Go Vacation
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 16.11.2011
Seit fast fünf Jahren sind die Miis nun im Einsatz – Zeit ihnen mal ein bisschen Urlaub zu gönnen. Also drückt eurem virtuellen Abbild einen Koffer in die Hand, setzt es ins nächste Flugzeug und schickt es in das Ferienparadies der Kawawii-Insel. Hier warten rund 50 Freizeitaktivitäten auf die Urlauber. Aber machen diese auch Spaß?
Erlebnis-Urlaub für Miis
„Go Vacation“ ist eine Minispielsammlung, der Titel begnügt sich aber nicht damit, euch einfach eine Auswahl an Spielen in einem Menü vor die Nase zu setzen. Stattdessen lässt sich die Kawawii-Insel frei erforschen, wobei es eine Wasserwelt, ein Berglandschaft, eine Erlebnis-Stadt und ein Schnee-Resort gibt. Fortbewegungsmittel gibt es genug. Ihr könnt unter anderem auf einem Jet-Ski durchs Wasser brausen, auf ein Pferd steigen oder die Stadt auf Inline-Skates unsicher machen. Auf diese Weise gelangt ihr zu den rund 50 Stationen der Insel, an denen Freizeitaktivitäten –also Minispiele – auf euch warten. Wer sich die langen Wege sparen möchte, darf auch über eine Schnellreise-Funktion direkt zu den Herausforderungen springen. Das wird wohl auch schnell die bevorzugte Art der Fortbewegung. Zwar lassen sich unterwegs Geheimnisse wie Schatztruhen mit neuen Kostümen oder Luftballons mit Tipps aufspüren – ansonsten bietet die Insel aber keine Erkundungsanreize. Sie wirkt insgesamt sehr leer und wenn ihr wirklich mal auf eine Person trefft, hat diese in der Regel nicht viel zu sagen. Daher ist die offene Spielwelt zwar ein sehr netter Ansatz, aus dem Bandai Namco aber viel mehr hätte machen können.
Eine Story gibt es natürlich nicht. Ein roter Faden ergibt sich aber daraus, dass euch die nette Dame am Informationsschalter Aktivitäten empfiehlt. Diese könnt ihr dann angehen und dabei Stempel sammeln. Die Minispiele an sich decken ein breites Feld ab. So rast ihr Ski-Pisten hinunter, liefert euch Buggy-Rennen, legt Formationen beim Fallschirmspringen hin, steigt auf ein Skateboard, liefert euch Duelle mit Wasserpistolen oder spielt eine gepflegte Runde Minigolf. Die Qualität der Spiele schwankt dabei stark. Einige sind echte Perlen, die sich immer wieder spielen lassen. Einige sind einfach nur eine Qual. Und die meisten gestalten sich sehr durchschnittlich. So richtig gehaltvoll oder einfallsreich ist eigentlich keine der Herausforderungen. Dass sich viele zudem recht ähnlich spielen, lässt sich derweil verzeihen. 50 Minispiele sind schließlich eine ordentliche Anzahl. In Sachen Umfang kann sich „Go Vacation“ von den meisten anderen Minispiel-Sammlungen absetzen.
Ein großes Problem des Spiels ist die Steuerung. Die meisten Spiele setzen auf einfache Bewegungen und Remote-Gewackel. Dabei läuft die Bewegungserkennung oft alles andere als optimal ab. Bei vielen Spielen ist die Bedienung einfach zu ungenau, als dass man das Gefühl hätte, das Geschehen wirklich unter Kontrolle zu haben. Das schmälert den Spielspaß natürlich deutlich. So richtig Frust kommt dadurch aber nie auf: Der Schwierigkeitsgrad ist nämlich recht niedrig angesetzt. Das verwundert kaum, deutet doch schon die bunte Aufmachung an, dass Bandai Namco sehr gerne junge Spieler zum Inselurlaub überreden möchte. Bei einigten Minispielen funktioniert die Steuerung allerdings auch sehr gut. Gerade bei den wenigen Spielen mit MotionPlus-Unterstützung fühlt sie sich intuitiv an. Und MotionPlus ist nicht die einzige Peripherie, die „Go Vacation“ unterstützt. Bandai Namco hat kaum ein Wii-Zubehör vernachlässigt. Wer möchte, darf somit gelegentlich auch zu Balance Board, Zapper oder Lenkrad greifen.
Gemeinsamer Insel-Trip
Abseits der Minispiele bietet die Kawawii-Insel nicht besonders viel. Wenn ihr möchtet, könnt ihr allerdings auf die Suche nach neuen Kostümen gehen. Oder ihr haltet nach Fotografen Ausschau, die dann Erinnerungsfotos von euch schießen. Der Besuch in der Schule ist dagegen eher überflüssig. Hier könntet ihr die Bedienung verschiedener Fortbewegungsmittel erlernen. Doch die Steuerung läuft immer so einfach ab, dass sie selbsterklärend ist. Also spart euch den Gang in die Schule – schließlich ist Urlaub angesagt. Zieht euch lieber in eure eigene Villa zurück, die ihr euch schnell durch das Sammeln von Stempeln verdient. Na gut: Anfangs ist die Bezeichnung „Villa“ vielleicht noch übertrieben. Aber wenn ihr fleißig renoviert und dekoriert, dann solltet ihr bald der Besitzer eines stattlichen Zuhauses sein. Nie war Urlaub so lohenswert.
Eine Minispiel-Sammlung ohne Mehrspieler-Modus wäre wie ein Strandurlaub ohne Sonnenschein. Und so dürft ihr auf eure Tour über die Insel auch noch bis zu drei Freunde mitnehmen. Im Splitscreen reist ihr dabei unabhängig voneinander durch das Urlaubsparadies. Beginnt ein Minispiel, gehen dieses allerdings alle gemeinsam an. Natürlich machen die Herausforderungen in der Gruppe gleich deutlich mehr Spaß – auch wenn unspielbare Aktivitäten unspielbar bleiben. Als Party-Spiel macht „Go Vacation“ gar keine schlechte Figur. Man muss nur die lohnenswerten Spiele kennen und diese über die Schnellreise-Funktion abklappern. Schade ist allerdings, dass es keinerlei Online-Funktionen gibt. Das ist vor allem auch ziemlich unverständlich: Dieser Titel schreit geradezu danach.
Die Grafik des Spiels ist genauso durchwachsen wie das Gameplay. Es gibt einige Flecken auf der Insel, die wirklich gut aussehen. Dabei verdienen vor allem die Wasser-Effekte Lob. Meistens sind die Texturen aber doch sehr schwach und die Landschaften wenig sehenswert. Es fehlen auch einfach kleine Details, die der Insel Leben eingehaucht hätten. Doch zumindest ist die Präsentation mit den knuddeligen Figuren sehr sympathisch. Nervig werden diese Figuren allerdings, wenn sie anfangen zu reden. Nein, nicht der Inhalt ist das Problem. Viel mehr nervt der schreckliche Pieps-Laut, der ihre Mundbewegungen durchgehend begleitet. Insgesamt gibt es sehr viele solcher Soundeffekte, die einfach nur in den Ohren wehtun. Da kann man noch dankbar sein, dass die Musik wenigstens brutal durchschnittlich ist und problemlos in jedem Fahrstuhl laufen könnte. Das Beste ist wohl, ihr schaltet den Ton ganz aus und lasst nebenher eure eigene Musik laufen – irgendetwas, was Urlaubsfeeling vermittelt.
Sascha Geldermann meint...
Mit der offenen Spielwelt und der großen Anzahl der Aktivitäten stellt „Go Vacation“ andere Minispiel-Sammlungen auf dem ersten Blick in den Schatten. Doch als ich das vermeintliche Urlaubsparadies genauer unter die Lupe nahm, fing die Fassade kräftig an zu bröckeln. Zum einen gestaltet sich die Welt so leer und leblos, dass ihr Erkunden keinerlei Spannung bietet. Und zum anderen handelt es sich bei den wenigsten Minispielen um wahre Spielspaß-Granaten. Die meisten sind recht durchschnittlich, einige sogar unspielbar. Letztendlich ist „Go Vacation“ nicht schlechter als die meisten anderen Minispiel-Sammlungen – aber trotz vielversprechender Ansätze leider auch nicht besser.
Mit der offenen Spielwelt und der großen Anzahl der Aktivitäten stellt „Go Vacation“ andere Minispiel-Sammlungen auf dem ersten Blick in den Schatten. Doch als ich das vermeintliche Urlaubsparadies genauer unter die Lupe nahm, fing die Fassade kräftig an zu bröckeln. Zum einen gestaltet sich die Welt so leer und leblos, dass ihr Erkunden keinerlei Spannung bietet. Und zum anderen handelt es sich bei den wenigsten Minispielen um wahre Spielspaß-Granaten. Die meisten sind recht durchschnittlich, einige sogar unspielbar. Letztendlich ist „Go Vacation“ nicht schlechter als die meisten anderen Minispiel-Sammlungen – aber trotz vielversprechender Ansätze leider auch nicht besser.

GRAFIK
Die Grafik holt nicht viel aus der Wii heraus, zumindest wirkt die Aufmachung aber sympathisch.
Die Grafik holt nicht viel aus der Wii heraus, zumindest wirkt die Aufmachung aber sympathisch.

SOUND
Schaltet den Ton am besten aus: Die Soundeffekte tun teilweise in den Ohren weh.
Schaltet den Ton am besten aus: Die Soundeffekte tun teilweise in den Ohren weh.

BEDIENUNG
Es wird zwar jede Menge Zubehör unterstützt, die Steuerung ist aber in vielen Minispielen einfach zu ungenau.
Es wird zwar jede Menge Zubehör unterstützt, die Steuerung ist aber in vielen Minispielen einfach zu ungenau.

UMFANG
50 Minispiele sind eine ordentliche Zahl – trotz zahlreicher Überschneidungen. Schade, dass der Mehrspieler-Modus offline bleibt.
50 Minispiele sind eine ordentliche Zahl – trotz zahlreicher Überschneidungen. Schade, dass der Mehrspieler-Modus offline bleibt.
SPIELSPASS
Trotzt des ordentlichen Umfangs und der offenen Spielwelt kann sich „Go Vacation“ nicht von der grauen Minispiel-Masse absetzen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Trotzt des ordentlichen Umfangs und der offenen Spielwelt kann sich „Go Vacation“ nicht von der grauen Minispiel-Masse absetzen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Geschicklichkeit
Entwickler
Namco Bandai
Publisher
Namco Bandai
Releasedatum
04.11.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Geschicklichkeit
Entwickler
Namco Bandai
Publisher
Namco Bandai
Releasedatum
04.11.2011
USK-Freigabe

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