Sengoku Basara: Samurai Heroes
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 06.11.2010
Allein steht der einsame Kämpfer auf dem Schlachtfeld, kurz vor einem feindlichen Lager. Eine große Gruppe, mindestens 40 Mann, bis an die Zähne bewaffnet, stürmt auf ihn ein. Geduldig wartet der tapfere Samurai, bis sie in seiner Reichweite sind, zieht seine Waffe und mäht die gesamte Meute mit einem Feuerwerk aus Schwerthieben nieder, ohne dabei auch nur einen Kratzer zu vermelden. Was für ein Held, was für eine Schlacht. Schon wieder.
Japan will erobert werden
Eigentlich könnte ich mir eine große Beschreibung des Spieles sparen. Denn trotz seiner auffallenden Verpackung steckt hinter Sengoku Basara einfach ein ganz normales Samurai-Spiel. Mit einem von Zahlreichen (in diesem Fall 16) Charakteren, die allesamt eine eigene Geschichte haben (welche auch durch tolle Zwischensequenzen erzählt wird) laufen wir über Schlachtfelder, nehmen strategisch wichtige Punkte ein und dezimieren auf unserem Weg die Armeen des Feindes bis hin zum wirtschaftlichen Totalschaden. Dann folgt ein Kampf gegen den Endgegner und schon ist das Level geschafft.Das klingt vielleicht jetzt etwas abwertend, ist es aber nicht – zumindest nicht komplett. Denn im Gegensatz zum letzten Vertreter des Subgenres „Samuraispiele“ auf der Wii, Samurai Warriors 3 (N-Life Wertung: 6,1/10), kommt bei den Samurai Heroes immerhin einiges an Spielspaß auf. Aber gut, gehen wir wieder etwas ins Detail. Wir befinden uns wieder irgendwann in Japans Vergangenheit. Schätzungsweise 16. - 18. Jahrhundert. Diverse Clans streiten um die Vorherrschaft im Inselreich und schicken ihre größten Helden in die Schlachten.
Der Spielverlauf ist dabei absoluter Standard: nacheinander, in mehreren Missionen, kämpfen wir uns mit jedem Charakter durch große Schlachtfelder, erobern Stützpunkte und... naja gut, das steht ja genau so oben.
Dabei sind nur einige der Charaktere am Anfang spielbar, die restlichen werden natürlich nach und nach freigeschaltet.
Während wir uns durch die Gegnermassen kloppen und unser Hitcounter immer weiter in die Höhe schnellt, laden sich dabei zwei Anzeigen auf: die namensgebende Basara Leiste und die Heldenanzeige. Diese beiden Anzeigen stellen unsere Spezialattacken im Spiel dar: Der Basara-Angriff löst eine lange, durchchoreographierte Angriffskette aus, während der aktivierte Helden-Modus die Zeit verlangsamt und uns so schneller und stärker angreifen lässt. Natürlich müssen die jeweiligen Anzeigen dafür gefüllt sein.Doch die Angriffe bestehen nicht nur aus Spezialattacken. Durch drücken verschiedener Tastenkombinationen gibt es für unseren Helden viele verschiedene Möglichkeiten, die Gegnermassen mehr oder weniger spektakulär durch die Gegend zu wirbeln und zu besiegen. Mit geschafften Missionen steigen auch unsere Angriffsmöglichkeiten (Level-System). Zudem können wir unsere Waffen vor einer Schlacht mit diversen Gegenständen verbessern.
Die Kampagne mit einem der 16 Charaktere umfasst ungefähr 5-7 Schlachten und lässt sich in ca. 3-4 Stunden durchspielen – wenn man sich die Mühe macht, jeden Stützpunkt und jeden Commander (sozusagen die „stärkeren“ Gegner im Spiel) zu besiegen. Denn die normalen Soldaten sind keinerlei Herausforderung und fallen Reihenweise vor unseren Schwertern.
Tausende werden fallen
Insgesamt lässt das schon vermuten, dass das Spiel nicht wirklich fordernd ist. Gerade im Modus „Einfach“ ist das Spiel ein wahrer Spaziergang – nur selten fällt die Lebensenergie einmal unter die 50%-Marke. Auf Normal und Schwer kann dies zwar des öfteren passieren, doch aufgrund der zahlreich vorhandenen Reisbällchen (Lebensenergie) fehlt auch hier die Herausforderung.
Insgesamt leidet der Titel allerdings unter seiner Eintönigkeit. Immer wieder kämpfen wir auf den selben Schlachtfeldern, höchstens die Startposition verändert sich. Zudem findet der Kampf gegen den Endboss immer an der selben Stelle statt, wenn man jetzt bedenkt, dass das Spiel 16 mal durchgespielt werden kann, stellt sich da eine gewisse Wiederholungsquote ein. Zudem können wir jede Kampagne noch mehrmals wiederholen, um auch die letzte Fähigkeit unserer Figur zu ergattern. Doch dazu fehlt es, ehrlich gesagt, einfach an Abwechslung.
Denn auch die Missionsziele sind eher Spartanisch ausgefallen. Die Grundregel jeder Schlacht lautet: „Besiege den Gegner um zu gewinnen, stirb und du verlierst“. Ab und an gibt es im Spiel einmal spezielle Gegner, wie den großen Kampfroboter Honda, der nur schwer zu besiegen ist und deshalb eher gemieden werden sollte (ständiges Fliehen vor dem Gegner). Missionsziele im Stil von „ … darf nicht sterben“, die bei Samurai Warriors 3 noch den Spielspaß gedrückt haben, gibt es aber zum Glück nicht.Sengoku Basara: Samurai Heroes ist übrigens der eigentlich 3. Teil der Serie, die bisher aber nie den Sprung nach Europa schaffte. Um den Titel in Europa besser zu vermarkten, hat man sich bei Capcom einen prominenten Mitstreiter aus den eigenen Reihen ins Boot geholt: Hiroyuki Kobayashi, der Producer von Devil May Cry 4. Doch leider hat die prominente Hilfe nicht gereicht, um das Spiel aus der Masse heraus erstrahlen zu lassen. Selbst die leichte Portion Humor im Bereich der Dialoge und des Charakterdesigns zündet nie wirklich durch.
Zudem leidet das Spiel unter einer recht schlechten Lokalisierung. Die tollen englischen Sprecher wurden zwar beibehalten, jedoch sind die Texte des Spieles stellenweise mit harten, peinlichen Fehlern bestückt. So vernichten wir nicht etwa einen Gegner, wir zernichten ihn. Das Tutorial finden wir als „Systemdetails“ im Kampfmenü und ein bisschen Grammatik und Ausdruckshilfe hätte der Lokalisation auch gut getan.
Wenden wir uns noch kurz der Technik zu, denn hier sammelt das Spiel wieder Pluspunkte. Die Grafik ist für Wii-Verhältnisse recht gut und üppig ausgefallen, vor allem die schönen Animationen können überzeugen. Unsichtbare Wände wie bei Samurai Warriors 3 finden wir nur noch selten, und zumindest stehen die Gegner dort nicht in der Gegend herum. Die Modelle der Gegner und die Umgebungen sind recht detailliert, trotzdem läuft das Spiel in jeder Situation stabil. Lediglich das Aufploppen der Gegner stört ab und an etwas.
Auch der Sound kann sich sehen lassen. Sehr gute englische Sprecher, gepaart mit einer guten Musikuntermalung lassen am Sound nichts aussetzen. Zwar sind hier auch einige leichte Technoklänge zu vernehmen, doch diese fügen sich immer gut in das Spielgeschehen ein und bleiben zudem gut im Hintergrund.Um das Lob weiter zu führen, gehen wir direkt zur Steuerung über. Sehr leicht zugänglich und leicht verständlich, dazu ohne großartiges Herumgefuchtel mit der Wii-Fernbedienung. So muss das sein. Allerdings fehlt im Spiel ein wirkliches Tutorial, sodass wir gezwungen sind, einen Blick in das Handbuch (oder die "Systemdetails") zu werfen – aber das dürfte noch zu verschmerzen sein. Ganz ohne Gefuchtel kommt auch dieser Titel allerdings nicht aus – denn um den Basara-Angriff zu starten, müssen wir einmal mit der Wii-Fernbedienung schlagen. Das war's dann aber auch schon. Der Classic-Controller wird ebenfalls unterstützt, doch die Steuerung mit der Wii-Fernbedienung fällt wesentlich besser aus.
Bleibt noch kurz der Multiplayer zu erwähnen. Im Splitscreen können wir mit einem Freund die einzelnen Kampagnen erneut durchspielen, einen Kampf gegeneinander gibt es leider nicht.
Aljoscha Reuther meint...
Trotz des interessanten Looks des Spieles und der wirklich grandiosen Zwischensequenzen kommt Sengoku Basara nicht über den Standard hinaus. Zu ähnlich ist das Spiel mit den unzähligen anderen Vertretern der Gattung, für die es anscheinend ein Grundgerüst gibt, das in jedem Spiel vorhanden ist. Allerdings ist das Spiel der erste Vertreter dieser Gattung auf der Wii, der mir wirklich Spaß gemacht hat, was an der wesentlich besseren Optik und der guten Zugänglichkeit liegt. Im Punkto Umfang kann das Spiel zwar nicht mit Samurai Warriors 3 mithalten, jedoch schlägt es die Konkurrenz im Spielspaß um Längen.
Trotz des interessanten Looks des Spieles und der wirklich grandiosen Zwischensequenzen kommt Sengoku Basara nicht über den Standard hinaus. Zu ähnlich ist das Spiel mit den unzähligen anderen Vertretern der Gattung, für die es anscheinend ein Grundgerüst gibt, das in jedem Spiel vorhanden ist. Allerdings ist das Spiel der erste Vertreter dieser Gattung auf der Wii, der mir wirklich Spaß gemacht hat, was an der wesentlich besseren Optik und der guten Zugänglichkeit liegt. Im Punkto Umfang kann das Spiel zwar nicht mit Samurai Warriors 3 mithalten, jedoch schlägt es die Konkurrenz im Spielspaß um Längen.

GRAFIK
Die Grafik läuft durchweg flüssig, die Animationen und Effekte sind schön anzusehen. Einige zermatschte Texturen und plötzlich aufploppende Gegner drücken die Grafik aber leicht.
Die Grafik läuft durchweg flüssig, die Animationen und Effekte sind schön anzusehen. Einige zermatschte Texturen und plötzlich aufploppende Gegner drücken die Grafik aber leicht.

SOUND
Hintergrundmusik und Sprecher machen einen guten Job, nahezu das gesamte Spiel ist durchvertont. Saubere Arbeit!
Hintergrundmusik und Sprecher machen einen guten Job, nahezu das gesamte Spiel ist durchvertont. Saubere Arbeit!

BEDIENUNG
Das Spiel lässt sich gut steuern, sowohl mit der Wii-Fernbedienung mit Nunchuk als auch mit dem Classic-Controller. Doch beim Button-Smashing tut schnell der Finger weh.
Das Spiel lässt sich gut steuern, sowohl mit der Wii-Fernbedienung mit Nunchuk als auch mit dem Classic-Controller. Doch beim Button-Smashing tut schnell der Finger weh.

UMFANG
Zwar gibt es 16 Charaktere, die jeweils eine eigene Kampagne haben, doch im Prinzip ist es immer wieder das selbe Prinzip, Abwechslung gibt es nicht.
Zwar gibt es 16 Charaktere, die jeweils eine eigene Kampagne haben, doch im Prinzip ist es immer wieder das selbe Prinzip, Abwechslung gibt es nicht.
SPIELSPASS
Ordentlicher Massenklopper, der allerdings das Genre wieder einmal nur reproduziert.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Ordentlicher Massenklopper, der allerdings das Genre wieder einmal nur reproduziert.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Action
Entwickler
Capcom
Publisher
Capcom
Releasedatum
15.10.2010
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Action
Entwickler
Capcom
Publisher
Capcom
Releasedatum
15.10.2010
USK-Freigabe

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