Sonic & SEGA All-Stars Racing
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 14.04.2010
Eigentlich hat Sonic bei seiner Schnelligkeit gar kein Auto nötig. Doch bei „Sonic & SEGA All-Stars Racing“ setzt sich der blaue Igel ausnahmsweise mal hinters Lenkrad, um sich heiße Rennen mit AiAi, Billy Hatcher, Ryo Hazuki und anderen Stars des Sega-Universums zu liefern.
Die volle Ladung Sega
Ein großes Aufgebot an Sega-Prominenz steckt in diesem Funracer. Allein Sonic bringt schon viele seiner Weggefährten und sogar seinen Erzfeind Dr. Eggmann mit. Unter den 19 Fahrern finden sich außerdem Amigo, Beat und sogar Alex Kidd, der sich bis 1990 Sega-Maskottchen nennen durfte. Jeder Fahrer spielt sich ein bisschen anders und bringt ein passendes Fahrzeug mit. So sitzt Tails in einem kleinen Flugzeug, während AiAi in einem Bananen-Mobil Gas gibt. Etwas ärgerlich ist nur, dass es für alle Figuren nur ein einziges Fahrzeug gibt, an das sie gebunden sind. Fans kommen bei dieser vollen Ladung Sega aber auf jeden Fall auf ihre Kosten. Vor allem, da auch die 24 Strecken im Sega-Universum angesiedelt sind, sodass ihr durch das Pharaonenreich der „Super Monkey Ball‘“-Reihe genauso rast wie durch den verwunschenen Wald aus „Curien Mansion“. Falls ihr letzteren Namen nie gehört haben solltet: „Curien Mansion“ ist in diesem Spiel lediglich der Name für die in Deutschland indizierten „House of the Dead“-Teile.
Das Gameplay bietet keine Überraschungen. Es handelt sich eben um einen reinrassigen Funracer, bei dem ihr ordentlich Stoff gebt, um der Erste im Ziel zu sein. Dabei setzt Sega natürlich nicht auf ein realistisches Fahrvergnügen, sondern vielmehr auf Action. Euer Weg zum Ziel ist gesäumt mit Hindernissen, Rampen, Beschleunigungsstreifen und engen Kurven. Zum Glück habt ihr auf den abwechslungsreichen und fordernden Strecken immer die volle Kontrolle. Die Steuerung funktioniert sehr gut – egal ob ihr nur mit der seitlich gehaltenen Wii-Remote, zusätzlich mit dem Nunchuk oder mit dem Classic Controller spielt. Nur beim Driften ist sie ein bisschen zu sensibel, sodass ihr dabei etwas zu leicht aus der Kurve fliegen könnt. Gelingt euch ein Drift, werdet ihr aber mit einem kurzen Geschwindigkeitsschub belohnt, den ihr auch bekommt, wenn ihr bei Sprüngen Tricks in der Luft hinlegt.
Wer gewinnen will, muss die Strecken für sich nutzen. Den Windschatten eurer Konkurrenten könnt ihr leider nicht nutzen. Das macht es bei Aufholjagten umso wichtiger, das richtige Item dabei zu haben. Items liegen immer wieder in Kapseln auf den Weg und befördern euch in den meisten Fällen schnell nach vorne. Besonders kreativ waren die Entwickler aber nicht, sodass ihr wie bei vielen anderen Funracern auch mit Raketen um euch schießt, Temposchübe auslöst und mit Mienen ein bisschen Abstand zu euren Verfolgern aufbaut. Neben der Einfallslosigkeit stört auch die willkürliche Verteilung. Bei „Mario Kart“ hängt es maßgeblich von eurem Platz ab, welches Item ihr bekommt – bei diesem Sega-Racer allein vom Zufall, sodass Glück eine größere Rolle spielt.
Aber auch wenn dem Item-System ein bisschen Feinschliff fehlt, weiß es damit zu überzeugen, dass jeder Fahrer auch einen individuellen Gegenstand bekommen kann. Und wenn AiAi erst einmal in einem Monkey Ball über die Strecke rollt oder Amigo seine Konkurrenz während der Fahrt zum Tanzen bringt, werden die Rennen erst richtig interessant. Dieser Sega-Racer bietet einfach ein unkompliziertes du actionorientiertes Gameplay, das sehr viel Spaß macht.
In rasanter Mission
Beim Umfang hat Sega nicht gegeizt. Neben 19 Fahrern und 24 Strecken bekommen Fans auch eine ganze Reihe an Modi serviert. Allein der Einzelspieler-Part kann viele Stunden beschäftigen, wenn ihr dort in Rennserien um Pokale oder zumindest in Einzelrennen um den Sieg kämpft. Neben den obligatorischen Zeitrennen gibt es auch ganze 64 Missionen, die eine willkommende Abwechslung zum sonstigen Renngeschehen darstellen. Zwar müsst ihr auch dort immer wieder um den ersten Platz kämpfen, es gibt aber auch noch zahlreiche andere Aufgaben. So schießt ihr mit Raketen auf Zielscheiben, versucht möglichst viel zu Driften oder nehmt an Rennen mit dem Namen „Rausschmeißer“ teil, bei denen alle 15 Sekunden der Letztplatzierte ausscheidet. Abwechslung wird hier also großgeschrieben.
Der größte Spielspaß kommt wie bei allen Funracern im Mehrspieler-Modus auf, bei dem ihr euch im Splitscreen mit bis zu drei Freunden messen. Dabei fahrt ihr bei Weitem nicht nur Rennen. Es gibt auch eine ganze Reihe weiterer Modi, bei denen ihr unter anderem um die Wette auf der Strecke verteilte Gegenstände aufsammelt oder euch mit Items bekriegt – ähnlich wie bei dem Ballonkampf der „Mario Kart“-Reihe. Gerade durch dieses große Angebot ist „Sonic & SEGA All-Stars Racing“ eine sehr gute Wahl für kurzweilige Multiplayer-Abende.
Sind all eure Freunde so eingefleischte Ninteno-Fans, dass sie zu Sega-Titeln immer einen großen Sicherheitsabstand wahren? Dann müsst ihr wohl im Online-Modus nach Gegnern suchen, wobei ihr sogar gegen bis zu sieben Mitspieler aus aller Welt antretet. Mit Freundescodes könnt ihr auch ganz gezielt nach Mitspielern suchen. Bekommt ihr dabei keine sieben zusammen, springen gerne auch KI-Konkurrenten ein, damit die Rennstrecke bloß nicht zu leer bleibt. Und selbst totale Einzelgänger kommen im Online-Part auf ihre Kosten, wenn sie versuchen, bei Zeitrennen die weltweiten Rundenrekorde zu übertreffen.
Motivation en masse
„Sonic & SEGA All-Stars Racing“ kann sehr lange motivieren. Das liegt nicht nur an Online-Ranglisten und umfangreichen Spielstatistiken, sondern vor allem an den vielen freispielbaren Inhalten. Für alle Erfolge werdet ihr mit Sega-Meilen belohnt, die sich in neue Fahrer und Strecken investieren lassen. So sind beispielsweise Ulala und Alex Kidd nicht von Anfang an spielbar und auch wer durch die Lavahöhle aus „Billy Hatcher and the Giant Egg“ düsen will, muss erst einmal fleißig Meilen sammeln. Neben Charakteren und Strecken lassen sich auch neue Lieder freischalten. Seid ihr ein Fan von „Carnaval“ aus „Samba de Amigo“? Dann erkauft euch diesen Song mit euren Erfolgen.
Die große Musikauswahl aus Sega-Spielen macht den Funracer vor allem für Fans zu einem Genuss für die Ohren. Eine Qual ist dagegen der Kommentator, der seinen Job zwar mit hörbarer Freude macht, aber einfach viel zu viel Unsinn redet. Es wäre besser gewesen, wenn er sich mehr auf das Renngeschehen konzentrierten würde, anstatt am laufenden Band Sprüche abzugeben wie „Ich liebe das Meer“ oder „Das ist das beste Rennen aller Zeiten“. Doch das Ganze ist halb so wild, lässt sich die Kommentierung doch problemlos deaktivieren.
Bei der Optik macht Sega keine halben Sachen. Die Strecken wurden liebevoll gestaltet und bieten viele nette Details – egal ob die idyllische Wal-Lagune an euch vorbei zieht, eine bunte Casino-Welt oder das futuristische Shibuya-Zentrum. Und auch die Charaktermodelle glänzen durch ihre Detailliertheit. Die Framerate gerät ab und zu zwar ins stocken, aber auch das ändert nichts daran, dass „Sonic & SEGA All-Stars Racing“ optisch einen sehr guten Eindruck macht. Spielerisch hat „Mario Kart Wii“ die Nase vorn, bei der Grafik zieht die Sega-Bande aber problemlos an den Nintendo-Rasern vorbei.
Sascha Geldermann meint...
Dieser Racer ist ein Freudenfest für Sega-Fans, die hier zahlreiche Charaktere, Schauplätze und sogar Songs aus ihren Lieblingsspielen serviert bekommen. Aber auch ich als Nicht-Fan hatte überraschend viel Spaß daran, mit Sonic, AiAi und Ulala auf der Strecke die Fetzen fliegen zu lassen. Das umfangreiche Spiel bietet einfach viel zu viele Motivationsanreize, als dass ich mich bereits nach wenigen Stunden hätte losreißen können.
Dieser Racer ist ein Freudenfest für Sega-Fans, die hier zahlreiche Charaktere, Schauplätze und sogar Songs aus ihren Lieblingsspielen serviert bekommen. Aber auch ich als Nicht-Fan hatte überraschend viel Spaß daran, mit Sonic, AiAi und Ulala auf der Strecke die Fetzen fliegen zu lassen. Das umfangreiche Spiel bietet einfach viel zu viele Motivationsanreize, als dass ich mich bereits nach wenigen Stunden hätte losreißen können.

GRAFIK
Die Strecken und Fahrer sind sehr detailliert. Die gelegentliche Framerate-Einbrüche sind aber unnötig.
Die Strecken und Fahrer sind sehr detailliert. Die gelegentliche Framerate-Einbrüche sind aber unnötig.

SOUND
Doe Musik besitzt Sega-Flair. Der Kommentator nervt allerdings.
Doe Musik besitzt Sega-Flair. Der Kommentator nervt allerdings.

BEDIENUNG
Die Steuerung ist beim Driften etwas zu sensibel, funktioniert ansonsten aber sehr gut.
Die Steuerung ist beim Driften etwas zu sensibel, funktioniert ansonsten aber sehr gut.

UMFANG
Viele Modi, 19 Fahrer und 24 Strecken sind ein ordentliches Racing-Paket. Aber schade, dass jeder Fahrer nur einen Wagen besitzt.
Viele Modi, 19 Fahrer und 24 Strecken sind ein ordentliches Racing-Paket. Aber schade, dass jeder Fahrer nur einen Wagen besitzt.
SPIELSPASS
Unkomplizierter Sega-Racer, der lange motivieren kann.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Unkomplizierter Sega-Racer, der lange motivieren kann.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel