LEGO Pirates of the Caribbean - Das Videospiel
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 10.06.2011
Mittlerweile gehört es schon zum guten Ton für jede große Filmreihe, früher oder später in LEGO-Form auf allen aktuellen Konsolen zu landen. Nun sind die vier „Fluch der Karibik“-Filme an der Reihe, sodass Käpt’n Jack Sparrow seine Abenteuer nun noch einmal als Bauklotz-Pirat erlebt – und das in 3D.
Eine Armee an Piraten
Kenner der anderen LEGO-Spiele wissen ganz genau, was hier auf sie zukommt: Typischerweise erzählt „LEGO Pirates of the Caribbean“ die Geschichte aller viel Filme sehr frei und mit jeder Menge Humor nach. Insgesamt warten 16 Levels darauf, dass die Piraten sie entern. Hier spielt ihr Schlüsselszenen an vielen bekannten Schauplätzen nach – darunter Tortuga, London und Singapur. Das Ganze basiert natürlich nur sehr lose auf den Vorlagen, präsentiert sich vollkommen ohne Text und macht riesige Story-Sprünge – zumal die Videos auf dem 3DS im Vergleich zu den Konsolenfassungen auch noch gekürzt wurden. Wer die Filme nicht kennt, kommt hier nicht wirklich mit. Fans freuen sich aber sicherlich darüber, viele große Momente der Reihe noch einmal nachspielen zu dürfen.
Das Gameplay fußt auf den altbewährten Zutaten, zu denen vor allem eine riesige Auswahl an Charakteren zählt. Mehr als 70 davon schließen sich euch nach und nach an, wozu neben den Protagonisten Jack Sparrow, Will Turner und Elizabeth Swan auch viele Nebencharaktere und Bösewichte wie Käpt’n Barbossa und Davy Jones zählen. Eure aktuelle Truppe darf allerdings nur maximal acht Personen umfassen, zwischen denen sich dann über den Touchscreen oder per Schultertaste bequem wechseln lässt. Die Steuerung funktioniert übrigens insgesamt sehr gut, wobei vor allem das Circle-Pad für eine ausgezeichnete Bedienung sorgt.
Der Schlüssel zu den zahlreichen Rätseln des Spiels liegt meistens einfach darin, den richtigen Charakter einzusetzen. Jack spürt mit seinem Kompass verstecke Schätze auf, Will erklimmt mit seinen zwei Schwertern spielend leicht Wände, Elizabeth hat einen Enterhaken in ihrer Handtasche und auch die Vorzüge von untoten Piraten solltet ihr auf keinen Fall unterschätzen. Das Problem an diesem LEGO-Spiel ist allerdings dasselbe wie bei all seinen Vorgängern: Der Schwierigkeitsgrad ist einfach zu niedrig angesetzt. In den allermeisten Situationen ist sofort klar, welche Fähigkeit gefordert ist. Dann gilt es nur noch den richtigen Charakter auszuwählen sowie einen Knopf zu drücken – und schon ist das Rätsel gelöst. Auf der anderen Seite sorgen die vielen wie vielseitigen Figuren aber auch für so große Abwechslung, dass trotz Unterforderung eine Menge Spaß aufkommt.
Springen, basteln, duellieren
Neben den zahlreichen Charakteren sind auch alle anderen Markenzeichen der LEGO-Videospiele vorhanden. So warten Sprungpassagen genauso auf euch wie Rätsel, in denen ihr per Knopfdruck aus Einzelteilen hilfreiche Objekte bastelt. Und neben all den bekannten Elementen gibt es mit den Duellen auch Neues zu entdecken. Geratet ihr mit einem bewaffneten Feind aneinander, wechselt das Spiel von der isometrischen Perspektive in eine Seitenansicht. Hier laufen dann Schwertkämpfe ab, die nett anzuschauen aber leider auch recht schlicht gestrickt sind. Als erstes geht es immer darum, auf den B-Knopf einzuhämmern, bis Knopfsymbole auf dem Bildschirm erscheinen. Dann müsst ihr nur noch die so angezeigten Tasten drücken und schon habt ihr einen Treffer gelandet. Das ist anfangs ganz nett, auf Dauer aber auch etwas einseitig und langatmig. Eine Ausnahme bilden allerdings Kämpfe gegen Oberschurken wie Davy Jones, die euch etwas mehr abverlangen. Unterm Strich kann der Gameplay-Mix also wieder überzeugen, er bietet Kennern anderer LEGO-Spiele aber kaum Neues und ist zudem auch nicht besonders fordernd.
Wie lange dauert es, Flüche zu brechen, den Tod zu überwinden, ans Ende der Welt zu segeln und die Quelle der ewigen Jugend zu finden? Ungefähr sechs bis acht Stunden. Je nachdem wie sehr es euch motiviert rote Steine, Charakter-Marken und Buddelschiffe aufzuspüren, die in allen Levels versteckt sind und eine Menge Boni mit sich bringen. Gestreckt wird die Spielzeit noch dadurch, dass es sich immer lohnt, bereits besuchte Schauplätze noch einmal mit neuen Charakteren zu erforschen. Über das freie Spiel ist das jederzeit auch problemlos möglich.
So lässt der Umfang nicht besonders viel Raum für Kritik – leistet sich aber doch einen großen Fauxpas: Wie schon bei der 3DS-Version von „Star Wars III: The Clone Wars“ fehlt auch bei diesem LEGO-Spiel ein Multiplayer-Part. Es gibt also auch keinen kooperativen Modus, wie er auf den Heimkonsolen fester Bestandteil der Reihe ist. Das ist absolut unverständlich und sehr schade, hätte das den Spielspaß doch nicht nur vergrößert, sondern vor allem auch verlängert. Die Streetpass-Funktion ist da nur ein schwacher Trost, wenn auch ganz nett: Hier könnt ihr nämlich nach dem Schere-Stein-Papier-Angriff zwischen drei verschiedenen Angriffen und drei verschiedenen Verteidigungen wählen. Lauft ihr auf der Straße an einem anderen Besitzer des Spiels vorbei, kommt es nach diesem Prinzip automatisch zum Duell – was euch noch ein paar Boni einbringen könnte.
Die Titelmusik von „Fluch der Karibik“ geht sofort ins Ohr – daran ändert sich auch auf dem Nintendo 3DS nichts. Auch die anderen Stücke können abgesehen von wenigen Ausnahmen überzeugen und tragen deutlich dazu bei, die Atmosphäre der Vorlage einzufangen. Und auch grafisch muss sich das Spiel nicht verstecken. Umgebung wie Charaktere sehen sehr sauber aus und warten mit jeder Menge Details auf. Dazu kommt noch ein 3D-Effekt, der dem ganzen Spiel eine angenehme Tiefe verpasst. Das Ganze macht vor allem in den Momenten eine Menge her, in denen eingesammelte Steine aus den Tiefen des Bildschirms nach vorne zum Zähler fliegen. Doch die schicke Optik hat auch ihren Preis: Bei angeschaltetem 3D-Effekt läuft das Geschehen nicht immer flüssig. Das war schon bei „LEGO Star Wars III: The Clone Wars“ der Fall und müsste den Entwicklern von daher eigentlich bekannt sein. Die nächsten LEGO-Spiele dürfen gerne kommen, aber dann sollten die altbekannten Probleme der Serie endlich mal ausgemerzt werden.
Sascha Geldermann meint...
Ja, es hat mir auch bei „LEGO Pirates of the Caribbean“ wieder eine Menge Spaß gemacht, zahlreiche Charaktere durch bekannte Filmszenen und einen abwechslungsreichen Genre-Mix zu scheuchen. Es zeigt sich aber auch immer deutlicher, dass sich die Serie nicht weiterentwickelt: Neue Elemente sind Mangelware, alte Schwächen immer noch vorhanden. Letztendlich funktioniert das Konzept aber wieder einmal so gut, dass Fans der Filme es auf keinen Fall bereuen werden, mit Jack Sparrow den LEGO-Säbel zu schwingen.
Ja, es hat mir auch bei „LEGO Pirates of the Caribbean“ wieder eine Menge Spaß gemacht, zahlreiche Charaktere durch bekannte Filmszenen und einen abwechslungsreichen Genre-Mix zu scheuchen. Es zeigt sich aber auch immer deutlicher, dass sich die Serie nicht weiterentwickelt: Neue Elemente sind Mangelware, alte Schwächen immer noch vorhanden. Letztendlich funktioniert das Konzept aber wieder einmal so gut, dass Fans der Filme es auf keinen Fall bereuen werden, mit Jack Sparrow den LEGO-Säbel zu schwingen.

GRAFIK
Die saubere Optik profitiert von den netten 3D-Effekten, läuft aber nicht immer flüssig über den Bildschirm.
Die saubere Optik profitiert von den netten 3D-Effekten, läuft aber nicht immer flüssig über den Bildschirm.

SOUND
Der Soundtrack überzeugt – genau wie in den Filmen.
Der Soundtrack überzeugt – genau wie in den Filmen.

BEDIENUNG
Vor allem das Circle-Pad trägt zu einer sehr komfortablen Steuerung bei.
Vor allem das Circle-Pad trägt zu einer sehr komfortablen Steuerung bei.

UMFANG
Die vier Filme sind in sechs bis acht Stunden abgehandelt. Der hohe Wiederspielwert ist vorbildlich - aber wieso fehlt schon wieder ein Mehrspieler-Modus?
Die vier Filme sind in sechs bis acht Stunden abgehandelt. Der hohe Wiederspielwert ist vorbildlich - aber wieso fehlt schon wieder ein Mehrspieler-Modus?
SPIELSPASS
Genau wie alle anderen LEGO-Spiele: Sehr unterhaltsam aber auch viel zu einfach.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Genau wie alle anderen LEGO-Spiele: Sehr unterhaltsam aber auch viel zu einfach.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Action-Adventure
Entwickler
Traveller's Tales
Publisher
Disney Interactive Studios
Releasedatum
12.05.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Action-Adventure
Entwickler
Traveller's Tales
Publisher
Disney Interactive Studios
Releasedatum
12.05.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel