LEGO Harry Potter: Die Jahre 5 - 7
Artikel verfasst von Gennaro Grippo am 10.12.2011
Die Abenteuer des Zauberschülers Harry Potter mögen zwar auf der Kinoleinwand und in Form literarischer Werke beendet sein, doch die Lizenz eignet sich nach wie vor blendend für Videospiele.
Nach den eher mäßigen Erfolgen der reinen Lizenztitel, ist Entwickler WB Games vor einigen Jahren ein interessantes Experiment eingegangen: Die Welt Harry Potters mit dem LEGO-Universum zu vereinen. Das Resultat konnte sich bereits mit „LEGO Harry Potter: Die Jahre 1-4“ sehen lassen und überzeugte vor allem mit seinem aberwitzigen Humor. Nun folgen die Jahre 5-7 auf dem Nintendo 3DS, erstmalig in der dritten Dimension.
Die Jahre 5-7
Harry Potter hatte es bei Leibe nicht einfach in seinem Leben. Selten wurde er mit seiner Brille und dem winzigen Zauberstock ernst genommen, nur seine engsten Freunde Ron und Hermine standen ihm stets zur Seite. Kaum erfährt er, dass Lord Voldemort zurückgekehrt ist, verbreitet er das Wort zum Sonntag in Hogwarts und wird erstmal schön ausgelacht für diesen Gag. Den nächsten Lacher liefert der Orden des Phönix, von dem Harry erfährt, dass er der Auserwählte sei Lord Voldemort endgültig zur Strecke zu bringen. Doch Harry nimmt das Ganze nicht auf die leichte Schulter, schnappt sich Ron und Hermine und begibt sich auf die Jagd nach den Horkruxen. Eingefleischte Fans werden bereits genau wissen, in welchen Abschnitt von Harrys großem Abenteuer diese Szene angesiedelt ist. Insgesamt ermöglicht es uns „LEGO Harry Potter: Die Jahre 5-7“ die letzten vier Filme respektive letzten drei Büchern nachzuspielen.Wie in den anderen LEGO-Spielen auch, nehmen die kleinen Steine eine fundamentale Rolle im Gameplay ein. Egal wo wir uns befinden, vor dem Ligusterweg in Little Whinging oder in der Winkelgasse in Hogsmeade, der Sammelwahn kennt keine Grenzen. Mit dem Zauberstock zerstören wir alles, was die liebevoll und detailgetreu gestalteten Levels anzubieten haben und sammeln die übrig gebliebenen LEGO-Steine auf. Je mehr wir davon einsammeln, desto mehr können wir im Spielverlauf freischalten. Demnach lassen sich Extras, Spielhinweise und Zwischensequenzen im Shop kaufen. Letztere machen insbesondere durch die autostereoskopische 3D-Darstellung eine wirklich gelungene Figur und sind LEGO-typisch mit einer ordentlichen Portion krankem Humor versehen. Da stürzt ein Charakter die Klippe herunter und bekommt auch noch einen LEGO-Stein auf die Birne gedonnert. Eine weitere Figur wird von seiner unteren Hälfte getrennt und scheidet dahin, taucht aber kurz vor Ende der Zwischensequenz aus dem Jenseits zurück und bittet darum ihm seine Hosen wieder anzuziehen. Eine professionelle Synchronisation sucht man jedoch vergebens, was aber gar nicht negativ ins Gewicht fällt. Die lustige LEGO-Präsentation macht diesen Aspekt eindeutig wett und hätte sonst womöglich den Gesamteindruck zerstört.
Rätsel-Fiddibus-Kadabrus
Die wichtigste Waffe im Spiel ist und bleibt unser Zauberstab. Je weiter wir im Spielverlauf voranschreiten, desto mehr Zaubersprüche lernen wir kennen. Diese nutzen wir nicht nur um böse Schergen Voldemorts den Garaus zu machen sondern auch unzählige Rätsel zu lösen. Während die Kämpfe im flüssigen Spielverlauf recht kurzweilig und wenig tiefgründig sind, gesellen sich noch die etwas fordernderen Zauberduellen hinzu. Das Spiel wechselt hierbei in eine Pokémon-ähnliche Kampfsequenz über, bei der Ihr eurem Widersacher gegenüber steht. Mit einem einfachen Schwenk nach links oder rechts könnt Ihr nun situationsabhängig Attacken oder Paraden einleiten. Das Ganze wirkt zwar wie ein Schlagabtausch in Ping-Pong, wird aber bei stärkeren Gegnern recht herausfordernd und kann sich auch ordentlich in die Länge ziehen. Die Rätsel sind hingegen durchaus abwechslungsreich gestaltet worden, jedoch einen Hauch zu simpel ausgefallen. Recht häufig müsst Ihr lediglich herumliegende Steine zusammenbasteln und schon habt Ihr des Rätsels Lösung, weil diese meist Schalter aktivieren oder Trigger auslösen. Ein weiteres Rätsel ist beispielsweise das Brauen eines Super-Zaubertrankes, den wohl gerne auch Obelix verputzen würde. Die Zutaten sind im Level versteckt, wodurch wir förmlich eingeladen werden nahezu alles zu zerstören und zwischenzeitlich auch fleißig LEGO-Steinchen einzusammeln. Dieser Trank erlaubt es uns dann, verschlossene Türen oder Kisten zu öffnen. Wenn sich Ranken um einen Gegenstand gebildet haben, zucken wir kurzerhand unseren Zauberstab und lassen diese mit dem Lumos schrumpfen. Jeder Zauberspruch wird bei den Herausforderungen beansprucht, ein Nicht-Weiterkommen existiert somit gar nicht und wenn, dann ist es auch nur kurzer Dauer. Selbst wenn der Nutzen eines Zaubers bei der jeweiligen Situation nicht sofort einleuchtet, einfach nur einbisschen rumspielen und schon kann man seinen Weg fortsetzen.In vielen Levels werdet Ihr auf Situationen stoßen, mit denen Ihr vorerst noch nichts anzufangen wisst. Dies sind meist Stellen, die Ihr später noch einmal besuchen gehen solltet. Im Spielverlauf gesellen sich nach und nach nämlich weitere Charaktere eurer Gruppe hinzu, zumeist seid Ihr jedoch nur mit Harry, Ron und Hermine unterwegs. Kommen beispielsweise die Weasley Brüder hinzu, könnt Ihr deren „Spezialfähigkeit“ nutzen, sprich die Klemmschuhe und somit an Wänden entlanglaufen und vorher unerreichbare Ecken in der Umgebung entdecken. Der Wiederspielwert ist, so simpel das LEGO-Prinzip auch sein mag, tatsächlich recht hoch. Auch wenn wir uns davon nicht ernähren können, dieser Wunsch nach mehr Medaillons, Trophäen und LEGO-Steinen ist einfach größer und fesselt lange Zeit an den Handheld. Weniger lange wird uns der Titel im Multiplayer unterhalten, denn den gibt es in der klassischen Form gar nicht. Vielmehr kommt StreetPass zum Einsatz, wo wir im Vorbeigehen Zauberduelle austragen.
Man möchte meinen, dass LEGO-Steine alle gleich aussehen und eckig sind. Doch „LEGO Harry Potter: Die Jahre 5-7“ versteht es das Auge zu verwöhnen. Die Levels sind liebevoll und abwechslungsreich gestaltet worden und das wohlbemerkt mit LEGO-Steinen. Zu einem tollen visuellen Erlebnis tragen außerdem der gelungene 3D-Effekt bei, der nicht zuletzt in Gebäuden oder offenen Landschaften ein beeindruckendes Räumlichkeitsgefühl vermittelt. Doch das wahre Highlight, zumindest in meinen Augen, ist die humorvolle Präsentation der Zwischensequenzen. Eigentlich total krank und stellenweise richtig banal, aber genau dies verleiht dem Titel einen gewissen unverwechselbaren und liebenswerten Charme. Die akustische Begleitung ist hingegen von der Originalvorlage übernommen worden und folglich im Hinblick auf die Melodien an sich und die Atmosphäre allemal erhaben. Eine Synchronisation gibt es nicht, doch wie weiter oben bereits erwähnt, vermisst man die realen Stimmen von Harry und Co. kaum. Was wirklich fehlt, ist ein gehobenerer Schwierigkeitsgrad und eine längere Spieldauer. Die Rätsel sind schnell durchleuchtet und der Einsatz des Zauberstabs stellenweise zu augenscheinlich. Mit gerade einmal acht Stunden Spielzeit ordnet sich das Spiel ins Mittelmaß ein, doch vor allem Harry Potter – Fans wird das nicht lange genug sein.
Gennaro Grippo meint...
„LEGO Harry Potter: Die Jahre 5-7“ profitiert in erster Linie von der gelungenen LEGO-Präsentation, deren Prinzip sich mittlerweile einen festen Namen bei den großen Lizenztiteln gemacht hat. Folglich nehmen sich der Titel und seine Charaktere von Anfang bis Ende gerne auf die Schippe und versprühen gerade deswegen einen liebenswerten Charme. Doch das Abenteuer hat auch seine dunklen Seiten. Dazu gehört der niedrige Schwierigkeitsgrad, die daraus resultierende kurze Spieldauer und die leichten Rätsel. Gerade letzteres ist aber Dreh- und Angelpunkt des Gameplays dieses Titels und trübt dementsprechend den Gesamteindruck. Dennoch sollte dies eingefleischte Fans nicht davon abhalten, mit Harry Potter in die dritte Dimension einzutauchen.
„LEGO Harry Potter: Die Jahre 5-7“ profitiert in erster Linie von der gelungenen LEGO-Präsentation, deren Prinzip sich mittlerweile einen festen Namen bei den großen Lizenztiteln gemacht hat. Folglich nehmen sich der Titel und seine Charaktere von Anfang bis Ende gerne auf die Schippe und versprühen gerade deswegen einen liebenswerten Charme. Doch das Abenteuer hat auch seine dunklen Seiten. Dazu gehört der niedrige Schwierigkeitsgrad, die daraus resultierende kurze Spieldauer und die leichten Rätsel. Gerade letzteres ist aber Dreh- und Angelpunkt des Gameplays dieses Titels und trübt dementsprechend den Gesamteindruck. Dennoch sollte dies eingefleischte Fans nicht davon abhalten, mit Harry Potter in die dritte Dimension einzutauchen.

GRAFIK
Die Levels sind liebevoll in Szene gesetzt worden und versprühen mit ihrem LEGO-Baustil einen eigenen Charme. Der 3D-Effekt überzeugt durchgehend, nicht nur in den humorvollen Zwischensequenzen.
Die Levels sind liebevoll in Szene gesetzt worden und versprühen mit ihrem LEGO-Baustil einen eigenen Charme. Der 3D-Effekt überzeugt durchgehend, nicht nur in den humorvollen Zwischensequenzen.

SOUND
Die Originalstimmen der Charaktere sind leider nicht mit von der Partie, doch die Musikuntermalung setzt konsequent auf das Original und baut souverän situationsabhängig Atmosphäre und Spannung auf.
Die Originalstimmen der Charaktere sind leider nicht mit von der Partie, doch die Musikuntermalung setzt konsequent auf das Original und baut souverän situationsabhängig Atmosphäre und Spannung auf.

BEDIENUNG
Der Touchscreen wird kaum beansprucht, vielmehr dominiert die klassische Tastensteuerung. Diese macht zwar einen ordentlichen Job, doch insbesondere beim Zielen mit dem Zauberstab wird die Schwäche dieses Steuerungsschemas evident.
Der Touchscreen wird kaum beansprucht, vielmehr dominiert die klassische Tastensteuerung. Diese macht zwar einen ordentlichen Job, doch insbesondere beim Zielen mit dem Zauberstab wird die Schwäche dieses Steuerungsschemas evident.

UMFANG
Die Jahre 5-7 unterhalten bei Leibe nicht zwei Jahre, gerade einmal acht Stunden Spielspaß sind es unterm Strich. Doch dank des LEGO-Prinzips gibt es nach dem Durchspielen noch Einiges einzusammeln, ein eigener Charakter kann auch erstellt und in den Kampf geschickt werden.
Die Jahre 5-7 unterhalten bei Leibe nicht zwei Jahre, gerade einmal acht Stunden Spielspaß sind es unterm Strich. Doch dank des LEGO-Prinzips gibt es nach dem Durchspielen noch Einiges einzusammeln, ein eigener Charakter kann auch erstellt und in den Kampf geschickt werden.
SPIELSPASS
Harry Potter hat seine Brille für die dritte Dimension gut poliert, doch das Gestell ist trotzdem veraltet. Im Klartext: Die Jahre 5-7 machen Spaß, trotzdem trüben einige Unannehmlichkeiten den Gesamteindruck.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Harry Potter hat seine Brille für die dritte Dimension gut poliert, doch das Gestell ist trotzdem veraltet. Im Klartext: Die Jahre 5-7 machen Spaß, trotzdem trüben einige Unannehmlichkeiten den Gesamteindruck.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Action-Adventure
Entwickler
TT Games
Publisher
Warner Bros.
Releasedatum
15.11.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Action-Adventure
Entwickler
TT Games
Publisher
Warner Bros.
Releasedatum
15.11.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel