LEGO Star Wars III: The Clone Wars
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 01.04.2011
Es wirkte ziemlich gewagt, als Traveller's Tales im Jahre 2007 ein Spiel mit dem Namen „LEGO Star Wars“ herausbrachte, aber die Mischung aus großer Lizenz, Bauklötzchen und viel Humor ging voll auf. Der Grund(LEGO)stein für eine ganze Reihe von Klötzchen-Umsetzungen von Indiana Jones über Batman bis hin zu Harry Potter war gelegt. Nun kehrt die Spieleschmiede wieder zu den Wurzeln zurück und lässt 3DS-Besitzer die Klonkriege buchstäblich in ihre Einzelteile zerlegen.
Klonkrieg im Klötzchen-Format
Die Geschichte basiert auf der „The Clone Wars“-Fernsehserie, die sich um die Klonkriege dreht, in denen die Republik zwischen der zweiten und dritten Episode gegen Separatisten kämpft. Wer der Handlung wirklich folgen möchte, sollte die Vorlage auf jeden Fall kennen. Die Zwischensequenzen kommen nämlich serientypisch ohne Text aus, sodass viele Informationen aus Gestik und Mimik der Personen erschlossen werden müssen, was nicht immer ganz einfach ist. Aber auch ohne Kenntnis der TV-Serie, werdet ihr euren Spaß an der Geschichte haben. Diese lebt wie bei allen LEGO-Spielen nämlich wieder von einer gewaltigen Prise Humor, der auch bei „The Clone Wars“ hervorragend funktioniert. Und die grobe Handlung ist eh in jedem Level klar: Da sind eure Truppen, dort der Feind – geht raus und erledigt die Dreckskerle.
Richtig brutal ist der LEGO-Klonkrieg aber nicht. Das liegt allein schon daran, dass ihr eure Feinde ganz unblutig einfach nur in ihre Bauchklotz-Einzelteile zerlegt. Die bunte und stets humorvolle Präsentation ist dabei selbst für Kinderaugen geeignet. Außerdem macht das Kampfgeschehen auch nur einen kleinen Teil des Spiels aus, denn auch eure Jump’n’Run-Künste werden immer wieder gefordert. Jedi-Rittern und Klonkrieger hüpfen dann fröhlich über Abgründe oder erklimmen Wände, um sich durch die recht linearen Levels zu bewegen oder an den unmöglichsten Orten Sammelgegenstände zu ergattern. Zu guter Letzt kommt auch das Rätseln nicht zu kurz. Die Denkaufgaben drehen sich meist darum, aus LEGO-Steinen Apparaturen, Brücken oder andere nützliche Objekte zu bauen, die neue Wege eröffnen.
„The Clone Wars“ ist ein recht simpel gehaltenes LEGO-Abenteuer und so könnt ihr die Hauptstory recht locker durchspielen. Jedi-Ritter und Klonkrieger sind ihren Feinden meist haushoch überlegen, höchstens in den Bosskämpfen bekommt ihr mal Probleme. Ihr könnt auch nicht sterben, sondern zerfallt höchstens in eure Einzelteile, um direkt ein paar Meter weiter vorne wieder zusammengesetzt zu werden, was Kämpfe und Jump’n’Run-Einlagen gleichermaßen entschärft. Die Rätsel bieten ebenso wenig Anspruch, denn die Lösung liegt meistens auf der Hand. Doch das ist alles halb so schlimm. Zum einen ist die Suche nach Bonusgegenständen nämlich deutlich knackiger gehalten und bringt selbst Videospiel-Veteranen immer wieder ins Schwitzen. Zum anderen lebt das Spiel aber auch gar nicht so sehr von der Herausforderung, sondern viel mehr von dem hohen Grad der Abwechslung.
Die Vielfalt des Spielprinzips ist der große Trumpf dieses LEGO-Videospiels. Kämpfen, Hüpfen und Rätseln werden perfekt miteinander verbunden und zu einer kurzweiligen Mischung verquirlt, zu der die Entwickler auch noch einige andere Zutaten gegeben haben. Minispiele zum Beispiel, bei denen ihr auf dem Touchscreen unter anderem Schlösser knackt. Oder aber äußerst unterhaltsame Flugsequenzen, die euch in den Kampf gegen feindliche Raumschiff schicken, was sich ganz anders spielt als die Bodeneinsätze. Und nicht zuletzt ist es das große Aufgebot an unterschiedlichen Charakteren, das für das hohe Maß an Abwechslung verantwortlich ist. Ihr seht zwar immer nur eine Figur auf dem Bildschirm, auf dem Touchscreen warten aber auch noch bis zu sieben andere darauf, eingewechselt zu werden. Jedi-Ritter wie Yoda, Anakin Skywalker oder Obi-Wan Kenobi fuchteln mit Lichtschwertern herum und setzen gekonnt die Macht ein, während verschiedene Klassen an Klonkriegern mit gewaltiger Feuerkraft Wege freischießen oder sich mit Greifhaken über Abgründe schwingen. Es gibt einfach zu viel zu sehen, auszuprobieren und zu entdecken, als dass wirklich Langeweile aufkommen könnte.
Der Sprung auf den 3DS
Wer wie vom Lichtschwert gestochen durch das Spiel rast und einfach nur die Geschichte abhandeln will, kann den Klonkrieg in gerade einmal acht Stunden beenden. Doch wie in allen LEGO-Spielen gibt es auch bei „The Clone Wars“ zusätzlich noch ein freies Spiel. Hier könnt ihr immer wieder in die 13 Levels zurückkehren und auch Charaktere mitnehmen, die euch beim erstmaligen Bestreiten noch nicht zur Seite standen. Durch ihre Fähigkeiten könnten sich dann auch ganz neue Wege öffnen und neue Bonusgegenstände wie rote Steine erschließen. Wer wirklich alles sammeln will, kann die Spielzeit getrost vervielfachen. Grund genug gibt es dafür sicherlich, schalten die roten Steine doch unter anderem äußerst durchgedrehte und amüsante Minispiele wie Schneeball-Schlachten oder Droiden-Volleyball frei. Negativ fällt aber auf, dass die Levels im Vergleich zu den Konsolen-Fassungen des Spiels gestaucht wurden und somit letztendlich die Dauer des Abenteuers im Ganzen kürzer geworden ist. Diese Entscheidung lässt sich nur schwer nachvollziehen.
Nicht viel mehr Verständig kann den Entwicklern dafür entgegengebracht werden, dass sie den Mehrspieler-Part auf dem Nintendo 3DS komplett gestrichen haben. Das kooperative Spiel hat die LEGO-Spiele immer sehr bereichert und hätte auch hier die Langzeitmotivation um einiges nach oben geschraubt. Die StreetPass-Unterstützung ist nur ein sehr schwacher Ausgleich dafür, aber zumindest ein nettes Extra. Begegnet ihr anderen Besitzern des Spiels, dürft ihr euch so nämlich auch noch über einige Boni freuen. Und selbst der Schrittzähler kommt zum Einsatz. Seit ihr mit dem 3DS in der Tasche in Bewegung, schreibt euch dieses Feature Punkte auf eurem Konto gut, die ihr wiederum im Ingame-Shop verbraten dürft. Sport tut eben jedem Jedi-Ritter gut.
Der 3D-Effekt des Spiels sieht richtig gut aus. Er wird zwar nicht exzessiv eingesetzt, die neue Tiefe der Levels bereichert aber die Optik und vereinzelt sogar das Spielprinzip. Abstände lassen sich so nämlich besser einschätzen, wodurch ihr wiederum präziser springen könnt. Gerade beim Jump’n’Run-Part des Titels fällt auch das Circle-Pad immer wieder positiv auf. Jedi-Ritter und Klonkrieger schickt ihr so pixelgenau durch die Levels, während ihr euch auch über eine sinnvolle Knopfbelegung freuen dürft. Der Touchscreen kommt nur dezent zum Einsatz, dafür aber stets sinnvoll – beispielsweise zum Wechseln des Charakters oder zum Knacken von Schlössern in kleinen Minispielen. Die Flugsequenzen wiederum werden am deutlichsten durch den 3D-Effekt aufgewertet. Immer wieder habt ihr das Gefühl, dass Lasersalven auf euch zufliegen. Wer das einmal mit 3D-Effekt erlebt hat, möchte diese Levels nicht mehr ohne spielen. Wobei es aber auch durchaus Gründe gibt, in den 2D-Modus zu schalten. Zum einen sieht das Spiel dann besser aus und zum anderen ruckelt das Bild leider bei aktiviertem 3D-Effekt auch immer wieder, wenn gerade viel auf dem Bildschirm los ist.
Auch abseits des 3D-Effekts überzeugt die Technik des Spiels. Die musikalische Untermalung könnte zwar abwechslungsreicher sein, klingt aber sehr gut und wartet natürlich mit bekannten „Star Wars“-Melodien auf. Darüber hinaus lassen die typischen Lichtschwert-Geräusche und das „Pew, Pew“ der Laserwaffen Fanherzen höher schlagen. Über die Grafik lässt sich sogar noch mehr Positives sagen, denn was hier gezeigt wird, hat rein gar nichts mehr mit den NDS-Ablegern der Reihe gemeinsam. Die Levels strotzen nur so vor Details, die Charaktere bewegen sich mit butterweichen Animationen und starke Lichteffekte krönen das Ganze noch. Es liegt natürlich auch ein bisschen an dem kleinen Bildschirm, aber der Klonkrieg sieht auf Nintendos neuem Handheld beeindruckend aus. Hier wird ordentlich schon Appetit auf kommende 3DS-Spiele aus dem LEGO-Universum gemacht.
Sascha Geldermann meint...
Die Abwechslung bleibt auch auf dem Nintendo 3DS der große Trumpf der LEGO-Spiele. Mit Jedi-Rittern und Klonkriegern habe ich die Separatisten in ihre Einzelteile zerlegt, zahlreiche Abgründe überwunden, Rätsel gelöst und Luftschlachten überstanden. Zeit für Langeweile blieb mir da nicht, vor allem da ich auch noch fortwährend über die starke Technik und den gelungenen 3D-Effekt staunen musste. Aufgrund einiger Versäumnisse ist „The Clone Wars“ längst kein makelloses Launch-Spiel - aber ein äußerst kurzweiliges.
Die Abwechslung bleibt auch auf dem Nintendo 3DS der große Trumpf der LEGO-Spiele. Mit Jedi-Rittern und Klonkriegern habe ich die Separatisten in ihre Einzelteile zerlegt, zahlreiche Abgründe überwunden, Rätsel gelöst und Luftschlachten überstanden. Zeit für Langeweile blieb mir da nicht, vor allem da ich auch noch fortwährend über die starke Technik und den gelungenen 3D-Effekt staunen musste. Aufgrund einiger Versäumnisse ist „The Clone Wars“ längst kein makelloses Launch-Spiel - aber ein äußerst kurzweiliges.

GRAFIK
Die eh schon beeindruckende Optik wird durch den 3D-Effekt noch aufgewertet, der aber leider auch für Ruckler sorgt.
Die eh schon beeindruckende Optik wird durch den 3D-Effekt noch aufgewertet, der aber leider auch für Ruckler sorgt.

SOUND
Melodien und Soundeffekte werden „Star Wars“-Fans glücklich machen, könnten jedoch noch abwechslungsreicher sein.
Melodien und Soundeffekte werden „Star Wars“-Fans glücklich machen, könnten jedoch noch abwechslungsreicher sein.

BEDIENUNG
In Bodeneinsätzen und Flug-Leveln habt ihr gleichermaßen alles unter Kontrolle – vor allem dank des Circle-Pads.
In Bodeneinsätzen und Flug-Leveln habt ihr gleichermaßen alles unter Kontrolle – vor allem dank des Circle-Pads.

UMFANG
Die Suche nach Bonusgegenständen streckt das kurze Hauptspiel beträchtlich. Enttäuschend sind aber die gestauchten Levels und das Fehlen des Koop-Modus.
Die Suche nach Bonusgegenständen streckt das kurze Hauptspiel beträchtlich. Enttäuschend sind aber die gestauchten Levels und das Fehlen des Koop-Modus.
SPIELSPASS
Die LEGO-Jedis sorgen auch auf dem Nintendo 3DS für abwechslungsreiche Spannung und viele Lacher.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Die LEGO-Jedis sorgen auch auf dem Nintendo 3DS für abwechslungsreiche Spannung und viele Lacher.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Action
Entwickler
Traveller's Tales
Publisher
Warner Bros Interactive
Releasedatum
25.03.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Action
Entwickler
Traveller's Tales
Publisher
Warner Bros Interactive
Releasedatum
25.03.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel