LEGO Harry Potter: Die Jahre 1-4
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 30.09.2010
Vor ein paar Jahren legte das Entwicklerstudio Traveller's Tales den Grundstein für seine Erfolgreiche Serie von LEGO-Ablegern bekannter Franchises, wie zum Beispiel Indiana Jones, Star Wars oder Batman. Immer dann, wenn ein Film ins Kino kam, bemühte sich das Studio, einen Klötzchen-Ableger dafür zu Produzieren. Und der Erfolg gibt ihnen Recht: die LEGO-Varianten erhalten fast durchweg gute Wertungen und versprechen ordentlichen Spielspaß mit einer gehörigen Portion Humor. Nachdem sie bereits die komplette Star Wars Saga ins Klötzchenuniversum verfrachtet haben, nimmt sich TT-Games nun den ersten vier Jahren der Harry Potter Serie an. Wieder ein Erfolgsrezept?
4 Jahre im Schnelldurchlauf
Alles beginnt, wie im ersten Buch: Harry überlebt als Kind den Angriff von Voldemort, seine Eltern sterben. Er kommt bei den Dursleys unter, die ihn wie einen Hund halten. Irgendwann bekommt er einen Brief, der ihn nach Hogwarts beordert, und schon ist Harry ein Zauberer. Schnell zusammengefasst, oder? Denn genau so schnell erzählt Lego Harry Potter die ersten Kapitel des Buches der Stein der Weisen. Das Spiel beginnt eigentlich erst an jenem verhängnisvollen Tag, als der Brief eintrudelt, kurze Zeit später stapfen wir schon zusammen mit Hagrid durch die Winkelgasse.Die Story weiter zu erzählen würde eigentlich nichts bringen, denn die Geschichten um Harry Potter dürften mittlerweile schon zum Allgemeinwissen gehören, und selbst diejenigen, die eine Abneigung gegen die erfolgreiche Buchserie haben, dürften bereits das ein oder andere Detail aus der Zauberwelt wissen. Das Spiel hält sich für die erzählten Passagen ziemlich genau an die Buchvorlage(n), auch in deren Reihenfolge. So kommen wir im ersten "Buch" erst in Hogwarts an, gehen dann zum Zauberunterricht, danach zum Verwandlungsunterricht und nehmen schließlich Flugstunden auf dem Besen.
Kommen wir zum Gameplay. Das Spiel präsentiert sich in einer Art Iso-Perspektive, wir sehen das Spielgeschehen also von "Schräg oben". Gesteuert wird wahlweise per Touchscreen (die Figur folgt dem Stift) oder per Steuerkreuz, wobei die Touchscreen-Variante klar zu empfehlen ist, da man meistens diagonal laufen muss - was mit dem Steuerkreuz nicht möglich ist.
Der Hauptinhalt des Spieles ist es, diverse Dinge in verschiedenen Verstecken zu finden. Wir laufen mit bekannten Charakteren (u.a. Ron und Hermine) durch die Zaubererwelt, zerstören oder verändern diverse Gegenstände und finden immer wieder gewisse Gegenstände, die uns dann im Spiel weiterbringen. Das ganze ist leider nicht besonders Anspruchsvoll, sodass das Spiel recht schnell langweilig wird.
Auf nach Blockwarts
Unser wichtigstes Werkzeug im Spiel ist der Zauberstab, denn so ziemlich jedes der immer wieder auftretenden Wegpuzzles muss mit den verschiedenen Zaubern gelöst werden. Die Zauber werden dabei mit verschiedenen Gesten gesteuert, die wir mit dem Touchpen auf dem unteren Bildschirm nachmalen. So schleudern wir Attacken auf Gegner, indem wir einen Strich in ihre Richtung ziehen, reparieren Gegenstände mit einer Kreisbewegung und lassen sie mit einer geschwungenen Linie durch die Luft fliegen. Alle verzauberbaren Gegenstände sind dabei mit einer grünen Linie umgeben (rot, wenn wir den Zauber noch nicht beherrschen).Wenn wir den Veränderungszauber anwenden, kommt zudem jedes mal ein kleines Puzzlespiel, das gelöst werden will. Verschiedene Legoteile müssen eine vorgegebene Fläche ausfüllen, ist das geschafft, wird der Zauber ausgeführt und die Objekte verwandeln sich in... irgendwas.
Enttäuschenderweise fehlt das erste Quidditch-Spiel zum selbst spielen, wir steuern nur Ron und Hermine, die Snape während des Spieles den Umhang anzünden wollen. Insgesamt ist das Gameplay leider sehr dürftig und fad ausgefallen, allerdings sind die Welten sehr schön gestaltet und wirken authentisch. Sterben können wir im Spiel übrigens, wie in allen LEGO-Spielen, nicht wirklich. Sollten uns mal alle Herzen ausgehen, kommen wir an exakt der selben Stelle wieder und haben höchstens 1000 - 2000 der Stein-Punkte, die wir im Spiel zu Hauf finden, eingebüßt. Warum gibt es dann überhaupt eine Lebensanzeige?
Die brauchen wir nämlich kaum, denn die Kämpfe, wenn wir sie denn einmal gegen fliegende Bücher oder laufende Statuen bestreiten müssen, sind meist sehr kurz und einfach, außer dem ständigen "Kampfzauber" und "Paralysezauber" haben wir selbst gegen den Troll im Mädchenklo nicht viel zu tun.
Nachdem wir einen Abschnitt beendet haben, können wir übrigens jederzeit dorthin zurück kehren und "frei spielen", um eventuelle Bonis und Gegenstände zu finden.
Während unseren Abenteuern werden wir immer wieder mit Zwischensequenzen durch die Geschichte geführt, in der meistens größere Abschnitte schnell abgehandelt werden (zum Beispiel das Auswahlverfahren des Hutes). Diese sind nicht mehr, wie noch in LEGO Star Wars: die Komplette Saga in seltsamen Standbildern gehalten, sondern nun komplett animiert.
Schönes, ruckelndes Abenteuer
Die Grafik ist, wie schon erwähnt, in einer Art ISO-Ansicht gehalten, trotzdem ist das Spiel voll 3D. Die Welten sind sehr sehr detailliert und mit Liebe gestaltet, die Atmosphäre der Bücher und Filme wurde gekonnt umgesetzt. Allerdings ruckelt das Spiel immer wieder, teilweise sehr stark, was bei der Optik eigentlich nicht hätte sein müssen. Die Animationen der sich bewegenden und verwandelnden Objekte sind dabei allerdings sehr schön geworden.Die Sprachausgabe beschränkt sich auf das berühmt berüchtigte Gebrabbel, ohne jeglichen verständlichen Text. Nicht unbedingt das Beste, aber auch nicht wirklich schlimm, da es den Humor, der sich im Spiel findet, sehr gut widerspiegelt. Im Hintergrund erklingen dabei die Standardmelodien aus den Harry Potter Filmen, die allerdings in recht schlechter Qualität im Spiel stecken.
Steuerungstechnisch hätte einiges besser sein können, im Großen und Ganzen funktioniert es allerdings recht gut. Harry, Ron und Hermine, von denen wir übrigens immer nur einen Charakter steuern können (die anderen sind nicht zu sehen und können mit einem Tippen auf die Charaktere gewechselt werden) trotten brav, wenn auch etwas langsam, dem Touchpen hinterher, die Gestenerkennung könnte allerdings besser sein. Doch das Spiel lässt uns mit seinem niedrigen Schwierigkeitsgrad alle Zeit der Welt, eine falsch erkannte Geste wird uns also kaum einmal zum Verhängnis werden.
Erwähnt werden müssen allerdings auch die schweren Fehler, die bei der Übersetzung gemacht wurden. Viele Sätze, die von den Charakteren im Spiel gesprochen werden, ergeben einfach keinen Sinn oder es fehlen ganze Wort- oder Satzteile.
Aljoscha Reuther meint...
Wo ich von LEGO Star Wars noch begeistert war, ödet mich Harry Potter ziemlich an. Gut, der Zauberlehrling gehört nicht unbedingt zu meinen Favoriten, aber ich sträube mich auch nicht vehement dagegen. Trotzdem, auch wenn das Spiel die Atmosphäre und die Geschichte rund um das Narbengesicht gut einfängt und wiedergibt, fehlt die Herausforderung; und damit meine ich nicht mal die Möglichkeit, im Spiel auch mal den Löffel abgeben zu können. Insgesamt spielt sich das Ganze eher wie eine interaktive Zusammenfassung der vier Filme/Bücher, die allerdings gerade den halbwegs erfahrenen Spieler viel zu schnell langweilen wird.
Wo ich von LEGO Star Wars noch begeistert war, ödet mich Harry Potter ziemlich an. Gut, der Zauberlehrling gehört nicht unbedingt zu meinen Favoriten, aber ich sträube mich auch nicht vehement dagegen. Trotzdem, auch wenn das Spiel die Atmosphäre und die Geschichte rund um das Narbengesicht gut einfängt und wiedergibt, fehlt die Herausforderung; und damit meine ich nicht mal die Möglichkeit, im Spiel auch mal den Löffel abgeben zu können. Insgesamt spielt sich das Ganze eher wie eine interaktive Zusammenfassung der vier Filme/Bücher, die allerdings gerade den halbwegs erfahrenen Spieler viel zu schnell langweilen wird.

GRAFIK
Die Welten des Spieles sind schön dargestellt, genau wie die Animationen, allerdings ruckelt das Spiel des öfteren.
Die Welten des Spieles sind schön dargestellt, genau wie die Animationen, allerdings ruckelt das Spiel des öfteren.

SOUND
Die Hintergrundstücke sind schon aus den Filmen bekannt, die Qualität leidet dabei etwas unter den DS-Lautsprechern.
Die Hintergrundstücke sind schon aus den Filmen bekannt, die Qualität leidet dabei etwas unter den DS-Lautsprechern.

BEDIENUNG
Am besten spielt sich das Spiel mit dem Touchpen, denn die Perspektive verhindert einen guten Einsatz des Steuerkreuzes. Die Gestenerkennung beim Zaubern könnte besser sein.
Am besten spielt sich das Spiel mit dem Touchpen, denn die Perspektive verhindert einen guten Einsatz des Steuerkreuzes. Die Gestenerkennung beim Zaubern könnte besser sein.

UMFANG
4 Jahre Harry Potter im Schnelldurchlauf, und dabei trotzdem alle wichtigen Punkte der Geschichte abhandeln, alles verpackt mit LEGO - keine schlechte Idee. Aber etwas anspruchsvoller könnte es sein.
4 Jahre Harry Potter im Schnelldurchlauf, und dabei trotzdem alle wichtigen Punkte der Geschichte abhandeln, alles verpackt mit LEGO - keine schlechte Idee. Aber etwas anspruchsvoller könnte es sein.
SPIELSPASS
Eine weitere, gute LEGO-Umsetzung, allerdings recht Anspruchslos.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Eine weitere, gute LEGO-Umsetzung, allerdings recht Anspruchslos.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Action-Adventure
Entwickler
TT Games
Publisher
Warner Bros. Interactive
Releasedatum
25.07.2010
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Action-Adventure
Entwickler
TT Games
Publisher
Warner Bros. Interactive
Releasedatum
25.07.2010
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel