Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 15.02.2011
Mario hat es wirklich nicht leicht mit seinen Frauen. Lässt er sich auf Peach ein, wird diese prompt von Bower entführt. Und immer wenn er sich stattdessen an Pauline heranmacht, kommt ein krawattentragender Gorilla angerannt und schnappt ihm die Brünette vor der Nase weg. So auch wieder beim „Aufruhr im Miniland!“, bei dem Mario seiner ewigen Retterolle erneut gerecht wird – sich dabei aber zumindest nicht selbst die Finger schmutzig machen muss.
Gorilla vs. Spielzeug
Eigentlich sollte es ein Tag im Zeichen des Spaßes sein, denn mit dem Miniland haben Mario und Pauline einen neuen Freizeitpark im Pilzkönigreich eröffnet. Und damit nicht genug: Die ersten hundert Besucher bekommen sogar eine kleine Pauline-Figur geschenkt. Diese will sich auch der gute alte Donkey Kong nicht entgehen lassen, der aber leider gerade ankommt, als die letzte Figur vergriffen ist. In einer Waldorfschule wäre der Gorilla wohl in die jähzornige Choleriker-Gruppe gesteckt worden, denn in seiner Wut darüber schnappt er sich kurzerhand die echte Pauline und braust davon. So beginnt eine Verfolgungsjagd durch den Freizeitpark, die Mario einiges an Geschicklichkeit abverlangen wird.
Insgesamt warten 200 Levels auf den Klempner, der nach all den Jahren als Retter keine Lust mehr hat, Donkey Kong selbst hinterher zu klettern, und ihm stattdessen lieber wieder eine Armee aus Mini-Marios auf den Hals hetzt. Das Ziel klingt einfach: Alle Figuren müssen zu einem Tor gelotst werden, durch das sie in den nächsten Level gelangen. Dabei müssen aber auch besondere Regeln beachtet werden. So lassen sich einmal in Gang gesetzte Figuren nicht mehr stoppen und wenn eine das Tor erreicht, müssen die anderen innerhalb weniger Sekunden folgen, da sich der Ausgang sonst schließt und der Level von vorne angegangen werden muss. Außerdem sind die Tore manchmal verschlossen und können nur von einem Schlüsselträger geöffnet werden. Und in wieder anderen Levels gibt es auch kleine Toad- und Peach-Figuren, die alle in ihr eigenes Türchen geführt werden müssen.
Die Figuren laufen immer nur gerade aus und wechseln die Laufrichtung automatisch, wenn sie auf eine Barriere stoßen. Direkt steuern lassen sie sich nicht, sodass ihr stattdessen den Stylus schwingen und die Umgebung manipulieren müsst. So stehen euch in jedem Level einige Bauteile zur Verfügung, die clever verbaut oder entfernt werden müssen, um die Minis auf die richtige Fährte zu schicken. So gibt es rote Stahlträger, mit denen sich Brücken und Wände bilden lassen. Außerdem müsst ihr Leitern aus- und einfahren, Sprungfedern richtig platzieren und Förderbänder in die richtige Richtung laufen lassen. Dazu kommen noch einige andere Hindernisse und Gegner, die genau wie zu hohe Abgründe oder Stacheln den Tod für eure Figuren und damit einen Fehlschlag bedeuten können. Im Zweifall liegt aber irgendwo im Level ein Hammer herum, der wie schon im allerersten „Donkey Kong“ alle Hindernisse einfach aus dem Weg räumt.
Im Grunde ist „Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!“ ein Echtzeit-Puzzlespiel, das von einem sehr einfachen aber auch überaus unterhaltsamen Spielprinzip lebt. Im Vergleich zu den Vorgängern hat sich zwar so gut wie nichts geändert, sodass Nintendo hier nur ein Update serviert, das Gameplay funktioniert aber nach wie vor, da die Levels einfach überaus clever gestaltet sind und nur so vor Ideen strotzen. Der Schwierigkeitsgrad ist nach den ersten Welten durchaus fordernd, auch wenn sich Puzzle-Veteranen wohl noch ein bisschen mehr Anspruch wünschen werden. Wer alle Bonusgegenstände wie Münzen oder Karten einsammeln möchte, muss sich zwar auch ganz schön anstrengen. Schweiß werden aber lediglich die Bosskämpfe auf Marios Stirn treiben. In diesen gilt es nämlich Donkey Kong durch das Aktivieren von drei Schaltern außer Gefecht zu setzen, wobei euch nur begrenzt Figuren zu Verfügung stehen, euch ein Zeitlimit im Nacken sitzt und der Gorilla zum allen Überfluss auch noch überhaupt keinen Spaß versteht. Er wirft nämlich fortwährend mit Fässern um sich und sorgt auch noch dafür, dass sich ständig die Umgebung ändert. Diese Bosskämpfe machen sehr viel Spaß und sind eindeutig der Höhepunkt des Spiels.
Ein Klempner als Baumeister
Wenn man es genau nimmt, ist „Aufruhr im Miniland!“ in Anbetracht der wenigen neuen Ideen nur ein Level-Pack. Aber was für eins! Nicht nur, dass euch ganze 200 Levels Stunden beschäftigen - ihr dürft auf einer Level-Baustelle auch noch selbst Herausforderungen erstellen. Dieser Editor bietet viele Möglichkeiten, dabei aber auch eine denkbar einfache Bedienung: Wählt einfach eine Vorlage, legt einen Hintergrund fest und platziert dann Objekte, Charaktere und Items ganz bequem mit dem Stylus. Die Touchscreen-Steuerung funktioniert hier genauso hervorragend wie im Hauptspiel. Habt ihr ein Werk erstellt, dürft ihr dieses nicht nur lokal mit Freunden, sondern online auch mit ganz Europa teilen. Umgekehrt ist euch durch das Herunterladen von Levels natürlich auch ein schier unendlicher Nachschub gesichert. Wer sich mit dem Editor beschäftigt, wird etliche zusätzliche Stunden im Miniland lassen. Geübte Bastler bekommen sogar die Chance, sich in einem Online-Wettbewerb zu messen, bei dem sie nach besonderen Vorgaben erstelle Levels einreichen können.
Nintendo hat ein Talent dafür, simpel gestaltete Spiele einfach stimmig aussehen zu lassen. Das gilt bei „Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!“ zum einen für den Sound, der nur mit einfachen Melodien und einigen Sprachsamples auskommt, dabei aber so liebevoll und passend wirkt, dass er einen guten Eindruck macht. Zum anderen trifft das aber auch auf die Grafik zu, die im Groben und Ganzen vielleicht auch auf dem Game Boy Advance möglich gewesen wäre, im Detail aber auch mit einer farbenfrohen Gestaltung, hübschen Charakteren und beeindruckend weichen Animationen aufwartet. Die Präsentation ist somit einfach eine runde Sache und garantiert durch ihre gleichzeitige Einfachheit auch die Übersicht, die dringend benötigt wird, wenn man eine Lady mithilfe einer Spielzeugarmee aus den Fängen eines Gorillas befreien will.
Sascha Geldermann meint...
Eigentlich präsentiert Nintendo mit „Aufruhr im Miniland!“ nichts weiter als denselben Kampf wie in den Vorgängern. Doch von Abnutzungserscheinungen konnte ich dennoch nichts spüren. Die Entwickler haben für die Levelgestaltung wohl eine unversiegbare Quelle an Ideen, denn das Spiel lebt wieder von einem cleveren und einfallsreichen Design. So gut waren meine eigenen Levelkreationen nicht, was aber andere Spieler mit dem fantastischen Editor auf die Beine stellen und veröffentlichen, wird mich locker bis zur fünften Runde von „Mario vs. Donkey Kong“ unterhalten.
Eigentlich präsentiert Nintendo mit „Aufruhr im Miniland!“ nichts weiter als denselben Kampf wie in den Vorgängern. Doch von Abnutzungserscheinungen konnte ich dennoch nichts spüren. Die Entwickler haben für die Levelgestaltung wohl eine unversiegbare Quelle an Ideen, denn das Spiel lebt wieder von einem cleveren und einfallsreichen Design. So gut waren meine eigenen Levelkreationen nicht, was aber andere Spieler mit dem fantastischen Editor auf die Beine stellen und veröffentlichen, wird mich locker bis zur fünften Runde von „Mario vs. Donkey Kong“ unterhalten.

GRAFIK
Die Gestaltung ist zwar eher zweckmäßig, wirkt aber sympathisch und garantiert die geforderte Übersicht.
Die Gestaltung ist zwar eher zweckmäßig, wirkt aber sympathisch und garantiert die geforderte Übersicht.

SOUND
Die Melodien und Sprachsamples mögen einfach gehalten sein, bilden aber die perfekte Geräuschkulisse für dieses Spiel.
Die Melodien und Sprachsamples mögen einfach gehalten sein, bilden aber die perfekte Geräuschkulisse für dieses Spiel.

BEDIENUNG
Egal ob Hauptspiel oder Editor: Mit dem Stylus lässt sich hier alles schnell und unkompliziert meistern.
Egal ob Hauptspiel oder Editor: Mit dem Stylus lässt sich hier alles schnell und unkompliziert meistern.

UMFANG
Die 200 Level sind dank des Editors nur die Spitze des riesigen Eisbergs.
Die 200 Level sind dank des Editors nur die Spitze des riesigen Eisbergs.
SPIELSPASS
Innovation haben die Minis nicht im Gepäck, dank clever gestalteter Levels und spannenden Bosskämpfen aber wieder jede Menge Spielspaß.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Innovation haben die Minis nicht im Gepäck, dank clever gestalteter Levels und spannenden Bosskämpfen aber wieder jede Menge Spielspaß.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel