Sonic & SEGA All-Stars Racing
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 23.03.2010
Fliegende Panzer, rutschige Bananenschalen und beschleunigende Pilze – mit diesen Items haben Mario und Co. das Funracer-Genre geprägt. Nun schickt auch Sega seine Helden auf die Kartbahn. Können Sonic, Amigo und AiAi mit den Nintendo-Helden mithalten oder bleiben sie gar mit Motorschaden auf der Strecke liegen?
Sega-Prominenz hinterm Lenkrad
Sega hält sich mit Charakteren nicht zurück und schickt gleich 20 Fahrer auf die Piste – von denen die meisten erst freigeschaltet werden müssen. Neben dem blauen Igel selbst gibt es dabei viele weitere Figuren aus dem Sonic-Universum, darunter Amy, Dr. Eggman und Shadow. Auch dabei sind Billy Hatcher, der rollende Affe AiAi, Amigo, Ulala und Ryo Hazuki. Jeder der Fahrer hat sein eigenes Fahrzeug, sodass Tails in einem kleinen Flugzeug unterwegs ist, AiAi in einem bananenförmigen Wagen und Ryo auf einem Motorrad. Die Charaktere unterscheiden sich aber nicht nur anhand ihrer Fahrzeuge, sondern auch in Punkto Geschwindigkeit, Beschleunigung, Fahrverhalten, Turbo und Gewicht. Insgesamt kommen Sega-Fans bei der Fahrer-Auswahl auf jeden Fall auf ihre Kosten.
Auch mit Strecken hat Sega nicht gegeizt. Am Anfang sind acht Kurse befahrbar. Dabei rast ihr durch die idyllische Landschaft der Wal-Lagune, durch eine kurvenreiche Kasinowelt, einen verwunschenen Wald und das futuristische Shibuya-Zentrum. Durch Erfolge könnt ihr noch 16 weitere Kurse erspielen, die sich abwechslungsreich gestalten und viele Überraschungen für euch bereit halten. Enge Kurven zählen noch zu euren kleineren Problemen, wenn ihr auf gefährliche Abgründe achten oder Gegnern ausweichen müsst. Solche Hindernisse machen die Strecken erst richtig interessant und verlangen von euch volle Aufmerksamkeit.
„Sonic & Sega All-Stars Racing“ ist ein reinrassiger Funracer und bietet das gewohnte Spielprinzip, bei dem ihr in Rennen oder ganzen Rennserien gegen mehrere Kontrahenten um den Sieg kämpft. Geschwindigkeit ist dabei längst nicht alles, schließlich kommen genretypisch auch noch viele Items zum Einsatz. Wer schon einmal „Mario Kart“ gespielt hat, wird sich dabei schnell zurechtfinden. Ihr sammelt einfach Fragezeichen-Boxen auf und schon bekommt ihr ein Item. Leider grenzt sich dieses Spiel nicht genug von „Mario Kart“ ab, sodass viele der Items schon vom Nintendo-Racer bekannt sind. Nur dass hier statt Pilze Schuhe einen Temposchub geben, statt Panzer Raketen abgefeuert werden und statt Bomben Minen eure Konkurrenz in die Luft jagen. Immerhin sind einige der neun Items auch etwas kreativer, wie der Verwirrstern, der den Bildschirm eurer Gegner auf den Kopf stellt. Interessant ist außerdem, dass alle Fahrer auch ein individuelles Item bekommen können. Mit diesen sogenannten All-Star-Gegenständen rast beispielsweise Sonic auf einer goldenen Energiewelle besonders schnell über die Strecke. Dr. Eggman schießt dagegen mit vernichtenden Raketen um sich und Amigo lenkt seine Gegner mit einem Tanz ab.
Die Steuerung funktioniert insgesamt sehr gut. Bei drei möglichen Konfigurationen findet ihr auf jeden Fall eine passende. Die Lenkung fühlt sich nur ein ganz kleines Bisschen schwammig an, sodass ihr eure Fahrer zwar sicher über die Strecke führt, sie in kritischen Momenten aber nicht ganz so genau unter Kontrolle habt, wie ihr euch das wünschen würdet. Neben Lenken und Gasgeben ist auch noch das Driften wichtig. Damit kommt ihr nicht nur gut um die Kurve, sondern könnt auch einen Geschwindigkeitsschub aufbauen – auch das kennen Nintendofans schon. Nutzt ihr eine Sprungschanze und drückt den Driftknopf in der Luft, legt ihr außerdem Tricks hin, die euch bei einer erfolgreichen Landung auch einen Geschwindigkeitsschub einbringt. Im Großen und Ganzen bietet „Sonic & Sega All-Stars Racing“ also ein ordentliches Funracer-Gameplay, bringt dabei aber kaum eigene Ideen ein.
Einsame Raser und gesellige Rampensäue
Der Soloplayer-Part gestaltet sich motivierend. Im Mittelpunkt steht dabei der Grand Prix, bei dem ihr in verschiedenen Cups bei jeweils vier Rennen um den Pokal kämpft. Hier gesammelte Punkte lassen sich unter anderem in neue Fahrer und Strecken investieren, was die Motivation oben hält. Sind euch vier Rennen zu viel, könnt ihr auch in Einzelrennen antreten, bei denen ihr euch den kurzen Funracer-Kick für zwischendurch holen könnt. Und auch das „Zeitrennen“ darf natürlich nicht fehlen. Bei diesem Kampf gegen die Uhr fahrt ihr auf einer Strecke drei Runden lang um die Bestzeit. Itemboxen gibt es keine, ihr könnt auf einer Strecke aber insgesamt drei Temposchübe einsetzen. Wo und wann ihr sie einsetzt, sollte ein wesentlichen Teil eurer Taktik sein, wenn ihr auf die Bestzeit schielt.
Für Auflockerungen sorgen im Solo-Modus verschiedene Missionen. Dabei kann es sich um normale Rennen handeln, oft steht aber auch das Sammeln von Gegenständen oder das Durchfahren von Toren auf dem Programm. Besonders stressig ist der Missionstyp mit dem Namen „Rausschmeißer“. Hierbei fliegt alle 30 Sekunden der Letztplatzierte aus dem Rennen. Ihr solltet euch also lieber beeilen, wenn ihr im Rennen bleiben wollt. Der Schwierigkeitsgrad ist stets fordernd aber fair – und das nicht nur bei den Missionen, sondern auch in allen anderen Modi.
Ein Funracer ohne Mehrspieler-Modus ist wie Mario ohne Latzhose. Auch „Sonic & Sega All-Stars Racing“ bietet einen Multiplayer-Part, den ihr allerdings nur im lokalen Multikarten-Spiel voll genießen könnt. Dabei stehen euch drei Spielarten zur Auswahl, nämlich einfache Rennen, der schon erwähnte „Rausschmeißer“ und Kämpfe. Mit einem „Kampf“ ist das gemeint, was bei Mario Kart „Ballonjagd“ heißt. Ihr bombardiert also in drei Arenen eure Gegner mit Items, bis diese nach drei Treffern aus dem Spiel fliegen. Wenn ihr euer Erbarmen abschaltet und eure Gegner mit Raketen, Bomben und K.O.-Handschuhen von der Strecke jagt, kommt eine Menge Spaß auf – der online leider nicht in demselben Umfang geboten wird.
Online fallen „Rausschmeißer“ und „Kampf“ nämlich weg, sodass nur noch einfache Rennen übrig bleiben. Die machen zwar auch Spaß, der Wegfall der anderen Modi ist dennoch ärgerlich. Noch schlimmer ist es um das Einzelkarten-Spiel bestellt. Nach nervig langen Ladezeiten dürft ihr hier nämlich gerade mal in einem einzigen Rennen gegen einen Freund antreten. Danach schaltet sich der Nintendo DS eures Mitspielers automatisch aus. Wollt ihr ein weiteres Rennen gegen ihn fahren, muss er seinen Nintendo DS erst wieder starten und sich das Spiel mit langen Ladezeiten erneut von euch herunterladen. Das ist so nervig, dass das niemand mehr als zweimal mitmacht. Das Einzelkarten-Spiel ist ein schlechter Witz und hätte so eigentlich auch ganz weggelassen werden können. Andere Rennspiele haben das deutlich besser gelöst – auch hier sei wieder auf „Mario Kart DS“ verwiesen.
„Sonic & Sega All-Stars Racing“ ist bunt, schnell und flimmert natürlich in drei Dimensionen über den Bildschirm. Die Grafik kann sich wirklich sehen lassen. Zwar sind weder die Fahrer noch die Strecken besonders detailliert, dafür gefallen aber das abwechslungsreiche Streckendesign und die stets stabile Framerate. Beim Sound haben die Entwickler auf eine recht monotone Geräuschkulisse und ebenso einseitige Elektrobeats gesetzt. Dabei haben sie aber auch nicht vergessen, bekannte Musikstücke einzubinden. So sorgt neben Charakterauswahl und Streckendesign auch die Musik dafür, dass das charmante Sega-Flair über die Rennbahnen weht.
Sascha Geldermann meint...
Das Hauptproblem dieses Sega-Racers ist die Konkurrenz. Zum einen ist er dem Nintendo-Pendant zu ähnlich, zum anderen ist er ihm auch in allen Bereichen leicht unterlegen. Doch mit Mario und Co. flitze ich andererseits auch schon seit Jahren über Strecken, die mittlerweile keine Überraschungen mehr für mich bereithalten. Daher war „Sonic & Sega All-Stars Racing“ eine erfrischende Abwechslung für mich, die mich gut unterhalten und lange motivieren konnte. Die Sega-Charaktere schlagen sich bei ihrem Funracer-Ausflug alles andere als schlecht und lassen dank individueller Eigenschaften Fan-Herzen schnell höher schlagen.
Das Hauptproblem dieses Sega-Racers ist die Konkurrenz. Zum einen ist er dem Nintendo-Pendant zu ähnlich, zum anderen ist er ihm auch in allen Bereichen leicht unterlegen. Doch mit Mario und Co. flitze ich andererseits auch schon seit Jahren über Strecken, die mittlerweile keine Überraschungen mehr für mich bereithalten. Daher war „Sonic & Sega All-Stars Racing“ eine erfrischende Abwechslung für mich, die mich gut unterhalten und lange motivieren konnte. Die Sega-Charaktere schlagen sich bei ihrem Funracer-Ausflug alles andere als schlecht und lassen dank individueller Eigenschaften Fan-Herzen schnell höher schlagen.

GRAFIK
Das Streckendesign ist trotz weniger Details gelungen und das Renngeschehen läuft stets flüssig.
Das Streckendesign ist trotz weniger Details gelungen und das Renngeschehen läuft stets flüssig.

SOUND
Die Musik hat Sega-Flair. Die monotonen Geräusche überzeugen dagegen wenig.
Die Musik hat Sega-Flair. Die monotonen Geräusche überzeugen dagegen wenig.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert unterm Strich gut, ist aber ein klein wenig schwammig.
Die Steuerung funktioniert unterm Strich gut, ist aber ein klein wenig schwammig.

UMFANG
Es gibt 20 Fahrer und 24 Strecken. Der Online-Part hat aber nervige Einschränkungen.
Es gibt 20 Fahrer und 24 Strecken. Der Online-Part hat aber nervige Einschränkungen.
SPIELSPASS
Auch Sega-Helden machen in Karts eine gute Figur.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Auch Sega-Helden machen in Karts eine gute Figur.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel