Professor Layton und die verlorene Zukunft
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 13.03.2011
Bereits zum dritten Mal lässt die japanische Edelschmiede Level 5 Professor Layton und seinen Assistenten Luke auf gewillte DS-Abenteurer los. Zahlreiche Rätsel und Mysterien konnte das kongeniale Gespann dank der Zockerschaft bereits lösen, doch nun gesellt sich ein weiterer Faktor zu allerlei Geheimnissen, die die Welt von Layton ausmachen – die Zeit. Denn im jüngsten Titel der Rätselreihe finden sich Layton Luke plötzlich im London der Zukunft wieder. Was hat es mit dieser wahnsinnigen Zeitmaschine auf sich, die scheinbar Ursache allen Übels ist? Wo ist der Englische Premierminister? Und wie sollen Luke und der Professor nur wieder in ihre Zeit gelangen? Diese Fragen lösen wir im abermals grandiosen Spiel, dessen Vorzüge und Nachteile wir euch nun näher bringen wollen.
Des Professors kniffligster Fall – Eure leichteste Aufgabe
Aus den ersten Zeilen dieses Artikels ist es bereits zu entnehmen, dass die Geschichte von „Professor Layton und die verlorene Zukunft“ abermals originell, aber auch etwas abgehoben werden dürfte. In der Tradition der Reihe klären sich aber alle Ungereimtheiten spätestens zum Ende der Story auf. Weitere Details möchten wir euch aber nicht verraten, denn gerade die Handlung ist es, die den Reiz ausmacht.
Spielerisch bleibt alles beim Alten und das ist auch der größte Kritikpunkt, den sich Level 5 gefallen lassen muss. Was beim Erstling noch völlig neuartig und beim zweiten Teil bereits nahe an der Perfektion war, ist nun in der dritten Versoftung zwar nach wie vor herausragend, aber für die Spieler auch nichts Neues mehr. Im Spiel klickt ihr euch durch vorgerenderte Hintergründe und sprecht mit zahlreichen fantasievollen Charakteren. Auch der dritte Teil wirkt wie ein spielbarer Anime, kein Wunder also, dass es Layton mittlerweile auch auf die große Leinwand (zumindest für ausgewählte Veranstaltungen) und auf DVD geschafft hat. Mehr dazu könnt ihr in unserem Special zum Direct-to-DVD-Film „Professor Layton und die ewige Diva“ nachlesen.
Unterbrochen wird die Geschichte durch ein Kernelement der Reihe, die zahlreichen Rätsel. Mehr als 165 Denkaufgaben gilt es, dieses Mal zu lösen, wobei nicht alle davon gänzlich neu sind. Schieberätsel oder Labyrinthe kannte man schon aus den vorangegangenen Teilen, dennoch haben es auch wieder einige originelle Kopfnüsse ins Spiel geschafft. Der Schwierigkeitsgrad hat aber deutlich abgenommen, wobei dies auch der gestiegenen Erfahrung mit den Vorgängern geschuldet sein kann. Kommt ihr in einem Rätsel trotzdem einmal nicht weiter, könnt ihr Hinweismünzen einsetzen, die überall in der Welt von Layton verstreut sind. Neu ist der Superhinweis, der euch zwei Münzen kostet, oftmals aber auch völlig eindeutig auf die Lösung des Rätsels hinweist.
Neues im Koffer
Als echter Gentleman hat Professor Layton auf seinen Reisen nicht nur seinen markanten Zylinder dabei, sondern auch seinen Reisekoffer. In diesem finden sich bereits gefundene und gelöste Rätsel zum erneuten Knacken, eine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse, aber auch drei neue Minispiele wieder.
Die Minispiele sind teils deutlich schwerer als die Rätsel des Hauptspiels und sorgen für eine gute Portion Abwechslung. Im Bilderbuch etwa müsst ihr Objekte an die richtige Stelle einer Geschichte setzen, um der Kurzstory einen Sinn zu verleihen. Die einzelnen Teile wiederum findet ihr im Spiel durch das Lösen von Rätseln. Das Spielzeugauto müsst ihr auf einem vorgegebenen Parcours vorbei an zahlreichen Hindernissen ins Ziel befördern. Ihr steuert das Gefährt aber nicht direkt, sondern müsst mit Pfeilen eine Richtungsänderung bewirken. Da ihr aber nur ausgewählte Pfeilrichtungen begrenzt zur Verfügung habt, ist euer Knobeltalent gefragt.
Zu guter Letzt gesellt sich im Spielverlauf ein gesprächiger Tierfreund zu euch – der Papagei. In seinem Minispiel muss er vom linken zum rechten Bildschirmrand hüpfen und ihr ihn durch das Einzeichnen von Strichen an den richtigen Stellen, die dann wie ein Trampolin wirken, unterstützen. Seid ihr der Meinung, ihr habt alle Striche richtig verteilt (wie sollte es anders sein, auch hier sind wir in der Anzahl begrenzt), lasst ihr den Papagei losfliegen und der dankt es euch entweder mit dem Erreichen des Ziels oder dem Segeln in den Abgrund.
Neuer Rätselspaß per WLAN
Für das Durchspielen der Geschichte von Professor Layton benötigt ihr rund 10 Stunden. Dann habt ihr aber eventuell noch nicht alle Rätsel gefunden und müsst euch nochmals auf die Suche begeben. Außerdem warten neben den Minispielen im Koffer des Professors auch noch neue, klassische Rätsel auf euch. Diese könnt ihr euch wöchentlich über das Internet heruntergeladen und den Rätselfundus so noch etwas erweitern. Technisch spielt „Professor Layton und die verlorene Zukunft“ in der obersten Liga mit. Die künstlerische Gestaltung wirkt, wie bereits vorab erwähnt, wie ein Anime, die Zwischensequenzen weisen mittlerweile eine derartige Qualität auf, dass sie großen Animationsproduktionen in Nichts mehr nachstehen. Dazu kommt eine gelungene deutsche Synchronisation, die die Atmosphäre zusammen mit dem tollen Soundtrack des Spiels noch weiter unterstützt.
Doch wie geht es nun weiter mit dem Gespann Layton und Luke? Mit dem in Europa vierten Teil verabschiedet sich das Duo von seiner Geburtsplattform. Zukünftige Abenteuer bestreiten die Rätselmeister auf dem Nintendo 3DS, dessen 3D-Fähigkeiten sicherlich auch interessante Rätselansätze liefern. Doch auch für den Nintendo DS gäbe es noch einen Titel aus dem Layton-Universum. Das eigentliche Abenteuer mit dem Namen „Professor Layton and the Specter's Flute“ (übersetzt in etwa „Professor Layton und die Geisterflöte“) spielt vor den Geschehnissen der bisher veröffentlichten Trilogie, hat aber noch kein Releasedatum für Europa. Der kommende 3DS-Teil spielt zwischen „Specter’s Flute und“ „Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf“.
Heiko Ellinger meint...
Auch „Professor Layton und die verlorene Zukunft“ ist ein Hit auf dem Nintendo DS. Zu gut sind Inszenierung und Gesamtpaket des Titels. Ein paar neue Impulse hätte ich mir von Level 5 aber gewünscht, um neben den gelungenen Rätseln auch noch weitere Abwechslung im Gameplay zu erreichen. Trotz allem ist der Titel für Rätselfreunde und Layton-Fans ein absoluter Pflichtkauf.
Auch „Professor Layton und die verlorene Zukunft“ ist ein Hit auf dem Nintendo DS. Zu gut sind Inszenierung und Gesamtpaket des Titels. Ein paar neue Impulse hätte ich mir von Level 5 aber gewünscht, um neben den gelungenen Rätseln auch noch weitere Abwechslung im Gameplay zu erreichen. Trotz allem ist der Titel für Rätselfreunde und Layton-Fans ein absoluter Pflichtkauf.

GRAFIK
Wunderschöne Anime-Zeichnungen und tolle gerenderte Hintergründe, denen es dadurch aber nach wie vor an Dynamik fehlt.
Wunderschöne Anime-Zeichnungen und tolle gerenderte Hintergründe, denen es dadurch aber nach wie vor an Dynamik fehlt.

SOUND
Gelungene Sprachausgabe in den Anime-Sequenzen, toller Soundtrack - Atmosphäre pur.
Gelungene Sprachausgabe in den Anime-Sequenzen, toller Soundtrack - Atmosphäre pur.

BEDIENUNG
Die Bedienung ist einfach, das Hinweismünzen-Suchen weiterhin eine stupide Angelegenheit.
Die Bedienung ist einfach, das Hinweismünzen-Suchen weiterhin eine stupide Angelegenheit.

UMFANG
165 neue Rätsel (mit teils bekanntem Aufbau) und tolle neue Minispiele warten auf euch.
165 neue Rätsel (mit teils bekanntem Aufbau) und tolle neue Minispiele warten auf euch.
SPIELSPASS
Abermals gelungenes Rätselabenteuer ohne große Neuerungen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Abermals gelungenes Rätselabenteuer ohne große Neuerungen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Geschicklichkeit
Entwickler
Level 5
Publisher
Nintendo
Releasedatum
22.10.2010
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Geschicklichkeit
Entwickler
Level 5
Publisher
Nintendo
Releasedatum
22.10.2010
USK-Freigabe

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