Resident Evil: The Darkside Chronicles
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 21.01.2010
Obwohl das Genre des Survival-Horrors in den letzten Jahren einige neue Titel hervorbrachte, ist es vor allem Capcoms „Resident Evil“, das im Zusammenhang mit dem Genre immer wieder genannt wird. Dabei hat sich die Reihe mit dem vierten Teil von ihren Wurzeln deutlich entfernt und schlug einen neuen Weg als reinrassiges Action-Adventure ein. Mit „Resident Evil: The Umbrella Chronicles“ spendierte Capcom allen Wii-Besitzern darüber hinaus einen exklusiven Titel im Horror-Universum, der als Railshooter voll auf Action setzte. Nun gibt es einen Nachfolger, der die Chroniken mit dem Untertitel „The Darkside Chronicles“ fortsetzt.
Unterwegs mit Leon und Claire
Nachdem wir uns im Erstling auf die Spuren von „Resident Evil“, „Resident Evil Zero“ und „Resident Evil 3: Nemesis“ begaben, werden in den Darkside-Chroniken die Geschehnisse aus „Resident Evil 2“ und „Resident Evil: Code Veronica“ behandelt. Außerdem begeben wir uns mit Leon S. Kennedy und Jack Krauser auf eine völlig neue Mission, die unter dem Namen „Operation Javier“ beim US-Militär geführt wird. Die Vorgeschichte zu „Resident Evil 4“ dient dabei als Bindeglied zwischen den Rückblicken auf die vergangenen Abenteuer. Wir sind in jedem Szenario im Team unterwegs und können uns selbst entscheiden, welchen Part wir im Spiel übernehmen wollen. Am Ablauf einer Mission änder dies allerdings nichts. Obwohl wir also den Großteil der Szenarien bereits kennen, sind es vor allem die Dialoge, die neue Einzelheiten über die bekannten Charaktere preisgeben. Das Spiel selbst ähnelt seinem Vorgänger sehr stark, auf größere Experimente wurde seitens Capcom und Cavia verzichtet. Wie auf Schienen bewegt ihr euch durch jeden Abschnitt, konnte man im Vorgänger dabei teilweise noch mit dem Analog-Stick nach links und rechts schauen, ist dieses Feature nun verschwunden. Stattdessen wurde der frei gewordene Stick nun zum Wechseln der Waffen eingesetzt, was erstens häufig nötig ist und zweitens deutlich einfacher gelingt als noch im ersten Teil.
Um die mangelnde Bewegung der Protagonisten auszugleichen, wurde auf eine unruhige Kameraführung gesetzt. Das Mittendrin-Gefühl steigt dadurch erheblich, doch auch die Ungenauigkeit beim Zielen nimmt zu. So gelungen die Kamera also die Dramaturgie unterstützt, so nervig beeinflusst sie das Gameplay. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Es gibt was zu entdecken
Wie bereits im ersten Teil gibt es zahlreiche Geheimnisse zu entdecken. Tonnenweise Bonusmaterial und Dokumente und dazu aufrüstbare Waffen sorgen für einen hohen Wiederspielwert. Abhängig von eigenem Geschick und dem ausgewählten Schwierigkeitsgrad kann also eine Spielzeit von bis zu 20 Stunden erreicht werden. Um Zugang zu allen Bonusmaterialien zu erhalten, müssen aber nicht nur die zahlreichen Zombies, Mutationen und B.O.W.s (steht für Bio-Organische Waffe) erledigt, sondern auch alle Objekte in den Abschnitten zerstört werden. Im Grunde schießt man also einfach am besten auf alles. Praktisch: Die Pistole verfügt auch dieses Mal über unendlich viel Munition und dient so als Allzweckwaffe, wenn es um das Sammeln von Bonusobjekten geht. Das Aufleveln der Waffen wird mit Geld bezahlt und kann zwischen den Abschnitten jederzeit durchgeführt werden. So lassen sich etwa Schusskraft, Schussgeschwindigkeit oder Ladekapazität verbessern. Vor einem Kapitel können Waffen, die bereits im Spiel gefunden wurden, ausgewählt werden. Insgesamt vier Schießprügel (oder auch Granaten) kann der Charakter mit sich führen, während des Kapitels ist dann ein Wechsel jederzeit möglich.
Spielt man „Resident Evil: The Darkside Chronicles“ alleine, wird der zweite Protagonist vom Computer gesteuert und hilft tatkräftig mit. Das volle Potenzial des Spiels entfaltet sich jedoch erst im kooperativen Spielmodus, in dem zwei Spieler (leider nur offline) gegen die Zombiehorden in den Kampf ziehen. Über die Nintendo WiFi-Connection lassen sich online immerhin die eigenen Ergebnisse mit den Spielern aus aller Welt vergleichen.
Hübsch und atmosphärisch
Grafisch war bereits „The Umbrella Chronicles“ nicht zu verachten. Die gesparte Rechenpower auf Grund des Gameplays hat Cavia bei „The Darkside Chronicles“ ebenfalls dazu genutzt, um eine hübsche Grafik zu zaubern. Vor allem die Charaktermodelle können sich sehen lassen und gehören zu dem Besten auf Wii. Lediglich das teils doch sehr starke Kantenflimmern, vor allem in den hellen Abschnitten der Operation Javier, fällt störend auf. Der Atmosphäre tut dies jedoch keinen Abbruch, denn was die Fans etwa an „Resident Evil 5“ bemängelten, ist beim aktuellen Rail-Abenteuer für Wii kein Problem: Gruselatmosphäre ist garantiert. Das Zusammenspiel bekannter Charaktere, klassischer Gegner und einer stimmige Akustik funktioniert tadellos und lässt einen in den Erinnerungen an die frühen Survival-Ausflüge schwelgen. „Resident Evil: The Darkside Chronicles“ steht dem Vorgänger in Nichts nach. Designmängel wie die schlechte Waffenauswahl wurden beseitigt, die wackelige Kamera könnte dagegen einigen Spielern nicht so behagen. Das neue Kapitel klärt einige Storyfetzen auf, das Bonusmaterial und die Atmosphäre werden Fans der Reihe das Herz höher schlagen lassen. Für Fans ein Pflichtkauf, kann man sich mit dem Gameplay eines Railshooters anfreunden, sollte man ebenfalls einen Blick auf den Titel werfen.
Heiko Ellinger meint...
Capcom setzt den Fanservice fort. Abermals ertappe ich mich dabei, wie ich jede kleine Ecke in einem Level absuche beziehungsweise abschieße, damit ich nichts verpasse. Fast schon wehmütig schaue ich mir anschließend das Bonusmaterial an und denke an die vielen Survival-Horror-Stunden zurück. Und obwohl es hier deutlich actionreicher zugeht, packt mich die Atmosphäre - weil die Geschichte stimmt, die Charaktere passen und die Gegner gruseln. Wenn auch die Hauptreihe wohl nicht mehr zu ihren Wurzeln zurückkehren wird, darf Cavia gerne eine dritte Zombie-Ballerei entwickeln - denn trotz der Massen an Gegnern: Für Resident Evil Fans kann es einfach nicht genug geben.
Capcom setzt den Fanservice fort. Abermals ertappe ich mich dabei, wie ich jede kleine Ecke in einem Level absuche beziehungsweise abschieße, damit ich nichts verpasse. Fast schon wehmütig schaue ich mir anschließend das Bonusmaterial an und denke an die vielen Survival-Horror-Stunden zurück. Und obwohl es hier deutlich actionreicher zugeht, packt mich die Atmosphäre - weil die Geschichte stimmt, die Charaktere passen und die Gegner gruseln. Wenn auch die Hauptreihe wohl nicht mehr zu ihren Wurzeln zurückkehren wird, darf Cavia gerne eine dritte Zombie-Ballerei entwickeln - denn trotz der Massen an Gegnern: Für Resident Evil Fans kann es einfach nicht genug geben.

GRAFIK
tolle Charaktermodelle, aber das Kantenflimmern stört
tolle Charaktermodelle, aber das Kantenflimmern stört

SOUND
stimmige Musikuntermalung und gute englische Synchronisation
stimmige Musikuntermalung und gute englische Synchronisation

BEDIENUNG
Waffenwechsel vereinfacht, dafür stört die wackelnde Kamera beim Zielen
Waffenwechsel vereinfacht, dafür stört die wackelnde Kamera beim Zielen

UMFANG
Szenarien abwechslungsreich, Bonusmaterial
Szenarien abwechslungsreich, Bonusmaterial
SPIELSPASS
Ein weiterer Fan-Pflicht-Schocker!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Ein weiterer Fan-Pflicht-Schocker!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel