New Super Mario Bros.
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 24.11.2009
Super Mario ist zurück! Wieso der Artikel so simpel beginnt und keine ausschweifende Einleitung bietet? Weil einem für Titel aus dem Mario-Universum so langsam die kreativen Einleitungen ausgehen. Und so ist es viel wichtiger, diese Einleitung für einen Lagebericht zu nutzen: New Super Mario Bros. ist ein klassisches 2D-Jump & Run, bietet viele bekannte, aber auch neue Elemente und reiht sich gekonnt in die Tradition der qualitativ besten Videospielreihe aller Zeiten ein. Ein Fazit am Anfang? Dann kann ich ja direkt noch verraten, dass mal wieder Prinzessin Peach von Bowser entführt wird. Und nun geht es hier klassisch weiter: mit einem Blick auf die Details des neusten Hits von Nintendo EAD.
Happy Birthday
Wie bereits eingangs erwähnt, wurde auf Story-Experimente verzichtet. Stattdessen schnappt sich Oberbösewicht Bowser gemeinsam mit Bowser jr. und den Bowser-Kindern (bekannt aus Super Mario Bros. 3; mittlerweile werden sie aber Bowsers Schergen genannt) Prinzessin Peach und entführt diese während ihrer pompösen Geburtstagsfeier aus dem Schloss. Unter den Partygästen befinden sich natürlich auch die Lebensretter schlechthin, die Klempner-Brüder Mario und Luigi und so nimmt die wilde Jagd durch das Pilzkönigreich und fantastische Welten ihren Lauf. Wenn ihr „New Super Mario Bros.“ auf dem Nintendo DS vor einigen Jahren gespielt habt, werden euch viele Spielelemente bekannt vorkommen. Seid ihr bereits seit den alten 2D-Zeiten an Bord, erkennt ihr auch aus den traditionsreichen Vorlagen zahlreiche Details. Die einzelnen Welten präsentieren sich nach wie vor farbenfroh und sind wie Spielbretter aufgebaut. Nach und nach nehmen wir uns also einzelne Abschnitte vor. Vor allem in späteren Welten erwarten die Spieler dabei Abzweigungen, Geheimgänge und vieles mehr – so muss nicht jeder Level von der Karte gespielt werden, um die Jagd nach Bowser und seinen Schergen fortsetzen zu können.
Grundsätzlich sind alle Landschaften nach gleicher Struktur aufgebaut. Neben normalen Leveln findet sich ein Turm etwa in der Mitte, in dem sich der Bösewicht der Welt zum ersten Mal als Gegner in den Weg stellt. Am Ende der Welt folgt dann ein großes Schloss und damit der schwierigste Abschnitt. Daneben gibt es diverse Geisterhäuser, geheime Pfade mit Kanonen, Toadhäuser, in denen Extraleben oder Items erspielt werden können, farbige Schalter (die Abwandlungen der Schalterpaläste aus den früheren Titeln – sie sorgen dafür, dass Blöcke einer Farbe zukünftig in den Leveln erscheinen und so neue Wege zugänglich gemacht werden – und außerdem die neuen Toadchallenges. Hier müssen acht Toadmünzen aufgesammelt werden, während Gegner den Bildschirm bevölkern. Ist dies geschafft, taucht eine Truhe auf, aus der ein Toad entspringt und den Spieler mit drei Pilzen belohnt. Gesammelte Items können auf der Weltkarte vor dem Beginn eines Levels eingesetzt werden und stehen dann im nächsten Abschnitt zur Verfügung.
Die Toads tauchen außerdem auch noch an anderer Stelle auf. Einmal pro Welt erreicht euch ein Hilferuf aus einem bereits erforschten Abschnitt. Dann solltet ihr dorthin zurückkehren und aus einem Fragezeichenblock einen Toad befreien. Der unselbstständige Kerl möchte anschließend auch noch bis zum Levelende (natürlich stilecht mit Flagge) getragen werden, bedankt sich aber immerhin mit einem zusätzlichen Toadhaus und damit weiteren Hilfestellungen. Eine große Stärke, die auch im ersten Heimkonsolenabenteuer seit 1994 (Super Mario World) wieder zu finden ist, ist das grandiose Leveldesign. Nintendos Kreativabteilung konnte sich vor allem in späteren Welten austoben und so gibt es viele fordernde Hüpfpassagen, ohne dabei den Schwierigkeitsgrad zu schnell ansteigen zu lassen.
Von Pinguinen und Eisblumen
Neben bekannten Power-Ups wie Pilzen, Sternen oder Feuerblumen gibt es auch drei neue Gegenstände, die den Spielverlauf noch abwechslungsreicher gestalten. Befanden sich Pinguine bisher vornehmlich in der Gegnerschar von Mario und seinen Freunden, kann sich der Klempner nun selbst in eines dieser Geschöpfe verwandeln. Dann kann er nicht nur deutlich besser schwimmen, sondern auf glatten Flächen auch durch ganze Gegnerreihen rutschen. Außerdem kann er Eisbälle schießen, was aber auch mit der neuen Eisblume funktioniert. Dadurch werden Gegner in Eisblöcke verwandelt und können dann entweder als Plattform genutzt oder auf andere Widersacher geworfen werden. Der Propellerhut dagegen sorgt dafür, dass sich Mario in luftige Höhen schrauben kann. Zu diesem Power-Up gibt es sogar das passende Item. Der Propeller-Block kann aufgehoben werden und Mario dadurch dann ebenfalls hoch springen.
Im DS-Abenteuer war er noch nicht dabei, doch jetzt gibt es auch das Comeback vom Lieblingsdinosaurier des Pilzkönigreichs, Yoshi. Findet ihr ein Yoshi-Ei, könnt ihr auf dem Dino reiten, mit seiner Zunge Gegner und Früchte fressen und dank des Yoshi-Sprungs an höher gelegene Ebenen kommen. Außerdem dient der Dino quasi als Schutzschild, denn bei einem Treffer läuft er euch zunächst weg und ihr könnt ihn wieder einfangen. In jedem Level warten drei Sternmünzen auf die Spieler. Vor allem in späteren Leveln sind diese gut versteckt und müssen vom Spieler gefunden werden. Mit Sternmünzen können in Peachs Schloss Bonusfilme freigeschaltet werden, die dann ganze Level erklären oder zeigen, wie man an knifflige Stellen im Spiel gelangt.
Ein völlig neues Spielelement in einem Nintendo-Titel feiert ebenfalls mit „New Super Mario Bros.“ seinen Einstand. Der Super-Assistent ist vor allem für Spieler gedacht, die noch nicht so viele Videospielerfahrungen gesammelt haben. Scheitert ihr in einem Abschnitt mindestens acht Mal taucht am Levelanfang ein neuer Block auf. Nach einer Berührung übernimmt Luigi für euch das Spiel und ihr könnt beobachten, wie es weitergeht. Auf Knopfdruck könnt ihr euch die Kontrolle zurückholen oder Luigi den Abschnitt beenden lassen – dann werden Münzen und Punkte allerdings nicht für euch gezählt.
Vier für ein Ziel
Ebenfalls neu im Spiel: Im Mehrspielermodus können sich bis zu vier Spieler durch die Welten kämpfen. Dabei bleibt es den Spielern überlassen, ob sie gemeinsam antreten oder sich bei guten Gelegenheiten gegenseitig eins auswischen. Der Vorteil: Unerfahrene Spieler können sich von Profis unter die Arme greifen lassen. Andere Charaktere können nämlich aufgehoben und dann durch den Level getragen werden. Der Nachteil: Vor allem bei vier Spielern bricht gerne das Chaos auf dem Bildschirm aus und das Überleben ist mehr Zufall als Können. Außerdem müssen sich die Spieler für ein ernsthaftes Weiterkommen gut absprechen, sonst ist das Videospielleben schnell beendet. Neben der Trage-Möglichkeit gibt es aber noch weitere Teamfähigkeiten. Springt man auf den Kopf einer anderen Figur und drückt die Sprungtaste im richtigen Moment erneut, kann ein besonders hoher Sprung ausgeführt werden. Die Stampfattacke dagegen kann verstärkt werden, wenn diese von zwei oder mehr Spielern gleichzeitig ausgeführt wird. Alle nicht fliegenden Gegner auf dem Bildschirm werden dann besiegt. Neben dem chaotischen, aber doch sehr lustigen Mehrspieler-Abenteuer gibt es mit dem „Freien Modus“ einen weiteren Spielmodus. Hier können einzelne Level ausgewählt werden, ohne dass die Weltkarte betreten werden muss. Allerdings dürfen nur im Abenteuer bereits beendete Level hier gespielt werden. Das Programm teilt alle Abschnitte in Kategorien auf, so dass zum Beispiel die empfohlenen Level angezeigt werden. Nun kann auch hier kooperativ gespielt oder ein Wettrennen um den Sieg ausgetragen werden. Weit weniger anspruchsvoll ist dagegen die Münzenjagd, die aber immerhin mit einem netten Retro-Level für Kenner der Reihe aufwartet.
Insgesamt ist der Mehrspielerpart mehr ein Fall für Mario-Partyabende – denn vor allem bei vier Spielern kann ein chaotisches Spielgeschehen nicht verhindert werden, was in haarigen Passagen das Ende der ganzen Gruppe bedeutet. Für Fortschritte in den späteren Welten wird in der Regel Mario wieder alleine losziehen.
Drehen und schütteln
Das Spiel kann wahlweise mit Wii-Fernbedienung und Nunchuk oder nur mit der Fernbedienung gespielt werden. Dann wird diese seitlich gehalten und man fühlt sich gleich an die alten NES-Zeiten zurückerinnert. Fast alle Aktionen können so problemlos durchgeführt werden, doch ab und an fehlen einige Knöpfe. Das wird dann durch Schütteln der Wii-Fernbedienung ausgeglichen, was leider nicht immer zu hundert Prozent präzise funktioniert. So kann es sein, dass ein Toad beim Aufheben gleich weggeworfen wird. Ist dann ein Abgrund in der Nähe, ist das Klempner-Pilz-Verhältnis gleich angeknackst. Das Schütteln der Fernbedienung ist allerdings auch nötig, wenn der Nunchuk hinzugenommen wird. Hier wäre eine Variante ohne Schütteleinsatz wünschenswert gewesen.
Sinnvoller ist der Einsatz der Bewegungssteuerung da schon bei einigen Objekten im Spiel. Dann müssen zum Beispiel Plattformen durch Neigen ausbalanciert oder Schrauben nach oben gedreht werden. Sicherlich keine innovative Verwendung, dafür aber problemlos nutzbar und gut ins vorhandene Spiel integriert. Grafisch ist der Titel ordentlich und kann quasi als Deluxe-Version vom DS-Abenteuer gesehen werden. Einige nette Details sorgen dafür, dass man sich im Mario-Universum wohl fühlt, so zum Beispiel die zur Musik tanzenden Schildkröten oder die wackelnden Landschaftsobjekte auf den Weltkarten. Thema Musik: Die neuen Stücke sind ordentlich, abgesehen von den Melodien in Schloss und Turm allerdings nicht von besonders hoher Qualität. Dagegen sorgen gelegentliche Retro-Klänge für wohlige Gefühle. Im Vergleich zu „Super Mario Galaxy“ zieht der MIDI-Soundtrack allerdings gegenüber dem Orchester deutlich den Kürzeren.
Ist „New Super Mario Bros.“ für Wii so gut wie „Super Mario World“ oder „Super Mario Bros.3“? Sind es die Erinnerungen an die Vergangenheit („welch schöne Zeit“), die diese Titel noch besser erscheinen lassen? Das sollte jeder für sich entscheiden, doch unabhängig davon ist „New Super Mario Bros.“ ein rundum gelungenes Jump & Run mit kleinen Fehlern im Detail. Als qualitativ bester Wii-Titel des Jahres 2009 muss sich der Klempner auch nicht vor seinen früheren Auftritten verstecken und es bleibt zu hoffen, dass es bis zum nächsten Heimkonsolenplattformer nicht wieder 14 Jahre dauert.
Heiko Ellinger meint...
Endlich wieder mit Mario durch bunte Welten hüpfen. Darauf habe ich mich nun lange genug gefreut, denn es ist wirklich schon 14 Jahre her, seitdem uns Super Mario World begeistert hat. Und dennoch fühle ich mich gleich wieder in der Welt von Panzern, Pilzen und Piranhas zu Hause - ohne dabei Langeweile zu verspüren.
Endlich wieder mit Mario durch bunte Welten hüpfen. Darauf habe ich mich nun lange genug gefreut, denn es ist wirklich schon 14 Jahre her, seitdem uns Super Mario World begeistert hat. Und dennoch fühle ich mich gleich wieder in der Welt von Panzern, Pilzen und Piranhas zu Hause - ohne dabei Langeweile zu verspüren.

GRAFIK
hübsche bunte Welt mit vielen Details
hübsche bunte Welt mit vielen Details

SOUND
Retro-Stücke, Schlossmelodie
Retro-Stücke, Schlossmelodie

BEDIENUNG
Grundlegende Steuerung perfekt
Grundlegende Steuerung perfekt

UMFANG
viele Geheimnisse zu entdecken
viele Geheimnisse zu entdecken
SPIELSPASS
Der Tophit des Jahres 2009, natürlich mit Mario.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Der Tophit des Jahres 2009, natürlich mit Mario.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel