Get Up and Dance
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 30.12.2011
Tanzspiele liegen im Trend: Nicht nur Ubisoft lässt Wii-Besitzer vor dem Fernsehgerät zappeln, auch O-Games fordert sie nun mit „Get Up And Dance“ zum Tanz auf. Rund 30 Lieder sollen dabei vom Sofa reißen und für Party-Stimmung sorgen.
Star oder Background-Tänzer
Arme zur Seite, Bein hoch und die Hüfte kreisen lassen – das Grundprinzip ist bei allen Tanzspielen dasselbe: Auf dem Bildschirm legt ein virtueller Tänzer Moves hin und die Spieler vor dem Bildschirm versuchen diese möglichst genau und mit dem richtigen Timing nachzuahmen. Die Choreographien des Spiels können sich dabei sehen lassen und sind durchaus abwechslungsreich. Allerdings wird nur die Wii-Remote in unserer Hand erkannt, sodass die Bewegungen aller anderen Körperteile gar nicht registriert werden. Theoretisch könnten wir auch einfach im Sitzen Punkte abräumen – aber wieso sollten wir uns selbst den Spaß verderben? Im Vergleich zu anderen Tanzspielen geht „Get Up And Dance“ immerhin so weit, dass wir auch mit zwei Remotes unser Taktgefühl unter Beweis stellen dürfen. So wird nicht nur eine Hand erkannt, sondern gleich beide. Bei der eigentlichen Bewegungserkennung hat das Spiel aber leider gelegentlich Probleme. Sie funktioniert zwar gut genug, um Frust zu verhindern. Immer wieder gibt es aber ärgerliche Aussetzer und nicht nachvollziehbare Bewegungserkennungen, was den Tanzspaß ein bisschen trübt.
Mit 30 Liedern servieren die Entwickler eine gute Auswahl, darunter Hits wie Gwen Stefanis „What You Waiting For“, „Don’t Cha“ von den Pussycat Dolls und das von Marina & The Diamonds geträllerte „Hollywood“. Es finden sich aber auch viele Füller in der Liste, sodass das Song-Angebot unterm Strich durchwachsen ist. Vor allem könnte es abwechslungsreicher sein. Wer Rock mag, kommt hier musikalisch beispielsweise überhaupt nicht auf die Kosten. Da decken Ubisofts „Just Dance‘“-Spiele eine deutlich größere Bandbreite an Genres ab. Letztendlich ist die Musik aber auch kein Totalausfall und die Lieder sind vor allem eins: gut tanzbar. Wer Lust aufs Dancen hat, wird hier auf jeden Fall die passende Musik dazu finden. Die Soundqualität ist dabei sehr gut. Ebenfalls löblich: Es lassen sich auf Wunsch auch Kurzfassungen der Lieder abspielen. Außerdem müssen wir nicht unbedingt die Rolle des Stars übernehmen. Wer nicht gerne im Mittelpunkt steht, darf sich hier auch als Background-Tänzer mit einer etwas anderen Choreografie verwirklichen.
Die geforderten Bewegungen werden uns nicht nur von den virtuellen Tänzern demonstriert, es tauchen auch Piktogramme am Bildschirmrand auf, die das Ganze noch einmal verdeutlichen. Meistens ist dadurch glasklar, was wirklich von uns verlangt wird. Während die Figuren im comichaften Neon-Stil im Vordergrund stehen, läuft im Hintergrund immer das Musikvideo des betreffenden Lieds. Das ist eine Mischung, die ein bisschen seltsam anmutet. Das liegt auch daran, dass die Videos an den Rändern nicht nur gewollt unscharf sind, sondern auch ganz allgemein nicht gerade in bester Qualität über den Bildschirm flimmern. Zu ablenkend ist das aber nie, sodass Übersicht gewährleistet ist. Wer auf die Jagd nach hohen Punktzahlen geht, blendet den Hintergrund eh aus. Dann dreht sich alles nur noch um die Bewegungen der Tänzer und darum, diese möglichst perfekt zu kopieren.
Last Dancer Standing
Die Anleitung des Spiels ist ein schlechter Witz und enthält eigentlich nur Warnhinweise. Immerhin lässt sich aber auf der Website von O-Games eine ausführlichere Fassung im PDF-Format herunterladen. Eigentlich ist eine Anleitung aber auch nicht wirklich notwendig, da sich das Gameplay von selbst erklärt und auch die Modi schnell zu durchschauen sind. Bei „Get Up And Dance“ geht es beispielsweise um Unkompliziertheit: Hier wählen wir ein Lied aus und bewegen uns dazu. Wir dürfen dazu auch ein paar Freunde einladen, um ihnen zu zeigen, dass wir auf der Tanzfläche das Sagen haben. Interessant ist dabei vor allem der Modus „Der Letzte, der noch steht“. Hier startet jeder Spieler mit zehn Leben, die mit jeder falschen Bewegung abnehmen. Wer drei Bewegungsabläufe am Stück fehlerlos hinlegt, bekommt dagegen ein Leben gutgeschrieben. Das Ganze geht so lange – der Name deutet es an – bis nur noch ein glücklicher Gewinner steht.
Die Modi-Auswahl ist gut, könnte aber noch umfangreicher sind. Einen richtigen Karriere-Modus gibt es nicht, dafür aber eine Variante, die in diese Richtung geht. Dabei treten wir alleine oder mit Freunden bei Tanzwettbewerben an und versuchen die virtuelle Jury von uns zu überzeugen. Klappt es mit der guten Punktzahl nicht auf Anhieb, steht auch ein Übungsmodus bereit, in dem einzelne Abschnitte von Liedern immer und immer wieder geprobt werden dürfen. Dazu kommt noch ein Fitness-Modus, den sich die Entwickler aber auch hätten schenken können. Hier geht es nur darum, sich zu Liedern auszupowern, während am Bildschirmrand sogenannte Cardio-Punkte gezählt werden. Dabei müssen die Bewegungen des Tänzers nicht unbedingt kopiert werden – es geht nur darum, überhaupt in Bewegung zu bleiben. Das kann durchaus als Sport gewertet werden, als ausgefeiltes Trainingsprogramm aber sicherlich nicht.
Grafisch gestaltet sich „Get Up And Dance“ mit den flüssig animierten Neon-Tänzern und den Videos im Hintergrund durchaus solide. Hübsch mag das Spiel zwar nicht sein, zumindest ist aber immer klar, was verlangt wird und was die Anzeigen zu sagen haben. Selbst wenn mehrere Spieler zusammen ihre Choreografien hinlegen, versinkt das Ganze nicht im Chaos. Ein bisschen mehr Übersicht täte derweil dem Menü gut, das nicht gerade den schnellsten Zugriff auf die einzelnen Modi erlaubt. An der Soundqualität gibt es nichts auszusetzen – und die ist bei einem Tanzspiel natürlich wichtiger als die Optik.
Sascha Geldermann meint...
Wer Lust auf Tanzen hat, findet bei „Get Up And Dance“ nicht nur genug Anreize dafür, sondern auch genug Modi für einige sportlich-unterhaltsame Abende. Leider bleibt das Spiel aber ein Stück hinter der Konkurrenz zurück, was vor allem an der nur durchwachsenen Tracklist und den gelegentlichen Aussetzern der Steuerung liegt.
Wer Lust auf Tanzen hat, findet bei „Get Up And Dance“ nicht nur genug Anreize dafür, sondern auch genug Modi für einige sportlich-unterhaltsame Abende. Leider bleibt das Spiel aber ein Stück hinter der Konkurrenz zurück, was vor allem an der nur durchwachsenen Tracklist und den gelegentlichen Aussetzern der Steuerung liegt.

GRAFIK
Richtig hübsch ist das Spiel nicht, dafür geht auf der virtuellen Tanzfläche nie die Übersicht verloren.
Richtig hübsch ist das Spiel nicht, dafür geht auf der virtuellen Tanzfläche nie die Übersicht verloren.

SOUND
Die Lieder besitzen eine gute Qualität und sind alle tanzbar. Es gibt aber zu viele Füller und zu wenig Abwechslung.
Die Lieder besitzen eine gute Qualität und sind alle tanzbar. Es gibt aber zu viele Füller und zu wenig Abwechslung.

BEDIENUNG
Zwar sind die gelegentlichen Aussetzer ärgerlich, ruinieren den Spielspaß aber nicht.
Zwar sind die gelegentlichen Aussetzer ärgerlich, ruinieren den Spielspaß aber nicht.

UMFANG
In der soliden Modi-Auswahl finden sich einige interessante Varianten.
In der soliden Modi-Auswahl finden sich einige interessante Varianten.
SPIELSPASS
Solides Tanzspiel mit interessanten Modi aber auch so einigen Macken.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Solides Tanzspiel mit interessanten Modi aber auch so einigen Macken.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Musikspiel
Entwickler
Gusto Games
Publisher
O-Games
Releasedatum
18.11.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Musikspiel
Entwickler
Gusto Games
Publisher
O-Games
Releasedatum
18.11.2011
USK-Freigabe

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