Crazy Quiz! Are You Crazy Enough?
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 05.06.2010
Moderator Max begrüßt euch zu einer neuen Runde von „Crazy Quiz!“. So verrückt, wie der Name verspricht, geht es dabei gar nicht zu. Ganz im Gegenteil: Max führt euch durch ein Quizspiel, das endlich mal wieder vollkommen ernst zu nehmen ist.
Vielseitige Quiz-Show
Die richtige Quiz-Stimmung kommt sofort auf, wenn euch Max und seine Assistentin Suzy in einem TV-Studio empfangen. Zusammen mit bis zu drei virtuellen oder im besten Fall menschlichen Kontrahenten stellt ihr euch hinters Punktepult, um euch beim ersten Mal zuallererst die Regeln erklären zu lassen. Diese sind schnell verstanden: Auf einer Tafel werden zwölf Felder angezeigt, von denen neun für die Kategorien „Geschichte“, „Geographie“, „Natur und Technik“, „Kunst und Literatur“, „Musik“, „TV und Kino“, „Sport“, „Dies und Das“ sowie „Is ja irre!“ stehen. Außerdem gibt es drei Fragezeichen-Felder, hinten denen sich ein zufälliges Minispiel verbirgt. Der Spieler mit dem niedrigsten Punktestand darf immer eine Kategorie auswählen, zu der es dann fünf Fragen zu beantworten gilt. Sind zehn Kategorien abgehandelt worden, kommt es zur Finalrunde.
„Crazy Quiz!“ setzt auf ein klassisches Quiz-Gameplay, was sehr angenehm ist. Hier zieht ihr über kein Spielfeld mit Fragen, sondern fühlt euch wirklich wie in einer TV-Show. Moderator Max liest die Fragen immer langsam vor, bevor dann vier Antwortmöglichkeiten eingeblendet werden und der Countdown für eure Antwortmöglichkeit beginnt. Die anfänglichen 250 Punkte fallen dabei schnell gen Null, sodass ihr euch damit beeilen solltet, den Buzzer zu drücken. Dieser wird im Gegensatz zu vielen anderen Quizspielen auf Wii nicht mit wildem Rumgefuchtel ausgelöst, sondern ganz einfach mit dem A-Knopf, was sehr komfortabel und ohne Verzögerungen funktioniert. Wohl überlegt sollte eure Antwort dennoch sein. Für falsche Antworten gibt es, abgesehen von der Finalrunde, zwar keine Punktabzüge, dafür bekommen eure Kontrahenten dadurch aber eine zweite Chance zum Antworten, wobei der Zähler wieder bei 250 Punkten beginnt. Und da eure Konkurrenz in diesem Fall mehr Zeit zum Nachdenken und weniger Antwortmöglichkeiten hat, kann euch voreiliges Antworten durchaus zum Verhängnis werden. Und schon vor dem Durchlesen der Antworten auf den A-Knopf zu hämmern, ist generell eh eine dumme Idee. Habt ihr den Buzzer gedrückt, bleiben euch nämlich lediglich wenige Sekunden, um eine Antwort zu wählen.
Mit 2000 Fragen aus neun Kategorien bietet „Crazy Quiz“ eine Auswahl, die sowohl umfangreich als auch abwechslungsreich ist. Das Spiel beschränkt sich nicht auf eine Zielgruppe, sondern bietet bunt gemischte Fragen, sodass jeder Spieler auf seine Kosten kommt. Hier wird nach dem Thema von Sartres Erstlingswerk genauso gefragt wie nach dem Beruf von Carrie aus der TV-Serie „King of Queens“, nach dem Vornamen von Lenin genauso wie nach dem ersten Album von Nirvana. Wer seine Gegner ausstechen will, sollte sich mit Periodensystem der Elemente auskennen, aber auch mit den Werken Hauptmanns, den Olympischen Spielen und deutschen Städtenamen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei so gewählt, dass die wenigsten Fragen unbeantwortet bleiben, ein gutes Allgemeinwissen aber schon vorausgesetzt wird. Insgesamt lässt das Spiel bei der Auswahl der Fragen also keine Wünsche offen, was es zu einem unterhaltsamen und herausfordernden Quiz-Erlebnis macht.
Dynamik kommt durch Joker in das Spiel. Dabei dürft ihr niemanden anrufen und auch nicht das Publikum befragen. Drückt ein Kontrahent vor euch den Buzzer, könnt ihr diesen aber dazu zwingen, die Punkte mit euch zu teilen. Natürlich stehen die Joker nur begrenzt zur Verfügung und sollten daher klug eingesetzt werden. Wer sie als nervig empfindet, kann sich natürlich auch einfach mit seinen Mitspielern darauf verständigen, den Punkteklau zu unterlassen. Interessant ist diese Möglichkeit allemal, die etwas mehr Schwung in die Sache bringt. Dasselbe gilt auch für die Finalrunde. Hier gibt es kein Buzzer und keine gen Null rasenden Punkte. Stattdessen haben die Spieler einige Sekunden Zeit, sich auf eine der vier Antwortmöglichkeiten festzulegen. Jeder der richtig liegt, bekommt dann Punkte. Alle die sich Irren, müssen dagegen einen Punktabzug über sich ergehen lassen. Und alle anderen Spieler freuen oder ärgern sich darüber, sich enthalten zu haben.
Mit Wissen in den Wettkampf
Eine besonders große Modi-Auswahl bringt das „Crazy Quiz“ nicht mit sich. Es gilt eben immer, das Quiz im TV-Studio zu gewinnen. Dabei habt ihr immerhin die Wahl, ob ihr alleine spielt oder gegen bis zu drei menschliche Kontrahenten antretet, wobei so richtig viel Spielspaß genretypisch nur mit Mitspielern aufkommt. Außerdem dürft ihr entscheiden, ob ihr mit mehreren Remotes spielt oder im Hot-Seat-Modus mit nur einer. Damit kommen auch Wii-Besitzer auf ihre Kosten, die sich das Geld für zusätzliche Controller immer gespart haben. Weitere Entstellungsmöglichkeiten bietet die Wahl eures Namens, des Cursor-Symbols und eures Charakters. Insgesamt stehen acht Figuren bereit, vom Nerd, über das Goth Girl bis hin zu einem Alien-Touristen. Diese bringen alle auch noch jeweils vier verschiedene Kostüme mit, von denen die Hälfte aber erst einmal freigespielt werden muss. Ein Hauch von Individualität könnt ihr eurem Kandidaten also auf jeden Fall verleihen, auch wenn eine Mii-Integrierung fehlt. Schade ist allerdings, dass sich die Einstellungen nicht speichern lassen und vor jedem Spiel neu vorgenommen werden müssen.
Abgesehen von Highscore-Listen und den Einstellungen gibt es neben dem richtigen Quiz nur noch einen weiteren Modus, in dem sich die Minispiele einzeln bestreiten lassen, die sich im Hauptspiel unter drei der zwölf Kategorie-Felder verstecken. Minispiele waren bei bisherigen Quiz-Spielen auf Wii immer ein nerviger Fluch. Bei „Crazy Quiz!“ sind sie zwar ebenfalls der schwächste Part und wirken auch hier etwas deplatziert, ein komplettes Desaster sind sie aber nicht. Zum einen nehmen sie im gesamten Spielkonzept nämlich nur wenig Raum ein und zum anderen haben die Entwickler auf Fuchtel-Orgien und einfalllose Geschicklichkeitstest verzichtet. Einige der sechs Spiele machen sogar richtig Spaß, wie beispielsweise „Crazy Link“, bei dem ihr bestimmten müsst, ob ein Begriff zu einer von zwei oder sogar zu beiden genannten Kategorien gehört. Aufgaben wie „Crazy Scratchin‘“ hätten sich die Entwickler aber besser sparen könnt. Ihr rubbelt ihr nämlich mit der Remote ein Bild frei, um darauf ein gesuchtes Objekt zu finden. Das macht nur wenig Spaß und ist außerdem der einzige Teil des Spiels, bei dem die Steuerung gelegentlich mal versagt.
Ein anderer großer Störfaktor vieler Quizspiele sind nervige Kommentare, die zwanghaft witzig sein sollen und sich ständig wiederholen. So etwas erlaubt sich der Moderator Max nicht, der freundlich durch die Fragen führt, sie alle vorliest und sich zumindest innerhalb einer Runde nicht wiederholt. Dämliche Witze verkneift er sich ebenfalls und beschränkt sich dagegen auf verdient bissige Kommentare bei falschen Antworten. Insgesamt ist die Präsentation zweckmäßig ausgefallen, was die Musik genauso wie die Grafik betritt. Die Comic-Charaktere haben aber durchaus ihren Charme und das TV-Studio lässt auf jeden Fall die passende Quiz-Show-Atmosphäre aufkommen – selbst wenn sich ein Alien-Tourist unter den Kandidaten befindet.
Sascha Geldermann meint...
Ich liebe Quizspiele, doch die bisherigen Genre-Vertreter auf Wii erstickten mein Interesse immer mit nervigem Rumgefuchtel, noch nervigeren Kommentatoren und deplatzierten Minispielen. Auf Letztere verzichtet zwar auch „Crazy Quiz!“ nicht, bietet ansonsten aber fehlerloses Quiz-Gameplay vor klassischer TV-Show-Kulisse. Mit seinen 2000 so interessanten wie vielseitigen Fragen zeigt mir dieses Quizspiel täglich, wie unterhaltsam es doch ist, das eigene Wissen abendelang mit dem seiner Freunde zu messen.
Ich liebe Quizspiele, doch die bisherigen Genre-Vertreter auf Wii erstickten mein Interesse immer mit nervigem Rumgefuchtel, noch nervigeren Kommentatoren und deplatzierten Minispielen. Auf Letztere verzichtet zwar auch „Crazy Quiz!“ nicht, bietet ansonsten aber fehlerloses Quiz-Gameplay vor klassischer TV-Show-Kulisse. Mit seinen 2000 so interessanten wie vielseitigen Fragen zeigt mir dieses Quizspiel täglich, wie unterhaltsam es doch ist, das eigene Wissen abendelang mit dem seiner Freunde zu messen.

GRAFIK
Der Stil ist sympathisch, während die Präsentation insgesamt aber nur zweckmäßig gehalten ist.
Der Stil ist sympathisch, während die Präsentation insgesamt aber nur zweckmäßig gehalten ist.

SOUND
Die deutschen Kommentare gefallen, während sich die Musik sehr zurückhält.
Die deutschen Kommentare gefallen, während sich die Musik sehr zurückhält.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert einfach und intuitiv, bei den Minispielen gibt es aber einige Aussetzer.
Die Steuerung funktioniert einfach und intuitiv, bei den Minispielen gibt es aber einige Aussetzer.

UMFANG
2000 Fragen aus neun Kategorien halten bei Laune, auch wenn die Modi-Auswahl schwach ist.
2000 Fragen aus neun Kategorien halten bei Laune, auch wenn die Modi-Auswahl schwach ist.
SPIELSPASS
Endlich wieder ein unterhaltsames Quiz-Spiel!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Endlich wieder ein unterhaltsames Quiz-Spiel!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel