Asphalt 3D
Artikel verfasst von Gennaro Grippo am 01.04.2011
Mit der „Asphalt Urban GT - Reihe“ lieferte Gameloft vor einigen Jahren einen unterhaltsamen Arcade-Racer für den Nintendo DS ab. Mittlerweile hat die Rennserie dank zunehmender Leistungsfähigkeit der Smartphones ein neues Zuhause gefunden und treibt sich derzeit in seiner sechsten Episode auf iPhone und Android-Geräten. Doch pünktlich zum Release des Nintendo 3DS wollten es sich Gameloft und Ubisoft nicht nehmen lassen, auch in der dritten Dimension die Spieler in die schönsten Städte der Welt zu entführen und in Luxuskarossen fahren zu lassen.
Fahr doch da Vorne du...
Mit Realismus hat die „Asphalt – Reihe“ noch nie etwas am Hut gehabt und so verwundert es auch kaum jemanden, dass sich Gameloft bei „Asphalt 3D“ seiner Linie treu geblieben ist und ein reinrassiges Arcade-Rennspiel präsentiert - keine großen Experimente, sich auf Altbewährtes konzentriert und punktuell Akzente setzt. Hinsichtlich des Umfangs scheint Gameloft auch wirklich nichts falsch gemacht zu haben: Über 40 lizenzierte Luxusschlitten, darunter Aston Martin und Lamborghini, und 17 der schönsten Weltmetropolen klingen als Grundgerüst schon überzeugend. Hinzu kommen eine Vielzahl von Events, abwechslungsreiche Rennmodi und eine umfangreiche Garage zum Tunen und Personalisieren. Doch in erster Linie möchte „Asphalt 3D“ mit dem namensgebenden autostereoskopischen Effekt Spieler aller Altersklassen faszinieren und ein völlig neues Spielerlebnis vermitteln.
Bevor wir uns in die Karriere stürzen und nach und nach Fahrzeuge, Autoteile und Strecken freischalten, dürfen wir zuvor schon den 3D-Effekt im Menü bestaunen. In einer Garage, die als Menü fungiert und unseren Rennboliden zur Schau stellt, wird der autostereoskopische Effekt bereits sehr beeindruckend umgesetzt. Diverse Schilder, die Statistiken und Menüoptionen beherbergen, drehen sich um das Fahrzeug herum und vermitteln ein faszinierendes Raumgefühl. Eines dieser Schilder fordert uns bereits zu Beginn auf, das Feature StreetPass zu aktivieren. Zwar werden in „Asphalt 3D“ keine Duelle ausgetragen, wie es beispielweise bei anderen Titeln der Fall ist, dank einer Rangliste bleibt aber die Kernidee hinter diesem Feature, nämlich der Konkurrenzvergleich, bestehen. Vielmehr hat Euer Spielverlauf Einfluss darüber, wie weit Ihr in der Rangliste kommt und ob Ihr es mit anderen Spielern aufnehmen könnt. Seid Ihr beim Aufeinandertreffen besser gestellt als Euer Kontrahent, dürft Ihr Euch über zusätzliche Finanzmittel freuen. Neben einer Rangliste bietet Euch StreetPass auch die Möglichkeit an, den Ghost des anderen Spielers abzuspeichern um im nächsten Schritt seine Rundenzeit zu schlagen.
Wer eine Runde zwischendurch drehen möchte, für den ist der Modus Freies Rennen genau das Richtige. Hier wird kurzerhand Fahrzeug und Strecke gewählt, und nach einer moderaten Ladezeit direkt Gas gegeben. Auf Dauer stoßen die Ladezeiten jedoch auf wenig Begeisterung, sei es beim Laden einer Strecke oder bei der Fahrzeugauswahl. Erfreulicherweise teleportiert uns aber die Neustart-Option während der Rennen nach einem verkorksten Start oder einer unangenehmen Kollision direkt wieder auf die Start- und Zielgerade um den zweiten Anlauf anzugehen. Ein weiterer Spielmodus ist übrigens der Multiplayer, der allerdings den Besitz einer Cartridge für jeden Spieler vorschreibt. Insgesamt dürfen sechs ambitionierte Rennfahrer Metropolen wie Los Angeles oder London unsicher machen. Im Großen und Ganzen solide Mehrspieler-Kost, die auch auf dem Nintendo 3DS unterhält. Weshalb sich aber weiterhin einige Hersteller, auch beim Nintendo 3DS, gegen einen funktionierenden Online-Modus sträuben, ist langsam wirklich zum Haareausreißen und in der heutigen Zeit inakzeptabel.
Mit Sponsoren am Start, fahre ich beinhart!
Das Hauptaugenmerk von „Asphalt 3D“ bleibt auch in der neuesten Auflage der Karrieremodus. Dieser kommt äußerst umfangreich daher und beschäftigt für lange Zeit. In diversen Ligen, beginnend mit der Kupferliga bis hin zum Asphalt-Ultima Pokal, habt Ihr genug Zeit Euer fahrerisches Talent unter Beweis zu stellen. In jeder Liga müsst Ihr fünf Events bestreiten, die nicht abwechslungsreicher hätten ausfallen können. Bei einem klassischen Rennen geht es primär darum die Konkurrenz abzuhängen und als Erster die Zielgerade zu passieren. Auf Eurem Weg dorthin sind in bester Arcade-Manier verschiedene Extras über die gesamte Strecke verteilt. So gibt es zum einen Reparatur-Kits, mit denen Ihr Euer Fahrzeug nach heftigen Zusammenstößen oder unglücklichem Aufprallen wieder auf Vordermann bringen könnt. Ein weiteres Extra ist Geld, mit dem Ihr Euer Konto aufstocken und Euch neue Ersatzteile leisten könnt. Es sei aber erwähnt, dass jedes erfolgreich absolvierte Rennen Euch ohnehin eine stattliche Summe beschert, so dass Ihr über den gesamten Spielverlauf hinweg kaum finanzielle Engpässe haben solltet. Zu guter Letzt finden sich auf der Strecke die obligatorischen Nitro-Extras wieder, sozusagen das Ein und Alles in „Asphalt 3D“. Eine Anzeige auf den 3D-Bildschirm zeigt Euch an, welche Menge Ihr gerade an Bord habt. Ihr könnt den Boost häppchenweise einsetzen oder bei voller Anzeige den Hyperspeed aktivieren. Das Bild wechselt dann zu Neonfarben über und nimmt eine Tunnelblick-ähnliche Perspektive ein, gepaart mit den 3D-Effekt sieht das Ganze dann richtig beeindruckend aus. Weitere Rennmodi sind Zeitrennen, Spitzenreiter, Verfolgungsjagd, Straßenkampf, Preisrennen, Drift-Events und last but not least Duell. Nicht nur, dass es solch eine erfreuliche Vielfalt an Renn-Events gibt, diese werden auch noch um jeweils zwei Challenges bereichert. Demnach bekommt Ihr Boni und zusätzliches Geld, wenn Ihr beispielsweise mit zwei Sekunden Vorsprung gewinnt. Weitere Challenges könnten sein: Den Gesetzeshütern nicht auffallen, keine Bremsen und Nitro benutzen sowie in jeder Runde eines Rennen eine Abkürzung zu fahren. Diese Challenges verleihen dem angemessenen Schwierigkeitsgrad eine gewisse Bissigkeit und sorgen für eine zusätzliche, dezente Herausforderung in den Rennen.
Doch was genau lassen sich nun mit den Boni, Geld und Extras anstellen? Wie bereits erwähnt, könnt Ihr mit fortschreitenden Spielverlauf neue Autos und Ersatzteile erwerben. Diese stellen Tuning-Fans durchaus zufrieden, ausgefallene Einstellungsmöglichkeiten dürft Ihr aber nicht erwarten. In der Tat beschränkt sich das Tunen der Fahrzeuge auf das Auswählen von unterschiedlichen Bauteilen, die unter anderem Handling oder Beschleunigung beeinflussen. Eine Grafik ermöglicht Euch den Vergleich der Leistungssteigerung mit den neuen Teilen gegenüber des bereits installierten Leistungspakets. Des Weiteren spielen Sponsoren eine interessante Rolle in „Asphalt 3D“. Dank ihrer Unterstützung könnt Ihr das Spielgeschehen zu Euren Gunsten beeinflussen. Der erste Sponsor im Spiel, Royal Purple, bietet Euch einen zehnprozentigen Bonus auf das Handling und einen siebenprozentigen Bonus auf die Beschleunigung Eures Fahrzeugs, ganz egal welche Bauteile Ihr installiert habt. Je erfolgreicher Ihr durch die Karriere kommt, desto mehr nützliche Hilfe könnt Ihr von Sponsoren erwarten. Allerdings darf man effektiv immer nur einen Sponsor besitzen. Mit derart großer Unterstützung, kann es nur eine Frage der Zeit sein bis Ihr Eure Garage mit Trophäen schmückt. Diese Pokale kommen nicht nur von den Events, sondern haben größtenteils Achievements-Charakter. Wer also die Vitrine voll kriegen möchte, muss in Kauf nehmen unschuldige Autofahrer in Mitleidenschaft zu ziehen, eine gewisse Anzahl von Punkten im Drift-Wettbewerb einzuheimsen oder eine vorgesetzte Geschwindigkeit zu erreichen.
Und es macht bumm wenn ich dich sehe
Soweit kann „Asphalt 3D“ durchaus überzeugen und Anspruch auf den Genrethron erheben. Allerdings machen auch vor Gamelofts Arcade-Racer die Unannehmlichkeiten nicht Halt. Dies nimmt im Herzen des Spiels, sprich bei den Rennen, schon seinen Lauf. Das Spiel hat nämlich mit Framerate-Einbrüchen zu kämpfen, und zwar solche der etwas übleren Sorte. Vor allem beim Start, wo die anderen fünf Kontrahenten neben uns stehen und im Hintergrund die Hochhäuser in die Luft ragen, fallen die FPS dramatisch in den Keller. Das setzt sich dann auch im Rennen fort, wo durch dichtes Verkehrsaufkommen und Kollisionen wieder einmal der Rollstuhl-Modus zwangsaktiviert wird. Kollisionen sind übrigens ein gutes Stichwort, und das nächste große Manko von „Asphalt 3D“. Die Kollisionsabfrage ist nämlich mehr als merkwürdig und führt anscheinend ein Eigenleben. Besonders auffällig wird es im Straßenkampf, wo wir unsere Kontrahenten rammen müssen. Mal funktioniert es, mal wiederum nicht. Welche Faktoren da nun genau eine Rolle spielen, weiß womöglich nur Gameloft. An anderer Stelle können wir mit Nitro-Boost gegen einen Verkehrsteilnehmer stoßen und nichts passiert. Im nächsten Moment streifen wir das entgegenkommende Auto und eine Crash-Sequenz wird eingeblendet, da werden die Gesetze der Physik mal eben neu erfunden.
Die Steuerung von „Asphalt 3D“ kommt relativ simpel daher und funktioniert ausschließlich über die Tasten. Positiv hervorzuheben ist hingegen der Slider, der bei einem Rennspiel, vor allem in Drift-Events, sein volles Potential ans Tageslicht bringt. Die Fahrzeuge fahren sich im Großen und Ganzen relativ identisch, erst durch die Upgrades gewinnen sie an einen individuellen Touch. Bei der Grafik haben wir es hingegen mit einem zweischneidigen Schwert zu tun: Die eine Seite zeigt sich vorbildlich, die Fahrzeugmodelle sind allesamt sehr detailliert. Selbst die Städte sind dank ihrer Wahrzeichen wie Kolloseum oder die Golden Gate Bridge sehr schön in Szene gesetzt. Die andere Seite hingegen enttäuscht aufgrund teilweise matschiger Texturen und wenig spektakulären Effekten. Der Nintendo 3DS kann definitiv mehr in Sachen Grafik leisten, als uns hier „Asphalt 3D“ weismachen möchte. Da reicht es beim besten Willen nicht, mit einem schönen 3D-Effekt aufzutrumpfen. Im Bereich Musik behält Gameloft seinen konservativen Kurs bei und bietet uns keinen originellen Soundtrack an. Da wären wir wohl bei einem „Need for Speed“ von Electronic Arts Besseres gewohnt gewesen. Hier fristen hingegen durchschnittliche Hintergrundmelodien zusammen mit situationsspezifischen Soundeffekten ihr Dasein und sorgen wahrlich nicht für klatschende Ohren.
Gennaro Grippo meint...
“Asphalt 3D“ sieht auf den ersten Blick wirklich sehr viel versprechend aus, aber leider auch nur auf den ersten Blick. Je mehr man sich mit dem Spiel beschäftigt, desto unangenehmer werden FPS-Einstürze, frustrierender die unlogische Kollisionsabfrage und enttäuschender der durchschnittliche Multiplayer-Modus – keine Online-Funktionalität und jeder Spieler braucht zwingend ein Modul. Hinsichtlich des Umfangs und des gelungenen 3D-Effekts kann man Gameloft keine Vorwürfe machen, für alles Andere aber schon.
“Asphalt 3D“ sieht auf den ersten Blick wirklich sehr viel versprechend aus, aber leider auch nur auf den ersten Blick. Je mehr man sich mit dem Spiel beschäftigt, desto unangenehmer werden FPS-Einstürze, frustrierender die unlogische Kollisionsabfrage und enttäuschender der durchschnittliche Multiplayer-Modus – keine Online-Funktionalität und jeder Spieler braucht zwingend ein Modul. Hinsichtlich des Umfangs und des gelungenen 3D-Effekts kann man Gameloft keine Vorwürfe machen, für alles Andere aber schon.

GRAFIK
Schöne Schauplätze und ein gelungener 3D-Effekt treffen auf matschige Texturen und Framerate-Einbrüche.
Schöne Schauplätze und ein gelungener 3D-Effekt treffen auf matschige Texturen und Framerate-Einbrüche.

SOUND
Klassische Hintergrundmusik und Motorengeräusche, die kein akustisches Feuerwerk auslösen.
Klassische Hintergrundmusik und Motorengeräusche, die kein akustisches Feuerwerk auslösen.

BEDIENUNG
Gute Handhabung der Fahrzeuge, vor allem bei Drifts überzeugt der Slider.
Gute Handhabung der Fahrzeuge, vor allem bei Drifts überzeugt der Slider.

UMFANG
Zahlreiche Luxuskarossen und 17 der schönsten Welt-Schauplätze, sowie viele Ligen und Events sorgen für genug Unterhaltung.
Zahlreiche Luxuskarossen und 17 der schönsten Welt-Schauplätze, sowie viele Ligen und Events sorgen für genug Unterhaltung.
SPIELSPASS
Gameloft liefert solide Arcade-Rennspielkost mit einem überzeugenden 3D-Effekt, dennoch wäre mit mehr Liebe zum Detail weitaus mehr drin gewesen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Gameloft liefert solide Arcade-Rennspielkost mit einem überzeugenden 3D-Effekt, dennoch wäre mit mehr Liebe zum Detail weitaus mehr drin gewesen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Rennspiel
Entwickler
Gameloft
Publisher
Ubisoft
Releasedatum
25.03.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Rennspiel
Entwickler
Gameloft
Publisher
Ubisoft
Releasedatum
25.03.2011
USK-Freigabe

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