Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 20.11.2009
Nachdem sie recht erfolgreich bei den olympischen Sommerspielen mitgewirkt haben, machen sich Mario und Sonic erneut auf, diesmal zu den Winterspielen. Die beiden Charaktere, und auch ihre Freunde aus beiden Spieluniversen treten diesmal in den diversen Wintersportarten mit- und gegeneinander an und bringen eine gute Spielesammlung auf den DS. Wie sich die beiden Vorzeigehelden in Schnee und Eis schlagen, lest ihr im folgenden Review.
Weiß, wie Schnee und Eis
Viel gibt es zum geschichtlichen Aufbau des Spieles nicht zu sagen. Diesmal haben sich die Leute von Sega die Olympischen Winterspiele in Vancouver vorgenommen, die im nächsten Jahr stattfinden. Die Disziplinen dürften dabei bekannt sein, uns erwarten diverse Sportspiele wie Snowboardfahren, Eiskunstlaufen, Curling oder Ski-Langlauf. Insgesamt 25 Sportarten warten darauf, von uns gewonnen zu werden. Doch das ist nicht alles, denn die Entwickler haben neben der bloßen Ansammlung von Disziplinen auch noch einen Abenteuermodus eingepackt, der uns eine kleine Geschichte, gespickt mit einigen Herausforderungen im sportlichen Bereich, präsentiert. Die Story ist dabei geradezu offensichtlich: Bowser und Eggman, die beiden Vorzeigebösewichte, tun sich zusammen und stehlen die Olympischen Winterspiele, um ihre Eigenen abzuhalten. Mario und Sonic müssen durch diverse Städte reisen, um ihnen hinterher zu kommen und letztendlich die Wintergeister, die für den Schnee bei den Winterspielen sorgen, zu befreien.Doch auf den Abenteuermodus komme ich später noch einmal zurück. Wie schon erwähnt, wartet das Spiel mit einigen Disziplinen auf. Alle hier zu erwähnen wäre allerdings zu viel des Guten, zumal sich das Spiel in 16 Grunddisziplin aufteilt. Beispielsweise werden Skisprung, Ski Alpin, Langlauf, Buckelpiste und Nordische Kombination erst einmal unter Skisport zusammengefasst.
Im Grunde müssen wir die Zahl der groben Bereiche auch noch einmal verkleinern, denn einige Disziplin sind noch einmal als Traumsequenz vorhanden. Traumsequenz bedeutet hier, dass wir ein abgewandeltes Gameplay haben, das meistens Actionreicher ist. Zum Beispiel haben wir einen Mario Kart Klon auf Snowboards, selbstverständlich auch mit ?-Boxen, die uns ebenfalls ähnliche Power-Ups bescheren. Aber auch komplett andere Spiele, wie zum Beispiel ein Schneekanonen-Wettkampf, sind vorhanden, die ihren Ursprung nicht in den vorhandenen 8 Standarddisziplinen haben. Bei diesem Wettkampf kommt es darauf an, möglichst viele Gegner mit unserer mobilen Schneekanone zu treffen und sie aus dem Spiel zu schießen.
Insgesamt bekommen wir ein recht abwechslungsreiches Paket geliefert. Jede Disziplin hat ihre eigenen Steuermöglichkeiten und die fallen, bis auf einige wenige, auch ganz gut aus.
Wer allerdings auf eine Simulation hofft, ist bei den Winterspielen mit Igel und Klempner an der falschen Addresse. Speed-Ups, Startboosts und zwischenzeitliche Zusatzgeschwindigkeit stehen nicht nur bei den Traumdisziplinen an der Tagesordnung. Wenn wir zum Beispiel beim Schnelllauf die Kurven gut nehmen, erhalten wir danach einen Geschwindigkeitsboost, der unseren Gegner im Prinzip chancenlos zurück lässt. Und da kommen wir zum wirklichen Kritikpunkt des Spieles, denn es ist alles viel zu einfach. Mit etwas Übung ist selbst die schwierigste Sportart nach kurzer Zeit kein Problem mehr, die Herausforderung sucht man hier vergebens.
Die Einführung erfolgt durch ein kleines Video am Anfang der Disziplin, welches wir uns immer wieder ansehen können. In dem Video erhalten wir zum einen die Erklärung zu den Regeln, zum anderen wird die grundlegende Steuerung gezeigt. Zudem können wir vor den eigentlichen Disziplinen eine Trainingsrunde starten.
Auf der Suche nach den Schneegeistern
Wie eben schon erwähnt, enthält das Spiel eine Art Storymodus. Dieser versteckt sich hinter dem eher seltsam klingenden Menüpunkt "Abenteuertouren". Die Story habe ich eben schon grob erklärt: Bowser und Eggman entführen die Schneegeister, um die Winterspiele zu "stehlen". Unsere beiden Vorzeigehelden machen sich natürlich auf, um die Bösewichte aufzuhalten. Bei dieser Aufgabe reisen sie durch verschiedene Städe bzw. Inseln, die jeweils den beiden Arten (Traum und "Real") angepasst sind. Auf der Winterinsel stehen vornehmlich die realistischen Disziplinen auf dem Programm, während auf der Trauminsel natürlich die Traumdisziplinen im Vordergrund stehen. Wenn wir auf einer der Inseln angekommen sind, rennen wir dort einfach herum, die Figur folgt brav unserem Touchpen, wir können sie aber auch mit dem Steuerkreuz durch die Gegend scheuchen. An verschiedenen Stellen können wir gegen bekannte Charaktere antreten, in manchen Fällen schließen sie sich uns dann sogar an. Dieses "gegeneinander Antreten" hat aber auch einen weiteren Sinn, denn für fast jedes gewonnene Spiel bekommen wir Schneekristalle. Haben wir vier, können wir mit Hilfe eines Schneegeistes eine Barriere sprengen, die uns Eggman und Bowser in den Weg gelegt haben. Einen der Schneegeister haben wir übrigens gleich zu Anfang des Spieles bei uns - er konnte sich vor den beiden Schurken retten.
Die Disziplinen sind allerdings nicht ganz die Selben wie im "normalen" Spiel - oder sagen wir eher "meistens nicht". Denn Oft haben wir so einfache Aufgaben wie "Schaffe die Strafzeit" beim Langlauf, bei dem wir einfach nur schnell, für ca 5 Sekunden lang, auf einen Knopf hämmern müssen. Und schon eine Disziplin gewonnen. In den meisten Fällen müssen wir allerdings nur die Bestzeit des Gegners schlagen - oder ihn direkt in einem Rennen hinter uns lassen. Man merkt es schon, auch im Abenteuer ist der Schwierigkeitsgrad nicht all zu hoch.
Neben der Suche nach den Schneekristallen müssen wir uns unsere Sportgeräte ebenfalls organisieren. Manche finden wir in Truhen, andere müssen wir in einem Wettkampf gewinnen. Ohne das richtige Sportgerät dürfen wir einige Disziplinen (im Abenteuer) nicht spielen und müssen die Geräte erst finden. Insgesamt fehlt es der Story aber an wirklich motivierenden Aufgaben, denn wir rennen die ganze Zeit nur herum, Toad, der uns begleitet, erzählt immer und immer wieder was passiert ist, weil wirklich niemand in der Spielwelt Ahnung von den aktuellen Geschehnissen hat, und die wenigen Bosskämpfe sind genau so unterfordernd wie die Sportarten selbst.
Wie für ein Abenteuer üblich haben wir nur eine begrenzte Anzahl von Leben zur Verfügung. Für jedes verlorene Spiel wird uns ein Herz abgezogen, wenn alle Herzen weg sind, heißt es Game Over. Dazu sollte es aber im Normalfall nicht kommen, denn zum Einen bekommen wir im Spiel für gute Leistungen in den Sportarten zusätzliche Herzen, zum Anderen verstecken sich die Leben überall unter Schneemannshüten und in Fässern, die wir leicht zertrümmern können.
Nebenher schalten wir auch noch nach und nach die restlichen, nicht von Anfang an verfügbaren Traumdisziplinen frei.
Egal wie viele Charaktere wir übrigens auf unserer Reise mitnehmen, über die Karten laufen wir immer nur mit Mario oder Sonic. Teilweise wollen die herumstehenden Charaktere auch nur mit ihnen bekannten Spielfiguren reden, weswegen wir ab und an gezwungen sind, zu wechseln. Viel mehr gibt es über den Storymodus allerdings nicht zu sagen.
Neben Standard- und Storymodus besteht noch ein kleiner Modus mit Minispielen: Bingo, Spielrad und Kartenspiel. Diese sind aber eher langweilig und nur etwas für zwischendurch. Irgendwann, wenn ein Sportsymbol erscheint, müssen wir die jeweilige Disziplin spielen. Schaffen wir es, bekommen wir den Punkt, wenn nicht, dann... naja dann nicht.
Skisprungtechnik für die Hosentasche
Technisch gesehen bewegt sich die Tour durch die Winterspiele auf einem generellen Mittelmaß. Grafisch gesehen haben sich die Entwickler zwar Mühe gegeben - und es sieht auch fast alles gut aus. Quietschbunt, aber gut. Die Grafik bleibt stabil, vor allem was die Framerate angeht - Ruckler werdet ihr im Spiel nicht finden. Dafür aber auch keine wirklichen optischen Leckerbissen.Soundtechnisch haben wir die Standardgeräusche, die die Spielfiguren so von sich geben. Die Hintergrundmelodien klingen teilweise nach Gameboymusik, teilweise wirken sie aber auch recht hochwertig. Insgesamt ein guter Durchschnitt, und mehr musste auch nicht sein.
Die Steuerung ist da eher durchwachsener. Die Abwechslung zwischen Touchscreen und Tasten ist zwar in Ordnung, allerdings reagiert die Steuerung manchmal sehr träge. Das ist besonders ärgerlich, wenn bei einem Start alles daneben geht, weil man nicht weiß, wann man genau die Bewegung mit dem Touchpen nach unten machen muss. Generell müssen wir, solange es um den Touchscreen geht, eigentlich nichts anderes machen außer irgendwo tippen oder reiben. Die Geschwindigkeit erreichen die Spielfiguren meistens von selbst, wir müssen oft nur lenken und/oder ausweichen oder im richtigen Moment tippen. Nicht unbedingt innovativ, aber bewährt, könnte man sagen.
Der Multiplayer ist dagegen eine recht große Enttäuschung. Zwar können wir lokal unsere Spiele mit Freunden spielen, und dabei ist sogar ein Einzelkarten-Modus enthalten, doch das, worauf viele sicherlich bei der Verpackung hoffen, ist nicht vorhanden. Auf selbiger ist nämlich das Logo der Wi-Fi Connection zu finden, was auf einen Onlinemultiplayer hoffen lässt. Doch leider weit gefehlt, lediglich unsere Bestzeiten können wir ins Internet stellen und vergleichen. Dabei wäre es gerade zu den olympischen Spielen genial gewesen, mit Spielern aus aller Welt spielen zu können. Schade.
Ich hab' was für Winterspiele über. Das ändert sich auch beim neusten Olympia-Streich der beiden bekannten Videospielfiguren nicht, und im Großen und Ganzen ist Mario und Sonic bei den Olympischen Winterspielen, bis auf den Titel, nicht gerade schlecht. Leider ist das Spiel aber viel zu einfach, was schnell die Motivation bei vielen Spielern verschwinden lassen wird. Der Abenteuermodus kann da auch nicht mehr viel reißen, auch wenn die Idee ganz nett ist. Für Wintersportfreunde sicherlich eine nette Arcade-Abwechslung, gerade weil auch viele Disziplinen vertreten sind - und die Traumvarianten haben durchaus ein Lob verdient. Allerdings wäre ein anpassbarer Schwierigkeitsgrad und bessere Aufgaben beim Storymodus vielleicht das gewesen, was dem Titel gefehlt hätte. Und wenn schon nicht das, dann doch bitte wenigstens ein Onlinemultiplayer, so wie ihn das Wi-Fi Connection Logo vermuten lässt.
Aljoscha Reuther meint...
Ich hab' was für Winterspiele über. Das ändert sich auch beim neusten Olympia-Streich der beiden bekannten Videospielfiguren nicht, und im Großen und Ganzen ist Mario und Sonic bei den Olympischen Winterspielen, bis auf den Titel, nicht gerade schlecht. Leider ist das Spiel aber viel zu einfach, was schnell die Motivation bei vielen Spielern verschwinden lassen wird. Der Abenteuermodus kann da auch nicht mehr viel reißen, auch wenn die Idee ganz nett ist. Für Wintersportfreunde sicherlich eine nette Arcade-Abwechslung, gerade weil auch viele Disziplinen vertreten sind - und die Traumvarianten haben durchaus ein Lob verdient. Allerdings wäre ein anpassbarer Schwierigkeitsgrad und bessere Aufgaben beim Storymodus vielleicht das gewesen, was dem Titel gefehlt hätte. Und wenn schon nicht das, dann doch bitte wenigstens ein Onlinemultiplayer, so wie ihn das Wi-Fi Connection Logo vermuten lässt.
Ich hab' was für Winterspiele über. Das ändert sich auch beim neusten Olympia-Streich der beiden bekannten Videospielfiguren nicht, und im Großen und Ganzen ist Mario und Sonic bei den Olympischen Winterspielen, bis auf den Titel, nicht gerade schlecht. Leider ist das Spiel aber viel zu einfach, was schnell die Motivation bei vielen Spielern verschwinden lassen wird. Der Abenteuermodus kann da auch nicht mehr viel reißen, auch wenn die Idee ganz nett ist. Für Wintersportfreunde sicherlich eine nette Arcade-Abwechslung, gerade weil auch viele Disziplinen vertreten sind - und die Traumvarianten haben durchaus ein Lob verdient. Allerdings wäre ein anpassbarer Schwierigkeitsgrad und bessere Aufgaben beim Storymodus vielleicht das gewesen, was dem Titel gefehlt hätte. Und wenn schon nicht das, dann doch bitte wenigstens ein Onlinemultiplayer, so wie ihn das Wi-Fi Connection Logo vermuten lässt.

GRAFIK
Das Spiel macht in der Grafik einen guten Eindruck, mehr aber auch nicht
Das Spiel macht in der Grafik einen guten Eindruck, mehr aber auch nicht

SOUND
Ebenfalls gut, ebenfalls nicht mehr
Ebenfalls gut, ebenfalls nicht mehr

BEDIENUNG
Abwechslung bei Touchpen und Steuerkreuz, wobei der Touchpen das Spiel nicht wirklich bereichert
Abwechslung bei Touchpen und Steuerkreuz, wobei der Touchpen das Spiel nicht wirklich bereichert

UMFANG
Das Spiel bietet viele Sportarten, vor allem die Traumsequenzen sind gut gelungen, der Abenteuermodus ist aber eher langweilig
Das Spiel bietet viele Sportarten, vor allem die Traumsequenzen sind gut gelungen, der Abenteuermodus ist aber eher langweilig
SPIELSPASS
Generische Winterspielsammlung mit prominenter Besetzung
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Generische Winterspielsammlung mit prominenter Besetzung
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel