Hidden Mysteries: Vampire Secrets
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 24.03.2011
Wimmelbild-Spiele mit Grusel-Story liegen derzeit offensichtlich im Trend. Nachdem Nintendo DS-Besitzer bereits mit wachsamen Augen „Die Edgar Allan Poe Verschwörung“ aufgeklärt und den „Fluch des Tutanchamun“ überstanden haben, werden sie nun von der „Hidden Mysteries“-Serie zur Suche aufgefordert. Schreckliche Visionen weisen euch bei „Vampire Secrets“ den Weg.
Visionen und Vampire
Claire ist eine junge und äußerst erfolgreiche Geschäftsfrau, die seit einiger Zeit aber nicht mehr zu Ruhe kommt. Furchterregende Visionen plagen sie und rauben ihr alle Kraft. Da sie das für stressbedingte Symptome hält, nimmt sie sich eine Auszeit und reist zu ihrer Großmutter in die Kleinstadt Savannah. Doch dort wartet alles andere als Erholung auf sie. Eine Kette von mysteriösen Ereignissen treibt die junge Frau durch ein Abenteuer, in dem sie so manches verborgenes Geheimnis ans Licht bringt. Letztendlich muss sie sich nicht nur ihren Visionen stellen, sondern bekommt es auch noch mit Vampiren zu tun.
Der Weg führt durch viele verschiedene Schauplätze. Startpunkt ist dabei das Haus von Claires Großmutter, bevor es die junge Frau unter anderem auch in ein Krankenhaus, eine Kirche und letztendlich in ein Vampir-Schloss verschlägt. An diesen Orten kann sie sich relativ frei bewegen, wobei mit dem Touchscreen gesteuert wird. Klickt ihr auf einen Gegenstand untersucht ihr ihn, tippt ihr auf eine Tür wechselt ihr dem Raum – es sei denn sie ist verschlossen und ihr müsst erst einmal einen Weg finden, sie zu öffnen. Solche Rätsel sind bei diesem Spiel schließlich wahrlich keine Seltenheit.
Um voranzukommen müsst ihr immer wieder kleine Minispiele lösen. Diese sind zwar recht abwechslungsreich, aber leider auch sehr einfallslos. Schalter wollen gedrückt, Schlüssel gefunden und Objekte an der richtigen Stelle angewendet werden. Einige der Aufgaben sind aber durchaus auch etwas komplexer und fordernder. So müsst ihr in einem Buch lernen, wie ihr einen bestimmten Knoten für eine Voodoo-Puppe macht und dieses Wissen kurze Zeit später anwenden. An anderen Stellen gilt es Gemälde in die richtige Reihenfolge zu bringen oder ein gutes Gehör zu beweisen, um einen richtigen Ton auf einer Orgel zu spielen. Für viele dieser Rätsel müsst ihr aber erst einmal bestimmte Gegenstände finden, die nur selten einfach so in der Gegen herumliegen. Meistens müsst ihr sie in Wimmelbild-Szenen ergattern, die auch den Hauptteil des Spiels ausmachen.
Schummeln wird belohnt
Die Rätsel sind eher als eine Art Auflockerung des Wimmelbild-Gameplays zu verstehen. 50 Bilder halten versteckte Gegenstände für euch bereit, wobei das Spielprinzip altbekannt ist. Der obere Bildschirm zeigt euch eine Liste mit sieben Objekten, die es zu finden gilt. Also scrollt über das Wimmelbild und tippt auf die gesuchten Gegenstände, um sie von der Liste zu streichen. Die Steuerung über den Touchscreen geht dabei tadellos von der Hand. In jeder Szene werden allerdings mehr als sieben Objekte gesucht, sodass immer wieder neue Begriffe in der Liste auftauchen, bis ihr wirklich alle Geheimnisse aufgedeckt habt. So treibt ihr Gemälde, Schlüssel und Glückskekse auf, von denen aber nur besondere Gegenstände auch wirklich in eurem Inventar landen, um euch später beim Lösen von Rätseln zu helfen.
Die Stärken von „Vampire Secrets“ liegen abseits der Wimmelbilder. Die Grusel-Story treibt nämlich durch viele offene Fragen voran und die Rätsel haben trotz ihrer Einfallslosigkeit durchaus ihren Reiz. Die Suchaufgaben an sich versinken derweil gnadenlos in der Durchschnittlichkeit. Hier bietet das Spiel das, was euch schon so viele andere Titel vorgesetzt haben, ohne auch nur eine einzige frische Idee mitzubringen. Darüber hinaus sind die Wimmelbilder auch noch lächerlich einfach. Das liegt zum einen an einer Tipp-Anzeige, die sich kontinuierlich sowie viel zu schnell auffüllt und durch die ihr euch versteckte Objekte direkt zeigen lassen könnt. Der Hauptgrund für den fehlenden Anspruch ist aber, dass wildes Herumtippen nicht bestraft wird. Mehr noch: Auf diese Weise sammelt ihr sogar leicht Gegenstände ein, die noch gar nicht in der Liste aufgeführt sind. Im Zweifelsfall kommt ihr also am schnellsten voran, wenn ihr einfach alle die im Wimmelbild gezeigten Objekte anklickt. Schummeln wird hier belohnt.
Mit der Gestaltung der Wimmelbilder hat der geringe Anspruch allerdings nichts zu tun. Die Szenen sind nämlich gelungen und vollgestopft mit Objekten. Positiv im Vergleich zu anderen Wimmelbild-Spielen fällt dabei die Vielzahl verschiedener Orte auf, die Abwechslung in die Präsentation bringen. Unterm Strich ist die Optik aber recht einfach und zweckmäßig gehalten, auch wenn es die eine oder andere hübsche Zwischensequenz gibt. Im Vergleich zu der auf unseren Bildern zu sehenden PC-Version wurde die Grafik natürlich heruntergeschraubt, um problemlos auf dem Handheld zu laufen. Auch die Musik kann nicht übermäßig überzeugen, dudelt sie doch meistens monoton vor sich hin. Dass in Sequenzen sogar Sprachausgabe aus den Lautsprechern schallt, ist löblich, die Leistung der Sprecher ist stellenweise aber leider fast so gruselig wie die Vampir-Thematik.
Sascha Geldermann meint...
Eine gruselige Geschichte, viele Wimmelbilder und auflockernde Rätseleinlagen – dieses Konzept habe ich auf dem Nintendo DS schon oft gesehen - und leider kann sich „Vampire Secrets“ nicht von der grauen Masse abheben. Die Story und die Denkaufgaben haben zwar durchaus ihre Stärken, aber ausgerechnet bei den Wimmelbildern wurde geschlampt. Wenn Schummeln belohnt wird, verflüchtigt sich der Spielspaß schneller als Vampire beim Anblick von Knoblauch.
Eine gruselige Geschichte, viele Wimmelbilder und auflockernde Rätseleinlagen – dieses Konzept habe ich auf dem Nintendo DS schon oft gesehen - und leider kann sich „Vampire Secrets“ nicht von der grauen Masse abheben. Die Story und die Denkaufgaben haben zwar durchaus ihre Stärken, aber ausgerechnet bei den Wimmelbildern wurde geschlampt. Wenn Schummeln belohnt wird, verflüchtigt sich der Spielspaß schneller als Vampire beim Anblick von Knoblauch.

GRAFIK
Die vollgestopften Wimmelbilder überzeugen, auch wenn die gesamte Präsentation nur zweckmäßig gehalten ist.
Die vollgestopften Wimmelbilder überzeugen, auch wenn die gesamte Präsentation nur zweckmäßig gehalten ist.

SOUND
Eintönige Musik trifft hier auf eine schwache Sprachausgabe.
Eintönige Musik trifft hier auf eine schwache Sprachausgabe.

BEDIENUNG
Der Touchscreen ist wie gemacht für dieses Genre.
Der Touchscreen ist wie gemacht für dieses Genre.

UMFANG
50 Wimmelbilder und viele Rätsel beschäftigen eine Weile, aber auch nicht länger als ein paar Stunden.
50 Wimmelbilder und viele Rätsel beschäftigen eine Weile, aber auch nicht länger als ein paar Stunden.
SPIELSPASS
Durchschnittliches Wimmelbild-Spiel mit starker Story und netten Rätseleinlagen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Durchschnittliches Wimmelbild-Spiel mit starker Story und netten Rätseleinlagen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Geschicklichkeit
Entwickler
GameMill
Publisher
astragon
Releasedatum
16.02.2011
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Geschicklichkeit
Entwickler
GameMill
Publisher
astragon
Releasedatum
16.02.2011
USK-Freigabe

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