Naruto Shippuden: Clash of Ninja Revolution 3
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 19.04.2010
Mit dem Beinamen „Shippuden“ läutet die „Naruto“-Serie einen neuen Abschnitt ein. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass Naruto sich Jiraiya anschloss, damit dieser ihn trainiert. Bei „Clash of Ninja Revolution 3“ kehrt der Ninja zurück in sein Heimatdorf, wo alte Freunde und neue Abenteuer auf ihn warten.
Die Fähigkeiten eines Ninjas
Der Story-Modus beginnt mit der kämpferischen Begrüßung alter Freunde, die nun genau wie Naruto stärker geworden sind und höhere Ninja-Ränge erreicht haben. Im Verlauf der Geschichte bekommt es Naruto natürlich nicht nur mit Freunden, sondern auch mit einer ganzen Reihe von Feinden zu tun. Der Umfang der Geschichte ist aber schwach. Sie ist so zusammengeschnitten, dass Fans enttäuscht und alle anderen verwirrt sein werden. Dass dennoch Spaß aufkommt, ist dem komplexen und durchdachten Kampfsystem zu verdanken, dass weder bei „Naruto“-Fans noch bei Beat’em Up-Veteranen Wünsche offen lassen sollte.
Grundlegend bietet euch das Kampfsystem starke und schwache Angriffe, von denen sich bis zu acht in mächtige Kombos vereinen lassen. Und auch den einen oder anderen Wurf haben die Ninjas auf dem Kasten. Natürlich dürft ihr nie davon ausgehen, euren Gegner einfach so treffen zu können. Jeder Ninja ist ein Meister der Verteidigung, der Angriffe geschickt abblockt, ihnen ausweicht oder sich kurzerhand einfach hinter den Feind teleportiert. Während das Teleportieren Chakra-Energie verbraucht, ist das Abblocken nur für eine begrenze Zeit möglich. Mit einer gewissen Hartnäckigkeit könnt ihr also jede Verteidigung durchbrechen.
Neben den eher grundlegenden Angriffs- und Verteidigungstechniken gewinnt das Kampfsystem durch viele spezielle Techniken an Komplexität. So könnt ihr Gruppen aus zwei Charakteren bilden, um zwischen den beiden mitten im Kampf zu wechseln. Mit einem guten Timing regeneriert sich der pausierende Kämpfer dabei, um sich dann wieder gestärkt in den Kampf einzumischen. Außerdem legen die Ninjas explosive Fallen mit Papierbomben, nutzen Verstecke für Überraschungsangriffe und schlagen ihre Gegner schon einmal aus der Arena in neue Schauplätze. Interessant ist auch der Einsatz von Handzeichen. Wer im Kampf innehält und Gesten mit der Remote ausführt, kann sein Chakra aufladen, die Angriffsstärke vorübergehend steigern oder sich sogar verwandeln.
Stolze 35 Kämpfer mischen bei den 2D-Kämpfen mit. Jeder Charakter beherrscht individuelle Spezialattacken, die Jutsus genannt werden. Unter dem Einsatz von massenweise Chakra entfesseln die Kämpfer dabei ein regelrechtes Effektgewitter, dass die Lebensengerie des Gegners stark reduziert. Wer dabei auch noch angezeigte Gesten mit Remote und Nunchuk nachahmt, kann den Effekt der Jutsus sogar noch einmal steigern. Insgesamt bietet das Kampfsystem also viele Möglichkeiten und erlaubt ausgefeilte Taktiken. Dadurch werden spannende und actionreiche Kämpfe ermöglicht, die sehr fordernd sind. Im Story-Modus fällt aber der Schwierigkeitsgrad negativ auf, der nicht konsequent ansteigt, sondern unausgewogen zwischen leicht und schwer pendelt.
Kampf mit vielen Facetten
Der Story-Modus enttäuscht durch die viel zu knapp erzählte Geschichte, es warten aber auch noch viele andere Modi auf die Ninjas. Beim Punktzahlangriff weht ein Hauch von Arcade durch die Arenen, da ihr dort einfach zehn aufeinanderfolgende Gegner auf die Matte schicken müsst. Während ihr in diesem Modus jeden neuen Kampf mit einer vollen Gesundheitsanzeige beginnt, müsst ihr im Überlebensmodus auf diesen Luxus verzichten. Wie viele Feinde ihr wohl erledigen könnt, bevor ihr am Ende eurer Kräfte seid? Außerdem kämpft ihr beim Zeitangriff gegen die Uhr, wehrt euch im Kumite-Modus gegen eine Reihe abtrünniger Ninjas und tobt euch bei Missionen so richtig aus. Totale Anfänger dürfen natürlich auch erst einmal in dem umfangreichen Tutorial trainieren, bevor es ernst wird.
„Naruto Shippuden: Clash of Ninja Revolution 3” bietet einen umfangreichen Mehrspieler-Part. In zahlreichen Modi messt ihr euch dabei mit bis zu drei Mitspielern. Ihr könnt euch aber auch mit euren Freunden verbünden, um gemeinsam gegen KI-Ninjas anzutreten. Das Spiel beseitigt auch endlich einen Kritikpunkt der Vorgänger und bietet erstmals Online-Kämpfe. Hier kämpft ihr Mann gegen Mann oder in Zweierteams, wobei die Regeln nach euren eigenen Wünschen festgelegt werden. Im Online-Modus gibt es zwar immer wieder nervige Verzögerung, er ist aber definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.
Nicht nur die vielen Modi halten bei Laune, sondern auch zahlreiche Motivationsanreize. Eure verdienten Punkte lassen sich schließlich in neue Kämpfer investieren. Anfangs stehen nur wenige der insgesamt 35 Ninjas zur Auswahl, darunter Naruto, Sakura und Guy, zu denen sich durch eure Erfolge unter anderem Tsunade und Hachi Uchiha gesellen. Und auch neue Modi und Arenen wie der Laubwald oder die Tanzaku-Burg lassen sich freispielen. Es gibt für Fans also viele gute Gründe dafür, in den vielen Modi um den Sieg zu kämpfen.
Steuerungsvielfalt
Auch bei den Einstellungsmöglichkeiten macht „Naruto Shippuden: Clash of Ninja Revolution 3” eine gute Figur. In den Optionen lassen sich beispielsweise die Rundenanzahl und die Angriffsstärke festlegen. Und auch der Schwierigkeitsgrad ist hier wählbar, wobei von den vier Stufen die schwierigste erst einmal freigeschaltet werden muss. Grundlegend ist natürlich auch die Wahl des Controllers. Das Spiel überlässt es nämlich eurer freien Entscheidung, ob ihr mit der seitlich gehaltenen Remote, zusätzlich mit dem Nunchuk, dem Classic-Controller oder doch lieber mit dem GameCube-Pad spielen wollt.
Ihr solltet frühzeitig ausprobieren, welche Steuerungsoption die richtige für euch ist. Von der seitlich gehaltenen Remote ist dabei aber eher abzuraten, da sie bei den komplexen Möglichkeiten des Kampfsystems gnadenlos überbelegt ist. Sehr empfehlenswert ist dagegen die Kombination aus Remote und Nunchuk, da damit auch das Aufführen von Handzeichen und die Verstärkung der Justus möglich ist. Außerdem lassen sich über den Pointer sehr gezielt Papierbomben auf eure Feinde werden. Bei Classic Controller und GameCube-Pad müsst ihr auf diese hilfreichen Möglichkeiten verzichten, aber auch dabei geht die Steuerung leicht von der Hand.
Technisch macht das Spiel einen guten Eindruck. Die Musik ist zwar recht monoton, die Klänge passen aber stets gut zum Geschehen. Und auch die englische Sprachausgabe trägt zur Atmosphäre bei. Bei der Grafik haben die Entwickler wieder einmal auf einen Cel-Shading-Look gesetzt, was zur „Naruto“-Serie ja auch passt wie die Faust aus Ninja-Auge. Die Kämpfer wurden dabei mit Liebe zum Detail gestaltet, die Modelle sehen aber auch etwas unsauber aus. Die Arenen können da mehr überzeugen und bilden mit ihrer stimmigen Gestaltung den perfekten Schauplatz für die spannenden Kämpfe.
Sascha Geldermann meint...
Mit dem dritten Versuch schafft Naruto endlich den Sprung aus der Mittelmäßigkeit. Das unglaublich komplexe Kampfsystem konnte mich schon beim Vorgänger begeistern, jetzt stimmt endlich auch die Modi-Auswahl. Die Story enttäuscht zwar immer noch, dafür prügelt aber endlich auch ein Online-Part Fans in den siebten Beat’em Up-Himmel.
Mit dem dritten Versuch schafft Naruto endlich den Sprung aus der Mittelmäßigkeit. Das unglaublich komplexe Kampfsystem konnte mich schon beim Vorgänger begeistern, jetzt stimmt endlich auch die Modi-Auswahl. Die Story enttäuscht zwar immer noch, dafür prügelt aber endlich auch ein Online-Part Fans in den siebten Beat’em Up-Himmel.

GRAFIK
Der Cel-Shading-Look passt zum Spiel. Die Charaktere sehen aber unsauber aus.
Der Cel-Shading-Look passt zum Spiel. Die Charaktere sehen aber unsauber aus.

SOUND
Der Sound bietet eine gelungene Sprachausgabe und eintönige Musik.
Der Sound bietet eine gelungene Sprachausgabe und eintönige Musik.

BEDIENUNG
Es gibt vier Steuerungsoptionen, die mit Ausnahme der überladenen Remote-Bedienung gut funktionieren.
Es gibt vier Steuerungsoptionen, die mit Ausnahme der überladenen Remote-Bedienung gut funktionieren.

UMFANG
Es werden eine große Modi-Auswahl und 35 Kämpfer geboten. Der Story-Modus enttäuscht aber.
Es werden eine große Modi-Auswahl und 35 Kämpfer geboten. Der Story-Modus enttäuscht aber.
SPIELSPASS
Naruto-Prügler mit fantastischem Kampfsystem.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Naruto-Prügler mit fantastischem Kampfsystem.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel