Shaun White Snowboarding: World Stage
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 11.12.2009
Ist es Shaun wieder so White? Die Winterzeit ist da und damit auch wieder die Snowboard-Saison. Nachdem sich Shaun White im vergangenen Jahr noch plattformübergreifend den Hang hinabstürzte, springt er nun Wii-exklusiv auf sein Board. Euer Ziel ist es dabei, an der „World Stage Championship“ teilzunehmen, die nur den Besten der Besten vorbehalten ist.
Mit Abwechslung zur World Stage
Schon als das Intro beginnt, hat sich Shaun White als absoluter Profi für die „World Stage“ qualifiziert. Damit könnte das Spiel gleich wieder vorbei sein. Allerdings spielt Shaun White dieses Mal gar nicht die Hauptrolle. Gelegentlich rast ihr zwar auch mit ihm die Berge hinab, im Vordergrund stehen aber seine Freunde. Diese Crew steht auf Platz 100 der Weltrangliste, muss für die Qualifikation aber unter die besten fünf kommen. Es liegt im Karriere-Modus also ein langer Weg vor euch, in dem ihr bei verschiedenen Events Punkte sammelt und somit Stück für Stück in der Weltrangliste aufsteigt.
Die Crew besteht aus einem Dutzend Fahrer, von denen sich manche erst im Laufe des Spiels zu euch gesellen. Vor jedem Event müsst ihr euch für einen der Snowboarder entscheiden. Unabhängig davon welchen ihr wählt, bringen die Erfolge eines Fahrers immer die gesamte Crew in der Weltrangliste voran. Alle Snowboarder haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, die sich in den Werten „Tempo“, „Sprung“, „Grip“, „Landung“ und „Gewicht“ niederschlagen. Ihr solltet euch also Gedanken machen, für welches Event ihr welchen Fahrer auswählt. Geht es darum, als erster durch das Ziel zu fahren, solltet ihr auf Tempo setzen. Sind gekonnte Tricks gefordert, zählen die Sprungfähigkeiten mehr.
Bei den Events wird viel Abwechslung geboten. So kämpft ihr beim Tempofahren gegen andere Snowboarder oder gegen die Uhr, wobei allein Geschwindigkeit zählt. Außerdem gibt es viele Tricksevents. Bei manchen fahrt ihr einfach den gesamten Hang hinab und versucht möglichst viele Punkte abzustauben. Beim „Big Air“ dagegen bleibt euch nur ein einziger großer Sprung, um euer Können zu zeigen. Und „Trick Vs. Time“ wiederum zwingt euch dazu, euren Punktestand hoch zu treiben, bevor ein Zeitlimit abgelaufen ist. Die Entwickler haben auf eine gute Mischung der Events geachtet, was reichlich Abwechslung in eure Karriere bringt.
Geschwindigkeitsrausch und Höhenflug
Wer schon beim Vorgänger mit dem Board unterwegs war, wird sich auch bei „World Stage“ schnell heimisch fühlen. Auf der Piste hat sich nämlich nicht viel geändert. Die Schwerkraft ist euer Antrieb, während ihr durch Ducken mehr Geschwindigkeit aufnehmt. Wenn ihr dann noch eine steile Piste erwischt, rast die Landschaft verdammt schnell an euch vorbei. Das Geschwindigkeitsgefühl ist einfach herrlich und lässt sofort Spaß aufkommen. Wenn es das Event eh fordert, als erster durch das Ziel zu kommen, könnt ihr euch hier richtig austoben.
Bei den Trickevents solltet ihr den Berg dagegen nicht einfach herunter rasen. Nutzt lieber Stangen zum Grinden und Rampen, um spektakuläre Sprünge hinzulegen. Spielt ihr mit Remote und Nunchuk, führt ihr alle Trick dadurch aus, dass ihr Remote-Bewegungen mit dem A- und dem B-Knopf kombiniert. Das erfordert erst einmal eine Eingewöhnungszeit, geht irgendwann aber so leicht von der Hand, dass ihr ganze Trickketten ausführt. Wenn ihr mehrere Tricks kombiniert, treibt das euren Punktestand schnell nach oben. Sehr schade ist allerdings, dass das Repertoire an Tricks sehr überschaubar ist. Eine größere Auswahl hätte den Spielspaß und die Langzeitmotivation noch verstärkt.
Wie ihr entlohnt werdet, hängt auch von eurer Landung ab. Richtet ihr euer Board genau auf die Piste aus, zählt das als „perfekte Landung“, die eure Punktzahl um zehn Prozent erhöht sowie den Punkte-Multiplikator und den Combo-Timer aktiviert, sodass ihr weitere Tricks anhängen könnt. Bei einer einfachen „Landung“ oder gar einer „schlechten Landung“ fällt das Resultat nicht so gut aus. Und solltet ihr es total verbocken und stürzen, sind sogar alle Punkte futsch, die ihr durch den Sprung hättet einsacken können. Viele Punkte treiben übrigens genau wie das Einsammeln von verteilten Kronen die sogenannte Respekt-Power nach oben. Durch sie könnt ihr einen vorher ausgewählten Freund aus eurer Crew rufen, der euch mit Tempo-Boosts antreibt oder eure Gegner von der Bahn rempelt. Das ist ein nettes Extra, das den Arcade-Stil der Serie betont und Schwung in die Abfahrten bringt.
Der Schwierigkeitsgrad steigt stetig an, bleibt aber immer fair. Anspruchsvoller aber auch spaßiger wird „Wold Stage“, wenn ihr euch auf euer Balance Board schwingt. Durch Gewichtsverlagerung und Druckausübung läuft dabei das Lenken, Balancieren, Carven, Bremsen und Springen ab. Bei den Tricks kombiniert ihr den A- und den B-Knopf dann auch nicht mehr mit Remote-Bewegungen, sondern mit Bewegungen auf dem Balance Board. Natürlich erfordert diese Art der Steuerung noch mehr Eingewöhnungszeit als die normale Bedienung, danach klappt sie aber wunderbar. Intensiver lässt sich ein Snowboard-Spiel wohl nicht genießen.
Gemeinsam auf der Piste
Die Karriere lässt sich in wenigen Stunden abschließen. Die Möglichkeit zu freien Abfahrten ohne Ziel sowie viele verschiedene Events werden euch aber immer wieder auf die Piste locken. Gerade wenn ihr den Ehrgeiz habt, eure Statistiken zu verbessern, werdet ihr viel Zeit auf dem Snowboard verbringen. Zu Spielereien lädt außerdem der Modus mit dem Namen „Create-O-Trick“ ein. Hier könnt ihr eure eigenen Trick erstellen. Wählt einfach einen vorhanden Trick aus, dessen Tastenkombination ihr übernehmen wollt und zeichnet dann durch Drehen der Remote euren neuen Trick auf. Das ist ganz nett, bietet aber nicht so viele Möglichkeiten, wie ihr sie euch vielleicht wünschen würdet. Außerdem funktioniert dieser Modus nur mit Wii MotionPlus. Ob das wirklich nötig gewesen wäre?
Der Hauptgrund dafür, dass „World Stage“ nicht im Regal verstauben wird, ist der umfangreiche Mehrspieler-Modus. Bis zu drei Freunde können jederzeit in die Karriere einsteigen, sodass ihr wirklich als Crew um Punkte kämpft. Spaß macht aber nicht nur das Spielen mit Freunden, sondern auch der Wettstreit gegen sie. Bei Renn-Events müsst eure Mitspieler abhängen, bei Trick-Events ihren Punktestand überbieten. Dabei könnt ihr euch wahlweise nacheinander auf die Piste wagen oder im Splitscreen-Modus gleichzeitig gegeneinander antreten. Wünsche bleiben hier wohl keine offen. Mit Freunden macht „World Stage“ eine Menge Spaß. Schade ist dagegen, dass sich die Events nicht offline spielen lassen. Die Wi-Fi Connection wird leider ausschließlich dazu genutzt, die eigenen Leistungen in der Online-Rangliste zu verewigen.
Egal ob ihr alleine oder in der Gruppe die Piste bezwingt – der richtige Soundtrack darf beim Snowboarden einfach nicht fehlen. „World Stage“ enttäuscht bei der Wahl der Stücke nicht und unterlegt die Abfahrten mit schneller und kraftvoller Musik. Allerdings könnte es ruhig mehr Stücke geben. Sie wiederholen sich einfach zu oft. Dafür überzeugen aber die Soundeffekte und die deutsche Sprachausgabe auf voller Linie. Genau wie die passende Comic-Grafik, die sich sehen lassen kann. Sowohl die Charaktermodelle, als auch die Animationen und die Umgebung sehen gut aus. Vor allem wenn die Landschaft beim Geschwindigkeitsrausch verwischt, lässt das Spiel seine grafischen Muskeln spielen. Nur Pop-Ups auf den Pisten trüben das Bild. Es stört, wenn Objekte einfach aus dem nichts auftauchen. Das ist aber nur ein kleiner Kratzer in einer sonst gelungenen Optik. In Sachen Präsentation zeigt Shaun White einmal mehr, dass er es drauf hat.
Sascha Geldermann meint...
Ich rase im Geschwindigkeitsrausch den Hang hinunter und richte meine gesamte Aufmerksamkeit auf die Absprungrampe. Als ich in der Luft sekundenlang regelrecht fliege, kombinierte ich ein paar Tricks, um dann sicher zu landen. Mein Punktekonto macht einen Sprung nach oben und ein selbstzufriedenes Grinsen huscht über mein Gesicht. Vergessen ist die lange Eingewöhnungszeit, in der ich jede Menge Schnee fressen musste. Sobald die Steuerung verinnerlicht ist, macht „World Stage“ einfach verdammt viel Spaß – vor allem wenn auch noch ein paar Freunde mit auf den Berg kommen.
Ich rase im Geschwindigkeitsrausch den Hang hinunter und richte meine gesamte Aufmerksamkeit auf die Absprungrampe. Als ich in der Luft sekundenlang regelrecht fliege, kombinierte ich ein paar Tricks, um dann sicher zu landen. Mein Punktekonto macht einen Sprung nach oben und ein selbstzufriedenes Grinsen huscht über mein Gesicht. Vergessen ist die lange Eingewöhnungszeit, in der ich jede Menge Schnee fressen musste. Sobald die Steuerung verinnerlicht ist, macht „World Stage“ einfach verdammt viel Spaß – vor allem wenn auch noch ein paar Freunde mit auf den Berg kommen.

GRAFIK
Die Comic-Grafik ist sehr hübsch. Gelegentlich kommt es aber zu Pop-Ups.
Die Comic-Grafik ist sehr hübsch. Gelegentlich kommt es aber zu Pop-Ups.

SOUND
Der Soundtrack ist gelungen, könnte aber umfangreicher sein.
Der Soundtrack ist gelungen, könnte aber umfangreicher sein.

BEDIENUNG
Nach einer langen Eingewöhnungszeit funktioniert die Steuerung hervorragend.
Nach einer langen Eingewöhnungszeit funktioniert die Steuerung hervorragend.

UMFANG
Sowohl die Karriere als auch die Mehrspieler-Modi unterhalten. Ein Online-Part fehlt aber.
Sowohl die Karriere als auch die Mehrspieler-Modi unterhalten. Ein Online-Part fehlt aber.
SPIELSPASS
Ein intensives Snowboard-Erlebnis – allein und in der Gruppe.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Ein intensives Snowboard-Erlebnis – allein und in der Gruppe.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel