Winter Sports 2012: Feel the Spirit
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 27.12.2011
Ob Ski, Eislaufen oder Curling: Die Jahreszeit für jeglichen Wintersport ist gekommen. Wer dafür seine warme Stube nicht verlassen möchte, darf sich bei „Winter Sports 2012“ auch einfach virtuell die Piste hinunterstürzen – und das ganz ohne Verletzungsgefahr.
Sieben Mal dasselbe
Viele der sieben Disziplinen spielen sich sehr ähnlich, sind wir bei vier davon doch auch auf Skiern unterwegs. So wie bei der „Abfahrt“, die uns einen Abhang hinunter durch Tore schickt. Die Steuerung ist dabei weder besonders präzise, noch wirklich tiefgängig. Gelenkt wird mit dem Circle-Pad, während mit der R-Taste für Beschleunigung gesorgt wird. Hämmern auf den A-Knopf erhöht die Geschwindigkeit noch und wenn sich ein Turbo aufgeladen hat, darf dieser über den B-Button aktiviert werden. Das Ganze ist wirklich furchtbar simpel gehalten, zumal es nur eine einzige weiße Piste gibt. Während wir diese hinabfahren, nicht viel zu tun haben und locker an den strunzdummen KI-Gegnern vorbeiziehen, kommt so gut wie kein Spaß auf. Beim Slalom sieht das nicht viel anders aus. Dieser spielt sich schließlich genauso – nur dass dieses Mal abwechselnd rote und blaue Tore durchfahren werden müssen.
„Ski-Cross“ fühlt sich auch nicht anders an, immerhin gibt es hier aber noch Rampen für Sprünge und ein paar Buckel, die überwunden werden müssen. „Skispringen“ hebt sich wenigstens ein bisschen davon ab – zumindest ab dem Punkt, bei dem ihr mit einem beherzten Druck auf den A-Knopf von der Piste abhebt und mit dem Circle-Pad in der Luft eine gute Figur zu machen versucht. Wie bei jeder anderen Disziplin gibt es aber auch hier nur eine einzige Piste. Wollt ihr euch länger als ein paar Minuten mit einer Sportart beschäftigen, müsst ihr diese halt immer und immer wieder angehen. Es ist erstaunlich, dass die Entwickler es nicht für nötig gehalten haben, innerhalb der einzelnen Disziplinen ein bisschen Auswahl zu bieten. Zumindest lässt sich in einem einfachen Editor ein eigener Fahrer zusammenbasteln – was den Spielspaß aber auch nicht wirklich erhöhen kann.
„Curling“ bietet auch nicht mehr Tiefgang als die bisher genannten Disziplinen, findet aber wenigstens mal abseits einer Ski-Piste statt. Hier zielen wir mit dem Circle-Pad, drücken im richtigen Moment den A-Knopf, sorgen mit den L- und –R-Tasten für Rotation und wischen dann noch durch mehrmaliges Drücken des A-Knopfes über die Eisbahn. Apropos Eisbahn: Mit „Short Track“ steht auch Eislaufen auf dem Programm. Erstaunlicherweise läuft die Steuerung hier genauso wie beim Ski-Fahren ab, nur dass wir beim Lenken, Beschleunigen und Aktivieren von Turbos nun im Kreis laufen. Und auch bei den Motorradrennen des „Ice Speedway“ fühlt sich die Bedienung ganz genauso an. Wenn schon sieben Disziplinen angepriesen werden, dann sollten diese nicht alle auf dasselbe simple Grundgerüst gestellt werden. Abwechslung sieht anders aus.
Einsamer Wintersport
Einen richtigen Karriere-Modus gibt es nicht, stattdessen lassen sich aber verschiedene Cups angehen oder selbst erstellen. Im Grunde können die sieben Disziplinen dabei in allen möglichen Kombinationen und Reihenfolgen angegangen werden. Dazu gibt es noch ein paar Herausforderungen und darüber hinaus noch besonders fordernde Aufgaben. Neue Aspekte verleihen diese den Sportarten aber leider nicht. Spielspaß kommt nicht einmal so richtig auf, wenn bis zu vier Spieler im Hot-Seat-Modus den Nintendo 3DS herumreichen, um sich auf Schneepisten und Eisbahnen zu übertrumpfen. Zu einem direkten Wettkampf lassen sich Mitspieler leider überhaupt nicht auffordern. Schon lokal lässt sich nicht mit mehreren Geräten spielen, von einem Online-Modus kann da gar nicht erst die Rede sein. Nicht einmal eine Internet-Rangliste ist uns vergönnt.
Der recht lieblose Eindruck des Gameplays zeigt sich auch bei der technischen Seite. Musikalisch gibt es nur sehr wenige und sehr eintönige Stücke, während die simplen Soundeffekte an längst vergangene Tage erinnern. Und auch die Augen werden nicht verwöhnt. Die Pisten sehen trostlos aus und die ganze Umgebung wirkt ein bisschen verpixelt. Die Athleten machen da keine bessere Figur, fehlt es diesen doch an Polygonen und weichen Animationen. Es ist fast schon ein bisschen skurril: Die komplett unspektakuläre Grafik verliert noch einmal deutlich an Qualität und Schärfe, wenn der 3D-Effekt aktiviert ist. Das Ganze tut dann regelrecht in den Augen weh. Wer dieses Spiel überhaupt ertragen möchte, darf die zweite Dimension nicht verlassen.
Sascha Geldermann meint...
Aus den sieben verschiedenen Disziplinen haben die Entwickler nichts gemacht: Sie alle sind nicht nur sehr ähnlich, sondern auch noch furchtbar simpel und langweilig aufgezogen. Den Geist des Wintersports – den der Untertitel des Spiels beschwört – habe ich kein einziges Mal gespürt.
Aus den sieben verschiedenen Disziplinen haben die Entwickler nichts gemacht: Sie alle sind nicht nur sehr ähnlich, sondern auch noch furchtbar simpel und langweilig aufgezogen. Den Geist des Wintersports – den der Untertitel des Spiels beschwört – habe ich kein einziges Mal gespürt.

GRAFIK
Verpixelte Umgebungen, schwach animierte Sportler und ein kaum auszuhaltender 3D-Effekt – die Optik ist eine kleine Katastrophe.
Verpixelte Umgebungen, schwach animierte Sportler und ein kaum auszuhaltender 3D-Effekt – die Optik ist eine kleine Katastrophe.

SOUND
Wenn es überhaupt mal Musik gibt, dann ist diese furchtbar eintönig.
Wenn es überhaupt mal Musik gibt, dann ist diese furchtbar eintönig.

BEDIENUNG
Alle Disziplinen steuern sich ähnlich und dabei keine richtig präzise.
Alle Disziplinen steuern sich ähnlich und dabei keine richtig präzise.

UMFANG
Die sieben Sportarten sind sehr simpel gehalten und bieten jeweils nur wenige Minuten Beschäftigung.
Die sieben Sportarten sind sehr simpel gehalten und bieten jeweils nur wenige Minuten Beschäftigung.
SPIELSPASS
Dann doch lieber das Verletzungsrisiko auf einer richtigen Piste in Kauf nehmen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Dann doch lieber das Verletzungsrisiko auf einer richtigen Piste in Kauf nehmen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Sport
Entwickler
Independent Arts
Publisher
dtp
Releasedatum
06.12.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Sport
Entwickler
Independent Arts
Publisher
dtp
Releasedatum
06.12.2011
USK-Freigabe

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