Just Dance 3
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 13.11.2011
Tanzen hat zurzeit Hochkonjunktur auf Wii – und das liegt nicht zuletzt an Ubisoft. Während der Publisher an anderer Stelle auf ganze Band-Erlebnisse setzt, ist beim dritten Teil der „Just Dance“-Reihe wieder Abwechslung Trumpf. Also rein mit der Disc und hoch das Bein - wer auch nur etwas Musik im Blut hat, wird bei diesem Tanzspiel nicht auf dem Sofa sitzen bleiben können.
Chart-Stürmer und Sitcom-Stars
Das Konzept der Reihe ist so einfach wie unterhaltsam: Eine unkomplizierte Spielmechanik trifft hier auf abwechslungsreiche Choreografien und eingängige Songs. Daran ändert sich auch beim dritten Teil nichts, bei dem ihr wieder dem Vorbild von Cel-Shading-Tänzern nacheifert. Diese sind in einem farbenfrohen Neonstil gehalten und verlangen euch mit ihren butterweichen Animationen einiges ab. Und so bewegt ihr die Hüfte, rudert mit dem Armen und gönnt euren Füßen nie allzu viel Bodenkontakt. Piktogramme verdeutlichen diese Bewegungen zum Glück, die sehr vielfältig und oft auch sehr originell sind. Dabei wird auch kein Move so lange am Stück durchgezogen, dass er langweilig würde. Wer vor dem Fernseher erst einmal die ersten Hemmungen abgelegt hat, wird hier schnell vollen Körpereinsatz zeigen – und eine Menge Spaß haben.
Mit 49 Songs ist die Auswahl im Vergleich zum zweiten Teil noch einmal gestiegen. Die Qualität ist dabei wieder sehr hoch, handelt es sich bei allen Liedern doch auch um die Originalversionen. Dabei werden viele Epochen abgedeckt und auch beim Bedienen verschiedener Genres haben sich die Entwickler Mühe gegeben – auch wenn natürlich alles tanzbar ist. Hier sollte jeder etwas finden: Sei es der Klassiker „Take on Me“ von a-ha, der Hit „Pump It“ von den Black Eyed Pees oder Katy Perrys etwas neuerer Song „California Girls“. Mit „Satellite“ hat es auch Lena Meyer-Landruts Gewinnersong vom Eurovision Song Contest 2010 in der Auswahl geschafft. Fans der Sitcom „How I Met Your Mother“ stoßen außerdem auf eine ganz besondere Perle: Robin Sparkles ruft zum Shoppen im Einkaufzentrum auf und trällert: „Let's Go To The Mall“.
Letztendlich dreht sich alles darum, die Bewegungen der virtuellen Tänzer nachzuahmen. Dabei zählen Timing, die Intensität und der ungefähre Bewegungsablauf. Allzu präzise müssen eure Moves aber nicht sein. Schließlich tanzt ihr nur mit einer Wii-Remote, sodass nicht mehr als eure rechte Hand erkannt wird. Letztendlich könntet ihr also auch auf dem Sofa sitzen bleiben. Aber wieso solltet ihr? Der Spaß an der Sache liegt schließlich im Tanzen und wer bei dieser Trackliste nicht aufstehen und Tanzen muss, hat es wohl nicht so mit Musik. Und so funktioniert das Konzept auch trotz der simplen Bewegungserkennung. Dennoch hätten die Entwickler beim dritten Teil ruhig mal weitere Optionen anbieten können. Wii MotionPlus und das Balance Board hätten sicherlich neuen Wind in die Tanzspiel-Serie bringen können. Negativ fallen auch gelegentliche Bewegungsaussetzer auf – wobei das Spiel aber meistens zu euren Gunsten entscheidet.
Tanzen und schwitzen
So simpel die Spielmechanik ist, so minimalistisch gestaltet sich auch die Modi-Auswahl. Denn eigentlich tanzt ihr euch nur durch die Trackliste und versucht dabei die bestmögliche Punktzahl von fünf Sternen abzustauben. Dafür dürft ihr aber keinen Moves verpassen und euch nicht mit Bewertungen wie „OK“ oder „GOOD“ abspeisen zu lassen. Stattdessen solltet ihr üben, die Songs einstudieren und ein „PERFECT“ nach dem anderen holen. Legt ihr eine gute Leistung hin, stehen die Chancen gut, dass ihr auf einmal „On Fire“ seid. Diese Phase hält nicht lange an und sollte gut genutzt werden – schließlich bringt hier jede Bewegung deutlich mehr Punkte. Wichtig auf eurem Weg zum Meistertänzer sind auch die Gold-Moves. Diese mögen zwar ein bisschen komplexer sein, zählen dafür aber auch wesentlich mehr. Wenn ihr euch gut schlagt, verleiht euch das Spiel sogar die eine oder andere Medaillen. Das ist schon ein ganz netter Motivationsanreiz, richtige Extras lassen sich allerdings nicht freispielen. Und auch die magere Modi-Auswahl füllt sich im Laufe des Spiels nicht weiter.
Ein Karriere-Modus hat es leider immer noch nicht ins Spiel geschafft. Neben dem sturen Durchtanzen der Song-Auswahl bekommen Einzelspieler aber zumindest noch Medleys serviert. Diese reihen Passagen aus verschiedenen Songs aneinander, sodass ganz neue Choreographien entstehen. Außerdem ist auch wieder „Simon Sagt“ an Board, wobei ihr Befehlen wie „Klatschen“, „Drehen“ oder „Stillstand“ folgen müsst. Und wer „Just Dance 3“ auch als Trainingsprogramm nutzen möchte, freut sich sicherlich über die Rückkehr des Sweat-Modus. Viel mehr als Tanzen ist auch hier nicht angesagt, das Ganze ist aber als Fitness-Programm aufgezogen. Der Name täuscht dabei nicht: Wer die Stufen „Frisch ans Werk“ und „Die gesunde Wahl“ hinter sich gelassen hat und bei „Schweißeruption“ angekommen ist, sollte nach der Session erst einmal unter die Dusche gehen. Danach könnt ihr dann eure Statistiken studieren – dieser Modus zeichnet eure Leistungen nämlich auf und zählt dabei auch den Kalorienverbrauch.
„Just Dance 3“ läuft wieder dann zur Höchstform auf, wenn mehrere Tänzer mitmischen. Während schon das Zuschauen Freude bereitet, macht das Mitmischen erst recht Spaß – ganz egal ob zusammen im Duett oder doch lieber als „Dance Crew“. Vielleicht kommt man sich ja sogar näher. Vielversprechend ist dafür besonders der Modus „Hand in Hand“, denn hier halten immer zwei Spieler eine Remote gleichzeitig. Dabei können sich bis zu acht Spieler einreihen - vorausgesetzt, vor dem Fernseher ist genug Platz. Online-Tänzchen sind derweil nicht erlaubt, gibt es im Internet doch nicht einmal eine Highscore-Liste. Zumindest lassen sich in einem Shop aber weitere Lieder erwerben, um die eh schon umfangreiche Trackliste zu erweitern. Wer etwas für Musik übrighat, kann sein Wohnzimmer somit wochenlang in eine Tanzfläche verwandeln.
Sascha Geldermann meint...
Auch „Just Dance 3“ ist wieder ein simples Tanzspiel, das keinerlei frischen Wind in die Serie bringt: Die Modi-Auswahl ist überschaubar, die Spielmechanik einfach und mehr als eure rechte Hand erkennt das Spiel nicht. Und dennoch kommt wieder jede Menge Spaß auf. Es macht einfach den Reiz der Serie aus, so ein unkompliziertes Tanzerlebnis zu servieren. Dass hier niemand auf dem Sofa sitzen bleiben kann, liegt allein schon an den originellen Choreografien und der fantastischen Trackliste. Vor allem hat mich gefreut, Robin Sparkles bei „Let's Go To The Mall“ schwungvoll nacheifern zu dürfen.
Auch „Just Dance 3“ ist wieder ein simples Tanzspiel, das keinerlei frischen Wind in die Serie bringt: Die Modi-Auswahl ist überschaubar, die Spielmechanik einfach und mehr als eure rechte Hand erkennt das Spiel nicht. Und dennoch kommt wieder jede Menge Spaß auf. Es macht einfach den Reiz der Serie aus, so ein unkompliziertes Tanzerlebnis zu servieren. Dass hier niemand auf dem Sofa sitzen bleiben kann, liegt allein schon an den originellen Choreografien und der fantastischen Trackliste. Vor allem hat mich gefreut, Robin Sparkles bei „Let's Go To The Mall“ schwungvoll nacheifern zu dürfen.

GRAFIK
Bunt, knallig, grell – der Still passt wieder ausgezeichnet.
Bunt, knallig, grell – der Still passt wieder ausgezeichnet.

SOUND
49 abwechslungsreiche Lieder warten in der Trackliste auf euch.
49 abwechslungsreiche Lieder warten in der Trackliste auf euch.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert – aber mehr als eure rechte Hand wird nun einmal nicht erkannt.
Die Steuerung funktioniert – aber mehr als eure rechte Hand wird nun einmal nicht erkannt.

UMFANG
Beim vierten Teil sollte vor allem ein Karriere-Modus Einzug in die magere Modi-Auswahl finden.
Beim vierten Teil sollte vor allem ein Karriere-Modus Einzug in die magere Modi-Auswahl finden.
SPIELSPASS
Unkompliziertes Tanzspiel, das von der fantastischen Trackliste lebt.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Unkompliziertes Tanzspiel, das von der fantastischen Trackliste lebt.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Musikspiel
Entwickler
Ubisoft France
Publisher
Ubisoft
Releasedatum
11.10.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Musikspiel
Entwickler
Ubisoft France
Publisher
Ubisoft
Releasedatum
11.10.2011
USK-Freigabe

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