Just Dance 2
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 07.11.2010
Mikrofone, Gitarren-Controller, Plastik-Drums - manche Musikspiele drücken euch massenweise Peripherie-Geräte in die Hand. Ganz anders „Just Dance 2“, bei dem ihr nicht mehr braucht als eine Remote. Körpereinsatz und ein bisschen Rhythmusgefühl sind allerdings auch unverzichtbar, wenn ihr euch vor den virtuellen Choreografen nicht blamieren wollt.
Tolle Tracks, klasse Choreografien
Arm nach links, Arm nach oben, mit einer Drehung zu Seite und zurück – der Trainer auf dem Bildschirm legt zu Franz Ferdinands „Take Me Out“ eine ansehnliche und fehlerfreie Choreografie hin, ohne auch nur annähernd ins Schwitzen zu geraten. Vor dem Fernseher fließt da schon mehr Schweiß. Mit einer Remote in der Hand ahmt ihr dort schließlich all diese Bewegungen nach. Neben dem virtuellen Tänzer zeigen euch dabei auch Piktogramme am Bildschirmrand, was gefordert wird. Für einen Eintrag in die Highscore-Liste müsst ihr eine Choreografie aber schon ein paar nachtanzen, bis ihr alle Piktogramme zweifellos deuten und alle Bewegungen verinnerlicht habt. Neben der Genauigkeit eurer Bewegungen ist dabei natürlich auch der Rhythmus wichtig. Beides zusammen wird am Ende mit bis zu fünf Sternen bewertet. Für eine gute Wertung sind Kombos perfekter Tanzschritte sowie das Meistern der besonderen „Gold Moves“ unverzichtbar.
Spaß macht „Just Dance 2“ auf jeden Fall. Das liegt vor allem an den gelungenen Choreografien, die sehr stimmig, abwechslungsreich und teilweise auch sehr originell sind. Es macht einfach nur Spaß, dem Profitänzer auf dem Bildschirm mit ganzem Körpereinsatz nachzueifern. Außerdem ist auch die Auswahl an Liedern sehr gelungen. Da die Musik gut tanzbar sein muss, ist die der Grad an Abwechslung verständlicherweise nicht ganz so hoch wie bei anderen Musikspielen, dennoch sollte für jeden etwas dabei sein. Klassiker wie „The Shoop Shoop Song“ finden sich hier genauso wie Keshas noch relativ neuer Ohrwurm „Tik Tok“. Funk-Fans bekommen „Jungle Boogie“, Rocker „Sympathy For The Devil“ von den Rolling Stones, Hip-Hopper Outkasts „Hey Ya!“ und Pop-Genießer „Big Girl“ des libanesisch-britischen Sänger Mikas serviert. Die Qualität der insgesamt 45 Lieder ist durchgehend hoch, auch wenn es sich bei 11 davon um Coverversionen handelt. An der Musikauswahl scheitert dieses Tanzerlebnis auf jeden Fall nicht. Zumal für 300 Wii-Points pro Song auch noch neue Lieder wie Rihannas „Pon De Replay“ erhältlich sind.
Auch die Steuerung verdirbt das Spiel nicht, einige Probleme hat sie aber dennoch. Es hat zwar durchaus seinen Reiz, nicht mehr als eine ganz normale Remote zu benötigen. Aber das bedeutet natürlich auch, dass auch nicht mehr als die Bewegung eurer rechten Hand registriert wird und ihr Highscores theoretisch auch im Sitzen knacken könntet. Diese Einschränkung muss man einfach akzeptieren und sich auf dieses Spielkonzept einlassen. Sitzen bleiben ist bei der gelungenen Songliste ja eh schwer und wer nicht mit vollem Körpereinsatz mitmacht, verzichtet damit freiwillig auf einen Großteil des Spielspaßes. Die Erkennung der Remote funktioniert insgesamt auch sehr gut. Ganz ohne ärgerliche Aussetzer kommt die Steuerung zwar nicht aus, aber diese halten sich in Grenzen und können den Spielspaß nicht spürbar trüben.
Tanzen mit Stil
Das Spielkonzept lebt von den unterhaltsamen Choreografien und der gelungenen Präsentation, die im Grunde zwei einfach gehalten ist, durch eine knallig bunte Aufmachung aber dennoch fantastisch aussieht. Vor allem die butterweichen Animationen der virtuellen Tänzer stechen dabei hervor. So wird ein kurzweiliges und stimmiges Spielerlebnis geboten, das immer wieder auf die Tanzfläche lockt. Doch auch wenn euch „Just Dance 2“ sicherlich wochenlag jeden Tag zu einem kurzen Tänzchen verführen kann, wird es euch zumindest allein nie stundenlang an den Bildschirm fesseln. Die Modi-Auswahl ist nämlich mehr als dürftig ausgefallen.
Gerade mal drei Modi warten auf euch, die allesamt auch noch ziemlich ähnlich sind und bei denen es immer nur um kurzweiliges Tanzen geht. Ein Karrieremodus hätte hier Motivationswunder bewirkt, ist aber nicht einmal ansatzweise vorhanden. Herzstück des Spiels ist stattdessen einfach nur der Modus „Just Dance“, bei dem alle 45 Song von Anfang an auswählbar sind und bei dem ihr um einen Stern nach dem anderen tanzt. Zu jedem Song gibt es auch eine Kurzfassung, was ungeduldige Naturen glücklich machen sollte. Leidenschaftliche Sänger werden sich dagegen eher über die Einblendung der Liedtexte freuen. Mitgröhlen bringt zwar natürlich keine Extrapunkte ein, erhöht den Unterhaltungswert für Tänzer und Zuschauer aber enorm.
Während sich beim „Just Dance“-Modus bis zu vier Spieler vor dem Bildschirm richtig austoben können, lädt der „Dance Battle“ sogar bis zu acht zum Teamkampf. Neben dem normalen Tanz und Duett-Choreographien mit zwei Trainern könnt ihr dort auch zu einem Medley mit Auszügen aus fünf Liedern abgehen oder euch richtig ins Zeug legen, um vor eurem Kontrahenten eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Für etwas Abwechslung sorgt beim Battle eigentlich nur „Simon sagt“, wobei ihr auf Befehle wie „Nicht bewegen“ „Drehen“ oder „Klatschen“ reagieren müsst. Neben „Just Dance“ und dem „Dance Battle“ gibt es auch noch einen Menüpunkt mit dem Namen „Just Sweat“, der sich als Fitness-Programm präsentiert sich im Grunde aber auch kaum von den anderen Modi unterscheidet. Hier wird zwar euer Kalorienverbrauch gemessen und in Statistiken festgehalten, ansonsten aber wieder einmal einfach nur getanzt – aber mehr verspricht der Name dieses Spiels ja auch gar nicht.
Sascha Geldermann meint...
Bei „Just Dance 2“ verschmelzen tolle Lieder, unterhaltsame Choreografien und eine knallige Präsentation zu einem kurzweiligen Tanzerlebnis, das mich mit seiner unkomplizierten Art in seinen Bann gezogen hat. Wie ich aber etwas enttäuscht feststellen musste, ist der Name dabei wirklich Programm: Es gibt keine Karriere, keine Extras und keine ausgefallenen Ideen – hier wird einfach nur getanzt.
Bei „Just Dance 2“ verschmelzen tolle Lieder, unterhaltsame Choreografien und eine knallige Präsentation zu einem kurzweiligen Tanzerlebnis, das mich mit seiner unkomplizierten Art in seinen Bann gezogen hat. Wie ich aber etwas enttäuscht feststellen musste, ist der Name dabei wirklich Programm: Es gibt keine Karriere, keine Extras und keine ausgefallenen Ideen – hier wird einfach nur getanzt.

GRAFIK
Der knallig bunte Stil passt hervorragend zum Spielkonzept. Richtig punkten können auch die butterweichen Animationen.
Der knallig bunte Stil passt hervorragend zum Spielkonzept. Richtig punkten können auch die butterweichen Animationen.

SOUND
Zu den 45 abwechslungsreichen Liedern lässt sich fantastisch tanzen. Die Qualität ist dabei durchgehend hoch – auch wenn 11 Coverversionen dabei sind.
Zu den 45 abwechslungsreichen Liedern lässt sich fantastisch tanzen. Die Qualität ist dabei durchgehend hoch – auch wenn 11 Coverversionen dabei sind.

BEDIENUNG
Insgesamt funktioniert die Steuerung trotz seltener Aussetzer sehr gut. Man muss sich aber darauf einlassen, dass nicht mehr als die rechte Hand erkannt wird.
Insgesamt funktioniert die Steuerung trotz seltener Aussetzer sehr gut. Man muss sich aber darauf einlassen, dass nicht mehr als die rechte Hand erkannt wird.

UMFANG
45 Lieder plus herunterladbare Songs halten lange bei Laune. Die Modiauswahl ist aber sehr dürftig und lässt vor allem eine Karriere vermissen.
45 Lieder plus herunterladbare Songs halten lange bei Laune. Die Modiauswahl ist aber sehr dürftig und lässt vor allem eine Karriere vermissen.
SPIELSPASS
„Just Dance 2“ bietet genau das, was der Name verspricht: Unkompliziertes Tanzen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
„Just Dance 2“ bietet genau das, was der Name verspricht: Unkompliziertes Tanzen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel