Super Monkey Ball: Step & Roll
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 16.03.2010
Vor fast zehn Jahren bekam Sega die verrückte Idee, Affen in Kugeln zu stopfen und sie darin durch Labyrinthe rollen zu lassen. Da dieses Konzept gut ankam und Klagen seitens Tierschutzorganisationen ausblieben, hat sich „Super Monkey Ball“ mittlerweile als bekannte Geschicklichkeitsreihe etabliert. Nachdem „Banana Blitz“ zum Wii-Launch schon von der Remote profitierte, geht „Step & Roll“ nun noch einen Schritt weiter: Dank Balance Board lässt sich die rollende Affenbande jetzt auch mit vollem Körpereinsatz durch die Levels leiten.
Fingerspitzengefühl und Körpereinsatz
Mit Aiai, Meemee, Baby und Gongon warten gleich vier Affen darauf, von euch durch die Labyrinthe gejagt zu werden. Dabei warten sieben verschiedene Welten mit jeweils zehn Levels auf euch, sodass ihr nach den Gesetzen der Multiplikation insgesamt 70 Levels knacken müsst. Jede Welt hat ihr eigenes Thema, wobei die Affeninsel den Anfang macht. Dieser Schauplatz hat nichts mit Guybrush Threepwoods Abenteuern zu tun und bietet statt legendären Schätzen und Geisterpiraten ein idyllisches Setting und recht lineare Bahnen. Im Hauptmodus lasst ihr eure Affen durch alle zehn Levels einer Welt rollen, damit sich am Ende neue schwierigere Welten freischalten. Eine Geschichte gibt es dabei übrigens nichts. Es geht bei „Step & Roll“ einfach um den Arcade-Spaß.
Das Spielprinzip ist simpel gestrickt, macht aber gerade dadurch auch sofort Spaß. Euer Affe landet immer in einem Labyrinth, das sich mit der Remote oder erstmals auch durch Gewichtsverlagerung auf dem Balance Board neigen lässt. Da die Gesetze der Schwerkraft auch für Affen in Kugeln gelten, könnt ihr dadurch bestimmen, wohin Aiai oder einer seiner Freunde rollen. Es gilt möglichst viele Bananen zu sammeln und vor Ablauf eines Zeitlimits ein Tor zu erreichen, um ein Level zu beenden.
Das Prinzip ist einfach zu erlernen, in späteren Levels aber gar nicht mal so leicht zu meistern. Zum einen wird das Zeitlimit immer knapper, zum anderen tauchen aber auch immer mehr Hindernisse auf. Wenn ihr Steinblöcken ausweichen, Abgründe umgehen, Sprungschanzen nutzen und Schalter drücken müsst, kommt ihr beim Anblick des erbarmungslosen Zeitlimits oft ins Schwitzen. Gerade diese Kombination aus unkomplizierten und dennoch forderndem Spielprinzip ist es, dank der auch „Step & Roll“ wieder viel Spaß macht.
Einen neuen Steuerungsansatz liefert Sega mit der Unterstützung des Wii Balance Boards, welches Fitnessfanatiker bereits erfolgreich in Wii Fit nutzen. Dabei wird das Spiel durch Gewichtsverlagerung gesteuert, was zunächst auch im Sinne des Spielprinzips erscheinen mag. Ist der Spieler allerdings ernsthaft auf gute Zeiten und erfolgreiches Spielen aus, zeigt sich bereits nach wenigen Minuten, dass das Balance Board nicht geeignet ist. Zu unpräzise gestaltet sich die Steuerung und so ist sie höchstens für Gelegenheitsspieler noch ein wenig interessant. Wer Super Monkey Ball ernsthaft spielt, sollte aber die bewährte Controller-Steuerung bevorzugen. Die Bedienung durch Neigen der Remote funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungsphase nämlich wieder ausgezeichnet.
Lahme Affenparty
Die 70 Levels sind nicht besonders lang, halten aber doch eine ganze Weile bei Laune. Wer sie alle bezwungen hat, findet im Marathon-Modus weitere Herausforderungen. Hier gilt es 30 oder sogar 60 Levels am Stück zu meistern. Das sollte selbst erprobte Fans richtig fordern. Für neue Impulse nach den einsamen Rolltouren sorgt außerdem der kooperative Modus. Hier werdet ihr von einem Freund unterstützt, der zwar nicht mit euch durch die Levels rollt, dafür aber Hindernisse einfach aus dem Weg schießen kann. Es greift euch also einfach unter die Arme, was vergleichbar mit dem Mehrspieler-Modus in „Super Mario Galaxy“ ist. Schade ist nur, dass es keinen Online-Modus gibt. Nicht einmal eine Internet-Rangliste bietet „Step & Roll“, die der Langzeitmotivation sicherlich gut getan hätte.
Auch die Minispiele lassen sich nur offline spielen – das aber zumindest mit bis zu vier Spielern. Während die kleinen Spiele früher eine willkommene Abwechslung waren, wirken sie dieses Mal aber eher wie liebloses Beiwerk. Enttäuschend ist allein schon, dass aus den 50 Minispielen des Vorgängers nun 20 geworden sind. Aber auch das ist natürlich immer noch eine ordentliche Anzahl und genug für eine unterhaltsame Affenparty. Die Aufgaben sind dabei durchaus vielfältig: Ihr sortiert nicht nur Obst, sondern spielt auch Flipper, rast beim Rennrodeln steile Bahnen hinab und löscht sogar als affiger Feuerwehrmann Flammen. Ob ihr dabei mit der Remote spielt oder mit dem Balance Board, ist eure eigene Entscheidung. Die geforderten Aktionen sind in beiden Fällen sehr einfach gehalten und zeugen leider auch nicht von Kreativität. Meistens geht es nur darum, die Remote zu neigen oder zu schütteln. Unterm Strich ist die Affenparty bei einer kurzen Runde ganz unterhaltsam, auf Dauer aber enttäuschend lahm.
Bei der Technik bewegt sich „Step & Roll“ auf demselben Niveau wie sein Vorgänger, der damals zum Wii-Launch erschien. Dass es seitdem keine Verbesserungen bei der Grafik gab und Details immer noch rar sowie die Texturen matschig sind, ist eine schwache Leistung. Allerdings gefällt der Comic-Look wieder durch seine passende und farbenfrohe Gestaltung. Und ein Spiel wie „Super Monkey Ball“ braucht auch keine überragende Optik. Viel wichtiger ist eine stabile Framerate und die ist mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde auch gegeben. Auch der Sound erfüllt seinen Zweck. Die angenehm entspannende Musik wird zwar immer wieder durch Geräusche übertönt, die schon vor zehn Jahren veraltet gewesen sein müssen, gerade dieser Arcade-Charme passt aber auch ausgezeichnet zu den rollenden Affen.
Sascha Geldermann meint...
Als Kind konnte ich mich stundenlang mit Kugellabyrinthen aus Holz beschäftigen – heute fesselt mich „Super Monkey Ball“ an den Bildschirm. Das Spielprinzip ist simpel gestrickt, hat mich dank fordernder Levels aber lange unterhalten. Mit seinem Wii-Vorgänger kann „Step & Roll“ allerdings nicht ganz mithalten. Während der Umfang kleiner geworden ist, stellt die neue Balance Board-Steuerung keine Bereicherung für die Serie da. Sie ist so unpräzise, dass die rollenden Affen nur mit Remote-Einsatz für den gewohnten Spielspaß sorgen.
Als Kind konnte ich mich stundenlang mit Kugellabyrinthen aus Holz beschäftigen – heute fesselt mich „Super Monkey Ball“ an den Bildschirm. Das Spielprinzip ist simpel gestrickt, hat mich dank fordernder Levels aber lange unterhalten. Mit seinem Wii-Vorgänger kann „Step & Roll“ allerdings nicht ganz mithalten. Während der Umfang kleiner geworden ist, stellt die neue Balance Board-Steuerung keine Bereicherung für die Serie da. Sie ist so unpräzise, dass die rollenden Affen nur mit Remote-Einsatz für den gewohnten Spielspaß sorgen.

GRAFIK
Die Affen rollen stets flüssig durch farbenfrohe Levels. Die Texturen sind aber etwas matschig und Details sind rar gesäht.
Die Affen rollen stets flüssig durch farbenfrohe Levels. Die Texturen sind aber etwas matschig und Details sind rar gesäht.

SOUND
Der angenehme Soundtrack gleicht die schwachen Effekte wieder aus.
Der angenehme Soundtrack gleicht die schwachen Effekte wieder aus.

BEDIENUNG
Das Spiel lässt sich mit der Remote gewohnt präzise steuern. Die Bedienung über das Balance Board ist aber zu ungenau.
Das Spiel lässt sich mit der Remote gewohnt präzise steuern. Die Bedienung über das Balance Board ist aber zu ungenau.

UMFANG
70 Level und 20 Minispiele bieten genug Beschäftigung. Ein Online-Modus hätte aber auch drin sein müssen.
70 Level und 20 Minispiele bieten genug Beschäftigung. Ein Online-Modus hätte aber auch drin sein müssen.
SPIELSPASS
Die rollenden Affen rocken wieder – aber nur mit der Remote.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Die rollenden Affen rocken wieder – aber nur mit der Remote.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel