Duell der Magier
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 15.09.2010
Ein seit Jahrhunderten währender Krieg zweier Magier-Gruppen erreicht die Gegenwart. Verzauberte und gewaltbereite Mülltüten sind noch das kleinste Problem von David Stutler, als er erfährt, dass er der Nachfolger des legendären Merlins ist. Um die böse Zauberin Morgana zu besiegen, muss er seine schlummernden Kräfte wecken und zu kontrollieren lernen.
Zauberer oder Soldat?
Das Spiel hält sich an die Geschichte der Kinofilm-Vorlage. Es erzählt sie zwar nur kurz und knapp nach, was aber nicht unbedingt negativ bewertet werden muss, ist die Handlung doch absolut hanebüchen. Viele Magier-Motive wie Merlin und Morgana werden hier wild in einen Topf geworfen, mit dämlichen Dialogen gewürzt und als lauwarme Story-Suppe serviert. Letztendlich geht es darum, immer mehr Zaubersprüche zu lernen, um damit einen Gegner nach dem anderen ins Magie-Nirwana zu schicken.
Das Spiel führt euch durch eine Großstadt und zeigt das Geschehen dabei aus einer isometrischen Perspektive, was auf den ersten Blick an die klassischen Vertreter der „Grand Theft Auto“-Reihe erinnert. Ganz anders als die GTA-Reihe habt ihr aber keine Freiheiten. Stattdessen folgt ihr einem linearen Weg der immer wieder über gleich aussehende leere Straßen führt. Das Gameplay hat dabei nicht viel anderes zu bieten als einen Kampf nach dem anderen. Gewaltbereite Müllbeutel und sich schlängelnde Abwasserrohre wollen gleich in Horden besiegt werden. Also haut ihr ihnen einen Zauberspruch nach dem anderen um die Ohren, was eine Menge Dauer-Action bietet, aber aufgrund mangelnder Abwechslung auch sehr schnell langweilig wird. Rätsel gibt es so gut wie keine und wenn es mal eines gibt, muss meistens eh nur irgendein Hindernis kaputtgemacht werden.
Auf eurem Weg lernt ihr sechs verschiedene Zauber, die alle auch noch eine stärkere aber nur begrenzt einsetzbare Merlinier-Variante bieten. Solche Merlinierzauber erhaltet ihr, indem ihr drei Fragmente derselben Farbe sammelt und ein vergessenswürdiges Minispiel mit dem Touchscreen meistert. Interessant an dem Zaubersystem ist einzig, dass jeder Spruch eine bestimmte Farbe hat. Wählt ihr einen Zauber, seid ihr gegen feindliche Angriffe derselben Farbe geschützt. Damit kommt sogar ein klein bisschen Taktik ins Spiel. Ohne Mana läuft aber auch bei „Duell der Magier“ nicht viel. Einzig Elementarzauber lassen sich ohne diese Energie einsetzen, die ihr aus verschiedenen Objekten wie Telefonzellen saugen könnt. Elementarzauber sind aber nicht nur schwach, es lässt sich auch nur schlecht mit ihnen zielen.
Alle anderen Zauber brauchen Mana und sind deutlich stärker, unterscheiden sich aber ehrlich gesagt nicht stark voneinander. Mit fünf von sechs Zaubern schießt ihr einfach nur Energie durch die Gegend, nur dass es sich mal um Blitze und mal um Salven handelt. Der sechse Zauber ist eine Art magische Granate mit großem Zerstörungsbereich. Letztendlich ist also keiner der Zauber einfallsreich. Anstatt die Umgebung geschickt zu manipulieren macht ihr eigentlich nichts anders, als Schießen und Granaten werfen. Hätten die Entwickler einen Soldaten mit Feuerwaffen und Handgranaten in den Kampf gegen Morgana geschickt, hätte sich am Spielprinzip nichts geändert. Schade, dass auch dem Magierthema nichts gemacht wurde.
Kaum Motivation für Magier
„Duell der Magier“ schickt euch einige Stunden mit Dauer-Action in den Kampf gegen verzauberte Gegnerhorden. Gegen Monotonie und die damit aufkommende Langeweile wird nicht viel getan. Immerhin lassen sich ein paar Erfolge freischalten, beispielsweise wenn ihr 50 Gegner mit einem bestimmten Zauber tötet oder einen der Boss-Kämpfe ohne zu sterben schafft. Außerdem werden Zauber durch Benutzung automatisch stärker. Das sorgt für einen kleines bisschen Motivation, die aber nur die wenigsten Spieler bis zum eigentlich recht schnell kommende Ende bei Laune halten wird.
Auch der Mehrspieler-Modus kann nichts gegen die Abwechslungslosigkeit ausrichten. Bis zu vier Spieler reichen hierbei den Nintendo DS herrum, um abwechselnd in einem Level alle Gegner zu besiegen. Wer das am schnellsten schafft, hat gewonnen. Das klingt nicht nur lahm, sondern ist es auch. Da wären ein Punktesystem immer Einzelspieler-Modus und eine Online-Rangliste sicherlich motivierender gewesen.
Die Steuerung funktioniert meistens gut. Während auf dem oberen Bildschirm die Zauberaction tobt, lassen sich auf die Touchscreen die Sprüche auswählen. Der Rest wird über die Knöpfe erledigt. Während sich mit den meisten Angriffen gut zielen lässt, weil einfach nur nach vorne geschossen wird, können die Elementarzauber ganz schön nerven. Bei diesen bewegt sich nämlich ein leuchtender Balken wie ein Scheibenwischer vor eurer Figur hin und her, wenn ihr den Angriffsknopf gedrückt haltet. Lasst ihr ihn los, schießt ihr in die Richtung, in die der Balken gerade gezeigt hat. Diese Art zu zielen ist bei hohem Gegneraufkommen ziemlich ungeeignet und wird eure Nerven ganz schön strapazieren.
Technisch bewegt sich „Duell der Magier“ wie die meisten Lizenzspiele gerade noch im Mittelmaß. Die Stadt bietet fast nur leere Straßen, Details sind Mangelware und selbst die mächtigen Merlinierzauber werden nur sehr schwach in Szene gesetzt. Immerhin sieht das Ganze farbenfroh aus. Und die Framerate läuft selbst bei hohem Gegneraufkommen absolut stabil - was bei der optischen Qualität aber auch selbstverständlich sein sollte. Der Sound schlägt sich nur dezent besser. Eine Sprachausgabe gibt es nicht, dafür ist das Gedudel im Hintergrund aber wenigstens solide. An Abwechslung hapert es zwar auch bei der Musik, aber irgendwie passt sie damit auch hervorragend zum Gameplay.
Sascha Geldermann meint...
Es hat mich verwundert, wie wenig „Duell der Magier“ aus der Zauber-Thematik macht. Als ich durch die leere Stadt rannte und einen Gegner nach dem anderen mit Energiesalven und magischen Granaten aus dem Weg geräumt habe, war ich vom Gefühl her eher Soldat als Zauberer. Mit vielseitigeren Zaubersprüchen und mehr Rätseln hätte diese Action-Orgie davor bewahrt werden können, in langweilender Monotonie zu versinken.
Es hat mich verwundert, wie wenig „Duell der Magier“ aus der Zauber-Thematik macht. Als ich durch die leere Stadt rannte und einen Gegner nach dem anderen mit Energiesalven und magischen Granaten aus dem Weg geräumt habe, war ich vom Gefühl her eher Soldat als Zauberer. Mit vielseitigeren Zaubersprüchen und mehr Rätseln hätte diese Action-Orgie davor bewahrt werden können, in langweilender Monotonie zu versinken.

GRAFIK
Die sehr leere und detailarme Umgebung ist immerhin farbenfroh.
Die sehr leere und detailarme Umgebung ist immerhin farbenfroh.

SOUND
Solides aber monotones Gedudel unterlegt das magische Geschehen.
Solides aber monotones Gedudel unterlegt das magische Geschehen.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert meistens gut. Das Zielen bei Elementarzaubern wird aber eure Nerven strapazieren.
Die Steuerung funktioniert meistens gut. Das Zielen bei Elementarzaubern wird aber eure Nerven strapazieren.

UMFANG
Das Abenteuer ist kurz und der Mehrspieler-Modus kaum der Rede wert. Immerhin lassen sich Erfolge freischalten.
Das Abenteuer ist kurz und der Mehrspieler-Modus kaum der Rede wert. Immerhin lassen sich Erfolge freischalten.
SPIELSPASS
An dieser monotonen Dauer-Action ist nur wenig zauberhaft.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
An dieser monotonen Dauer-Action ist nur wenig zauberhaft.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel