Phantasy Star Zero
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 09.03.2010
Einst führte ein großer Krieg die Welt an den Rand der Zerstörung. 200 Jahre sind seitdem vergangen und immer noch herrschen Chaos und Angst. Der einzige Hoffnungsschimmer sind Hunter-Gilden, die für Sicherheit und Frieden sorgen wollen. Bei „Phantasy Star Zero“ tretet ihr diesen Huntern bei, um entweder alleine oder online mit der Unterstützung von drei Mitstreitern die Welt in eine bessere Zukunft zu führen.
Drei Rassen für eine bessere Welt
Bevor ihr euch den Huntern anschließt, gilt es erst einmal einen eigenen Helden zu erstellen. Dafür stehen euch drei Rassen zur Auswahl. Die Menschen sind Allrounder und damit vor allem für Anfänger empfehlenswert. Mechanische Lebensformen namens CAST sind dagegen vor allem für ihre Fallen bekannt, während sich die Newman durch Spezialattacken auszeichnen. Neben der Rasse dürft ihr auch noch bestimmen, ob euer Held eher Stärken im Nahkampf oder lieber andere Talente haben soll. Dadurch ergeben sich interessante Kombinationen, mit denen sich eine Vielzahl verschiedener Helden erstellen lassen.
Optische Einstellungsmöglichkeiten habt ihr leider kaum. Lediglich zwischen vier Kopfformen sowie acht Stimmen könnt ihr wählen und außerdem Haut-, Haar- und Kleidungsfarbe bestimmen. So lassen sich rein äußerlich nicht gerade individuelle Kämpfer erstellen. Während der Editor enttäuscht, gefällt die Einbindung der verschiedenen Rassen. Je nachdem ob ihr euch für Mensch, CAST oder Newman entscheidet, erlebt ihr die Story aus einem anderen Blickwinkel. Die Geschichte wir dabei spannend erzählt und das immer wieder auch durch hübsche Anime-Sequenzen samt Sprachausgabe. Schade ist dabei nur, dass nicht nur die Sprachausgabe komplett in Englisch gehalten ist, sondern auch alle Texte. Nur die Bedienungsanleitung ist auf Deutsch - beim eigentlichen Spiel hat Sega auf eine Lokalisierung verzichtet.
Egal welchen Charakter ihr erstellt, ihr landet immer bei einer Hunter-Gilde, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, in der maroden Spielwelt für Sicherheit und Frieden zu sorgen. Ausgangspunkt ist dabei eine große Stadt, in der es neben einer Reihe von Läden auch eine Hunter-Gilde gibt. Hier erhaltet ihr eure Aufträge und gelangt über einen Teleporter außerdem zu euren Einsatzorten. Die acht Außengebiete gestalten sich dabei abwechslungsreich. Ihr stampft durch modrige Sümpfe genauso wie durch eisige Schneelandschaften. Und als Bonus wartet auch noch ein Turm auf euch, in dem ihr euch durch über 100 Stockwerke kämpft. Das Leben als Hunter ist auf jeden Fall kein Wochenendjob: „Phantasy Star Zero“ wird euch eine ganze Weile beschäftigen.
Einseitiger Hunter-Alltag
Serientypisch setzen sich alle Schauplätze aus vielen kleinen Abschnitten zusammen, die per Zufall angeordnet sind. Dabei könnt ihr allerdings selten einfach von Gebiet zu Gebiet rennen. Laserzäune öffnen sich erst, wenn ihr alle Gegner in einem Abschnitt besiegt habt, während ihr Torsperren nur mit passenden Schlüsselkarten überwindet. Des Weiteren wollen brüchige Wände zerstört, Schalter gedrückt und Fallen umgangen werden. Als Hunter gilt es also jede Menge Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Das größte Problem an „Phantasy Star Zero“ ist die fehlende Abwechslung. Aufgabenstellungen gibt es nur wenige. Mal sollt ihr einen bestimmten Gegenstand finden, dann wieder eine Person begleiten. Im Grunde besteht jede Mission aber eh daraus, dass ihr von Abschnitt zu Abschnitt rennt, Wellen von Gegnern beseitigt und euch abschließend einem Obermotz stellt. Das macht anfangs Spaß, auf Dauer wird dieser starre und monotone Ablauf aber langweilig.
Die Kämpfe an sich laufen in Echtzeit ab und sind sehr actionorientiert. Ihr haut euren Feinden schwache und starke Attacken um die Ohren, deren Treffgenauigkeit bei Kombos ansteigen. Außerdem stehen euch eine ganze Reihe von Spezialattacken zur Auswahl sowie ein Mag zur Seite. Mags sind Roboter, die euch im Kampf unterstützen und die sich auch mit Waffen ausrüsten sowie Aufleveln lassen. Auch euer eigener Held sammelt natürlich Erfahrung, steigt Level auf und verbessert seine Attribute. So könnt ihr es mit immer stärkeren Gegnern aufnehmen. Das habt ihr aufgrund eines knackigen Schwierigkeitsgrades auch nötig – zumindest wenn eure Feinde sich nicht selbst außer Gefecht setzen. Die KI hat nämlich einige herbe Macken. Wenn eure KI-Begleiter sowie eure Feinde gleichsam in einer Kiste hängen bleiben und minutenlang auf der Stelle laufen, könnt ihr diese abstruse Szene nur noch mit einem Kopfschütteln betrachten.
Kampfaktionen werden über die Y-, A- und B-Knöpfe ausgeführt, die sich frei belegen lassen. Drückt ihr dazu noch den R-Knopf setzt ihr außerdem Spezialattacken ein. Diese Bedienung ist durchdacht und funktioniert sehr gut. Sehr von Vorteil wäre aber noch die Möglichkeit gewesen, die Kamera manuell zu justieren. Die Übersicht geht ohne diese Funktion im Kampfgetümmel nämlich immer wieder verloren. Außerdem wird der Stylus viel zu selten eingesetzt. Natürlich muss der Touchscreen nicht mehr eingesetzt werden als nötig. Doch wenn ihr den Namen eures Helden über die Knöpfe in die virtuelle Tastatur eingebt, werdet ihr den Einsatz des Stylus definitiv vermissen.
Bildhaftes Meckern
„Phantasy Star“ ist seit Dreamcast-Zeiten für seinen Online-Modus bekannt, den ihr auch auf dem Nintendo DS nicht missen müsst. Nicht nur lokal könnt ihr euch mit drei Gefährten verbünden, sondern auch über die Nintendo Wi-Fi Connection. Wenn ihr zu viert durch das Land zieht, Items tauscht und euch im Kampf unterstützt, kommt die meiste Freude auf. Die Missionen werden dadurch zwar nicht abwechslungsreicher, zu viert macht aber auch das ständige Kämpfen eine Menge Laune. Dabei ist der Online-Part so durchdacht, dass Beute erst auftaucht, wenn alle Feinde in einem Abschnitt besiegt wurden. Dadurch ziehen auch Distanzkämpfer nie den Kürzeren.
Und wenn ihr euch doch von euren Kameraden über den Tisch gezogen fühlt, könnt ihr sie auch jederzeit Anmeckern – gerne auch mit aussagekräftigen Bildern. Es gibt schließlich einen Visual Chat, in dem endlich auch der Stylus richtig zum Einsatz kommt. Schreibt einfach einen Text auf den Touchscreen oder malt ein Bild – und schon erscheint eure Nachricht als Sprechblase über eurem Charakter. Einen Voice Chat gibt es nicht, aber auch so ist eine gute Kommunikation möglich. Die Entwickler haben gute Arbeit dabei geleistet, die Online-Tugenden dieser Serie auf den Nintendo DS zu übertragen.
Die Spielwelt erstrahlt bei „Phantasy Star Zero“ ist einer hübschen 3D-Optik. Und auch die detaillierte Charaktermodelle sehen sehr gut aus. Allerdings müsst ihr die hübsche Optik in den Kämpfen immer wieder mit ärgerlichen Framerate-Einbrüchen bezahlen. Und nicht nur die Grafik ist ein zweischneidiges Schwert, sondern auch der Sound. Auf der positiven Seite steht dabei definitiv die gelungene Musik, die das Geschehen stets passend begleitet. Auf der anderen wirken die Soundeffekte einfach nicht mehr zeitgemäß. Sie erinnern genauso wie das monotone Missionsdesign daran, das „Phantasy Star Zero“ zur alten Rollenspiel-Schule gehört.
Sascha Geldermann meint...
„Phantasy Star Zero“ entfaltet seine größten Stärken definitiv im Online-Modus. Mit drei Freunden in den Kampf zu ziehen, mir mit ihnen brüderlich die Beute zu teilen und eine marode Welt Stück für Stück sicherer zu machen, hat mich eine ganze Weile bei Laune gehalten. Auch das Einzelspiel im Story-Modus hat seinen Reiz, der aufgrund des monotonen Missionsdesigns aber viel zu schnell verfliegt.
„Phantasy Star Zero“ entfaltet seine größten Stärken definitiv im Online-Modus. Mit drei Freunden in den Kampf zu ziehen, mir mit ihnen brüderlich die Beute zu teilen und eine marode Welt Stück für Stück sicherer zu machen, hat mich eine ganze Weile bei Laune gehalten. Auch das Einzelspiel im Story-Modus hat seinen Reiz, der aufgrund des monotonen Missionsdesigns aber viel zu schnell verfliegt.

GRAFIK
Die detaillierte Optik kämpft ein bisschen mit Framerate-Problemen.
Die detaillierte Optik kämpft ein bisschen mit Framerate-Problemen.

SOUND
Die Musik ist stimmig, die Effekte sind aber recht lahm.
Die Musik ist stimmig, die Effekte sind aber recht lahm.

BEDIENUNG
Durch eine eigene Tastenbelegung kommt jeder Spieler mit der Steuerung zurecht. Dass sich die Kamera nicht nachjustieren lässt, ist aber fatal.
Durch eine eigene Tastenbelegung kommt jeder Spieler mit der Steuerung zurecht. Dass sich die Kamera nicht nachjustieren lässt, ist aber fatal.

UMFANG
Der gute Story-Modus überzeugt genauso wie der große Online-Part. Enttäuschend ist aber der Editor.
Der gute Story-Modus überzeugt genauso wie der große Online-Part. Enttäuschend ist aber der Editor.
SPIELSPASS
Etwas einseitiges Rollenspiel mit starkem Online-Part.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Etwas einseitiges Rollenspiel mit starkem Online-Part.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel