Galileo Mystery - Die Krone des Midas
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 30.03.2010
Galileo – das recht zweifelhafte „Wissensmagazin“ von Pro7, welches sich in den letzten Jahren zu einer Art „Lifestyle-Beratungs-Sendung“ gewandelt hat, besitzt noch ein weiteres Format, welches angeblichen Mythen mehr oder weniger gut auf den Grund geht: Galileo Mystery. Nun hat sich die Sendung auch auf der Wii und dem DS niedergelassen, mit dem Titel „Krone des Midas“, einem klassischen Point-And-Klick Adventure. Ist der Titel, wie ihn die Lizenz vermuten lässt, oder bringt das Galileo Mystery Spiel wirklich Spaß auf Wii und DS?
Nachts im Museum
Um gleich eins vorweg zu nehmen: das Spiel hat ansich nichts mit dem Wissensmagazin oder dessen Abklatsch zu tun. Wir spielen weder Herrn Abdallah noch seine Gehilfen. Unsere Figur ist Stephan, der die Stelle eines Nachtwächters in einem Museum annimmt und den alten Nachtwächter ablöst. Doch dann passieren merkwürdige Dinge im Museum und Stephan muss es mithilfe seiner Freunde aufklären. Eine Geschichte wie aus dem ungeschriebenen Buch der Standardplots für Adventures, wenn ihr mich fragt.Aber naja. Jedenfalls muss Stephan erst einmal durch's Museum laufen und die ersten Rätsel lösen. Diese laufen noch recht human ab und das Spiel entwickelt in den ersten Spielminuten doch einen gewissen Charme und lässt sogar die völlig unglaubwürdigen Spielfiguren und die recht dünne Handlung eigentlich ganz gut aussehen. Doch recht schnell bekommt das Spiel den faden Beigeschmack dessen, was viele Spieler beim Titel wahrscheinlich schon denken: ein fades, trübes Adventure ohne wirklichen Tiefgang.
Aber dazu später mehr. Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, geht es in diesem Test um beide Versionen, sowohl für Wii und DS. Warum? Ganz einfach, die Spiele sind praktisch identisch auf beiden Systemen. Die Story und der Aufbau sind gleich, einzig und allein die Grafik und die Art des Spielens unterscheidet sich ein wenig. Und da es etwas blöd ausgesehen hätte, zwei mal einen nahezu identischen Artikel einzustellen, verarbeite ich beide Titel in einem – so bekomme ich zumindest meine Seiten voll. Auf die einzelnen Systeme werde ich dann noch einmal eingehen.
Wie schon erwähnt, das Spiel wirkt in den ersten Minuten doch recht gut. Das Problem was sich nur herausstellt, je länger man spielt, ist die Fantasie der Entwickler. Stehen bei Klassikern wie Monkey Island oder den neueren Vertretern wie Syberia noch recht logische Rätsel im Vordergrund, ist das Lösen der Rätsel bei der Krone des Midas reine Glückssache. Zum Beispiel finden wir uns irgendwann eingesperrt in einem Raum wieder, aus dem es nur über einen Balkon im Nachbarraum ein Entkommen gibt. Glücklicherweise gibt es ein paar Dinosaurier im Nebenraum, die direkt an diesen Balkon anschließen. Um zu diesen Dinosauriern zu kommen müssen wir erst eine Angel aus einigen Gegenständen basteln und dann ein Flugsauriermodell an eine bestimmte stelle holen, damit wir es mit der Angel an den Balkon ziehen können und so auf die Dinosaurier klettern können. Soweit logisch. Nur das Zusammenbauen der Angel gestaltet sich mehr als umständlich, denn die Gegenstände oder überhaupt der Hinweis dass hier eine Angel von Nöten wäre, habe ich das erste Mal in der im Spiel enthaltenen Komplettlösung (Notitzbuch), ohne die ich das Spiel nicht hätte weiterspielen können. Sehr lustig ist dabei allerdings eine lachhafte Art und Weise, einen Eindringling auszutricksen, indem wir eine selbstgesprochene Aufnahme mit „Hier spricht Edgar Wallace“ abspielen...
Aber gut. Abseits der Handlung gibt es natürlich noch ein paar Worte zum Gameplay an sich zu sagen. Das bleibt absoluter Standard. Ein bisschen laufen hier, etwas Reden dort und dann ein paar mehr oder weniger logische Rätsel lösen. Sowohl bei Wii und DS gibt es sowohl von der Geschichte als auch von den Rätseln her kaum Unterschiede, nur im Breich der Rätselsteuerung unterscheiden sich beide Systeme etwas. Selbst die Dialoge sind gleich, aber das kann dem Spiel nicht zum Vorwurf gemacht werden. Aus dem besagten Museum kommen wir übrigens nicht heraus, die gesamte Story ist dort angesiedelt.
Natürlich ist die Wii Version etwas umfangreicher als der DS-Ableger, was Videos und Sprachausgabe angeht (die gibt es auf dem DS nämlich nicht). Allerdings bleibt die Qualität des ganzen gleich, und gerade die Grafik lässt auf beiden Systemen zu wünschen übrig. Aufgrund der recht niedrigen Auflösung des DS wirkt das Spiel zudem recht hässlich, trotz vorgerenderter Hintergründe. Doch gerade dieser Umstand ist immer wieder Grund dafür, dass das Spiel einen sehr billigen Charakter erhält.Zumindest das nervige suchen eines einzelnen Hotspots, was vielen Adventures zum Verhängnis wird, einfach weil man fast jeden Pixel absuchen muss, bis man das richtige gefunden hat, fällt beim Spiel weg, denn benutzbare Dinge und Gegenstände zum Aufheben blinken fröhlich vor sich hin.
Aber bleiben wir beim Spiel selbst, ich will mich nicht in Details verhaspeln.
Ein Adventure lebt unter Anderem von seinen Charakteren, unvergessliche Momente aus Baphomets Fluch oder Day of the Tentacle sind da ein wunderbares Beispiel. Doch leider fehlt diese Einzigartigkeit bei unserem Hauptcharakter komplett, wie auch bei allen Nebencharakteren. Stephan ist einfach nur Dumm, zumindest benimmt er sich so. Der ehemalige Nachtwächter, den Stephan ablöst, schwenkt von einem gütigen, freundlichen Herren um zu einem alten Griesgram, der perfekt das Image eines alten, verbitterten Rentners ausfüllt. Und das innerhalb von wenigen Sekunden.
Dazu kommt noch eine seltsame Liebesgeschichte zwischen Stephan und einer Archäologin, die ebenfalls im Museum arbeitet. Während des Spieles wird deutlich, dass sie wohl mal was miteinander hatten, aber mehr kommt einfach nicht 'rüber.
Zusätzlich zu den langweiligen Charakteren und der demotivierenden Grundhaltung des Spieles im Bezug auf Rätsel und Logik kommt noch der Umstand, dass die Spannung in keinem Moment einen wirklichen Höhepunkt erreicht. Einige Zeitkritische Rätsel müssen gelöst werden, was zumindest das Adrenalin für kurze Zeit erhöht, aber selbst dieser Teil sorgt eher für Frust und Missmut als für Spannung. Sowohl auf der Wii als auch auf dem DS ist der Titel leider seiner „Marke“ und seinem Image gerecht geworden und ist für ältere Spieler keinesfalls zu Empfehlen. Wer sein Taschengeld allerdings gerne für so ein Spiel opfern möchte, sollte wenn dann zur Wii Version greifen, denn im Gegensatz zur DS Version haben wir hier Sprachausgabe, die zumindest von professionellen Sprechern durchgeführt wurde und etwas Qualität in das Spiel mit einfließen lässt.
Aljoscha Reuther meint...
Was soll ich noch großartig sagen, es war klar, dass ein Spiel von „Galileo Mystery“ nicht zum Superhit wird. Spiele wie dieses sind das, was die Spielumsetzungen zu Kinofilmen früher waren, einfache Geldmache. Dass „die Krone des Midas“ absolut nichts mit der Sendung zu tun hat, kommt noch erschwerend hinzu. Insgesamt muss sich das Spiel also, auf beiden Systemen, in den Bereich der „Billig-Casual-Adventures“ einreihen. Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht Adventurer genug, um die Qualität des Spieles zu erkennen. Die Wii Version verdient insgesamt aber eine bessere Wertung als die DS-Variante, da sie zumindest einige Videos und eine recht passable Sprachausgabe hat.
Was soll ich noch großartig sagen, es war klar, dass ein Spiel von „Galileo Mystery“ nicht zum Superhit wird. Spiele wie dieses sind das, was die Spielumsetzungen zu Kinofilmen früher waren, einfache Geldmache. Dass „die Krone des Midas“ absolut nichts mit der Sendung zu tun hat, kommt noch erschwerend hinzu. Insgesamt muss sich das Spiel also, auf beiden Systemen, in den Bereich der „Billig-Casual-Adventures“ einreihen. Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht Adventurer genug, um die Qualität des Spieles zu erkennen. Die Wii Version verdient insgesamt aber eine bessere Wertung als die DS-Variante, da sie zumindest einige Videos und eine recht passable Sprachausgabe hat.

GRAFIK
passabel auf dem DS, hässlich auf der Wii
passabel auf dem DS, hässlich auf der Wii

SOUND
Sprachausgabe auf der Wii in Ordnung, im DS gibt es keine
Sprachausgabe auf der Wii in Ordnung, im DS gibt es keine

BEDIENUNG
es funktioniert, allerdings ist das ganze auf dem DS eine Zumutung
es funktioniert, allerdings ist das ganze auf dem DS eine Zumutung

UMFANG
gute Länge für ein Adventure, allerdings gibt es zwischen DS und Wii keinerlei Unterschiede - selbst die Rätsel sind gleich.
gute Länge für ein Adventure, allerdings gibt es zwischen DS und Wii keinerlei Unterschiede - selbst die Rätsel sind gleich.
SPIELSPASS
So, wie man es vom Titel her erwartet
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
So, wie man es vom Titel her erwartet
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel