Xenoblade Chronicles
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 16.09.2011
Rache, nichts als Rache hat Shulk im Sinn, als er sich die geheimnisvolle Klinge Monado nimmt und begleitet von seinem Freund Reyn in eine ungewisse Zukunft und eine gefährliche Welt entschwindet. Fiora, getötet von einem Mechon mit einem Eisengesicht. Er konnte reden, warum nur konnte er reden und warum konnte ihm das Monado keinen Schaden zufügen. Oh Fiora, du unschuldiges Mädchen, dein Tod soll nicht ungerächt bleiben...
Ein episches Abenteuer
Keine Sorge, wir verschonen euch im weiteren Verlauf mit zusätzlichen Spoilern der Geschichte aus "Xenoblade Chronicles", dem jüngsten Werk der Baten Kaitos-Macher von Monolith Soft. Auch wollen wir euch nicht alle Möglichkeiten aufzählen, die euch das Spiel bietet, denn diese sind scheinbar unendlich. 70 Stunden für die Hauptstory, weitere 100 Stunden für alle Nebenaufgaben und Sammelobjekte - das sind nackte Zahlen, die zwar das epische Ausmaß des Spiels beschreiben können, nicht aber seine Seele, die das Japano-RPG zu einem Meisterwerk und zum bisherigen Rollenspielprimus dieser Konsolen-Generation werden lässt. Zumal die Stundenanzahl je nach Spielertyp so stark variiert, dass man nur jedem Spieler versichern kann, er bekomme viel für sein Geld.
Welche Bestandteile sind es also, die sich zur Seele von Xenoblade Chronicles formen. Wichtig, natürlich bei einem Rollenspiel, ist die Geschichte, die die Entwickler erzählen. Seien dies nun die sympathischen Charaktere wie Shulk, Reyn, der mächtige Dunban oder eben die zierliche Fiora, deren Ende leider schon am Anfang besiegelt ist, wo sie doch das Potenzial gehabt hätte eine emotionale Nachfolgerin von Final Fantasy VII Ikone Aerith zu werden. Oder ist das Prunkstück die Handlung selbst, die zwar nicht ganz frei von Hängern und Schwächen ist, die den Spieler aber über weite Strecken beschäftigt und selten in Ruhe lässt, die Ereignis an Ereignis reiht und auch vor Schicksalsschlägen oder solchen, die in letzter Sekunde verhindert werden können, nicht Halt macht - und dabei selten den roten Faden verliert. Beide Faktoren sind immens wichtig, doch das wahre Highlight ist das neu geschaffene Universum selbst. Bionis mit seinen variantenreichen Landschaften, saftigen Wiesen, tiefen Tälern und dunklen Höhlen, der Konflikt zwischen den Homs und Mechons, die fantasievollen Nopons, die uns beim Spielen immer wieder an die Mogrys aus Final Fantasy erinnern, aber deutlich sprachgewandter sind. Es ist purer Genuss, die Welt von Xenoblade Chronicles zu erkunden und seine Charaktere kennen zu lernen - zumal die Beziehungen untereinander in den Städten auch für das Spiel relevant sind und sich der Spieler als Vermittler zwischen einzelnen Personen beweisen kann. Und da das Spiel einen dynamischen Tagesablauf mitliefert, treffen wir auf einige Charaktere auch nur zu bestimmten Uhrzeiten - toll und logisch, denn wer ist schon 24 Stunden nur auf einem Fleck aufzufinden. Akustisch wertvoll
Wenn Spiele darüber hinaus einen derart wundervollen und treffenden Soundtrack besitzen, dass man sich dabei ertappt, wie man einzig wegen dem Maintheme das Hauptmenü über einen längeren Zeitraum laufen lässt, müssen die Komponisten einiges richtig gemacht haben. Spendieren die Kreativen dem Hauptmenü dann einen Tagesverlauf und wir sehen nach zwei Minuten im Menü den orangeroten Sonnenuntergang am Horizont, während die Wolken davon ziehen - dann kann man sich sicher sein, dass wahre Experten die Arbeit durchgeführt haben. Wer mich solcher Liebe zum Detail arbeitet, dem verzeiht man auch im technischen Bereich kleinere Schwächen wie teils matschige und unschöne Texturen. Zumal, wenn er das mit einer gelungenen englischen (oder wahlweise japanischen) Sprachausgabe und einer durchweg ordentlichen deutschen Textübersetzung wieder ausgleicht. Und weil wir noch nicht genug gelobt haben, können wir sagen, dass das Spiel fast alles beinhaltet, was andere Rollenspiele groß gemacht hat und dazu noch feine Ideen parat hat, die es so einzigartig werden lässt. Da sprechen wir von gelungenen Designentscheidungen wie den Reisepunkten, die euch lange Fußmärsche ersparen, aber nicht verbieten. Oder wir bewundern die Vielfalt der Items, die in der Welt zu finden sind und den Spieler praktisch zum Sammeln zwingen. Natürlich könnten wir aber auch die Harmoniegespräche erwähnen, in denen sich unsere Charaktere besser kennen lernen, die vielen Nebenaufgaben, die uns die Welt ein Stückchen näher bringen und auch Nebengebiete interessant machen, das Schmieden eigener Juwelen und die Vielfalt an Ausrüstungen, die dann auch an den Charakteren sichtbar sind.
Doch wo wir auf hohem Niveau loben, möchten wir auf gleichem Niveau auch jammern. Das Kampfsystem ist ordentlich, sorgt aber nicht für so viel Vielfalt, dass eine erhöhte taktische Komponente von Nöten wäre. Und auch die Nebenmissionen strotzen zu Großteilen nicht gerade vor Einfallsreichtum, der Wiederholungsfaktor ist hier sehr hoch. Aber es wäre unfair, das Spiel nun zu stark zu kritisieren, denn alles, was es macht, macht es mindestens sehr gut. Wer sich nun nicht genug informiert fühlt, welche Möglichkeiten das Spiel noch bietet, sollte sich weitere Tests durchlesen. Doch ein noch besserer Tipp: Selbst erleben, was Monolith Soft auf die Beine gestellt hat. Wer sich auch nur einen Hauch für Rollenspiel interessiert, sollte sich den Titel nicht entgehen lassen. Wer ein Fan von Japano-RPGs ist, muss sich das Spiel zulegen, denn etwas Besseres, wir erwähnten es bereits, hat es in dieser Generation noch nicht gegeben und möglicherweise gehört Xenoblade Chronicles auch zu den besten seiner Zunft, generationsübergreifend.
Heiko Ellinger meint...
Wahnsinn, wie es Monolith Soft schafft, sogar mich, der nicht mehr der Vielspieler ist, mit Xenoblade Chronicles dauerhaft an die Wii zu fesseln. Und weil das Spiel eine ungeheure Faszination ausstrahlt, will ich dann auch alles sehen und entdecken - ein Verlangen, welches nur die ganz großen Spiele auslösen.
Wahnsinn, wie es Monolith Soft schafft, sogar mich, der nicht mehr der Vielspieler ist, mit Xenoblade Chronicles dauerhaft an die Wii zu fesseln. Und weil das Spiel eine ungeheure Faszination ausstrahlt, will ich dann auch alles sehen und entdecken - ein Verlangen, welches nur die ganz großen Spiele auslösen.

GRAFIK
Teils unschöne Texturen, doch die fantasievolle Gestaltung der Welt macht das wieder wett - zahlreiche Wow-Momente.
Teils unschöne Texturen, doch die fantasievolle Gestaltung der Welt macht das wieder wett - zahlreiche Wow-Momente.

SOUND
Ein epischer Soundtrack zu einem epischen Spiel - mit einem der besten Mainthemes der letzten Jahre.
Ein epischer Soundtrack zu einem epischen Spiel - mit einem der besten Mainthemes der letzten Jahre.

BEDIENUNG
Abgesehen von gelegentlichen Kameraproblemen wunderbare Steuerung - insbeondere mit dem Classic Controller
Abgesehen von gelegentlichen Kameraproblemen wunderbare Steuerung - insbeondere mit dem Classic Controller

UMFANG
Eine riesige Welt, haufenweise Items und Sammelobjekte, Trophäen und Nebenaufgaben - 100+ Stunden sind der Lohn.
Eine riesige Welt, haufenweise Items und Sammelobjekte, Trophäen und Nebenaufgaben - 100+ Stunden sind der Lohn.
SPIELSPASS
Die Wiederauferstehung des Japano-RPG
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Die Wiederauferstehung des Japano-RPG
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Rollenspiel
Entwickler
Monolith Soft
Publisher
Nintendo
Releasedatum
19.08.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Rollenspiel
Entwickler
Monolith Soft
Publisher
Nintendo
Releasedatum
19.08.2011
USK-Freigabe

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