Jewel Master: Cradle of Rome 2
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 24.12.2011
Der Sage nach entstand Rom so: Am Ufer des Flusses Tiber fand eine Wölfin zwei Säuglinge: Romulus und Remus. Die beiden wuchsen heran und entschlossen sich dazu, eine Stadt auf sieben Hügel zu bauen. Doch dafür brauchten sie jede Menge Rohstoffe – und hier setzt „Cradle of Rome 2“ an. Hierbei dreht sich alles darum, Ressourcen für den Erbau des Ewigen Stadt zu beschaffen: Durch das Lösen von 3-Gewinnt-Herausforderungen.
Eintöniger Städtebau
Kein einziges Haus steht am Anfang, ja nicht einmal ein Brunnen. Es handelt sich zwar um den zweiten Teil der „Cradle of Rome“-Reihe, allerdings fangen wir hier noch einmal ganz von vorne an. Es geht darum, Gebäude zu errichten und die Stadt Rom so Stein für Stein aufzubauen. Und mehr noch: Im Spielverlauf führen wir die Stadt durch fünf Epochen. Das ist alles ein ganz netter Rahmen für ein 3-Gewinnt-Spiel, wird aber nur sehr simpel präsentiert, spielt keine große Rolle und wird einem sehr schnell egal. Worum es wirklich geht, sind mehr als 100 Herausforderungen, bei denen Rohstoffe durch das Verschieben und Auflösen von Steinen gewonnen werden. Und so klicken wir uns durch ein Spielfeld nach dem anderen, um Wasser, Gold oder Holz anzuhäufen.
Das Spielprinzip ist ein alter Hut: Wir bekommen auf dem Touchscreen jede Menge kleine Steine mit Symbolen vorgesetzt. Klicken wir einen solchen Stein an, können wir ihn mit einem benachbarten austauschen – allerdings nur, wenn sich dabei eine Reihe aus mindestens drei gleichen Symbolen ergibt. Diese Reihe löst sich dann auf und je nach Symbol wandern andere Ressourcen in unseren Besitz. Das eigentliche Ziel ist es aber, farbige Kacheln zu zerstören, indem wir die Blöcke darüber auflösen. Je nach Farbe gelingt das auch nur durch zweimaliges Auflösen oder das Bilden längerer Reihen. Das Ganze ist am Anfang noch recht simpel, der Schwierigkeitsgrad zieht aber rasch an. Schließlich tickt eine Uhr erbarmungslos und für jede Herausforderung bleiben nur wenige Minuten. Fordernd ist „Cradle of Rome 2“ auf jeden Fall.
Das große Problem dieses „Jewel Master“-Ablegers ist die Monotonie. Schön, dass es mehr als 100 Herausforderungen auf die Cartridge geschafft haben. Aber: Bereits nach den ersten zehn ist die Luft raus. Das 3-Gewinnt-Prinzip ist einfach zu simpel und wird so gut wie gar nicht aufgelockert. Immerhin gibt es ein paar Extras, mit denen sich einige Steine einfach zerstören lassen oder das Zeitlimit verlängert werden darf. Und ab und zu wartet auch eine sehr simple andere Aufgabe wie das Zusammenpuzzeln von Bildern auf uns. Unterm Strich bietet „Cradle of Rome 2“ aber enttäuschend wenig. Wer die Ewige Stadt komplett errichten möchte, muss schon eine extreme Vorliebe für diese Art von Spielen mitbringen.
Bürger und Trophäen
Wer diese extreme Vorliebe vorweisen und stundenlang mit demselben simplen Spielprinzip zubringen kann, bekommt hier zumindest einiges zu tun. Die mehr als 100 Herausforderungen lassen sich im Turnier-Modus nämlich jederzeit noch einmal spielen. Und wenn Rom erst einmal steht, schaltet sich auch noch eine Blitz-Variante frei, die drei Schwierigkeitsgrade mitbringt. Hier müssen vor Ablauf der Zeit so viele Steine wie möglich aufgelöst werden. Das Ganze ist aber wie die beiden anderen Modi nur auf Einzelspieler ausgelegt – Multiplayer-Funktionen finden sich bei diesem Spiel nicht. Zumindest gibt es aber ein Trophäen-System, das Erfolge mit besonderen Auszeichnungen belohnt. Außerdem ziehen Bürger in eure Stadt, wenn ihr euch gut schlagt. Besonders viel habt ihr davon aber nicht, der römische Rahmen dieses 3-Gewinnt-Spiels wirkt sich eigentlich nicht aufs Gameplay aus.
Es ist vielmehr die Präsentation die von der antiken Thematik beherrscht wird, was sich bei der Aufmachung des Menüs genauso zeigt wie bei den Symbolen auf den Steinen. Insgesamt ist die Grafik selbst für den Nintendo DS sehr simpel und zweckmäßig gehalten. Die Einleitung erfolgt durch Standbilder und die Spielfelder sehen ein bisschen lieblos aus. Bei der Steuerung haben sich die Entwickler keinen Fauxpas geleistet – diese geht mit dem Stylus sehr gut von der Hand. Der Sound ist aber eine kleine Frechheit: Drei eintönige Stücke laufen hier in der Endlosschleife, die das Genre der Fahrstuhl-Musik so gelungen repräsentieren, dass sie prima als Einschlafhilfe benutzt werden können.
Sascha Geldermann meint...
3-Gewinnt-Level über 3-Gewinnt-Level: Das antike Setting ist ja ganz nett, aber was „Cradle of Rome 2“ zu bieten hat, ist erschreckend eintönig. Die Entwickler haben es komplett verpasst, das extrem simple Spielprinzip aufzulockern. Rom mit eigenen Händen aufzubauen, ist sicherlich unterhaltsamer als hier stundenlang Steine auszutauschen.
3-Gewinnt-Level über 3-Gewinnt-Level: Das antike Setting ist ja ganz nett, aber was „Cradle of Rome 2“ zu bieten hat, ist erschreckend eintönig. Die Entwickler haben es komplett verpasst, das extrem simple Spielprinzip aufzulockern. Rom mit eigenen Händen aufzubauen, ist sicherlich unterhaltsamer als hier stundenlang Steine auszutauschen.

GRAFIK
Die schlichte Präsentation gewährleistet wenigstens Übersichtlichkeit.
Die schlichte Präsentation gewährleistet wenigstens Übersichtlichkeit.

SOUND
Drei langweilige Melodien zerren hier in der Endlosschleife an den Nerven.
Drei langweilige Melodien zerren hier in der Endlosschleife an den Nerven.

BEDIENUNG
Der Stylus war schon immer ein Gewinn für dieses Genre.
Der Stylus war schon immer ein Gewinn für dieses Genre.

UMFANG
Viel mehr als 3-Gewinnt-Levels hat dieses Spiel nicht zu bieten – davon aber wenigstens über 100.
Viel mehr als 3-Gewinnt-Levels hat dieses Spiel nicht zu bieten – davon aber wenigstens über 100.
SPIELSPASS
Monotones 3-Gewinnt-Spiel mit antikem Setting.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Monotones 3-Gewinnt-Spiel mit antikem Setting.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Geschicklichkeit
Entwickler
cerasus.media
Publisher
rondomedia
Releasedatum
11.11.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Geschicklichkeit
Entwickler
cerasus.media
Publisher
rondomedia
Releasedatum
11.11.2011
USK-Freigabe

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