Crazy Machines
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 20.08.2010
Kaum ein Wissenschaftler erfüllt das Klischee des verrückten und vergesslichen Professors so gut wie der Gelehrte aus der „Crazy Machines“-Reihe. Wirklich jedes Mal, wenn er eine Maschine baut, vergisst er einfach ein paar Teile. NDS-Zocker hatten schon alle Hände voll damit zu tun, die Apparaturen durch das Einsetzen der passenden Bauteile doch noch zum Laufen zu bringen. Nun ernennt der Professor erstmals auch Wii-Besitzer zu Assistenten.
Jäger des verlorenen Bauteils
Am Spielprinzip ändert sich auch auf Nintendos Heimkonsole nichts. Der Professor setzt euch eine Maschine nach der anderen vor, bei denen theoretisch komplexe Kettenreaktionen ablaufen sollten, jedes Mal aber ein Fehler den korrekten Ablauf verhindert. So soll ein Basketball eine Rampe hinunterrollen, durch einen Korb auf einen Blasebalg fallen und dieser wiederum eine Kerze auspusten. Doch das scheitert schon allein daran, dass eines der Bretter nicht an seinem Platz ist und der Ball einfach aus der Bahn fliegt. Also Brett geschnappt und richtig platziert. Jetzt kommt der Ball zumindest durch den Korb. Aber wo zum Teufel ist der Blasebalg? Zum Glück findet ihr einen im Inventar, den ihr nur noch richtig platzieren müsst. Nun sollte die Maschine aber laufen. Moment, die Luft entweicht in die falsche Richtung. Mit eine letzten Griff dreht ihr den Blasebalg noch einmal um und nun endlich erlischt die Flamme. Viel Aufwand für das Auspusten einer Kerze, der allerdings durch viel Spaß beim Rumexperimentieren gerechtfertigt wird.
Bei eurem Lösungsversuch könnt ihr die Maschine so oft starten wie ihr wollt, um zu sehen was passiert und was wohl noch fehlen könnte. Dann bewegt oder entfernt ihr vorhandene Bauteile, setzt weitere aus dem Inventar ein und verbindet Gegenstände miteinander. So kann der Stecker eine Antigravitationsmaschine verbunden mit einer Steckdose eine fallende Bowlingkugel zu einer schwebenden machen. Während anfangs nur ein oder zwei Bauteile manipuliert werden müssen, baut der Professor im Spielverlauf geistig immer weiter ab und erlaubt sich immer größere Fehler. Gegen Ende werdet ihr schon eine ganze Weile lang Basteln und Herumexperimentieren müssen, um zur Lösung zu kommen. Aber genau das macht diese Reihe ja auch aus. Die Lösung soll nicht auf dem ersten Blick ersichtlich sein, sondern muss erarbeitet werden.
Das Spielprinzip funktioniert auf Wii genauso gut wie auf dem Nintendo DS. Ließen sich die Bauteile auf dem Handheld mit dem Stylus bequem einsetzen, dirigiert ihr sie hier mit der Remote an die richtige Stelle. Und ist wirklich einmal punktegenaue Feinarbeit gefordert, lässt sich diese über Steuerkreuz und Knöpfe verrichten. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit funktioniert die Steuerung so gut, dass ihr gar nicht mehr darüber nachdenkt und euch nur noch auf die Rätsel konzentriert. Weiterentwickelt hat sich das Spielprinzip aber nicht. Ihr löst die Rätsel immer noch mit genau denselben Aktionen wie auf dem Nintendo DS und die Maschinen kommen Kennern der anderen Versionen enttäuschend bekannt vor. Schade, dass die Entwickler in den letzten Jahren keinen Schritt weitergegangen sind und sich nicht die Mühe gemacht haben, dem Spiel mit neuen Elementen frische Impulse zu verpassen.
Sparsamkeit lohnt sich
Insgesamt müsst ihr 50 Maschinen wieder zum Laufen bringen, was euch eine Weile beschäftigen wird, aber dennoch nicht besonders viel ist. Immerhin dürft ihr bereits gelöste Levels jederzeit noch einmal angehen, um euren Punktestand zu verbessern. Dabei wirkt sich nicht nur Schnelligkeit positiv auf eure Bewertung auf, sondern auch gesparte Maschinenteile. Ihr müsst nämlich nicht unbedingt alle Bauteile aus eurem Inventar verwenden. Schließlich gibt es auch nicht nur eine einzige Lösung, sondern fast immer mehrere. Wer sich mit den Maschinen mehr als einmal befasst, wird garantiert besonders sparsame Wege zum Erfolg finden, die jede Menge Bonuspunkte einbringen.
Das Spiel belohnt euch auch immer wieder mit Extras. So schalten sich nach und nach zehn Minispiele frei, die mit bis zu vier Spielern angegangen werden können. Dabei werden keine Maschinen gebaut, sondern Teile der Maschinen ganz direkt bedient und manipuliert. So steuert ihr beispielsweise UFOs durch eine Apparatur und müsst dabei mehr Zahnräder einsammeln als eure Mitspieler. Dabei versperren gelegentlich auch noch Bretter den Weg, die es mit einer Säge schnell aus dem Weg zu räumen gilt. Insgesamt sind die Minispiele weder besonders ideenreich noch wirklich spannend. Sie bilden mit ihrer schnellen Art aber dennoch eine willkommende Abwechslung zu dem zeitintensiven Lösen der Rätsel. Und damit haben sie ihren Zweck ja eigentlich auch erfüllt.
Ihr werdet für eure Erfolge aber nicht nur mit Minispielen belohnt, sondern auch mit neuen Teilen oder Hintergründen für den Baukasten. Wie der Name schon verrät lassen sich dort eigene Rätsel erstellen, indem ihr selbst Kettelreaktionen ausklügelt – und mindestens einen fatalen aber korrigierbaren Fehler gleich mit. Dabei könnt ihr auch Einfluss auf die Gravitation sowie die Windrichtung bzw. –stärke nehmen. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten und interessanter Rätselstoff für eure Freunde. An die lassen sich die eigenen Werke nämlich direkt schicken. Und vielleicht bekommt ihr ja ein paar Herausforderungen zurück, was den Umfang des Spiels gleich erhöht. Ist keiner eurer Freunde im Besitz von „Crazy Machines“ guckt ihr aber in die Röhre. Eine Plattform, auf der erstellte Rätsel für jedermann veröffentlicht werden könnten, gibt es nämlich leider nicht.
Nicht nur inhaltlich ist die Serie in den letzten Jahren nicht vom Fleck gekommen, auch die Grafik ist veraltet. Die thematisch unterschiedlichen Hintergründe mögen zwar ganz nett sein, aber die Maschinen und ihre Bauteile sehen so grob aus, dass sie genauso gut Requisiten aus einem Nintendo 64-Spiel sein könnten. Zumindest wird aber die Übersicht gewährleistet und das zählt bei einem Knobelspiel mehr als eine hübsche Optik. Der Sound fällt das schon negativer auf. Die Musik ist so eintönig und nervig, dass ihr den Fernseher am besten gleich auf lautlos stellen solltet. Angst, dann Kommentare des Professors zu verpassen, müsst ihr nicht haben. Eine Sprachausgabe fehlt unverständlicherweise nämlich komplett. Vielleicht hat Gott ja schlicht und einfach vergessen, dem Professor einen Kehlkopf einzubauen.
Sascha Geldermann meint...
Bereits mit dem Stylus habe ich begeistert jede Menge Maschinen repariert und als ich jetzt mit der Remote Bauteile eingesetzt habe, hat der Spaß am Knobeln sofort wieder Besitz von mir ergriffen. „Crazy Machines“ gehört zu den wenigen Spielen, bei denen ich gerne Ewigkeiten an einer einzigen Aufgabe sitze. Ganz so viel Begeisterung wie noch auf dem Nintendo DS konnte ich dem Professor und seinen Apparaturen auf Wii aber dennoch nicht entgegenbringen. Die Serie hat sich nämlich kein bisschen weiterentwickelt, wodurch Kennern wie mir nichts Neues geboten wird.
Bereits mit dem Stylus habe ich begeistert jede Menge Maschinen repariert und als ich jetzt mit der Remote Bauteile eingesetzt habe, hat der Spaß am Knobeln sofort wieder Besitz von mir ergriffen. „Crazy Machines“ gehört zu den wenigen Spielen, bei denen ich gerne Ewigkeiten an einer einzigen Aufgabe sitze. Ganz so viel Begeisterung wie noch auf dem Nintendo DS konnte ich dem Professor und seinen Apparaturen auf Wii aber dennoch nicht entgegenbringen. Die Serie hat sich nämlich kein bisschen weiterentwickelt, wodurch Kennern wie mir nichts Neues geboten wird.

GRAFIK
Die Grafik ist sehr einfach und zweckmäßig gehalten, garantiert so aber auch die nötige Übersichtlichkeit.
Die Grafik ist sehr einfach und zweckmäßig gehalten, garantiert so aber auch die nötige Übersichtlichkeit.

SOUND
Die nervige Musik und die fehlende Sprachausgabe sind zwei Argumente dafür, den Ton am besten auszuschalten.
Die nervige Musik und die fehlende Sprachausgabe sind zwei Argumente dafür, den Ton am besten auszuschalten.

BEDIENUNG
Die grobe Arbeit erledigt ihr bequem mit der Remote, die Feineinstellungen präzise über die Knöpfe.
Die grobe Arbeit erledigt ihr bequem mit der Remote, die Feineinstellungen präzise über die Knöpfe.

UMFANG
50 Levels sind nicht besonders viel, neben alternativen Lösungswegen halten euch aber auch Minispiele und ein Editor lange bei Laune.
50 Levels sind nicht besonders viel, neben alternativen Lösungswegen halten euch aber auch Minispiele und ein Editor lange bei Laune.
SPIELSPASS
Auch auf Wii macht die fordernde Maschinen-Knobelei Spaß – auch wenn frische Ideen fehlen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Auch auf Wii macht die fordernde Maschinen-Knobelei Spaß – auch wenn frische Ideen fehlen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel