Toy Story 3
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 03.08.2010
Rund 15 Jahre ist es her, dass sich Cowboy-Puppe Woody und Space Ranger Buzz Lightyear das erste Mal getroffen haben. Aus den beiden konkurrierenden Spielzeugen sind Freunde geworden, die bei „Toy Story 3“ nun in ihr drittes Kino-Abenteuer geraten. Mit dem Film hat das gleichnamige Spiel eigentlich nicht viel gemeinsam, was aber nicht schlimm ist. Schließlich werden hier gleich zwei Spiele in einem Paket geboten, die für Lizenzprodukte beide überdurchschnittlich unterhaltsam sind.
Drei Spielzeug-Helden und ihre Abenteuer
„Toy Story 3“ ist in zwei eigenständige Modi unterteilt, nämlich in den Story-Modus und den Spielzeugkisten-Modus. Bei der Geschichte schickt ihr die drei Helden Woody, Buzz und Jessie durch acht Levels, die sich nicht nur am dritten Kinofilm orientieren, sondern euch viel mehr Momente aus allen drei Filmen nachspielen lassen. Woody springt beispielsweise durch ein Wild West-Abenteuer, das an den Anfang des neusten Teils erinnert. Aus dem zweiten Film stammt stattdessen das „Buzz Lightyear“-Videospiel, das ihr nun in voller Länge nachspielen dürft – inklusive eines Endkampfes gegen Imperator Zurg.
Während gerade die Passagen mit Buzz auch Shooter-Elemente enthalten, handelt es sich bei dem gesamtem Spiel um ein Jump’n’Run. Die Sprungpassagen sind dabei durchaus interessant und abwechslungsreich ausgefallen, fordern aufgrund der jungen Zielgruppe aber nicht besonders. So gibt es sehr viele Checkpoints und an schwierigen Stellen dürft ihr euch sogar vom Spiel zeigen lassen, was als nächstes gemacht werden sollte. Immerhin sind einige der vielen Extras aber nur mit viel Geschick zu erreichen, sodass bei der Jagd nach den Boni auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen.
Allgemein präsentiert sich „Toy Story 3“ als ein Spiel für Jung und Alt. Die liebevolle Präsentation wird jedem gefallen und vor allem die Abwechslung sorgt für gute Unterhaltung. Sind die Helden anfangs noch allein unterwegs, agieren sie später im Team, wobei die individuellen Fähigkeiten aller Charaktere natürlich ausgiebig genutzt werden müssen. So punktet Woody mit seinem Lasso, während Jessie selbst auf den kleinsten Plattformen sicher landen kann. Am meisten Spaß macht das Teamwork natürlich, wenn ihr euch kooperativ mit einem Freund in die Levels stürzt.
„Toy Story“ trifft „Grand Theft Auto“
Da die acht Abschnitte nicht übermäßig lang sind, ist der Story-Modus in wenigen Stunden abgehandelt. Doch dann bleibt euch ja noch der Spielzeugkisten-Modus, bei dem „Toy Story“ mit „Grand Theft Auto“ gekreuzt wird – mit einem überraschend guten Ergebnis. Anfangs kümmert ihr euch dabei nur um eine kleine Westernstadt mit einigen Häusern und Figuren, in der ihr verschiedene Aufträge annehmt. Habt ihr ein bisschen Gold geschürft und den einen oder anderen Banditen aufgehalten, eröffnen sich aber immer mehr Möglichkeiten. Ihr könnt neue Figuren kaufen, mehr Häuser errichten und die Welt vergrößern. Neben der Westernstadt müsst ihr euch dann schnell auch um eine Weltraumfestung und einen Märchenwald kümmern.
Die Figuren könnt ihr nicht nur mit neuen Frisuren und Outfits umgestalten, ihr erhaltet von ihnen auch neue Aufträge. Es ist anfangs unglaublich motivierend und faszinierend, die Areale zu vergrößern, Aufträge anzunehmen oder einfach nur die Spielwelt zu erforschen, in der unterem anderem diverse Rennen auf euch warten. Auf Dauer wird der Spielspaß aber auch ein bisschen dadurch geschmälert, dass sich die Aufträge zu schnell wiederholen und sich Routine einschleicht. Aber auch so ist „Toy Story“ zweifelsohne eines besten Lizenzspiele der vergangenen Jahre.
Die Steuerung funktioniert überwiegend gut, auch wenn sie beim Springen ein Hauch zu schwammig wirkt. Nicht verschuldete Fehltritte sind aber dennoch selten und dank der vielen Checkpoints auch frustlos zu verkraften. Bei der Präsentation gibt es auch nicht viel zu meckern. Zwar wurden nicht die Sprecher der Filme verpflichtet, die deutsche Synchronisation klingt aber dennoch ausgezeichnet. Sie ist auch der akustische Höhepunkt, während der eigentlich wohlklingende Soundtrack ein bisschen unter Eintönigkeit leidet. Bei der Grafik fallen beim genauen Hinsehen die schwachen Texturen negativ auf. Allerdings sind die Levels mit so einer Liebe gestaltet worden, dass ihr auf das genaue Hinsehen verzichteten werdet und euch lieber an den vielen kleinen Details erfreut, die auch die Filme immer so besonders gemacht haben.
Sascha Geldermann meint...
So sehr hat mich ein Spiel schon lange nicht mehr überrascht. Hatte ich vor dem Anspielen noch ein typisch schlechtes Lizenzprodukt erwartet, haben mich letztendlich gleich zwei gute Spiele bestens unterhalten. Natürlich kommen weder die Jump’n’Run-Story noch die Open-World-Spielzeugkiste an die Qualität der Genre-Größen heran, beide Modi können dank interessanter Ideen aber nicht nur junge „Toy Story“-Fans in ihren Bann ziehen.
So sehr hat mich ein Spiel schon lange nicht mehr überrascht. Hatte ich vor dem Anspielen noch ein typisch schlechtes Lizenzprodukt erwartet, haben mich letztendlich gleich zwei gute Spiele bestens unterhalten. Natürlich kommen weder die Jump’n’Run-Story noch die Open-World-Spielzeugkiste an die Qualität der Genre-Größen heran, beide Modi können dank interessanter Ideen aber nicht nur junge „Toy Story“-Fans in ihren Bann ziehen.

GRAFIK
Die detailreiche Gestaltung täuscht über die schwachen Texturen hinweg.
Die detailreiche Gestaltung täuscht über die schwachen Texturen hinweg.

SOUND
Die Sprecher machen einen ausgezeichneten Job, während die eigentlich schönen Klänge unter Monotonie leiden.
Die Sprecher machen einen ausgezeichneten Job, während die eigentlich schönen Klänge unter Monotonie leiden.

BEDIENUNG
Die Sprünge fühlen sich ein klein bisschen schwammig an, insgesamt macht die Steuerung aber keine Probleme.
Die Sprünge fühlen sich ein klein bisschen schwammig an, insgesamt macht die Steuerung aber keine Probleme.

UMFANG
In den zwei eigenständigen Modi gibt es jede Menge zu erledigen und zu entdecken.
In den zwei eigenständigen Modi gibt es jede Menge zu erledigen und zu entdecken.
SPIELSPASS
Zwei Spiele in einem – und beide für Lizenzprodukte überdurchschnittlich gut.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Zwei Spiele in einem – und beide für Lizenzprodukte überdurchschnittlich gut.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel