Pflanzen gegen Zombies
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 29.04.2011
Vergesst die Schrotflinte, lasst die Axt im Keller – wenn eine Horde Zombies auf euer Haus zustürmt, hilft nur noch eins: ein reich bepflanzter Vorgarten. Schon auf zahlreichen anderen Plattformen tobte der Kampf „Pflanzen gegen Zombies“. Nun müssen auch Nintendo DS-Besitzer ihr Gehirn mit Flower-Power davor schützen, in einem untoten Magen zu landen.
Flower-Power gegen Gehirn-Fresser
Solltet ihr schon einmal Schlachten in einem Tower-Defense-Spiel geschlagen haben, werdet ihr euch schnell heimisch fühlen. Aber auch allen anderen wird sich das Spielprinzip schnell erklären. Auf der linken Bildschirmseite steht euer Haus, von rechts rücken die Zombies heran. Nun müsst ihr die Grünfläche in der Mitte dazu nutzen, eine effektive Verteidigung anzupflanzen. Pflanzen stellen tatsächlich euer einziges Gegenmittel gegen die Invasion der Untoten dar. Das wirkt am Anfang etwas beängstigend, doch schnell stellt sich heraus, welch vielfältige Schlagkraft die heimische Flora doch besitzt. Euer Vorgarten besteht aus fünf horizontalen Bahnen, die sich wiederum in kleinere Felder unterteilen. Auf jedes Feld lässt sich eine Pflanze setzten, die sich später auch nicht mehr aufrüsten lässt. Wenn euch euer Gehirn liebt ist, solltet ihr dieses also lieber ein bisschen anstrengen und beim Anbauen eine gute Wahl treffen.
Am Anfang ist eure Auswahl an Saatgut noch mehr als dürftig, mit jedem Level nehmt ihr aber neue Pflanzen in euer Repertoire auf. „Pflanzen gegen Zombies“ bietet einen leichten Einstieg und eine angenehm abgedrehte Präsentation, die taktische Vielfalt dürft ihr aber nicht unterschätzen. Beim Anpflanzen habt ihr schließlich mannigfaltige Möglichkeiten, sodass ihr viel experimentieren und nach der besten Bepflanzung für jede Situation suchen solltet. Selten eine schlechte Wahl sind bohnenspuckende Pflanzen, in deren Kugelhagel so mancher Untote zugrunde geht. Aber auch fleischfressende Gewächse dezimieren die Zahl der Angreifer munter. Dazu kommen noch Massenzerstörungspflanzen wie Kirschbomben, die ganze Horden von Zombies wegsprengen. Aber auch eure Verteidigung solltet ihr nicht vernachlässigen. So halten Wal(l)nüsse die Angreifer eine Weile zurück und geben euch Zeit, in alle Ruhe Defensivgärtnerei zu betreiben.
Natürlich dürft ihr nicht munter drauf los pflanzen. Eure wichtigste Ressource ist Sonnenlicht, das ihr fleißig sammeln und dann in eure grünen Verteidiger investieren müsst. Daher sind auch Sonnenblumen sehr wichtig, die euren Vorrat an Solarengerie viel schneller auffüllen. Allzu lange Zeit dürft ihr euch schließlich auch nicht lassen. Die Zombies sind zwar langsam, nähern sich eurem Haus aber mit Bestimmtheit. Außerdem halten sie viel aus. Eine Lebensanzeige gibt es zwar weder bei Pflanzen noch bei Zombies, wenn ein Angreifer seinen Kopf verliert, könnt ihr euch aber darauf verlassen, dass er bald doch noch seine ewige Ruhe findet. Während euer Repertoire an Pflanzen immer weiter wächst, rüsten allerdings auch die Untoten mächtig auf. Sie fangen an ihre Köpfe mit Eimern zu schützen, sich einfach unter eure Verteidiger durch zu buddel oder sie mit einem Hochsprungstab zu überwinden. Einfallsreiche Gehirnfresser schweben gelegentlich auch mit Ballons heran und landen mitten in eurem Garten. Wohl dem, der einen Kaktus im Garten hat, der diese lästigen Gesellen ganz schnell vom Himmel holt.
„Pflanzen gegen Zombies“ setzt eine interessante Idee sehr gut um. Während ihr nach der besten Pflanzen-Kombination für die heranrückenden Angreifer sucht und die abgedrehteste Schlacht in der Geschichte der Tower Defense-Spiele beobachtet, können Stunden unbemerkt an euch vorbeirauschen. Dank der Stylus-Steuerung habt ihr dabei auch jederzeit alles ganz bequem unter Kontrolle, geratet gerade in späteren Levels aber mit Garantie dennoch das eine oder andere Mal ins Schwitzen. Diese Kombination aus locker leichter Aufmachung und taktisch durchaus anspruchsvollem Spielprinzip zeichnet „Pflanzen gegen Zombies“ aus. Zumal sich das Spiel einiges einfallen lässt, euch nicht nur mit den Fähigkeiten neuer Pflanzen zu überraschen, sondern euch auch immer wiedermit neuen Herausforderungen zu konfrontieren: Sei es ein dichter Nebel über dem Spielfeld, ein Pool mitten im Garten oder die hereinbrechende Nacht, die den Nachschub an Sonnenlicht ins Stocken geraten lässt.
Mehr als nur Tower Defense
PopCap hat ein umfangreiches Pflanzen-Zombie-Paket geschnürt. Die 50 Levels des Hauptspiels beschäftigen allein schon eine ganze Weile, zumal durch die umfangreiche Auswahl an Pflanzen auch ein gewisser Wiederspielwert gegeben ist. So könnt ihr einen Level mal mit eher durchschlagskräftigem Grünzeug bestreiten, nur um dann mal zu schauen, wie die Schlacht bei einer defensiveren Ausrichtung ablaufen würde. Darüber hinaus konfrontiert euch der Überleben-Modus auch noch mir der ultimativen Zombie-Apokalypse. In der ein unendlicher Strom an Untoten euren Vorgarten überrennt. Gewinnen könnt ihr diese Schlacht nicht – hier zählt es nur, die Angreifer so lange wie möglich aufzuhalten.
Und damit noch lange nicht genug: Sogar Rätsel und nicht weniger als 22 Minispiele warten auf euch, bei denen ihr Zombies mit Nüssen umkegelt, auf einem Hausdach Pflanzen immer gleich reihenweise in Blumentöpfe stopft oder euch auf einmal mit Untoten herumschlagen müsst, die dreisterweise selbst mit Pflanzen-Kräften aufwarten. Für ein bisschen Erholung sorgt derweil ein Zen-Garten, in dem ihr euch ganz in Ruhe um eure Pflanzen kümmert – ganz ohne Zombieangriffe. Und wer damit immer noch nicht genug hat, nimmt im Mehrspieler-Modus ganze einfach mal selbst die Rolle des Angreifers ein. Dann hetzt ihr einem Freund Zombies auf den Hals, der sie wiederum mit seinen wackeren Pflanzen zurückzuschlagen versucht – und dafür nicht einmal eine eigene Cartridge benötigt. Das einzige, was ihr wirklich vermissen werdet, ist ein Online-Modus: „Pflanzen gegen Zombies“ bleibt auf dem Nintendo DS nämlich komplett offline.
In Sachen Tiefgang, Umfang und Steuerung hält die Nintendo DS-Fassung locker mit den zahlreichen anderen Versionen mit. Bei der Präsentation müssen Besitzer des etwas in die Jahre gekommenen Handhelds aber natürlich Abstriche in Kauf nehmen. So vermischt sich die angenehme Musik des Spiels mit teilweise echt grausigen MIDI-Sounds. Und was woanders mit einer schicken Comic-Präsentation daherkam, ist auf dem Nintendo DS sehr schlicht gehalten. Gerade die Animationen mussten Einschnitte in Kauf nehmen, von denen die Untoten hier nur sehr wenige auf dem Kasten haben. Und wenn die Schlacht so richtig in Fahrt kommt, bricht trotz allem gelegentlich auch noch die Framerate ein. Ein Spiel, das so sehr von seiner ungewöhnlichen Aufmachung lebt, büßt durch solche Technik-Schwächen unweigerlich ein bisschen von seinem Charme ein. Allerdings besitzt „Pflanzen gegen Zombies“ eh so viel davon, dass genug übrig bleibt, um auch Nintendo DS-Besitzern ein extrem unterhaltsames Tower Defense-Spiel zu bescheren.
Sascha Geldermann meint...
Zombiehorden mit Pflanzen zu bekämpfen, klingt nicht nur nach einer verdammt unterhaltsamen Idee, sondern birgt auch in der Praxis jede Menge Suchtgefahr. Anfangs hatte ich noch Angst, dass unter der abgedrehten Präsentation nicht viel Tiefgang steckt. Aber alle Zweifel waren schnell vergessen, als mir das stetig wachsende Pflanzen-Repertoire immer vielfältigere Möglichkeiten darbot, die herrlich verrückten Untoten zurückzuschlagen. Technisch mag die NDS-Version den zahlreiche anderen Fassungen unterlegen sein, das göttliche Spielprinzip hat den Sprung auf den Handheld jedoch unbeschadet überstanden.
Zombiehorden mit Pflanzen zu bekämpfen, klingt nicht nur nach einer verdammt unterhaltsamen Idee, sondern birgt auch in der Praxis jede Menge Suchtgefahr. Anfangs hatte ich noch Angst, dass unter der abgedrehten Präsentation nicht viel Tiefgang steckt. Aber alle Zweifel waren schnell vergessen, als mir das stetig wachsende Pflanzen-Repertoire immer vielfältigere Möglichkeiten darbot, die herrlich verrückten Untoten zurückzuschlagen. Technisch mag die NDS-Version den zahlreiche anderen Fassungen unterlegen sein, das göttliche Spielprinzip hat den Sprung auf den Handheld jedoch unbeschadet überstanden.

GRAFIK
Der ungewöhnliche Stil gefällt, die Optik ist aber sehr einfach gehalten.
Der ungewöhnliche Stil gefällt, die Optik ist aber sehr einfach gehalten.

SOUND
Die gelungene Musik vermischt sich mit grausigen MIDI-Sounds.
Die gelungene Musik vermischt sich mit grausigen MIDI-Sounds.

BEDIENUNG
Der Stylus erlaubt feldgenaue Gärtnerarbeit.
Der Stylus erlaubt feldgenaue Gärtnerarbeit.

UMFANG
50 Missionen, 22 Minispiele, Rätsel und vieles mehr – nur ein Online-Modus fehlt.
50 Missionen, 22 Minispiele, Rätsel und vieles mehr – nur ein Online-Modus fehlt.
SPIELSPASS
Pflanzen und Zombies liefern sich hier eine Tower Defense-Schlacht, die so abgedreht wie unterhaltsam ist.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Pflanzen und Zombies liefern sich hier eine Tower Defense-Schlacht, die so abgedreht wie unterhaltsam ist.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Aufbau-Strategie
Entwickler
PopCap
Publisher
rondomedia
Releasedatum
15.04.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Aufbau-Strategie
Entwickler
PopCap
Publisher
rondomedia
Releasedatum
15.04.2011
USK-Freigabe

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