wie Bogen und Bumerang direkt per Fernbedienung gesteuert wird.
Eine epische Welt
Zu einem großen Abenteuer gehört auch eine große Welt, die man als Held erkunden kann. In Twilight Princess erleben wir das größte Hyrule aller Zeiten, ohne aber zu viele kahle und langweilige Stellen zu finden. Gleich fünfmal so groß wie die damals für viele schon riesige Welt in Ocarina of Time ist die Heimatwelt Links dieses Mal. Da Ihr etwa ab der Hälfte der Hauptquest Hyrule völlig auf eigene Faust erkunden könnt, gibt es also genügend Ecken, die nach kleinen Geheimnissen durchforstet werden können. Dennoch fühlt man sich in der Welt nie fehl am Platz. Dafür sorgen neben dem treuen Pferd Epona auch zahlreiche Teleportations-Punkte, die Euch schnell von A nach B bringen, falls Ihr einen Ritt zu Pferd scheut.
Die Landschaft ist so abwechslungsreich und liebevoll gestaltet wie nie. Reitet Ihr an einem Tag vergnügt durch die weite Steppe Hyrules, findet Ihr Link an einem anderen Tag in einer kalten Schneelandschaft wieder. Ganz anders geht es dagegen in der Wüste zu. Und dazu gibt es natürlich diverse Siedlungen, in denen die interessantesten Charakter auf Euch warten, um Euch Geschichten zu erzählen oder Aufgaben anzuvertrauen.
Epona haben wir nun bereits mehrfach erwähnt. Seit Ocarina of Time hat das edle Ross einen festen Platz im Herzen der Zelda-Fans und so war die Freude groß, dass Link als treuen Weggefährten auch dieses Mal Epona mit auf die Reise nehmen kann. Im Galopp lässt sich die weitläufige Welt aus Hyrule gut bewältigen. Außerdem könnt Ihr erstmals auch vom Rücken des Pferdes aus Kämpfen. Sowohl mit dem Schwert als auch mit Pfeil und Bogen lassen sich die Gegner reitend bekämpfen. Dadurch ergeben sich auch völlig neue Situationen und recht früh im Spiel erwartet Euch ein Duell Mann gegen Mann, welches an Epik fasst nicht zu überbieten ist.
Abseits der Hauptstory, die Euch gut und gerne 40 Stunden beschäftigen wird, gibt es einige Nebenaufgaben, die es zu bewältigen gilt. Einige davon müsst Ihr gleich während der eigentlichen Geschichte lösen, andere jedoch findet Ihr auf zufälligen Streifzügen. Die Belohnungen schwanken dabei natürlich, am wichtigsten dürften die seit jeher bekannten Herzteile sein. In Twilight Princess wurde dabei eine kleine Anpassung vorgenommen. Ihr benötigt nun fünf Teile, um einen weiteren Herzcontainer zu erhalten.
Alte Tugenden, alte Lasten
Natürlich hat Eiji Aonuma mit seinem Team das Genre nicht völlig neu erfunden. Und so tauchen auch in „The Legend of Zelda Twilight Princess“ viele Dinge auf, die wir bereits aus früheren Abenteuern von Link kennen. Diverse Gegenstände, die Ihr auf Eurer Reise findet, kamen bereits in früheren Teilen vor. Neu sind dagegen die Eisenstiefel, die an magnetischen Stellen den weiteren Weg ebnen und so geschickt vor allem zu Anfang in die Rätsel eingebunden werden.
In Dungeons hat sich bei der Itemauswahl wenig getan. Sowohl die Levelkarte als auch Kompass, kleine Schlüssel und Masterschlüssel sind einfach nicht mehr wegzudenken und machen die Katakomben von Zelda erst richtig heimisch für hylianische Abenteurer.
Als Zahlungsmittel werden in Hyrule weiterhin Rubine akzeptiert. Diese findet Ihr in Truhen, bei Gegnern oder aber auch im Grünen. Im Verlauf der Geschichte bekommt Ihr größere Beutel, um mehr Rubine gleichzeitig mitnehmen zu können. Vor allem in Truhen findet Ihr größere Mengen an Rubinen. Dies wird nach wie vor jedes Mal mit einer Textmeldung bekannt gemacht, die leider nicht optional ausstellbar ist. So nervt der immer gleiche Text bereits nach kurzer Zeit.
Neue Sammelquests lassen Erinnerungen an die Skulltulla-Suche aus Ocarina of Time aufkommen. Beschäftigt Ihr Euch in Twilight Princess mit der Suche nach den optionalen Gegenständen, seht Ihr nicht nur alle Ecken vom Spiel, sondern steigert auch die Spielzeit mindestens auf das Doppelte. Dies wird aber nicht nur durch Gegenstände belohnt, sondern ist auch für Links Kampfeskünste durchweg interessant. Im Verlauf des Spiels erlernt Ihr nämlich neue Kampftechniken, um den Gegnern das Leben noch schwerer zu machen. Diese in Twilight Princess „Okkulte Künste“ genannten Bewegungen müssen nicht zwingend erlernt werden, können im Kampf aber durchaus von Vorteil sein.
Während sich also einiges abseits der Hauptstory getan hat und für Abwechslung gesorgt ist, sollte sich in der nächsten Episode auch das Speichersystem so langsam wandeln. Ihr könnt zwar jederzeit speichern, könnt aber nach dem Verlassen des Spiels häufig nicht an der gleichen Stelle wieder beginnen. Dungeons müssen also in einem Durchgang durchgespielt werden, lediglich bereits erhaltene Gegenstände wie etwa kleine Schlüssel müssen nicht noch einmal geholt werden. Wie gehabt stehen Euch drei Speicherstände zur Verfügung, bei denen die Gesamtspielzeit durchgehend mitgezählt wird.
Gefährliche Ausflüge
Ein wichtiger Bestandteil eines jeden Zelda-Teils waren schon immer die Dungeons. Auch in Twilight Princess erlebt Ihr die spannendsten Stunden in dunklen Katakomben und verwinkelten Gängen. Detailreichtum, Rätsel, Leveldesign – so hat man das Ganze in Zelda noch nie gesehen. Jeder einzelne Dungeon in „The Legend of Zelda Twilight Princess“ wischt mit den Verliesen vorheriger Teile den Boden auf. Selten müsst Ihr Stellen mehrmals besuchen, nie wird das Leveldesign unlogisch. Typische, aber auch neue Rätsel lockern die zahlreichen Kämpfe auf und bieten ein ums andere Mal doch Grund für erhöhte Gehirnaktivitäten.
Abwechslungsreiche Gegner sorgen für diverse Überraschungen im Laufe des Spiels und auch die Bossgegner sind pompös in Szene gesetzt. Leider fällt hier der ansonsten angehobene Schwierigkeitsgrad stark ab und man kommt schnell zum Erfolg über teilweise immens große Gegner. Habt Ihr erstmal die Schwachstelle eines Gegners ausgemacht, ist der Rest nur noch Formsache. Obwohl die Dungeons allesamt sehr groß geraten sind, kommt nie Langeweile auf. Dafür ist jeder Ort zu sehr durchdacht und liebevoll designt.
Für noch mehr Abwechslung sorgen die Passagen in der Schattenwelt, in der sich Link wie gesagt in einen Wolf verwandelt. Diese Abschnitte werfen das Spielkonzept natürlich nicht komplett um, dennoch gibt es einige Unterschiede. Seine Items kann Link in Wolfsgestalt natürlich nicht verwenden und so ist er mehr auf die natürlichen Instinkte des Wolfs und auf die Hilfe Midnas angewiesen. Dank Midna könnt Ihr größere Sprünge machen und so unerreichbare Plattformen erreichen. Als Wolf spürt Ihr außerdem Löcher auf, durch die Ihr Euch durchbuddeln könnt oder verfolgt die Spur von Menschen.
Euer Ziel in der Schattenwelt ist es, den Schattentau zu sammeln und so das Gebiet von Hyrule vom Schatten zu befreien. Erst dann könnt Ihr Euch wieder in den grünen Helden zurück verwandeln. Die Passagen sind dabei nicht zu lang und werden so nicht langweilig. Außerdem seid Ihr nicht im kompletten Spiel auf der Suche nach dem Schattentau, sondern nur im ersten Teil des Spiels.
Ein audiovisuelles Meisterwerk
Bereits im Vorfeld waren die Diskussionen sicherlich genauso groß wie im Vorfeld von Wind Waker. Während zur damaligen Zeit der gesamte Grafikstil in Frage gestellt wurde, ging es dieses Mal eher darum, ob das grafische Gerüst vom GameCube auch auf Wii noch begeistern könnte. Abgesehen von schwachen Texturen und teilweise auch polygonarmen Objekten kann man mit Bestimmtheit sagen, dass es auch heute noch begeisternde Momente gibt. Natürlich ist auf Wii grafisch mehr möglich, die Atmosphäre aber gab es so noch in keinem Spiel.
Wenn Ihr das erste Mal in Hyrule auf einem Berg steht und weite Teile des Landes überblicken könnt oder dem Sonnenuntergang auf Epona entgegen reitet, dürfte Euch das Spiel vollends in seinen Bann gezogen haben. Und dazu ist nicht einmal hochauflösende Grafik nötig. Die Dungeons ziehen ihre Faszination neben dem fantastischen Leveldesign auch aus tollen Lichteffekten, die das Gesamtbild perfekt abrunden. Steht Ihr vor einem kochenden Lavabecken, sollte man sich nicht wundern, wenn es auch vor dem Fernseher plötzlich heiß wird. Fackeln leuchten gekonnt wichtige Stellen aus, draußen übernimmt dies die pralle Sonne. Natürlich nur, falls es gerade nicht regnet, denn das dynamische Wettersystem sorgt für weitere Pluspunkte in Sachen Atmosphäre. Grafisch nicht am Limit, dankt es die Konsole immerhin mit einer stabilen Framerate, Slowdowns gibt es keine.
Doch was ist die beste Grafik ohne die passende Sounduntermalung. Ein geniales Oberwelttheme lässt Twilight Princess soundtechnisch in die Videospiel-Elite aufsteigen. Hier reicht es allerdings nicht zu einem Platz ganz vorne, da doch einige Dinge besser sein könnten. Eine Sprachausgabe dürfte auf Grund der vielen Textpassagen einen großen Pluspunkt darstellen. Leider müssen wir hierauf verzichten, ebenso wie auf eine durchgehende Orchesteruntermalung. Dennoch kann auch die Musik überzeugen und die dynamischen Wechsel unterstützen die dramatischen Kämpfe. Wieder mit dabei sind dafür die typischen Sounds der Vorgänger, doch so langsam sollte man auch da eine Überarbeitung in Betracht ziehen.
Das Spiel der Spiele
Selten kann man als Spieler so genau sehen, dass sich wirklich jeder Tag der Entwicklung eines Spiels gelohnt hat. Und selten kann man sehen, dass ein noch junger Entwickler, in diesem Fall Eiji Aonuma, soviel von seinem alten Lehrmeister, Shigeru Miyamoto, gelernt hat und es versteht, das Gelernte in Perfektion umzusetzen. Zwar ist Aonuma bereits seit Ocarina of Time involviert, doch dieses Projekt dürfte für ihn den Meilenstein der Karriere bedeuten.
Herz und Leidenschaft ist in jedem Fleckchen von Hyrule zu erkennen. Das ganze Team um Aonuma und, als Berater und Überwacher eingesetzt, Miyamoto scheint in dieser Aufgabe aufgegangen zu sein. Ein fehlerloses Spiel zu entwickeln, welches höchstens noch besser hätte werden können ist nur den wenigstens zuzutrauen. Die Geduld dafür aufbringen zu können, trauen wohl viele einzig und allein Nintendo zu. Mit „The Legend of Zelda Twilight Princess“ wird dieses Vertrauen bestätigt und den Spielern ein einzigartiges Spielerlebnis präsentiert.
Der Umfang des Titels ist schier unglaublich. Denn natürlich lässt sich die Hauptquest bereits nach „nur“ 40 Stunden abschließen, doch dann geht ein Großteil der Magie des Spiels verloren, die ihn so besonders macht.
Das Leveldesign der Dungeons übertrifft selbst die Vorgänger um Längen, die bis dato noch das Höchste der Gefühle darstellten. Gepaart mit der eingängigen Steuerung, die keiner Veränderung bedurfte, und der dichten Atmosphäre ist der Titel ein Fest für die Sinne. Das epische Abenteuer ist bereits wenige Wochen nach der Veröffentlichung ein Klassiker und passend zum Namen eine Legende.
Nun ist es also da, das potenziell beste Zelda aller Zeiten oder auch das potenziell beste Spiel aller Zeiten. Viele Jahre sollte es schlussendlich dauern, bis jedermann im stillen Kämmerlein an das Stück Software Hand anlegen konnte, auf das so lange gewartet wurde. Wir erinnern uns an die E³ 2004, als wir zum ersten Mal bewegtes Material der neusten Zelda-Episode zu Gesicht bekommen. Lassen uns damals am Ende des Trailers die Worte „Coming soon“ noch ehrfürchtig erstarren, können wir mitunter heute nur noch darüber schmunzeln. Damals noch ohne Untertitel präsentiert, finden sich viele Stellen des Spiels so oder so ähnlich auch im fertigen Produkt wieder.
Ein Jahr später trifft man sich erneut in Los Angeles. Nun mit Untertitel versehen, kann The Legend of Zelda: Twilight Princess erneut für offene Münder sorgen. Die Schattenwelt findet Einzug in das Spiel, damals noch völlig in gräuliche Farben gehüllt, und ein Releasetermin wird den hungrigen Nintendo-Fans ebenfalls präsentiert. Im November 2005 soll es soweit sein und mit Links neuestem Abenteuer ein neues Zeitalter für GameCube-Spieler anbrechen.
Ist es überraschend, dass wir uns in Los Angeles 2006 bereits wieder sehen und The Legend of Zelda Twilight Princess erneut auf dem Plan steht? Wii ist mittlerweile enthüllt und so soll das Spiel als Zugpferd für die neue Konsole dienen. Gleichzeitig möchte man aber auch nicht die zahlreichen GameCube-Fans verprellen und kündigt den Titel für beide Plattformen an. Ende des Jahres soll es soweit sein. Zunächst passend zum Wii-Launch und dann später für den GameCube sollten Nintendo-Fans endlich in den Genuss des Titels kommen. Der Test dreht sich jedoch gänzlich um die Wii-Version von The Legend of Zelda: Twilight Princess.
Der ewig auserwählte Held
Die Reise beginnt im idyllischen Dorf Ordon. In diesen südlichen Landen des Königreich Hyrule ist die Welt noch in Ordnung, wichtig sind den Bewohnern vor allem ihre Schafe und Ziegen. Einer der Schäfer ist der junge Link, dessen großes Ziel es ist später einmal Bürgermeister von Ordon zu werden. Frei von jeglichen Problemen und geachtet von allen Dorfbewohnern kann sich der junge Bursche auf jeden neuen Tag gleichermaßen freuen.
Doch an diesem Tag ist irgendetwas anders. Nicht nur, dass die Kinder des Dorfes plötzlich unbedingt die Steinschleuder des Händlers haben möchten, scheint es, dass das ganze Dorf nur auf das Erwachen Links gewartet hat. Zahlreiche kleine Probleme wollen also zunächst aus der Welt geschafft werden, ehe sich Links Mentor Moe ein Gespräch mit dem, bis hierhin, noch nicht grün gekleideten Helden erbittet. Er hat eine spezielle Aufgabe für seinen jungen Schüler. Ein neues Schwert soll an Prinzessin Zelda als Geschenk überbracht werden. Der Junge zögert, hat er zuvor doch noch nie die schützenden Wälder seiner Heimat verlassen. Noch am selben Tag begibt sich Link auf die Suche nach den Kindern, die einem frechen Affen tiefer in den Wald gefolgt sind. Als eine Horde von Monstern Link und seine wieder gefundenen Freunde überfällt, wird unser Held, unbewaffnet wie er ist, niedergeschlagen und verliert das Bewusstsein. Die Monster entführen zwei Freunde Links und dieser muss nun die Rettungsmission quer durch Hyrule übernehmen. Mutig möchte sich unser Held in das Abenteuer stürzen, doch eine schwarze Wand versperrt ihm den Weg.
Plötzlich wird Link in die Wand hineingezogen, wir landen das erste Mal in der Schattenwelt, die wir später noch einige Male bereisen werden. Da die Göttinnen Link gut gewogen sind, verwandelt er sich nicht in einen Geist wie so viele andere Menschen, sondern darf in Wolfsgestalt durch die Areale streifen. Schon bald findet Ihr eine Verbündete in dieser gefährlichen Welt. Die rätselhafte Midna bietet ihre Hilfe an, doch schnell wird klar, dass auch sie eigene Ziele verfolgt. Mehr möchten wir zur Story nicht verraten. Neben neuen Charakteren wird Link auf seinem Weg auch viele alte Bekannte treffen und einige Wendungen der Geschichte erleben. Mit dem Helden der Zeit hat unser neuer Held übrigens nichts zu tun, dies war auch in vergangenen Episoden der Reihe schon so. Die Rolle des Auserwählten müsst Ihr allerdings wieder übernehmen.
Die ersten Gehversuche in Ordon
Mit Twilight Princess darf zum ersten Mal ein Titel der Reihe eine neue Konsole von Nintendo zum Systemstart begleiten. Entsprechend frisch waren zum Release des Titels auch die ersten Erfahrungen mit der Wii-Fernbedienung. Schon in den ersten Spielminuten wird klar, welche Elemente der Steuerung klassisch verbleiben und wo Ihr Link nun mit Bewegungen unterstützen müsst.
Ganz klassisch bleibt die direkte Steuerung Links. Mit dem Nunchuck könnt Ihr den unfreiwillig Auserwählten durch die weitläufigen Ebenen Hyrules steuern. Die Kamera lässt sich nicht frei drehen, sondern lediglich auf Knopfdruck hinter Link zentrieren. Gerade in engen Passagen kann es so zu kleineren Übersichtsproblemen kommen. Die Bewegungssensoren von Wii-Remote und Nunchuck entfalten ihre Möglichkeiten dann allerdings in diversen Kampfsequenzen. Mit der Fernbedienung steuert Ihr durch simple Bewegungen Links Schwert. Dabei ist die Richtung, in die Ihr schlagt allerdings im Gegensatz zu den Kampfsequenzen in Red Steel egal. Link führt die Bewegungen automatisch aus. Zusätzlich dazu nutzt Ihr den Nunchuck für besondere Attacken. So wird die Wirbelattacke durch eine einfache Bewegung des Zusatzcontrollers durchgeführt. Wieder mit dabei ist die Feststell-Funktion, so dass Ihr Euch auf einen bestimmten Gegner konzentrieren könnt. Dann kreist Ihr um diesen Gegner und könnt ihn ganz in Ruhe bearbeiten.
Doch auch abseits des Schwertkampfs kommt die Fernbedienung dem Spiel entgegen. Kämpft Ihr mit Pfeil und Bogen, bringt die Fernbedienung eine bisher ungekannte Präzision mit sich. Denn so zielt Ihr direkt auf den Bildschirm und könnt entscheiden, wo der Pfeil einschlagen soll. Gleiches gilt für den überarbeiteten Bumerang, der in Twilight Princess um einiges mächtiger ist als je zuvor. Gleich mehrere Ziele können anvisiert werden, bevor das wichtige Gerät auf die Reise geschickt wird. In einigen Rätseln müsst Ihr so eine bestimmte Reihenfolge einhalten, um weiter zu kommen. In Links Heimat gibt es gleich zu Anfang einiges zu tun. Die Einwohner Ordons bitten Link in vielerlei Dingen um Hilfe und der Spieler wird so behutsam an die Steuerung herangeführt. In einer Aufgabe müsst Ihr einer besorgten Mutter den Babykorb wieder bringen. Diesen hat ein gemeiner Affe gestohlen und sich damit auf eine kleine Insel verzogen. Links Aufgabe ist es nun, den Korb irgendwie wieder in die Hände der Mutter zu bringen. Dafür müsst Ihr Euch in eine gute Position bringen und dann einen tierischen Freund zur Hilfe rufen. Schnell findet Ihr die optimale Position und über einige Häuserdächer hinweg könnt Ihr den Affen bereits sehen. Gepflückte Gräser erlauben es Euch nicht nur, Euer Pferd Epona zu rufen, auch ein Falke hört Euren Ruf. Diesen schickt Ihr nun in die Richtung des Primaten und bekommt so den Korb der armen Dame zurück.
Im Dorf warten weitere Kleinigkeiten auf Euch, bevor Ihr in das große Abenteuer aufbrecht. Entlaufene Ziegen müssen zurück in den Stall, ein Mann hat es auf einen Bienenstock abgesehen, die Katze der Ladenbesitzerin ist entlaufen und zu guter Letzt sind die Kinder im Dorf stark an einer Steinschleuder interessiert. Natürlich ist es Link, der nicht nur alle Aufgaben erfüllt, sondern später auch im Besitz der Schleuder ist, die ebenso wie Bogen und Bumerang direkt per Fernbedienung gesteuert wird. Eine epische Welt
Zu einem großen Abenteuer gehört auch eine große Welt, die man als Held erkunden kann. In Twilight Princess erleben wir das größte Hyrule aller Zeiten, ohne aber zu viele kahle und langweilige Stellen zu finden. Gleich fünfmal so groß wie die damals für viele schon riesige Welt in Ocarina of Time ist die Heimatwelt Links dieses Mal. Da Ihr etwa ab der Hälfte der Hauptquest Hyrule völlig auf eigene Faust erkunden könnt, gibt es also genügend Ecken, die nach kleinen Geheimnissen durchforstet werden können. Dennoch fühlt man sich in der Welt nie fehl am Platz. Dafür sorgen neben dem treuen Pferd Epona auch zahlreiche Teleportations-Punkte, die Euch schnell von A nach B bringen, falls Ihr einen Ritt zu Pferd scheut.
Die Landschaft ist so abwechslungsreich und liebevoll gestaltet wie nie. Reitet Ihr an einem Tag vergnügt durch die weite Steppe Hyrules, findet Ihr Link an einem anderen Tag in einer kalten Schneelandschaft wieder. Ganz anders geht es dagegen in der Wüste zu. Und dazu gibt es natürlich diverse Siedlungen, in denen die interessantesten Charakter auf Euch warten, um Euch Geschichten zu erzählen oder Aufgaben anzuvertrauen. Epona haben wir nun bereits mehrfach erwähnt. Seit Ocarina of Time hat das edle Ross einen festen Platz im Herzen der Zelda-Fans und so war die Freude groß, dass Link als treuen Weggefährten auch dieses Mal Epona mit auf die Reise nehmen kann. Im Galopp lässt sich die weitläufige Welt aus Hyrule gut bewältigen. Außerdem könnt Ihr erstmals auch vom Rücken des Pferdes aus Kämpfen. Sowohl mit dem Schwert als auch mit Pfeil und Bogen lassen sich die Gegner reitend bekämpfen. Dadurch ergeben sich auch völlig neue Situationen und recht früh im Spiel erwartet Euch ein Duell Mann gegen Mann, welches an Epik fasst nicht zu überbieten ist.
Abseits der Hauptstory, die Euch gut und gerne 40 Stunden beschäftigen wird, gibt es einige Nebenaufgaben, die es zu bewältigen gilt. Einige davon müsst Ihr gleich während der eigentlichen Geschichte lösen, andere jedoch findet Ihr auf zufälligen Streifzügen. Die Belohnungen schwanken dabei natürlich, am wichtigsten dürften die seit jeher bekannten Herzteile sein. In Twilight Princess wurde dabei eine kleine Anpassung vorgenommen. Ihr benötigt nun fünf Teile, um einen weiteren Herzcontainer zu erhalten. Alte Tugenden, alte Lasten
Natürlich hat Eiji Aonuma mit seinem Team das Genre nicht völlig neu erfunden. Und so tauchen auch in „The Legend of Zelda Twilight Princess“ viele Dinge auf, die wir bereits aus früheren Abenteuern von Link kennen. Diverse Gegenstände, die Ihr auf Eurer Reise findet, kamen bereits in früheren Teilen vor. Neu sind dagegen die Eisenstiefel, die an magnetischen Stellen den weiteren Weg ebnen und so geschickt vor allem zu Anfang in die Rätsel eingebunden werden.
In Dungeons hat sich bei der Itemauswahl wenig getan. Sowohl die Levelkarte als auch Kompass, kleine Schlüssel und Masterschlüssel sind einfach nicht mehr wegzudenken und machen die Katakomben von Zelda erst richtig heimisch für hylianische Abenteurer. Als Zahlungsmittel werden in Hyrule weiterhin Rubine akzeptiert. Diese findet Ihr in Truhen, bei Gegnern oder aber auch im Grünen. Im Verlauf der Geschichte bekommt Ihr größere Beutel, um mehr Rubine gleichzeitig mitnehmen zu können. Vor allem in Truhen findet Ihr größere Mengen an Rubinen. Dies wird nach wie vor jedes Mal mit einer Textmeldung bekannt gemacht, die leider nicht optional ausstellbar ist. So nervt der immer gleiche Text bereits nach kurzer Zeit.
Neue Sammelquests lassen Erinnerungen an die Skulltulla-Suche aus Ocarina of Time aufkommen. Beschäftigt Ihr Euch in Twilight Princess mit der Suche nach den optionalen Gegenständen, seht Ihr nicht nur alle Ecken vom Spiel, sondern steigert auch die Spielzeit mindestens auf das Doppelte. Dies wird aber nicht nur durch Gegenstände belohnt, sondern ist auch für Links Kampfeskünste durchweg interessant. Im Verlauf des Spiels erlernt Ihr nämlich neue Kampftechniken, um den Gegnern das Leben noch schwerer zu machen. Diese in Twilight Princess „Okkulte Künste“ genannten Bewegungen müssen nicht zwingend erlernt werden, können im Kampf aber durchaus von Vorteil sein. Während sich also einiges abseits der Hauptstory getan hat und für Abwechslung gesorgt ist, sollte sich in der nächsten Episode auch das Speichersystem so langsam wandeln. Ihr könnt zwar jederzeit speichern, könnt aber nach dem Verlassen des Spiels häufig nicht an der gleichen Stelle wieder beginnen. Dungeons müssen also in einem Durchgang durchgespielt werden, lediglich bereits erhaltene Gegenstände wie etwa kleine Schlüssel müssen nicht noch einmal geholt werden. Wie gehabt stehen Euch drei Speicherstände zur Verfügung, bei denen die Gesamtspielzeit durchgehend mitgezählt wird.
Gefährliche Ausflüge
Ein wichtiger Bestandteil eines jeden Zelda-Teils waren schon immer die Dungeons. Auch in Twilight Princess erlebt Ihr die spannendsten Stunden in dunklen Katakomben und verwinkelten Gängen. Detailreichtum, Rätsel, Leveldesign – so hat man das Ganze in Zelda noch nie gesehen. Jeder einzelne Dungeon in „The Legend of Zelda Twilight Princess“ wischt mit den Verliesen vorheriger Teile den Boden auf. Selten müsst Ihr Stellen mehrmals besuchen, nie wird das Leveldesign unlogisch. Typische, aber auch neue Rätsel lockern die zahlreichen Kämpfe auf und bieten ein ums andere Mal doch Grund für erhöhte Gehirnaktivitäten. Abwechslungsreiche Gegner sorgen für diverse Überraschungen im Laufe des Spiels und auch die Bossgegner sind pompös in Szene gesetzt. Leider fällt hier der ansonsten angehobene Schwierigkeitsgrad stark ab und man kommt schnell zum Erfolg über teilweise immens große Gegner. Habt Ihr erstmal die Schwachstelle eines Gegners ausgemacht, ist der Rest nur noch Formsache. Obwohl die Dungeons allesamt sehr groß geraten sind, kommt nie Langeweile auf. Dafür ist jeder Ort zu sehr durchdacht und liebevoll designt.
Für noch mehr Abwechslung sorgen die Passagen in der Schattenwelt, in der sich Link wie gesagt in einen Wolf verwandelt. Diese Abschnitte werfen das Spielkonzept natürlich nicht komplett um, dennoch gibt es einige Unterschiede. Seine Items kann Link in Wolfsgestalt natürlich nicht verwenden und so ist er mehr auf die natürlichen Instinkte des Wolfs und auf die Hilfe Midnas angewiesen. Dank Midna könnt Ihr größere Sprünge machen und so unerreichbare Plattformen erreichen. Als Wolf spürt Ihr außerdem Löcher auf, durch die Ihr Euch durchbuddeln könnt oder verfolgt die Spur von Menschen. Euer Ziel in der Schattenwelt ist es, den Schattentau zu sammeln und so das Gebiet von Hyrule vom Schatten zu befreien. Erst dann könnt Ihr Euch wieder in den grünen Helden zurück verwandeln. Die Passagen sind dabei nicht zu lang und werden so nicht langweilig. Außerdem seid Ihr nicht im kompletten Spiel auf der Suche nach dem Schattentau, sondern nur im ersten Teil des Spiels.
Ein audiovisuelles Meisterwerk
Bereits im Vorfeld waren die Diskussionen sicherlich genauso groß wie im Vorfeld von Wind Waker. Während zur damaligen Zeit der gesamte Grafikstil in Frage gestellt wurde, ging es dieses Mal eher darum, ob das grafische Gerüst vom GameCube auch auf Wii noch begeistern könnte. Abgesehen von schwachen Texturen und teilweise auch polygonarmen Objekten kann man mit Bestimmtheit sagen, dass es auch heute noch begeisternde Momente gibt. Natürlich ist auf Wii grafisch mehr möglich, die Atmosphäre aber gab es so noch in keinem Spiel. Wenn Ihr das erste Mal in Hyrule auf einem Berg steht und weite Teile des Landes überblicken könnt oder dem Sonnenuntergang auf Epona entgegen reitet, dürfte Euch das Spiel vollends in seinen Bann gezogen haben. Und dazu ist nicht einmal hochauflösende Grafik nötig. Die Dungeons ziehen ihre Faszination neben dem fantastischen Leveldesign auch aus tollen Lichteffekten, die das Gesamtbild perfekt abrunden. Steht Ihr vor einem kochenden Lavabecken, sollte man sich nicht wundern, wenn es auch vor dem Fernseher plötzlich heiß wird. Fackeln leuchten gekonnt wichtige Stellen aus, draußen übernimmt dies die pralle Sonne. Natürlich nur, falls es gerade nicht regnet, denn das dynamische Wettersystem sorgt für weitere Pluspunkte in Sachen Atmosphäre. Grafisch nicht am Limit, dankt es die Konsole immerhin mit einer stabilen Framerate, Slowdowns gibt es keine.
Doch was ist die beste Grafik ohne die passende Sounduntermalung. Ein geniales Oberwelttheme lässt Twilight Princess soundtechnisch in die Videospiel-Elite aufsteigen. Hier reicht es allerdings nicht zu einem Platz ganz vorne, da doch einige Dinge besser sein könnten. Eine Sprachausgabe dürfte auf Grund der vielen Textpassagen einen großen Pluspunkt darstellen. Leider müssen wir hierauf verzichten, ebenso wie auf eine durchgehende Orchesteruntermalung. Dennoch kann auch die Musik überzeugen und die dynamischen Wechsel unterstützen die dramatischen Kämpfe. Wieder mit dabei sind dafür die typischen Sounds der Vorgänger, doch so langsam sollte man auch da eine Überarbeitung in Betracht ziehen. Das Spiel der Spiele
Selten kann man als Spieler so genau sehen, dass sich wirklich jeder Tag der Entwicklung eines Spiels gelohnt hat. Und selten kann man sehen, dass ein noch junger Entwickler, in diesem Fall Eiji Aonuma, soviel von seinem alten Lehrmeister, Shigeru Miyamoto, gelernt hat und es versteht, das Gelernte in Perfektion umzusetzen. Zwar ist Aonuma bereits seit Ocarina of Time involviert, doch dieses Projekt dürfte für ihn den Meilenstein der Karriere bedeuten. Herz und Leidenschaft ist in jedem Fleckchen von Hyrule zu erkennen. Das ganze Team um Aonuma und, als Berater und Überwacher eingesetzt, Miyamoto scheint in dieser Aufgabe aufgegangen zu sein. Ein fehlerloses Spiel zu entwickeln, welches höchstens noch besser hätte werden können ist nur den wenigstens zuzutrauen. Die Geduld dafür aufbringen zu können, trauen wohl viele einzig und allein Nintendo zu. Mit „The Legend of Zelda Twilight Princess“ wird dieses Vertrauen bestätigt und den Spielern ein einzigartiges Spielerlebnis präsentiert.
Der Umfang des Titels ist schier unglaublich. Denn natürlich lässt sich die Hauptquest bereits nach „nur“ 40 Stunden abschließen, doch dann geht ein Großteil der Magie des Spiels verloren, die ihn so besonders macht. Das Leveldesign der Dungeons übertrifft selbst die Vorgänger um Längen, die bis dato noch das Höchste der Gefühle darstellten. Gepaart mit der eingängigen Steuerung, die keiner Veränderung bedurfte, und der dichten Atmosphäre ist der Titel ein Fest für die Sinne. Das epische Abenteuer ist bereits wenige Wochen nach der Veröffentlichung ein Klassiker und passend zum Namen eine Legende.
Heiko Ellinger meint...
Mal ehrlich: Wer sich länger als fünf Minuten an den grafischen Schwächen aufhalten kann, hat wirkliche Probleme. Jegliche Sorgen im Vorfeld sind unberechtigt. Der Titel ist fast fehlerfrei, die Dungeons eine Wucht und die Atmosphäre mit keinem Superlativ zu erklären. Dazu kommt ein standesgemäßer Umfang, den Ihr sicherlich erreichen werdet, ohne jemals Langeweile zu verspüren. Für mich ist der Titel „Bestes Spiel aller Zeiten“ dieser Tage mal wieder neu vergeben worden und wer außer Aonuma und Co. soll es schaffen, da noch eine Steigerung herbeiführen zu können?
Mal ehrlich: Wer sich länger als fünf Minuten an den grafischen Schwächen aufhalten kann, hat wirkliche Probleme. Jegliche Sorgen im Vorfeld sind unberechtigt. Der Titel ist fast fehlerfrei, die Dungeons eine Wucht und die Atmosphäre mit keinem Superlativ zu erklären. Dazu kommt ein standesgemäßer Umfang, den Ihr sicherlich erreichen werdet, ohne jemals Langeweile zu verspüren. Für mich ist der Titel „Bestes Spiel aller Zeiten“ dieser Tage mal wieder neu vergeben worden und wer außer Aonuma und Co. soll es schaffen, da noch eine Steigerung herbeiführen zu können?

GRAFIK
Dichte Atmosphäre, trotz teilweise matschiger Texturen.
Dichte Atmosphäre, trotz teilweise matschiger Texturen.

SOUND
Stimmungsvolle Musikuntermalung, auch wenn alles aus dem Synthesizer kommt.
Stimmungsvolle Musikuntermalung, auch wenn alles aus dem Synthesizer kommt.

BEDIENUNG
Problemlose Steuerung, Wii-Gesten aber nur Beiwerk.
Problemlose Steuerung, Wii-Gesten aber nur Beiwerk.

UMFANG
Großes Hyrule mit vielen Geheimnissen und einigen Sidequests.
Großes Hyrule mit vielen Geheimnissen und einigen Sidequests.
SPIELSPASS
Gelungenes Abenteuer im klassischen Stil.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Gelungenes Abenteuer im klassischen Stil.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel