Mystery Stories: Die verborgene Stadt
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 07.12.2011
Ein verschollenes Expeditionsteam, eine Stadt im Eis und jede Menge Geheimnisse. Die Geschichte von „Mystery Stories: Die verborgene Stadt“ klingt spannend und stammt aus der Feder des berühmten amerikanischen Schriftstellers Howard Phillips Lovecraft. Doch letztendlich bildet sie nur den Rahmen für Wimmelbilder und 3-Gewinnt-Aufgaben. Kann das Spiel dennoch fesseln?
Suchen und auflösen
Auf der Suche nach einem verschollenen Expeditionsteam kämpft sich die Polarforscherin Lynn Morgan durch die Antarktis. Dabei erwarten sie an jeder Station immer die drei selben Aufgaben. Los geht es immer mit einem Wimmelbild. Also bekommen wir ein nett gezeichnetes Gemälde voller Details vorgesetzt und müssen dort Gegenstände finden, die auf einer Liste stehen. In Basislagern, Höhlengängen und später in einer eisigen Stadt finden wir dabei jede Menge typische Gegenstände einer solchen Expedition – vom Messer über Fackeln bis hin zu Streichhölzern. Sollten wir dabei mal ein Objekt einfach nicht aufspüren können, gibt es auch noch eine Hilfe, die uns direkt zum Gegenstand eurer Begierde führt. Diese Funktion kann natürlich nur begrenzt eingesetzt werden und muss sich immer wieder aufladen. Besonders schwer sind die Wimmelbilder aber auch nicht – zumal es keine Strafen für wildes Herumgetippe gibt, die bei diesem Genre eigentlich längst zum Standard gehören sollten.
Haben wir alle Objekte auf der Liste abgeharkt, beginnt der zweite Teil. Das Wimmebild bleibt dabei auf dem Bildschirm. Nun müssen wir aber einige der soeben gefundenen Gegenstände an den richtigen Stellen einsetzten, um dort Juwelen zu ergattern. Auch das ist kein großes Problem, da die Lösung meistens offensichtlich ist. Oh, diese Wand hat ein sternförmiges Loch? Na dann muss da wohl der gerade gefundene Holzstern rein. Ein zugeschneites Zelt lässt sich derweil mit einer Schaufel ausbuddeln und dann noch mit einem Messer öffnen. Und so vergeht nicht allzu viel Zeit, bis wir alle benötigten Juwelen in unseren Besitzt gebracht haben, womit es an jeder Station an die dritte und letzte Aufgabe geht – abgesehen von einigen kleinen optionalen Puzzle-Rätseln.
Auch Aufgabe Nummer 3 dreht sich um Juwelen. Hier bekommt nämlich ein Kästchen mit Edelsteinen vorgesetzt, die verschiedene Farben haben. Nun müsst ihr zwei nebeneinanderliegende Juwelen immer so austauschen, dass drei gleichfarbige eine Reihe bilden. Diese lösen sich dann auf und füllen einen Eimer mit der entsprechenden Farbe. Eure Aufgabe ist es aber nicht nur, die Eimer zu füllen. Auch liegen manche Juwelen auf goldenen Kacheln, die durch das Auflösen genau dieser Steine zerstört werden müssen. Das ist wegen eines knappen Zeitlimits schon bald nicht mehr allzu einfach und deutlich schwerer als die Wimmelbilder. Wenigstens könnt ihr zwischendurch aber auch einige Hilfsmittel wie Hämmer oder Äxte finden, mit denen sich dann Reihen oder Kacheln direkt zerstören lassen.
Wenig Gänsehaut-Feeling
Die drei Aufgaben werden von Lovecrafts Geschichte verbunden, die im Original sehr komplex und ausgefeilt ist. Davon ist auf dem Nintendo DS wenig zu spüren, beschränkt sich doch auch die Präsentation nur aufs Nötigste. So werden Wimmelbilder und 3-Gewinnt-Kästchen nur von Standbildern und Textfeldern verbunden, die einfach keine Spannung herüberbringen können. Die einzelnen Elemente an sich funktionieren ganz gut und harmonieren auch miteinander, letztendlich kommt aber zu schnell Langeweile auf. Schließlich sind weder Wimmelbilder noch 3-Gewinnt-Aufgaben wirklich abwechslungsreich – und „Mystery Storiens: Die verborgene Stadt“ macht einfach viel zu wenig, um daran etwas zu ändern. Der Umfang ist zwar ganz ordentlich, sodass der Trip durch das ewige Eis einige Stunden dauert. In dieser Zeit wiederholen sich die beschrieben Aufgaben in genau dieser Reihenfolge aber auch nur in der Endlosschleife. Da sorgen auch die vielen Trophäen und das freie Spiel für keinen großen zusätzlichen Motivationsschub.
Die trockene Präsentation resultiert auch aus der nur zweckmäßigen Technik. Gerade über den Sound hätten die Entwickler Grusel-Stimmung aufbauen können, doch dieser beschränkt sich auf 08/15-Melodien und simple Effekte. Und auch die Grafik bewegt sich auf einem niedrigen Niveau. Die Standbilder und Textfelder zum Vorantreiben der Geschichte wirken mehr als antiquiert. Die detailreichen Wimmelbilder sehen da deutlich besser aus, aber auch nicht so spektakulär wie in vielen anderen Spielen dieses Genres auf dem Nintendo DS. Es wirkt alles ein bisschen so, als sollte der Entwicklungsaufwand möglichst gering gehalten werden. Fairerweise muss aber auch erwähnt werden, dass sich das im Preis niederschlägt: Dieses Spiel ist für weniger als 20 Euro zu haben.
Sascha Geldermann meint...
„Mystery Stories“ verbindet Wimmelbilder und 3-Gewinnt-Aufgaben ganz gut miteinander, aber das bewahrt das Spiel nicht vor der Mittelmäßigkeit. Dafür sind die ewig gleichen Herausforderungen in der Endlosschleife einfach zu simpel gestrickt. Auch Lovecrafts Geschichte kann da nicht viel reißen, die sehr schlicht erzählt und antiquiert präsentiert wird. Wer sowohl Wimmelbilder als auch 3-Gewinnt-Aufgaben mag, könnte angesichts des niedrigen Preises dennoch auf seine Kosten kommen.
„Mystery Stories“ verbindet Wimmelbilder und 3-Gewinnt-Aufgaben ganz gut miteinander, aber das bewahrt das Spiel nicht vor der Mittelmäßigkeit. Dafür sind die ewig gleichen Herausforderungen in der Endlosschleife einfach zu simpel gestrickt. Auch Lovecrafts Geschichte kann da nicht viel reißen, die sehr schlicht erzählt und antiquiert präsentiert wird. Wer sowohl Wimmelbilder als auch 3-Gewinnt-Aufgaben mag, könnte angesichts des niedrigen Preises dennoch auf seine Kosten kommen.

GRAFIK
Die Wimmelbilder sehen nett aus, der Rest des Spiels weniger.
Die Wimmelbilder sehen nett aus, der Rest des Spiels weniger.

SOUND
Gruselstimmung kommt bei den 08/15-Melodien nicht auf.
Gruselstimmung kommt bei den 08/15-Melodien nicht auf.

BEDIENUNG
Alle Aufgaben lassen sich bequem über den Stylus lösen.
Alle Aufgaben lassen sich bequem über den Stylus lösen.

UMFANG
Diese Expedition dauert zwar mehrere Stunden, bietet in dieser Zeit aber nur drei simple Aufgaben in der Endlosschleife.
Diese Expedition dauert zwar mehrere Stunden, bietet in dieser Zeit aber nur drei simple Aufgaben in der Endlosschleife.
SPIELSPASS
Wimmelbilder und 3-Gewinnt-Aufgaben harmonieren zwar, werden aber sehr schnell langweilig.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Wimmelbilder und 3-Gewinnt-Aufgaben harmonieren zwar, werden aber sehr schnell langweilig.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Geschicklichkeit
Entwickler
ceraus media
Publisher
rondomedia
Releasedatum
02.11.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Geschicklichkeit
Entwickler
ceraus media
Publisher
rondomedia
Releasedatum
02.11.2011
USK-Freigabe

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