Galileo Family Quiz
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 24.03.2010
Wisst ihr mehr als eure Verwandten und Freunde? Galileo lädt euch zu einem Quiz ein, bei dem ihr das herausfinden könnt. Dabei wird nicht nur euer Allgemeinwissen auf die Probe gestellt, sondern in zehn Minispielen auch eure Geschicklichkeit.
Wissen und Geschicklichkeit
Mehrere tausend Fragen wollen von euch beantwortet werden, die von Politik über Naturwissenschaften bis hin zu Musik viele Themenbereiche abdecken. Wann trennten sich die Beatles? Welche Pflanze ist auf dem gezeigten Bild zu sehen? Wo fanden die olympischen Spiele im Jahre 1936 statt? Ein gutes Allgemeinwissen solltet ihr schon mitbringen, wenn ihr euch an dieses Spiel wagt. Gelegentlich wird auch eure Logik getestet, sodass ihr beispielsweise Zahlenfolgen vervollständigen müsst. Zwei Schwierigkeitsgrade garantieren dabei, dass Kinder und erfahrenere Spieler gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Totale Unterforderung verhindert aber allein schon das knappe Zeitlimit. Um von drei oder vier Antwortmöglichkeiten die richtige auszuwählen, bleiben euch immer nur wenige Sekunden, was bei manchen Fragen etwas zu knapp bemessen ist.
Das „Galileo Family Quiz“ bietet eine große und interessante Auswahl an Fragen. Viel schief gehen kann da doch eigentlich nicht mehr? Leider doch! Und das, obwohl das grundlegende Spielprinzip eigentlich gar nicht mal so schlecht ist. Die Spieler ziehen rundenweise über die Felder eines Brettspiels. Erst schüttelt ihr die Remote, um ein Rad zu drehen, das bestimmt, wie viele Felder ihr euch vorwärts bewegen dürft. Landet ihr auf ein Fragezeichen-Feld müsst ihr eine Frage beantworten, deren richtige Beantwortung euch hundert Punkte einbringt. Außerdem gibt es Item-Felder, auf denen ihr Gegenstände ergattert, mit denen ihr bei der nächsten Frage eine falsche Antwortmöglichkeit streichen oder einen Mitspieler zum Aussetzen zwingen könnt. Landet ihr auf ein Feld mit mehreren Fragezeichen, wird eine Frage an alle Spieler gestellt. Wer antworten möchte, muss als erster seine Remote schütteln, was gut funktioniert – auch wenn ein richtiger Buzzer natürlich mehr hermachen würde.
Sobald ihr ein Feld mit einem Basketball betretet, geht es mit dem Spielspaß steil bergab. Dann müsst ihr euch mit euren Kontrahenten nämlich in einem von zehn Minispielen messen – und die sind eine kleine Katastrophe. Beim Korbball zielt ihr mit Wurfbewegungen auf einen Basketballkorb, beim Seilspringen reißt ihr die Remote nach oben und bei der Mäusejagd versucht ihr Nager mit einem Hammer zu erwischen. Diese Minispiele strotzen nur so vor Einfallslosigkeit und machen kein bisschen Spaß. Dazu kommt, dass bei vielen dieser Spiele die Steuerung nicht richtig funktioniert. Während die Bedienung bei eigentlichem Quiz einwandfrei funktioniert, versagt sie hier ständig. So fehlt beim Korbball die Präzision, während eure Figur beim Seilspringen schon mal die Reaktion komplett verweigert. Ein großes Geheimnis ist außerdem, wann beim Hammerwerfen der Hammer losgelassen werden muss, damit er aufs Punktefeld fliegt. Ein Zeitpunkt mit Realitätsbezug ist es auf jeden Fall nicht.
Ein weiterer Frustfaktor ist neben den Minispielen die total unsinnige Punkteverteilung. Für den ersten Platz in einem Minispiel gibt es tausend Punkte. Für den zweiten sogar noch 600 – und das selbst, wenn nur zwei Spieler mitmachen. Im Vergleich dazu bringt eine richtig beantwortete Frage gerade mal hundert Punkte ein, was in der Gesamtwertung kaum noch Gewicht hat. Damit treten die Quizfragen in den Hintergrund, während die nervigen Minispiele über Sieg und Niederlage entscheiden. Es gibt zwar auch einen Mehrspieler-Modus ohne Minispiele, aber nicht einmal dabei gibt es eine faire Punkteverteilung. Der Spieler der hier als erster ins Ziel des Spielbrettes kommt - was vom Drehen des Rades und damit vom Zufall abhängt - erhält nämlich automatisch 2000 Punkte. Glück beim Remote-Schütteln ist also so viel wert wie 20 richtig beantwortete Fragen – was mehr Fragen sind, als bei manchen kurzen Spielen überhaupt gestellt werden. Die ganze Punkteverteilung ist kein bisschen durchdacht.
Moderator mit Wiederholungszwang
Im Einzelspieler-Modus bewegt ihr euch Feld für Feld über ein Spielbrett mit Fragen. Bei eurem Weg ins Ziel dürft ihr nur drei Fragen falsch beantworten, ansonsten ist das Spiel für euch vorbei. Richtig Spaß machen Quizspiele aber bekanntlich nur im Mehrspieler-Modus, der bei „Galileo Family Quiz“ drei Modi umfasst. Bei zwei davon gilt es das Zielfeld zu erreichen – einmal mit und einmal ohne Minispiele. Bei der dritten Variante, die „Galileo Rocket Science“ heißt, gilt es vier auf dem Spielbrett verteilte Raketenteile zu sammeln. Eine große Abwechslung zu den anderen Modi ist das aber nicht. Auch hier gibt es nämlich dieselben Felder – inklusive Minispiele. Es ist zwar schön, drei Varianten zur Auswahl zu haben, eine etwas abwechslungsreichere Modiauswahl wird aber vermisst. Ein reiner Quizmodus ohne Spielbrett, Minispiele und sonstigen Schnickschnack wäre beispielsweise eine schöne Sache gewesen.
Die Präsentation des Spiels ist so trocken wie Pampers Baby-Dry Windeln. Die Spielbretter sind zwar übersichtlich, optisch gesehen passiert darauf aber fast gar nichts. Bei der Wahl eurer Spielfigur habt ihr nur eine lächerlich kleine Auswahl, sodass Gestalten ohne jegliche individuelle Note über die Felder rennen. Und beim Cursor habt ihr sogar gar keinen Freiraum, weswegen Spieler Nummer 1 seine Antworten immer mit einem rosa Bärchen auswählen muss. Animationen deaktiviert ihr am besten gleich in den Optionen. Die nehmen nämlich erstens die halbe Spielzeit ein, sind zweitens furchtbar unspektakulär und wiederholen sich drittens auch noch ständig. Egal ob sich eure Spielfigur über eine richtige Antwort freut oder wegen einer falschen traurig ist – für beide möglichen Emotionen hat sie nur eine einzige Animation auf Lager.
Eine Moderation darf bei einem Quizspiel nicht fehlen und so leitet euch auch bei „Galileo Family Quiz“ ein Moderator über das Spielbrett. Der ist allerdings genauso minimalistisch gehalten wie die Grafik, sodass er nur als zweidimensionales Standbild am Anfang und am Ende einer Runde eingeblendet wird und die Fragen nicht vorliest, sondern nur Kommentare abgibt. Diese Kommentare wirken im ersten Moment gelungen, da der deutsche Sprecher einen guten Job macht. Doch schon nach wenigen Minuten werdet ihr ins Menü gehen und sie deaktivieren. Der Moderator hat nämlich gerade mal ein Dutzend Sprüche auf Lager, die er in einem etwa zwanzigminütigen Spiel vier bis fünfmal wiederholt. Die Moderation kann die Präsentation also nicht aufwerten. Offensichtlich wurde weder viel Zeit noch viel Mühe in diesen Teil des Spiels investiert, wofür auch spricht, dass die Kommentare oft nicht zum Geschehen passen. So werdet ihr aufgefordert auf dem Spielfeld eine Route zu wählen, wenn ihr gar keine Wahlmöglichkeit habt. Und „Ich dachte, diese Frage sei besonders schwierig“, wirkt als Kommentar einfach nur lächerlich, wenn die Frage lautet: „Welche Farbe hat die Mütze von Papa Schlumpf?“.
Sascha Geldermann meint...
Frage: Welchen Grund hat es, dass „Galileo Family Quiz“ trotz interessanter Fragen kein gutes Spiel ist?
a) nervige Minispiele
b) unsinnige Punkteverteilung
c) staubtrockene Präsentation
Richtig sind alle drei Antworten.
Frage: Welchen Grund hat es, dass „Galileo Family Quiz“ trotz interessanter Fragen kein gutes Spiel ist?
a) nervige Minispiele
b) unsinnige Punkteverteilung
c) staubtrockene Präsentation
Richtig sind alle drei Antworten.

GRAFIK
Die Präsentation ist staubtrocken, zumindest ist so aber die Übersicht gewährleistet.
Die Präsentation ist staubtrocken, zumindest ist so aber die Übersicht gewährleistet.

SOUND
Der Sprecher ist zwar gut, die Kommentare solltet ihr dennoch am besten sofort deaktivieren.
Der Sprecher ist zwar gut, die Kommentare solltet ihr dennoch am besten sofort deaktivieren.

BEDIENUNG
So gut sie bei den Fragen funktioniert, so sehr versagt sie bei den Minispielen.
So gut sie bei den Fragen funktioniert, so sehr versagt sie bei den Minispielen.

UMFANG
Viele Fragen und zwei Schwierigkeitsgrade halten Jung und Alt bei Laune. Die Modi-Auswahl ist aber zu einseitig.
Viele Fragen und zwei Schwierigkeitsgrade halten Jung und Alt bei Laune. Die Modi-Auswahl ist aber zu einseitig.
SPIELSPASS
So macht Wissen keinen Spaß.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
So macht Wissen keinen Spaß.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel