Metroid Prime Trilogy
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 20.03.2010
Metroid Prime 1 und 2 gehörten zu den besten Spielen auf dem Gamecube, und auch auf der Wii sorgte der dritte Teil für Traumwertungen. Grund genug für Nintendo, alle Teile noch einmal in einer großen Box für die Wii herauszubringen. Lohnt sich der Kauf?
Die einzelnen Spiele im Überblick:
Metroid Prime
Samus Aran, die wohl bekannteste Kopfgeldjägerin des Universums, empfängt einen Hilferuf von einer havarierten Fregatte der Föderation in der Nähe des Planeten Tallon IV. Pflichtbewusst macht sie sich auf, den Vorfall zu untersuchen, doch als sie eintrifft, findet sie eine Ruine vor, gefüllt mit den toten Körpern der Truppen der Föderation... und der Weltraumpiraten. Klar, dass die wieder ihre Finger im Spiel haben.Bei genaueren Untersuchungen im Schiff trifft sie auf einen riesigen Parasiten, der sie auch gleich angreift. Da es keine andere Möglichkeit gibt, muss Samus den Parasiten besiegen. Als er abstürzt, reißt er ein riesiges Loch in die Wand des Schiffes, woraufhin sich die Selbstzerstörungssequenz des Schiffes einschaltet. Samus wird verletzt und verliert, wie für die Metroid-Spiele üblich, ihre Fähigkeiten. Gerade rechtzeitig schafft sie es, das Schiff zu verlassen, doch ihr Raumschiff wird von einem Trümmerteil getroffen und stürzt ab – auf den Planeten Tallon IV, der von einer seltsamen Seuche namens Phazon befallen ist...
Der erste Teil der Prime-Saga setzte Maßstäbe im Bereich der Egoshooter auf den Heimkonsolen, verzichtete er doch komplett auf umständliche Bewegungsabläufe und verzwickte Tastenbelegungen. Auch die Story rund um das Phazon, die Metroids und die Weltraumpiraten wurde von den Kritikern hochgelobt und brachte dem Spiel hohe Wertungen ein und machte die neu gegründeten Retro Studios praktisch über Nacht berühmt. Einzig und allein das viele hin- und herlaufen, was stark nach einer künstlichen Verlängerung der Spielzeit roch, machte dem Spiel zu schaffen und drückte das Spielvergnügen. Doch trotz alledem legte Metroid Prime einen soliden Grundstein für das außergewöhnliche Abenteuer, das Samus in Egoperspektive erleben würde. Denn mit der Vernichtung des Phazon-Meteoriten auf Tallon IV, übrigens die ursprüngliche, aber verlassene Heimat der Chozo, war der Kampf gegen das hoch gefährliche Erz noch nicht vorbei...
Metroid Prime 2: Echoes
Samus empfängt einen weiteren Hilferuf, diesmal von einer abgestürzten Fregatte auf dem Aether, einem recht seltsamen Planeten. Denn die Dimensionen des Aether wurden gespalten, und so entstand ein doppelter Planet: der dunkle und der helle Aether. Alles, was es bis dahin auf dem normalen, hellen Aether gab, bekam ein „dunkles“ Gegenstück auf seinem dunklen Zwilling. Die Bewohner des Planeten, die Luminoth, waren eng mit den Chozo verbunden, und unterlagen in einem schrecklichen Krieg den Ausgeburten des dunklen Aether, den Ing. Doch nicht nur die Lebewesen auf dem Aether haben einen dunklen Zwilling. Als Samus auf dem Planeten eintrifft, reagiert der dunkle Zwilling und erschafft eine dunkle Seite unserer Heldin, eine dunkle Samus.Der Auftrag unserer Heldin ist währenddessen klar: den ebenfalls durch Phazon verseuchten Aether retten und seine dunkle Seite zurückschlagen, damit die Luminoth wieder in Frieden auf ihrem Planeten leben können. Und natürlich das Phazon aufhalten. Doch was ist mit der dunklen Samus...?
Der zweite Teil der Saga stand dem Ersten in nichts nach und Retro lieferte einen würdigen Nachfolger ab. Mit verbesserter Grafik, neuen Waffen und einer spannenden, neuen Story, die auf einem sterbenden Planeten zwischen den Dimensionen spielt. Immer wieder müssen wir zwischen der hellen und dunklen Seite des Aethers hin und her wechseln und uns immer wieder der tödlichen Atmosphäre des bösen Planeten aussetzen, der wir nur in einigen „Lichtblasen“ entkommen konnten. Zudem wurde in diesem Teil der Grundstein für die Handlung des letzten Teiles gelegt, indem die dunkle Samus erschaffen wurde. Zudem konnten wir zum ersten mal mit NPC-Figuren interagieren, auch wenn es nur Soldaten der Föderation sind, die uns nicht viel zu sagen haben.Neu und einzigartig in der Metroid Prime Serie war der Multiplayermodus, in dem wir verschiedene Modi wie Deathmatch mit bis zu 4 Spielern spielen konnten – allerdings nur Lokal an einer Konsole. Negativ war wieder einmal das viele hin und her Gerenne anzusehen, welches wieder die gleiche Funktion wie im ersten Teil erfüllte.

Metroid Prime 3: Corruption
Mit Teil 3 hielt Samus schließlich Einzug auf der Wii und lieferte hier direkt einen Hochglanzstart ab. Die dunkle Samus aus dem zweiten Teil hat die Weltraumpiraten unterworfen und lässt sie auf das Universum los – zusammen mit dem Phazon, mit dem sie sich verbunden hat. Auf mehreren Planeten schlagen Phazonmeteore ein und verseuchen das Universum zunehmend. Klar, dass das Oberkommando der Föderation Samus losschickt, um die Sache zu klären. Doch Samus ist nicht allein, denn die besten Kopfgeldjäger der Galaxis wurden zusammengerufen, um gegen die Phazonverseuchung zu kämpfen: Samus, Ghor, Rundas und Gandrayda. Doch die dunkle Samus lockt die Gruppe in einen Hinterhalt, verseucht die Gruppe von Helden mit Phazon und macht sie zu ihren Sklaven – nur Samus kann mit Glück entkommen und ist wieder auf sich allein gestellt.Diesmal führt Samus das Abenteuer in mehrere Welten hinein, die sich allesamt unterscheiden. Selbst auf dem Heimatplaneten der Piraten und auf Phaaze, dem Ursprung des Phazon, kämpft sie gegen die Verseuchung, die nun auch sie befallen hat. Doch Samus wäre nicht Samus, wenn sie diesen Umstand nicht irgendwie für sich nutzen würde. Und schließlich, nachdem sie die Planeten von der Phazonbedrohung erlöst hat und ihre ehemaligen Mitstreiter besiegt hat, kommt es zum Endkampf mit ihrem bösen Zwilling...
Auch Teil 3 war ein echtes Highlight, und eine gelungene Premiere auf der Wii. Die neue Steuerung und andere Neuerungen, wie ein verbessertes Interface und neue Waffen, gepaart mit einer wieder verbesserten Grafik, brachten dem Spiel ebenfalls Wertungen im 90+ Bereich ein. Ein spannendes Finale der Trilogie und vor allem ein würdiger Abschluss. Das Problem des künstlichen Zeitschindens wurde zwar angepackt, aber leider nicht ganz gelöst. Diesmal verschlug es Samus auf mehrere Planeten, zwischen denen sie, wenn sie freigegeben waren, frei wechseln konnte. Dennoch musste man immer wieder von einer Landeplattform recht weit durch die Karten rennen. Das wurde aber recht schnell zur Nebensache, denn im dritten Teil haben sich die Designer kräftig ins Zeug gelegt und wahrscheinlich die schönsten Spielwelten der Trilogie erschaffen. Ob nun in den luftigen Höhen der leblosen Forschungsstation in den Wolken von Elysia, den feurigen Lavaströmen des Bryyo oder den surreal wirkenden Welten des Phaaze – jede Welt hatte einen eigenen Charakter und bot eindrucksvolle Endgegner. Einzig und allein der Schwierigkeitsgrad war, im Gegensatz zu den Vorgängern, recht niedrig angesetzt. Leider wurde auf einen Multiplayerpart verzichtet.

Die Prime-Trilogie ist ein Spielerlebnis erster Klasse, und gerade Spieler, die keinen Gamecube (mehr) besitzen, sollten sich diese Spielesammlung auf jeden Fall zulegen. Die Steuerung wurde perfekt angepasst – der erste und zweite Teil spielt sich nun wie Teil 3 und intensiviert das Spielerlebnis erneut. An Grafik und Sound wurde hingegen nichts geändert – die Trilogie steht ganz im Zeichen der New-Play Control Reihe – nur, dass es nicht außen drauf steht.
Leider hat die Box aber auch Nachteile. Sinnvolle Erweiterungen, wie zum Beispiel ein onlinefähiger Multiplayer des zweiten Teiles fehlen. Der Modus ist zwar vorhanden, jedoch wie im Original nur lokal spielbar, was nicht wirklich auf der Höhe der Zeit ist und der Box noch den letzten Pfiff gegeben hätte. Ein Persönlicher Nachteil ist mir noch aufgefallen: die Startbildschirme der Spiele fehlen, was leider auch verhindert, dass das grandiose Titellied des ersten Teiles nicht mehr zu hören ist. Die Spiele werden von einem einheitlichen Menü am Anfang aus gestartet, mit separaten Speicherständen. Der Speicherstand aus Metroid Prime 3 funktioniert übrigens nicht. Für Fans der Spiele ist diese Box dennoch ein Muss, gerade wegen der Wii-Steuerung in den ersten beiden Teilen. Auch wenn leider nur wenige Neuerungen festzustellen sind, erlebt man die Spiele noch einmal mit einem besseren Gefühl für die Steuerung und wird recht schnell in den gleichen Rausch fallen, den man beim ersten Durchspielen hatte.
Geliefert wird die Metroid Prime Trilogy übrigens in einem Pappschuber, in dem eine normale (Wii) DVD Hülle zu finden ist. Alle 3 Spiele passten auf eine einzelne Wii-Disk. Die aus Teil 3 bekannten Bonus Credits wurden in alle 3 Spiele eingebaut und lassen sich im Hauptmenü der Disk gegen diverse Boni eintauschen: Konzeptzeichnungen, Soundtracks (zum Glück auch der Intro-Track aus Teil 1) und das aus Teil 1 bekannte Feature, die Spielfigur im Fusion-Suit (aus Metroid Fusion für den GBA) steuern zu können, wurden eingebaut. Den Fusion Suit wurde im 1. Teil freigeschaltet, wenn man das Spiel Metroid Fusion auf dem GBA durchgespielt und anschließend per GBA-Kabel mit dem Gamecube verbunden hatte. Dieses Feature wird aber nur in Teil 1 eingesetzt, die anderen Teile greifen nicht darauf zu. Eine WiFi Connection besteht praktisch nicht, nur für die Freundes-Coupons, die in etwa den Stellenwert der Bonus Credits haben, können ausgetauscht werden.
Dem Spiel liegen ein recht umfangreiches Handbuch sowie ein kleines Hochglanzbooklet mit eindrucksvollen Konzeptgrafiken und einer tollen Zusammenfassung der Geschichte der Prime-Saga bei. Negativ zu bemerken ist, dass der hässliche FSK-Aufdruck auch auf dem DVD-Inlay zu finden ist, was das ansonsten sehr gut aussehende Cover der Trilogie erheblich stört. Wenn das Symbol schon auf dem Pappschuber ist, warum dann noch einmal auf dem Inlay (ohne Wendecover?)
Aljoscha Reuther meint...
Ja, es sind 3 mehr oder weniger alte Spiele. Ja, sie sind inhaltlich und spielerisch nahezu nicht verändert. Einzige Neuerung ist die Wii-Steuerung, der 3. Teil blieb sogar komplett unangetastet. Und doch verdient die Trilogie eine absolute Topwertung, denn so viel Spielspaß und vor allem soviel Spielzeit findet man selten. Zudem gibt sie Neueinsteigern einen guten Einblick in die Geschichte von Metroid Prime, die man beim dritten Teil, wenn man die Gamecube-Versionen nicht hatte, vermisst hat. Einzig und allein die wirklich fehlenden Neuerungen, wie zum Beispiel ein onlinefähiger Multiplayer, drücken die Wertungen leicht. Hättet ihr den Spielern nicht vielleicht doch noch diesen Gefallen tun können, Nintendo?
Ja, es sind 3 mehr oder weniger alte Spiele. Ja, sie sind inhaltlich und spielerisch nahezu nicht verändert. Einzige Neuerung ist die Wii-Steuerung, der 3. Teil blieb sogar komplett unangetastet. Und doch verdient die Trilogie eine absolute Topwertung, denn so viel Spielspaß und vor allem soviel Spielzeit findet man selten. Zudem gibt sie Neueinsteigern einen guten Einblick in die Geschichte von Metroid Prime, die man beim dritten Teil, wenn man die Gamecube-Versionen nicht hatte, vermisst hat. Einzig und allein die wirklich fehlenden Neuerungen, wie zum Beispiel ein onlinefähiger Multiplayer, drücken die Wertungen leicht. Hättet ihr den Spielern nicht vielleicht doch noch diesen Gefallen tun können, Nintendo?

GRAFIK
Die Grafik ist immer noch super, allerdings schwächeln Teil 1 und 2 gegenüber dem 3. Teil etwas ab
Die Grafik ist immer noch super, allerdings schwächeln Teil 1 und 2 gegenüber dem 3. Teil etwas ab

SOUND
perfekte Soundkulisse in allen Teilen
perfekte Soundkulisse in allen Teilen

BEDIENUNG
die Wii Steuerung endlich in Teil 1 und 2
die Wii Steuerung endlich in Teil 1 und 2

UMFANG
weit über 100 Stunden Spielspaß
weit über 100 Stunden Spielspaß
SPIELSPASS
Wer diese Box noch nicht hat, muss sie sich holen!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Wer diese Box noch nicht hat, muss sie sich holen!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel