Super Scribblenauts
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 12.12.2010
Maxwell ist zurück, um die Welt einmal mehr mit seiner Fantasie zu verändern. Waren der Kreativität schon beim Erstling kaum Grenzen gesetzt, eröffnen sich dieses Mal sogar noch mehr Möglichkeiten. Bei „Super Scribblenauts“ könnt ihr nämlich nicht nur so ziemlich jeden erdenklichen Gegenstand erschaffen, sondern eure Schöpfungen auch noch mit Adjektiven beeinflussen. Manchmal muss halt schon einmal eine pelzige Villa her, um ans Ziel zu kommen.
Die Macht der Fantasie
Das grundlegende Spielprinzip ist dasselbe wie beim Vorgänger geblieben. So wird Maxwell in 120 Levels vor Aufgaben gestellt, die es nur mit Fantasie zu lösen gilt. Schreibt ihr einen Begriff auf den Touchscreen, erscheint der entsprechende Gegenstand oder das entsprechende Lebewesen – ganz egal ob ihr nun ein Haus oder eine Villa, eine Katze oder einen Dinosaurier, einen Polizisten oder einen Zombie heraufbeschwören wollt. Im ersten Level ist die Lösung noch offensichtlich und nicht allzu schwer zu finden. Hier müsst ihr an einen Stern kommen, der für Maxwell unerreichbar hoch in einer Baumkrone hängt. Der Begriff „Axt“ ist hier sicherlich nicht verkehrt. Kaum habt ihr ihn eingegeben, erscheint das Werkzeug auch schon. Drückt ihr es Maxwell in die Hand, beginnt er damit den Baum zu bearbeiten und schon gehört der Stern euch.
Wenn ihr dem Helden Arbeit ersparen wollt, könnt ihr aber auch einen Flugdinosaurier erschaffen, Maxwell auf seinen Rücken steigen lassen und einfach zum Stern fliegen. Es gibt immer mehrere Lösungswege, sodass ihr euch voll und ganz austoben könnt. Und natürlich werden die Aufgaben mit der Zeit auch immer schwieriger und komplexer. Das Spiel kennt dabei wieder jede Menge Begriffe und lässt sich auch durch Falschreibung nicht beeindrucken, da es euch in diesem Fall immer ähnlich klingende Wörter anbietet. Eigennamen, geschützte Markennamen und obszöne Wörter werden nachvollziehbarerweise wieder nicht erkannt. Und natürlich gibt es auch einige weitere Lücken im Lexikon. Insgesamt erkennt das Programm aber beindruckend viele Wörter, sodass ihr nur recht selten eine Enttäuschung erlebt.
In den meisten Levels bekommt ihr den heißbegehrten Stern, indem ihr mehr oder wenige klar formulierte Aufgaben löst. Manchmal gibt es dabei auch Beschränkungen. So müsst ihr beispielsweise die Dinosaurier noch einmal aussterben lassen, ohne dass dabei Waffen oder ein Meteorit erlaubt sind. Zum Glück könnt ihr aber auf eine ganze Reihe von Naturkatastrophen zurückgreifen und auch ein Killervirus erfüllt im Zweifelsfall seinen Zweck. Neben diesen Level muss manchmal aber auch sichtbarer aber erst einmal unerreichbare Sterne erreicht werden. Diese hängen nicht nur in Bäumen herum, sondern werden auch von gefährlichen Kreaturen bewacht oder von Fallen geschützt. Insgesamt sind die Aufgaben sehr einfallsreich und bieten auch ein gesundes Maß an Abwechslung. Und auch wenn sich das Spielprinzip kaum verändert hat, kommt nie das Gefühl auf, dass hier Herausforderungen vom Vorgänger recycelt wurden.
Besser als der Vorgänger
Das Konzept war schon beim Erstling über jeden Zweifel erhaben. So ziemlich jeden Gegenstand erschaffen zu können, ist einfach faszinierend, lädt zum Herumexperimentieren ein und macht eine Menge Spaß. Die total überladene Touchscreen-Steuerung hatte das kreative Erlebnis vor einem Jahr aber noch drastisch getrübt. Die Entwickler gelobten Besserung und haben tatsächlich Wort gehalten. Maxwell lässt sich dieses Mal direkt über das Steuerkreuz oder die Knöpfe steuern, was absolut fehlerlos funktioniert. So gibt die Steuerung in diesem Jahr gar keinen Anlass zur Kritik mehr. Die Entwickler haben das Problem erkannt und anstandslos gelöst. So muss es sein!
Darüber hinaus wurde das Spielprinzip aber auch verfeinert. So könnt ihr nun auch vor jedes Wort Adjektive setzen. So erschafft ihr hässliche und schöne Frauen, gepunktete und pinke Drachen, verliebte Aliens, kleine Bäume und stinkende, fliegende Badewannen. Damit eröffnen sich gleich noch mehr Möglichkeiten, mehr Spielraum und auch ganz neue Aufgabenstellungen. So gilt es gelegentlich die Eigenschaften zweier Objekte zu vereinen. Und wenn euch dann ein Haus und ein Tier vorgesetzt werden, ist eine pelzige Villa tatsächlich die richtige Wahl. Die Zahl der Adjektive ist gelungen und auch ihre Auswirkungen können sich sehen lassen, auch wenn manchmal etwas individuellere Auswirkungen schön gewesen wären. Das Wort „hässlich“ sorgt beispielsweise immer nur für eine unansehnliche Einfärbung. Und so ist eine „hässliche Frau“ eben auch nichts anderes als eine eingefärbte normale Frau.
Kreativität wird stets belohnt. So bekommt ihr für besonders kreative Wörter oder interessante Eigenschaftszuweisungen sogenannte Ollars auf euer Konto gutgeschrieben. Diese lassen sich dann bei kommenden Aufgaben in Hinweise investieren, was ein interessantes System ist. Eigentlich sind die Hinweise aber auch schon wieder zu deutlich, da sie euch recht genaue Lösungen vorschlagen. Es wäre besser gewesen, wenn sie euch immer nur in die richtige Richtung gestoßen hätte, da so die Herausforderung deutlich kleiner als noch beim Vorgänger ist. Verzweifeln muss bei „Super Scribblenauts“ ja eh niemand. Wer fleißig herum probiert, wird schon eine Lösung finden. Und außerdem schalten sich immer mehrere Levels auf einmal frei, sodass ihr sie nicht linear abhandeln müsst und Levels auch überspringen dürft.
Mehr Möglichkeiten, weniger Umfang
Die Steuerung wurde grundlegend verbessert und das Spielprinzip sinnvoll erweitert. In Sachen Umfang muss sich „Super Scribblenauts“ aber hinter seinen Vorgänger verstecken. Durftet ihr euch im vergangenen Jahr noch bei 220 Aufgaben austoben, sind es nun ganze 100 weniger, was ein drastischer Unterschied ist. Der hohe Wiederspielwert ist aber natürlich geblieben, da es Spaß macht, bereits gelöste Aufgaben noch einmal auf eine ganz andere Weise zu lösen. Zumal es ja bei diesem Mal durch die Adjektive sogar noch mehr Möglichkeiten gibt. Und außerdem gibt es auch den Level-Editor wieder, mit dem sich ganz einfach eigene Aufgaben erstellen lassen. Auch dabei geizt das Spiel nicht mit Möglichkeiten, sodass ihr die Umgebung mit dem Stylus verändern, beliebig Objekte und Wesen herbeizaubern und eure eigenen Aufgabenstellungen formulieren könnt. Leider lassen sich diese Werke offline oder online wieder nur mit Freunden tauschen. Eine Plattform, auf der jeder seine Werke für jeden bereitstellen könnte, würde dem ganzen noch eine ganz andere Qualität geben und hätte den Wiederspielwert endgültig gen Unendlich getrieben.
Die Präsentation hat sich seit dem Vorgänger kein bisschen verändert. Immer noch ist alles in einem sympathischen Comic-Look gehalten, bei dem nicht einmal sich zerfleischende Dinosaurier oder der Einsatz von Raketenwerfern brutal wirken. Und immer noch ist dieser Stil so passend wie einfach. Zwischensequenzen gibt es übrigens keine, da die Aufgaben ja auch nicht von einer Geschichte verknüpft werden. Beim Sound muss man die Entwickler ein bisschen rügen. Die fröhlichen Klänge sind zwar ganz nett, zu einem beachtlichen Teiler aber auch einfach aus dem Vorgänger übernommen worden. Hier wäre mehr Neues wünschenswert gewesen. Angesichts der Verbesserungen und Verfeinerungen beim Gameplay ist den Entwicklern der Stillstand bei der Technik aber auch recht leicht zu verzeihen.
Sascha Geldermann meint...
So sehr ich den Vorgänger für sein Konzept auch geliebt habe, die Steuerung war einfach eine Zumutung. Bei „Super Scribblenauts“ ist von diesem Problem nichts mehr zu spüren und obendrein sorgen die Adjektive nun sogar für noch mehr Freiraum, noch mehr Lösungswege und noch mehr Faszination. So schnell werde ich mich nicht wieder davon losreißen können, Probleme mit geflügelten Bügelbrettern, grünen Haien und riesigen Regenwürmern zu lösen. Maxwell versteht es einfach, mit der Macht der Fantasie zu begeistern.
So sehr ich den Vorgänger für sein Konzept auch geliebt habe, die Steuerung war einfach eine Zumutung. Bei „Super Scribblenauts“ ist von diesem Problem nichts mehr zu spüren und obendrein sorgen die Adjektive nun sogar für noch mehr Freiraum, noch mehr Lösungswege und noch mehr Faszination. So schnell werde ich mich nicht wieder davon losreißen können, Probleme mit geflügelten Bügelbrettern, grünen Haien und riesigen Regenwürmern zu lösen. Maxwell versteht es einfach, mit der Macht der Fantasie zu begeistern.

GRAFIK
Am Comic-Look hat sich nichts verändert, sodass er immer noch so schlicht wie passend ist.
Am Comic-Look hat sich nichts verändert, sodass er immer noch so schlicht wie passend ist.

SOUND
Die fröhlichen Klänge gefallen zwar, hier wurde aber stark vom Vorgänger recycelt
Die fröhlichen Klänge gefallen zwar, hier wurde aber stark vom Vorgänger recycelt

BEDIENUNG
Beim Vorgänger machte die Steuerung noch jede Menge Probleme. Doch die Entwickler haben dieses Problem erkannt und perfekt gelöst.
Beim Vorgänger machte die Steuerung noch jede Menge Probleme. Doch die Entwickler haben dieses Problem erkannt und perfekt gelöst.

UMFANG
Statt 220 gibt es nun nur noch 120 Levels. Der Wiederspielwert ist aber wieder gigantisch.
Statt 220 gibt es nun nur noch 120 Levels. Der Wiederspielwert ist aber wieder gigantisch.
SPIELSPASS
Spielprinzip verfeinert, Steuerung verbessert – Super Scribblenauts beflügelt nicht nur die Fantasie, sondern überflügelt auch seinen Vorgänger.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Spielprinzip verfeinert, Steuerung verbessert – Super Scribblenauts beflügelt nicht nur die Fantasie, sondern überflügelt auch seinen Vorgänger.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel