Kirby Mass Attack
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 06.11.2011
Was ist besser als ein Kirby? Richtig: zwei Kirbys. Doch auch damit gibt sich Nintendo bei „Mass Attack“ noch nicht zufrieden und schickt nicht weniger als zehn rosa Kugelhelden in ein neues 2D-Abenteuer. Bekommt der Nintendo DS hier noch einmal einen Hit serviert?
Zehn Kirbys für ein Halleluja
Wie kann ein so niedlicher Kerl nur so viel Unheil anziehen? Kirby wollte doch nichts weiter, als auf einer saftig grünen Wiese ein kleines Nickerchen zu machen. Dass dunkle Wolken am Himmel aufziehen, merkt er erst, als daraus der Dämon Nekrodeus hinabsteigt und seinen Zauberstab auf den Kugelhelden richtet. Zum Weglaufen ist es nun zu spät: Kirby wird von einem magischen Strahl getroffen und in zehn kleine Abbilder gespalten. Zum Glück kann sich einer dieser rosa Knödel schnell in Sicherheit bringen. Dieser zieht nun los, um die anderen neun Abbilder wieder zusammenzutrommeln, den Zauber rückgängig zu machen und Nekrodeus eine Lektion zu erteilen.
Die ersten Gehversuche meistert der kleine Kirby schon einmal mit Bravour. Die Steuerung in den 2D-Levels ist aber auch kinderleicht und läuft direkt über den Touchscreen ab: Tippt auf eine Stelle und der niedliche Held läuft schnurstracks dorthin. Ihr könnt ihn aber auch auf höhere Ebenen schnipsen oder ihn mit dem Stylus für kurze Zeit tragen. So schlagt ihr euch durch den ersten Level, in dem nicht nur die ersten Gegner, Hindernisse und Sprungpassagen warten, sondern auch jede Menge Früchte. Das gesunde Rosa des Helden zeugt von einem vorbildlichen Lebensstil, sodass Kirby sich auch keine der Vitaminbomben entgehen lässt. Und siehe da: Gesunde Ernährung zahlt sich tatsächlich aus. Steigt die Fruchtanzeige auf dem oberen Bildschirm auf 100, erscheint ein weiter Kirby. Das lässt sich so oft wiederholen, bis zehn rosa Knödel über den Bildschirm wuseln. Weitere Füllungen der Fruchtanzeige bringen euch dann immerhin noch einen Batzen Punkte ein.
Mehr Kirbys bedeuten in der Tat mehr Spaß – wenn vielleicht auch nicht gleich zehnmal so viel. Auf einmal ist eine Menge los auf dem Bildschirm. Das bringt natürlich erst einmal mehr Verantwortung mit sich: Schließlich müsst ihr nun zehn Helden auf höhere Ebenen schnipsen und vor Unheil bewahren. Aber durch die zehnfache Kirbykraft eröffnen sich euch auch mehr Möglichkeiten. Größere Hindernisse lassen sich nur mit mehreren Kugelhelden aus dem Weg räumen und auch gegen mächtige Gegner hat einer kleiner Rosaling keine großen Chancen. Aber auch bei kleinen Feinden sind viele Kirbys natürlich nicht von Nachteil: Die Gefechte laufen so viel schneller ab, bei denen ihr die Truppe einfach auf einen Feind hetzt, mit dem sie sich dann automatisch raufen. Das Ganze spielt sich also wie eine Mischung aus Kirby und Pikmin – was ein fantastischer Mix ist.
Einfach aber einfallsreich
Ein traditionelles Kirby-Spiel ist „Mass Attack“ nicht gerade, lassen sich doch auch keine Gegner verschlucken. Doch das neue - etwas an Pikmin erinnernde - Konzept ist trotz seiner Einfachheit gelungen. Die clever designten Levels lassen einfach einen wahnsinnigen Ideenreichtum und Liebe zum Detail erkennen. Das große Manko der Reihe findet sich aber auch hier wieder: Das Spiel ist alles andere als fordernd. Wird ein Kirby verwundet, verfärbt er sich zuerst blau. Bei einem zweiten Treffer schwebt er als Kirby-Engel gen Himmel, kann von einem Kameraden aber selbst dann noch schnell wieder zu Boden gezogen werden. Um den „Game Over“-Bildschirm zu sehen, muss euch schon unter die Wasser die Atemluft ausgehen. Oder ihr müsst vor lauter Unachtsam von einem massigen Endgegner zerquetscht werden. Etwas mehr Herausforderung täte dem Spielspaß sicherlich noch einmal gut. Aber auch so bietet das Spiel so viele Qualitäten, dass es selbst ältere Spieler problemlos bei Laune halten kann.
Und ein bisschen Herausforderung gibt es ja doch – wenn auch nur optional. So sind in jedem Level fünf Medaillen ziemlich gut versteckt. Außerdem könnt ihr es euch ja zur Aufgabe machen, jeden Level mit einem Gold-Rank abzuschließen, wofür ihr allerdings jeglichen Schaden von euren rosa Schützlingen fernhalten müsst. Wer auf die Jagd nach einer guten Bewertung geht, wird die Levels sicherlich auch mehrmals durchstreifen. Dafür sind diese auch ausgelegt, sodass Abkürzungen und alternative Routen hier Eintönigkeit verhindern. Aber auch wenn ihr jeden Level nur einmal bestreitet, beschäftigt „Kirby Mass Attack“ überraschend lange. Der Umfang verdient großes Lob, lassen sich doch auch noch jede Menge Minispiele freispielen. Einige davon sind vergessenswert, andere immer wieder ein Spielchen wert. Neben einem netten Shooter und einem kleinen Rollenspiel weiß vor allem ein Kirby-Flipper in seinen Bann zu ziehen.
Wer braucht schon 3D? Dieses Spiel serviert eine liebevolle 2D-Grafik, die technisch nicht spektakulär aber detailliert und in sich stimmig ist. Alles wirkt durchdacht, es gibt tausend hübsche Kleinigkeiten und die Animationen der munteren Kirbys sind so butterweich wie putzig. Zu diesem Gesamtbild passen auch die Musikstücke, die sehr fröhlich wenn auch ein bisschen eintönig sind. Dass das ganze Spiel einen hohen Niedlichkeitsfaktor besitzt, wissen Fans ja eh. Davon sollten sich auch ältere Spieler nicht abschrecken lassen: Denn unter der knuddeligen Hülle steckt wieder einmal ein liebevolles und einfallsreiches Spiel.
Sascha Geldermann meint...
Kirby legte bereits drei überzeugende Auftritte auf dem Nintendo DS hin und beschert dem alternden Handheld nun noch einmal ein großartiges Spiel. Das simple Konzept mit Pikmin-Einschlag hat mich zwar zu keiner Zeit gefordert, durch seinen unglaublichen Ideenreichtum aber viele Stunden begeistert. Beeindruckt hat mich auch der Umfang: Zumal abseits des langen Abenteuers auch noch überraschend spaßige Minispiele warten. Zehn Kirbys bedeuten vielleicht nicht gleich zehnfachen Spaß – aber doch eine ganze Menge.
Kirby legte bereits drei überzeugende Auftritte auf dem Nintendo DS hin und beschert dem alternden Handheld nun noch einmal ein großartiges Spiel. Das simple Konzept mit Pikmin-Einschlag hat mich zwar zu keiner Zeit gefordert, durch seinen unglaublichen Ideenreichtum aber viele Stunden begeistert. Beeindruckt hat mich auch der Umfang: Zumal abseits des langen Abenteuers auch noch überraschend spaßige Minispiele warten. Zehn Kirbys bedeuten vielleicht nicht gleich zehnfachen Spaß – aber doch eine ganze Menge.

GRAFIK
Technisch eher simpel gehalten, überzeugt die Grafik durch ein liebevolles und in sich stimmiges Design.
Technisch eher simpel gehalten, überzeugt die Grafik durch ein liebevolles und in sich stimmiges Design.

SOUND
Die fröhlichen Melodien passen perfekt, sind aber auch ein bisschen eintönig.
Die fröhlichen Melodien passen perfekt, sind aber auch ein bisschen eintönig.

BEDIENUNG
Tippen, schnipsen, ziehen – die Stylus-Steuerung geht kinderleicht von der Hand.
Tippen, schnipsen, ziehen – die Stylus-Steuerung geht kinderleicht von der Hand.

UMFANG
Das Abenteuer beschäftigt überraschend lange. Abseits davon gibt es noch jede Menge Minispiele – manche davon mit echter Suchtgefahr.
Das Abenteuer beschäftigt überraschend lange. Abseits davon gibt es noch jede Menge Minispiele – manche davon mit echter Suchtgefahr.
SPIELSPASS
Kirby trifft Pikmin: Die Herausforderung ist zwar klein, Einfallsreichtum und Umfang aber riesig.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Kirby trifft Pikmin: Die Herausforderung ist zwar klein, Einfallsreichtum und Umfang aber riesig.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Jump & Run
Entwickler
Nintendo EAD
Publisher
Nintendo
Releasedatum
22.09.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Jump & Run
Entwickler
Nintendo EAD
Publisher
Nintendo
Releasedatum
22.09.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel