Pokémon Soul Silver
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 25.04.2010
Neues Jahr – neues Pokémon für den DS. Ungefähr vor einem Jahr erschien die Letzte Edition der Monstersammelspiele, Platin. Doch anstatt ein einfaches, neues Spiel auf den Markt zu werfen, hat Nintendo, respektive Game Freak, einen Klassiker neu aufgelegt: die Edelmetall-Editionen aus dem Jahr 2001 – Gold und Silber. Unser Testmuster ist die Silberne Edition SoulSilver, und wir haben uns für euch erneut nach Johto gegeben, um wieder einmal in den Sammelwahn zu verfallen. Bloß ein Remake oder eine tolle, neue Spielerfahrung?
Spiel's noch einmal, Lind!
Den Anfang eines Pokémon-Spieles zu erklären ist, als würde man eine CD von Modern Talking hören – es ist immer das Selbe. Wir starten als unwichtiger, kleiner Junge, den auf einmal die Abenteuerlust packt. Wir gehen zum nächstgelegenen Pokémon-Professor (in diesem Fall Professor Lind), dieser gibt uns ein Pokémon und schickt uns los, etwas zu erledigen. Natürlich brauchen wir auch einen Rivalen, der nimmt sich das Monster, welches unserem vom Status her überlegen ist (Feuer besiegt Pflanze, Pflanze besiegt Wasser, Wasser besiegt Feuer) und dann geht das Abenteuer los – nachdem uns der Professor noch früher oder später den Pokédex überlassen hat.Auch das Ziel eines Spieles ist durchaus Wiederkehrend: die 8 Orden der Pokémonmeister in den Arenen der Städte zusammen kämpfen, die Top 4 der Pokémonliga besiegen und anschließend seinen Platz in den Analen der Geschichte einnehmen – bis nächstes Jahr der nächste Pokémonteil erscheint.
Seit mittlerweile 15 Jahren liefert Game Freak immer wieder das selbe Spiel ab, leicht verändert und an die jeweilige Generation der Handhelds angepasst, und seit 15 Jahren ist jedes einzelne Spiel ein Garant für hohe Verkaufszahlen. Zurecht, kann man sagen, denn kaum ein anderes Spielprinzip fesselt dermaßen an den Handheld und selbst wenn man den DS gefrustet zur Seite Wirft, nachdem man einen wichtigen Kampf verloren hat, ein paar Minuten (oder im Extremfall Stunden) später greift man garantiert wieder zu.
So ist es auch bei SoulSilver. Klar, es ist ein Remake, aber dank des immer gleichen Spielprinzips wurde hier nur die Story und das Setting in ein neues Gewand gehüllt. Vom Grundaufbau her ist also die Silberne Edition auf den DS gekommen, mit allen Bestandteilen des Klassikers – mit den kleinen, aber feinen Neuerungen, die wir in jedem Teil finden. Kleinere Rätsel in den Arenen und Höhlen, natürlich angepasste Optik und Multiplayermodi und die Minispiele sind nur einige kleine Veränderungen, die das Spiel leicht unterscheidbar vom Vorgänger machen. Ganz neu ist allerdings der Pokéwalker, auf den ich gleich noch einmal separat zu sprechen komme.
Was das Spiel allerdings grundlegend vom Original unterscheidet, ist die Tatsache, dass eines unserer Monster permanent hinter uns her läuft. Das hat zwar weder im Kampf, noch im Spiel wirklich Auswirkungen, aber es ist immerhin etwas für's Auge. Das erste (kampfbereite) Pokémon in unserer Liste dackelt also wunderbar hinter uns her. Übrigens gibt es in dieser Edition wieder „nur“ 250 Pokémon zu fangen, wie im Original. Team Rocket ist ebenfalls mit von der Partie.Für etwas Abwechslung sorgen einige kleine Erweiterungen auf der Karte, wie zum Beispiel die neu entstandene Safari-Zone bei Anemonia City oder die Kampfzone. Auch wurden die Zeit-Features aus dem Original übernommen, die auf dem DS allerdings bereits Standard sind (Tag/Nachtwechsel, Wochentag abhängige Ereignisse etc.). Lange Rede, kurzer Sinn: es ist wieder das gleiche Spiel, was allerdings diesmal nicht negativ gemeint ist. Das Spielprinzip fesselt wie immer, und der Umfang, zwei komplette Welten (Johto und Kanto) erforschen zu können, sorgt für Langzeitspaß. Kanto kann übrigens erst „richtig“ besucht werden, nachdem wir die Pokémonliga gemeistert haben. Jedoch vergehen auch gut 25-30 Stunden, bis wir bis zur Liga vorgedrungen sind.
Grafik, Sound und Steuerung sind wie bei jedem anderen Pokémontitel für den DS. Allerdings fehlen Effekte, wie sie in der Platin-Edition zu finden waren.
Der Pokéwalker
Neu bei den Pokémonspielen ist der sog. Pokéwalker. Wer erinnert sich noch an den Schrittzähler von Laufrhythmus DS? Den muss man sich einfach mit einem Bildschirm und 3 Tasten vorstellen, und schon hat man das Zubehör zum Spiel. Per Infrarot wird ein Pokémon unserer Wahl auf den Walker übertragen, den wir dann an unsere Hose heften können. Auf dem Walkerdisplay erscheint dann unser Monster und die Route, die wir gehen. Diese können wir beim Übertragen festlegen, und je mehr Schritte wir haben, desto mehr Karten werden Freigeschaltet. Es gibt zum Beispiel einen Waldweg, einen hügeligen Gebirgspfad und einen unterirdischen Tunnel. Was ist der unterschied zwischen den Regionen? Nun, ganz einfach, auf allen finden wir verschiedene Pokémon. Der Pokéwalker ist nämlich mehr, als ein bloßer Schrittzähler.
Vielmehr ist er eine Art Tamagochi-Abklatsch, allerdings ohne das nervige Füttern, Spielen und Pflegen. Wenn wir gehen (oder laufen oder das Gerät einfach nur schütteln) zählt der Walker fleißig unsere Schritte mit. Pro 20 Schritte bekommen wir 1 Watt, sozusagen eine Aktionseinheit. Die Watt brauchen wir dann für die 2 Aktionen, die wir auf dem Walker ausführen können: Itemradar und Pokéradar. Ihr ahnt es bestimmt schon: mit dem Itemradar können wir Items finden (zum Beispiel Beeren, Tränke, Kampfitems und so weiter) und mit dem Pokéradar spüren wir Pokémon auf, die wir dann fangen können – wenn wir es schaffen. Eine gute Möglichkeit, unseren Pokédex zu erweitern, ohne dass wir im hohen Gras herum suchen müssen. Der Itemradar kostet uns dabei 3 Watt pro Versuch, der Pokéradar 10 Watt. Zusätzlich bekommt unser Pokémon beim Laufen EP, aber leider nicht pro einzelnem Schritt. Zum „leveln“ ist der Walker also nicht geeignet.
Finden wir ein Pokémon, kommt es zum Kampf zwischen dem Monster, welches wir auf den Walker übertragen haben, und dem aufgespürten. Level und Status sind dabei allerdings unwichtig, jedes Pokémon hat 4 Lebenspunkte. Mit den gefangenen Viechern können wir allerdings nicht kämpfen. Zurück zum Kampf. Wenn dieser beginnt, haben wir 3 Möglichkeiten (bei 3 Tasten eine sehr ausgewogene Anzahl): Angreifen, Ausweichen und Ball werfen. Wenn wir (erfolgreich) angreifen, wird dem Gegner einer der 4 Lebenspunkte gestrichen, sind alle 4 weg, flieht der Gegner. Bei uns endet der Kampf dann einfach, ein Center wie im Hauptspiel ist nicht nötig. Bei einem Volltreffer werden 2 Punkte abgezogen. Das Ausweichen hat nur zur folge, dass das wilde Pokémon meistens flieht, und der Ballwurf... naja, mit dem können wir das Monster fangen, sofern es im Ball bleibt. Meist funktioniert das auch, wenn es allerdings scheitert, flieht das wilde Pokémon meistens.
Generell können wir nur 3 Pokémon (neben dem bereits übertragenen) und 3 Items auf dem Walker speichern, danach müssen diese zum DS übertragen werden, was nicht während dem laufenden Spiel geht, sondern nur im Hauptmenü funktioniert.
Aljoscha Reuther meint...
Ein Remake von einem Spiel, das eh immer das Selbe ist – ist das Sinnvoll? Natürlich, wenn man bedenkt, dass das Spielprinzip immer noch funktioniert. Die kleinen Neuerungen und Verbesserungen sprechen im Spiel einfach für sich und tragen nur dazu bei, dass wohl wieder sehr viele Spieler auf Monsterjagd gehen werden. Der Pokéwalker ist dabei recht lustig, allerdings auch nur eine weitere Spielerei, die mit dem Spiel selbst nicht gerade viel zu tun hat. Allerdings finden sich hier und da einzelne Pokémon und Items, die nicht so schnell im Spiel zu finden sind. Ansonsten... naja, wieder ein Pokémon Spiel, das nächste ist bereits angekündigt, warten wir mal ab, ob wir dann mal wieder etwas neues zu Gesicht bekommen.
Ein Remake von einem Spiel, das eh immer das Selbe ist – ist das Sinnvoll? Natürlich, wenn man bedenkt, dass das Spielprinzip immer noch funktioniert. Die kleinen Neuerungen und Verbesserungen sprechen im Spiel einfach für sich und tragen nur dazu bei, dass wohl wieder sehr viele Spieler auf Monsterjagd gehen werden. Der Pokéwalker ist dabei recht lustig, allerdings auch nur eine weitere Spielerei, die mit dem Spiel selbst nicht gerade viel zu tun hat. Allerdings finden sich hier und da einzelne Pokémon und Items, die nicht so schnell im Spiel zu finden sind. Ansonsten... naja, wieder ein Pokémon Spiel, das nächste ist bereits angekündigt, warten wir mal ab, ob wir dann mal wieder etwas neues zu Gesicht bekommen.

GRAFIK
Eigentlich könnte man hier hinschreiben "wie immer", denn so ist es auch.
Eigentlich könnte man hier hinschreiben "wie immer", denn so ist es auch.

SOUND
Die Hintergrundmelodien wurden aufgepeppelt, bestehen aber immer noch teilweise aus Midi-Sounds.
Die Hintergrundmelodien wurden aufgepeppelt, bestehen aber immer noch teilweise aus Midi-Sounds.

BEDIENUNG
Verbesserte Menüstruktur, sonst wie immer
Verbesserte Menüstruktur, sonst wie immer

UMFANG
Zwei riesige Welten (Johto und Kanto) sorgen für tagelangen Spielspaß. Essen, trinken und schlafen nicht vergessen!
Zwei riesige Welten (Johto und Kanto) sorgen für tagelangen Spielspaß. Essen, trinken und schlafen nicht vergessen!
SPIELSPASS
Wieder einmal ein tolles Spiel ohne Neuerungen, weshalb auch die Wertung diesmal runter geht.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Wieder einmal ein tolles Spiel ohne Neuerungen, weshalb auch die Wertung diesmal runter geht.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel