Rooms: The Main Building
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 13.06.2010
Manchmal reicht ein bisschen Schieben um Ordnung aus dem Chaos hervorzubringen. Viele Titel stellen Videospieler immer wieder vor Schieberätsel, bei denen Platten so verschoben werden müssen, dass sich ein Bild ergibt. Das mag als kleine Auflockerung ganz unterhaltsam sein – aber kann ein ganzes Spiel ganz allein von diesem einfachem Prinzip leben?
Schieberätsel über Schieberätsel
„Rooms: The Main Building“ überhäuft euch mit Schieberätseln. Dabei gibt es sogar eine Geschichte, doch die ist so lieb- wie einfallslos. Ein Held mit dem kreativen Namen Mr. X erhält eines Tages einen Brief und als er diesen öffnet, wird er in eine mysteriöse Rätselwelt geschleudert. Angeleitet von einem sprechenden Buch, mit dem fast noch kreativeren Namen Mr. Book, muss er sich nun durch fünf Villen mit mehr als 100 Schieberätseln kämpfen. Jeder Raum stellt dabei ein Schieberätsel dar, bei dem ihr Platten so verschieben müsst, dass ihr zur Ausgangstür und damit in den nächsten Raum gelangt.
Der obere Bildschirm zeigt eine Übersichtkarte, während ihr euch auf dem Touchscreen mit den Schieberätseln herumschlagt, bei denen ihr die Teile des Raumes richtig anordnen müsst. Ihr könnt immer nur die Platte bewegen, auf der sich Mr. X befindet. Steht dieser auf einem Raumteil mit einer Öffnung nach links, solltet ihr natürlich versuchen, an ein Teil anzudocken, das einen Durchgang auf der rechten Seite hat. Denn nur so könnt ihr auf diese Platte wechseln und diese bewegen. Steht eine Leiter neben euch, ermöglicht euch diese den Aufstieg in Raumteile ohne Boden – sofern ihr es schafft, euch unter diese zu manövrieren. Was sich nur schwer beschreiben lässt, ist in Wirklichkeit oft auf dem ersten Blick verständlich. Ihr werdet das Spielprinzip schnell verstehen und die Rätsel in den ersten Villen auch schnell lösen können. Gegen Ende des Spiels werden die Rätsel aber durchaus schwieriger, sodass es an Herausforderung nicht fehlt.
Das Prinzip ist altbewährt und profitiert durch die komfortable Bedienung über den Touchscreen. Aber das Spielprinzip ist einfach zu simpel gestrickt und bietet zu wenig Abwechslung, um wirklich lange begeistern zu können. Immerhin hatten die Entwickler ein paar nette Ideen. So könnt ihr euch beispielsweise von einem Telefon zu einem anderen teleportieren, um von Platte zu Platte zu springen. Oder ihr bekommt ein bisschen Sprengstoff in die Hand, um störende Wände einfach aus dem Weg zu räumen. Aber von diesen interessanten Elementen gibt es viel zu wenig. So können sie den Sturzflug der Motivation zwar kurzzeitig etwas abbremsen, aber langfristig nicht aufhalten. Bereits nach der ersten Villa ist nur noch wenig Spielspaß vorhanden und wer sich wirklich bis zum Ende rätsel, ist entweder Videospiel-Redakteur oder ein echter Schieberätsel-Fetischist.
Abseits der Schieberei
Abwechslung werdet ihr bei „Rooms: The Main Building“ nicht viel finden. Mit der Zeit lässt sich aber zumindest ein Challenge-Modus freischalten, bei dem Rätsel aus dem Story-Modus mit bestimmten Beschränkungen noch einmal gelöst werden wollen. Dabei kann euch ein Zeitlimit genauso unter Druck setzen wie eine limitierte Anzahl an Verschiebungen. Das einzige, was bei diesem Spiel nichts mit Schieberätseln zu tun hat, sind Schatztruhen, die für das Weiterkommen geöffnet und dafür mit bestimmten Gegenständen geknackt werden müssen. Im Grunde müsst ihr diese Gegenstände während der Schieberätsel aber einfach nur einsammeln und dann ohne großes Nachdenken bei der entsprechenden Truhe benutzen. Von einer Bereicherung des Gameplay lässt sich dabei nicht gerade sprechen.
Tatsächlich interessant ist aber der Editor. Verteilt einfach Platten und Gegenstände, legt Hintergründe fest und bestimmt noch eine Startposition sowie einen Ausgang – und schon habt ihr euer eigenes Schieberätsel erstellt. Mit dem könnt ihr euch dann selbst beschäftigen oder es euren Freunden schicken, falls diese ebenfalls in Besitz von „Rooms: The Main Buidling“ sein sollten. Sollte das nicht der Fall sein, könnt ihr leider weder eigene Rätsel verschicken noch neue empfangen. Online-Funktionen finden sich bei diesem Spiel nämlich nicht.
Es gibt viele Gründe für Mr. X aus der Rätselwelt entkommen zu wollen. Einer ist mit Sicherheit die fürchterlich eintönige Fahrstuhl-Musik. Aber auch die Grafik animiert zum Wegrennen. Es ist allerdings unklar, ob die Rätselwelt Mr. X erst entstellt hat oder ob er schon vorher ein total verpixeltes Männchen mit steifen Animationen war. Fest steht, dass die einfache 2D-Gestaltung aller Räume dem Nintendo DS einfach nicht gerecht wird. Zur Verteidigung der Entwickler muss aber auch gesagt werden, dass Rätselspiele noch nie eine besonders ansprechende Optik benötigt haben und die Übersicht auf jeden Fall immer gewährleistet ist. Dennoch zeugt die vernachlässigte Präsentation von Lieblosigkeit – wie schon die Geschichte und das Gameplay.
Sascha Geldermann meint...
Gehört ihr auch zu den Videospielern, die von Schieberätseln gar nicht genug bekommen können? Ich auch nicht! Die wenigen netten Ideen und der stetig ansteigende Schwierigkeitsgrad können nicht darüber hinwegtäuschen, dass solch ein simpel gestricktes Prinzip einfach kein ganzes Spiel füllen kann – vor allem, wenn Geschichte und Präsentation dabei auch noch so vernachlässigt werden wie beim „Rooms: The Main Building“. Solltet ihr doch ein riesiger Fan von Schieberätsel sein, habt ihr allerdings Grund zu Freude: Hier warten mehr als 100 auf euch.
Gehört ihr auch zu den Videospielern, die von Schieberätseln gar nicht genug bekommen können? Ich auch nicht! Die wenigen netten Ideen und der stetig ansteigende Schwierigkeitsgrad können nicht darüber hinwegtäuschen, dass solch ein simpel gestricktes Prinzip einfach kein ganzes Spiel füllen kann – vor allem, wenn Geschichte und Präsentation dabei auch noch so vernachlässigt werden wie beim „Rooms: The Main Building“. Solltet ihr doch ein riesiger Fan von Schieberätsel sein, habt ihr allerdings Grund zu Freude: Hier warten mehr als 100 auf euch.

GRAFIK
sehr übersichtlich, aber unansehnliche Optik
sehr übersichtlich, aber unansehnliche Optik

SOUND
eintönige Fahrstuhl-Musik
eintönige Fahrstuhl-Musik

BEDIENUNG
bequeme Touchscreen-Steuerung
bequeme Touchscreen-Steuerung

UMFANG
über 100 Rätsel, Editor, aber wenig Gameplay-Elemente
über 100 Rätsel, Editor, aber wenig Gameplay-Elemente
SPIELSPASS
Schieberätsel können einfach kein ganzes Spiel füllen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Schieberätsel können einfach kein ganzes Spiel füllen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel