Cubic Ninja
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 05.08.2011
Schnell, lautlos, schlagkräftig – so stellt man sich einen Ninja vor. Doch die Helden von „Cubic Ninja“ sind von einem ganz anderen Kaliber. Sie sind schwerfällig, viereckig und machen keinen Finger krumm. Darum liegt es an euch, sie heil durch Labyrinthe voller Gefahren zu lotsen – und am Ende eine Prinzessin zu retten.
Ein Würfelninja im Kugellabyrinth
„Cubic Ninja“ ist ein minimalistisches Spiel. Das fällt schon bei der Präsentation der Story auf. Sequenzen gibt es nicht, nicht einmal Standbilder. Stattdessen erzählt eine Texteinblendung die Geschichte. Hier geht es um eine entführte Prinzessin und einen viereckigen Ninja namens CCM, der sich bei seiner Rettungsmission durch die Höhle der Entführer kämpft. Das Ganze klingt zwar abgedroschen, wird aber sympathisch mit einem Augenzwinkern erzählt. Im Grunde spielt die Geschichte genretypisch aber auch keine Rolle. Sie bildet lediglich den Rahmen für das Spielprinzip, bei dem ihr den Ninja durch 100 Levels lotst, die euch durch fünf Abschnitte führen.
Die Levels gestalten sich wie ein Kugellabyrinth – nur dass die Kugel hier viereckig ist. Am eigentlichen Prinzip ändert das wenig und so manövriert ihr den Ninja durch Kippen des ganzen 3D-Gerätes durch enge Gänge, weicht mit ihm Stacheln und anderen Fallen aus, aktiviert Schalter und setzt schon einmal Abrissbirnen in Bewegung, um bröckelige Wände einzureißen. In den ersten Levels ist das alles noch gar kein Problem, mit der Zeit nimmt der Anspruch aber immer weiter zu – vor allem wenn ihr euch die Aufgabe gesetzt habt, die Idealzeiten zu unterbieten. Zum Glück dürft ihr aber auch Hilfsmittel einsetzen. Eingesammelte Schriftrollen füllen eure Fähigkeitenleiste auf, dank der ihr dann Wurfsterne schleudern, einen Schutzschild aufbauen, euch schrumpfen oder alle Schalter des Levels gleichzeitig umlegen dürft. Entkommt ihr den Hindernissen nicht und scheitert ihr in einem Level fünf Mal, dürft ihr diese Fähigkeiten bis zum nächsten Level sogar unbegrenzt einsetzen. Das wird dann zwar nicht mehr bewertet, so kommt ihr aber wenigstens ohne Frust durch das Spiel.
Die Levels bieten ein paar interessante Ideen und jeder Abschnitt endet auch noch mit einem netten Bosskampf, auf Dauer fehlt es aber an Abwechslung. Das weitaus größere Problem ist allerdings die Steuerung. Der 3DS mit seinem Bewegungssensor ist auf dem ersten Blick wie gemacht für solche Kugellabyrinth-Spiele. Wer noch einmal genauer hinschaut, wird aber feststellen, dass er dafür aber eigentlich auch etwas zu groß ist. Es ist einfach nicht bequem, den ganzen Handheld nach links, rechts, vorne und hinten zu drehen. Zumal auch die Tiefe der Levels eine Rolle spielt, sodass ihr das Gerät immer wieder mal über euren Kopf halten und nach unten drehen müsst, um den Ninja nach vorne zu holen. Das ist am Anfang vielleicht noch ganz lustig, wird aber schnell lästig. Unabhängig davon, leistet der Bewegungssensor aber präzise Arbeit. Einen 3D-Effekt gibt es hier übrigens nicht, der bei so viel Drehen und Kippen natürlich eh nicht funktioniert hätte. Alternativ lässt sich der Ninja auch über das Circle-Pad befehligen. Bei dieser Art der Steuerung gibt es dann auch einen dezenten 3D-Effekt, doch zum einen ist sie etwas träger als die Kipp-Bedienung und zum anderen verliert das Spielprinzip so auch seinen ganzen Witz.
Level-Tausch mit Hindernissen
Nintendo wird es nicht gerne hören, aber „Cubic Ninja“ wäre auf einem Smartphone besser aufgehoben gewesen. Bei diesen kleinen Geräten fiele nicht nur die Steuerung über die Bewegungssensoren leichter, auch das Preismodell wäre dort wohl angemessener ausgefallen. Für einen Vollpreistitel bietet diese Geschicklichkeitsprüfung nämlich erschreckend wenig. 100 Levels versprechen zwar erst einmal einen ordentlichen Umfang, allerdings dauern viele dieser Missionen nicht einmal eine Minute. Immerhin kann die Jagd nach Bestzeiten aber motivieren und mit der Zeit schaltet ihr auch noch weitere Ninjas frei – wie Bum-P, der sich wie ein Gummiball von den Wänden abstößt. Darüber hinaus serviert euch das Spiel mit dem Zeitkampf und dem Überleben auch noch zwei zusätzliche Modi. Diese bieten zwar keine neuen Levels, aber es ist mal ganz erfrischend, gegen die Uhr zu kämpfen oder mit einem Leben so viele Missionen wie möglich zu knacken.
Eine nette Idee ist auch der Level-Editor, dank dem ihr eigene Missionen basteln dürft. Im Hauptspiel schaltet ihr dafür immer wieder neue Bauteile frei, was für zusätzliche Motivation sorgt. Diese Werke lassen sich dann auch mit Freunden tauschen, was den Umfang des Spiels eigentlich erheblich strecken sollte. Leider präsentiert sich aber auch dieser Teil des Spiels nur halbgar. Zum einen liegt das daran, dass ihr gerade mal drei Eigenkreationen abspeichern dürft. Zum anderen ist aber auch der Tausch dieser Levels eine Katastrophe. Ideal wäre eine Online-Plattform gewesen, doch „Cubic Ninja“ wandelt nur auf Offline-Pfaden. Als nächstbeste Lösung hätte sich ein lokaler Datentransfer angeboten, aber auch der ist euch nicht vergönnt. Stattdessen übersetzt das Spiel eure Werke in QR-Codes, die ein anderer 3DS-Besitzer dann direkt mit seinem Handheld von eurem Bildschirm abfotografieren muss. Waren die Entwickler auf der Suche nach dem umständlichsten Datentransfer aller Zeiten, haben sie ihr Ziel mit Bravour erreicht.
„Cubic Ninja“ wäre besser im eShop aufgehoben. Das gilt nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch. Die musikalische Untermalung ist sehr eintönig, da jeder der fünf Abschnitte durch eine bestimmte Melodie geprägt wird, die dann unermüdlich im Hintergrund vor sich hin dudelt. Aber auch grafisch fährt das Spiel keine großen Geschütze auf. Wie eingangs erwähnt, prägt Minimalismus die Präsentation. Die Levels an sich sehen derweil alle ziemlich ähnlich aus – und zwar karg und steril. Die Optik hat in diesem Genre zwar noch nie eine große Rolle gespielt und der Minimalismus kommt immerhin der Übersicht sehr zu Gute, ein bisschen mehr optische Abwechslung hätte es aber schon sein dürfen. Dass die Protagonisten sehr eckig aussehen, kann dem Spiel derweil nicht als Negativpunkt angelastet werden.
Sascha Geldermann meint...
Die Idee hinter „Cubic Ninja“ ist interessant und kurzzeitig konnten mich die viereckigen Krieger auch durchaus begeistern. Mit seinem dürftigen Umfang und der minimalistischen Präsentation wäre das Spiel im eShop aber deutlich besser aufgehoben. Noch besser aber wohl auf Wii oder kleineren Geräten – den ganzen 3DS ständig in alle Richtungen kippen zu müssen, ist auf Dauer nämlich schlichtweg zu unbequem.
Die Idee hinter „Cubic Ninja“ ist interessant und kurzzeitig konnten mich die viereckigen Krieger auch durchaus begeistern. Mit seinem dürftigen Umfang und der minimalistischen Präsentation wäre das Spiel im eShop aber deutlich besser aufgehoben. Noch besser aber wohl auf Wii oder kleineren Geräten – den ganzen 3DS ständig in alle Richtungen kippen zu müssen, ist auf Dauer nämlich schlichtweg zu unbequem.

GRAFIK
Minimalismus prägt das Gesamtbild.
Minimalismus prägt das Gesamtbild.

SOUND
Jeder der fünf Abschnitte hat seine eigene eintönige Melodie.
Jeder der fünf Abschnitte hat seine eigene eintönige Melodie.

BEDIENUNG
Für die Kipp-Steuerung ist der 3DS zu groß, während das Spiel bei der Pad-Bedienung seinen Witz verliert.
Für die Kipp-Steuerung ist der 3DS zu groß, während das Spiel bei der Pad-Bedienung seinen Witz verliert.

UMFANG
100 Levels klingen nach viel, in Wirklichkeit ist der Umfang aber sehr dürftig.
100 Levels klingen nach viel, in Wirklichkeit ist der Umfang aber sehr dürftig.
SPIELSPASS
Die Idee hinter „Cubic Ninja“ ist gut – die Umsetzung weniger.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Die Idee hinter „Cubic Ninja“ ist gut – die Umsetzung weniger.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Geschicklichkeit
Entwickler
AQ Interactive
Publisher
Ubisoft
Releasedatum
22.06.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Geschicklichkeit
Entwickler
AQ Interactive
Publisher
Ubisoft
Releasedatum
22.06.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel