Assassin's Creed II: Discovery
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 27.02.2010
Mit leichter Verspätung folgt nun unser Review zu Assassin's Creed II: Discovery.
Im letzten Ableger für den DS bekamen wir die Vorgeschichte zu Altair's Erfolgsauftritt auf den Next-Gen Konsolen spendiert, im 2. Abenteuer für den DS werden wir direkt in die Geschichte des Hauptspieles geworfen - zumindest hat es den Anschein. Wie der Ausflug in das Italien zu Zeiten der Renaissance für den DS ausgefallen ist, lest ihr in folgendem Review.
Im letzten Ableger für den DS bekamen wir die Vorgeschichte zu Altair's Erfolgsauftritt auf den Next-Gen Konsolen spendiert, im 2. Abenteuer für den DS werden wir direkt in die Geschichte des Hauptspieles geworfen - zumindest hat es den Anschein. Wie der Ausflug in das Italien zu Zeiten der Renaissance für den DS ausgefallen ist, lest ihr in folgendem Review.
Von adliger Herkunft
Ezio Auditore da Firenze, ein klingender Name, nicht? So heißt nämlich unsere Spielfigur im neusten Jump 'n' Run Abenteuer für den DS, und es ist wieder einmal ein Vorfahre von Desmond, unserem Freund aus dem ersten Teil, der in der "Gegenwart" im Animus liegt. Das ging zu schnell? Nun, dann hier nochmal ein kleiner Einblick in das Grundprinzip von Assassin's Creed: Wir spielen besagten Desmond, der in einem Gerät namens Animus liegt. Mit diesem Gerät lassen sich die Erinnerungen an Vorfahren durchleben. Desmonds Vorfahren waren Assassinen, zum einen Altair - bekannt aus dem ersten Teil, und nun Ezio (den Nachnamen spare ich mir jetzt einfach). Allerdings setzt diese Handlung erst mit dem zweiten Teil auch auf dem DS ein; im ersten Teil erlebten wir, wie oben schon gesagt, die Vorgeschichte zu den Ereignissen des "großen Bruders".Aber zurück zu unserem Spiel. Wie schon erwähnt, spielt "Discovery" im 15. Jahrhundert in Italien. Wenn wir uns an den Geschichtsunterricht erinnern, fand zu dieser Zeit die Renaissance statt, also die Loslösung von alten Weltbildern - Italien war offen für neues!
Das hat die Oberhäupter der Kirche natürlich gestört, weil ihnen massenhaft Anhänger abhanden gekommen sind - also auch viel Geld, und so setzten sie ihre Inquisitoren ein, um den "Ketzern", also denen, die ein anderes Weltbild als die Kirche predigten, Einhalt zu gebieten - und sie kurz um "unschädlich" machten. Ezio's Familie gehörte mit zu diesen Opfern, als Assassine sehnt er sich natürlich nach Rache - und genau dort setzt unsere Handlung ein.
Nach einem kurzen Tutorial, in dem uns die Steuerung und die Funktionsweise des Spieles nahe gebracht wird, geht die Geschichte los - im Groben geht es um einen Entdecker, der von der spanischen Königin die Erlaubnis (und die Mittel) für eine Expedition nach Westen, also nach Amerika, haben möchte - und die Kirche will verhindern, dass diese Erlaubnis erteilt wird. Mehr wird von der Handlung nicht verraten, außer eines: das Ende ist offen, was ganz klar auf ein "Assassin's Creed II"-2 schließen lässt.
Das Spiel selbst ist ein klassisches Jump 'n' Run im Plattform-Stil, mit einigen kleinen Kampf- und Actionelementen. Ezio springt und Kämpft sich durch die Straßen und Häuser von Florenz und einigen spanischen Städten, ab und an gibt es sogar einen Ausflug in die ländlicheren Gebiete. Allerdings ist das Spiel insgesamt recht kurz und spartanisch ausgefallen.
Neben der komplett linearen Story und den ständig wiederkehrenden Missionszielen stört vor allem die immer gleiche Abfolge von Leveltypen: Nach dem Auftrag folgt das "freie Bewegen", sozusagen den Weg zum Ziel finden, danach kommt ein Kampflevel und dann ein Schleichabschnitt, in dem wir nur 4 mal von irgendwem gesehen werden dürfen, bevor die Synchronisation aufhört (= Game Over).
Aus der Zukunft
Synchronisation? Neue Spieler der Assassins' Creed Reihe werden zurecht ihre Probleme haben, der Grundstory folgen zu können. Denn im Gegensatz zum Hauptspiel folgt keinerlei Erklärung, was jetzt eigentlich Sache ist. Das Spiel startet in einer Computersimulation (Tutorial) und dann geht es nach Italien. Keinerlei Einführung in die Hintergrundgeschichte und das High-Tech interface, das ja eigentlich nicht zu einem Spiel in der Renaissance passt. Wer, wie viele Spieler, darauf verzichtet, im Handbuch die recht unspektakulär geschriebene Vorgeschichte durchzulesen, wird sich hier des öfteren Fragen, warum Ezio nicht stirbt, sondern einen Synchronisationsfehler "hat". Ich kann mich natürlich auch irren.Zurück zum Spiel. Ezio's Möglichkeiten wurden, im Gegensatz zum Vorgänger, leicht erweitert. Hier und da ist unser Italo etwas wendiger als Altair und hat ein paar neue "Moves" in der Tasche. Ansonsten bleibt es beim Alten: anschleichen und hinterrücks abstechen, mit dem Schwert kämpfen oder waghalsige Parcours-Manöver im besten Prince of Persia Stil sind bereits aus dem ersten Teil bekannt.
Das ganze sieht übrigens geradezu bombastisch aus, wenn man bedenkt, dass wir es hier mit dem DS zu tun haben. Animierte Hintergründe und detaillierte Charakteranimationen, vor allem bei Ezio, bringen das Spiel grafisch in die obere Liga. Einzig und allein die Charaktermodelle der Gegner wirken, wenn nah herangezoomt wird, etwas detailarm - aber das kann man verschmerzen.
Gesteuert werden die Kämpfe ausschließlich mit den Knöpfen des DS, der Touchscreen kommt praktisch nicht zum Einsatz. Das funktioniert ganz gut, allerdings kommt man ab und an einmal mit den Aktionen etwas durcheinander.
Soundtechnisch macht das Spiel ebenfalls einiges her. Bei DS Spielen kommt die Sprachausgabe immer mehr in Mode, und so ist es auch bei "Discovery": die Zwischensequenzen, die nur aus sich gegenüberstehenden Ingame-Figuren bestehen, sind komplett mit (englischer) Sprachausgabe versehen, und die Sprecher machen einen guten Job, vor allem was die verschiedenen Dialekte angeht.Trotz der technischen Leistung verliert das Spiel aber schnell seinen Reiz, zu eintönig sind die Missionen, zu einfach der Schwierigkeitsgrad, zu schnell wiederholt sich alles. Zudem findet im gesamten Spiel keine Charakterentwicklung statt; Ezio sagt immer "Ich mach's nicht", macht es dann aber doch, und will hinterher nichts davon wissen. Cool? Wohl eher unglaubwürdig.
Aljoscha Reuther meint...
Assassin's Creed II: Discovery ragt wieder nicht über den Rand einer langweiligen Portierung für die Hosentasche heraus. Zwar sind Grafik, Sound und Steuerung durchaus im hohen Bereich zu bewerten, die Story und die allgemeine Qualität des Spieles lassen allerdings zu wünschen übrig. Stellenweise besser als der Vorgänger, allemal, aber um den großen Vorbildern gerecht zu werden, muss auch mal ein gleichwertiges Spiel geschaffen werden, und nicht der allgemeine Abklatsch für den Handheld, wie er früher des öfteren beim Gameboy Advance zu finden war. Mehr ist im Spiel nämlich leider nicht drin.
Assassin's Creed II: Discovery ragt wieder nicht über den Rand einer langweiligen Portierung für die Hosentasche heraus. Zwar sind Grafik, Sound und Steuerung durchaus im hohen Bereich zu bewerten, die Story und die allgemeine Qualität des Spieles lassen allerdings zu wünschen übrig. Stellenweise besser als der Vorgänger, allemal, aber um den großen Vorbildern gerecht zu werden, muss auch mal ein gleichwertiges Spiel geschaffen werden, und nicht der allgemeine Abklatsch für den Handheld, wie er früher des öfteren beim Gameboy Advance zu finden war. Mehr ist im Spiel nämlich leider nicht drin.

GRAFIK
tolle Grafik für ein DS Spiel
tolle Grafik für ein DS Spiel

SOUND
gute Sprecher, authentische Dialekte, allerdings wiederholt sich irgendwie alles
gute Sprecher, authentische Dialekte, allerdings wiederholt sich irgendwie alles

BEDIENUNG
es funktioniert gut
es funktioniert gut

UMFANG
zu schnell durchgespielt, offenes Ende
zu schnell durchgespielt, offenes Ende
SPIELSPASS
Plattformer, der dem großen Original nicht gerecht wird
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Plattformer, der dem großen Original nicht gerecht wird
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel