Kingdom Hearts 358/2 Days
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 15.11.2009
Disney trifft auf Charaktere aus dem Final Fantasy Universum – was vor einigen Jahren noch völlig befremdlich geklungen hätte, sorgt bei Videospielern heutzutage für Vorfreude, denn natürlich handelt es sich bei dieser Zusammenkunft um Kingdom Hearts. Das Action-Rollenspiel aus dem Hause Square Enix schaffte es vor allem dank der guten Inszenierung auf der PlayStation 2 mit zwei exklusiven Abenteuern, weltweite Bekanntheit zu erlangen. Für den Game Boy Advance erschien mit „Kingdom Hearts: Chains of Memories“ bereits ein Teil für eine Nintendo-Plattform und auch für Nintendo DS gibt es nun mit „Kingdom Hearts – 358/2 Days ein eigenes Spiel, das abgesehen vom Namen einiges anders macht.
Eine Reise durch die Geschichte
Bevor wir den Beginn der Story von „Kingdom Hearts – 358/2 Days“ erläutern möchten, müssen wir zunächst die wichtigsten Begebenheiten von der gesamten Reihe aufführen. Leser, die sich in Kingdom Hearts so zu Hause fühlen wie Sora, Goofy und Co. können also beruhigt im nächsten Abschnitt weiterlesen.
Im Erstling, der seinerzeit für die PlayStation 2 erschien, lernen wir den unfreiwilligen Helden Sora kennen, der nach einem wilden Sturm an einem unbekannten Ort aufwacht. Er macht die erste Bekanntschaft mit Disney-Charakteren und fortan stehen ihm Donald Duck und Goofy zur Seite. Auf der Suche nach ihrem König, Micky Maus, müssen die drei zahlreiche Abenteuer bestehen, denn es liegt an Sora, der Welt den Frieden zurück zu bringen – er ist der auserwählte Meister des magischen Schlüsselschwertes. In „Kingdom Hearts: Chain of Memories“ für den Game Boy Advance verschlägt es Sora, Donald und Goofy in das Schloss des Entfallens. Im Schloss passieren wundersame Dinge mit Soras Gedächtnis, denn ein Mädchen namens Naminé ist in der Lage, seine Erinnerungen zu manipulieren. Als sie ihren Fehler einsieht, ist es fast zu spät. Sora muss im Schloss bleiben, damit Naminé die Erinnerungen wieder reparieren kann.
Im zweiten Teil für PlayStation 2 bekommen wir es zunächst erstmals mit Roxas zu tun, der über einige Ähnlichkeiten zu Sora verfügt. Später stellt sich heraus, dass Roxas Soras Niemand ist, also quasi ein Gegenstück, allerdings ohne Herz und Gefühle, weshalb auch er das Schlüsselschwert führen kann. Im Abenteuer aber gehen wir erneut mit Sora, Donald und Goofy auf die Reise und kämpfen gegen die mysteriöse Organisation XIII.
Ein Zahlenspiel im Titel
In „Kingdom Hearts – 358/2 Days“ übernehmen wir dieses Mal die Rolle von Roxas und erleben so Ereignisse, die parallel zum zweiten Teil stattfinden. Der Junge kann sich an nichts erinnern und findet sich in der Organisation XIII wieder, einer Gruppierung aus Niemanden, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die allmächtige Kraft Kingdom Hearts für sich einzunehmen und damit allen Organisationsmitgliedern Herzen zu schenken. Der Titel des Spiels deutet es bereits an: Wir erleben 358 Tage der Geschichte, denn genau so lange dauert die Zugehörigkeit von Roxas bei XIII. Die 2 bezieht sich auf zwei Personen und wer die Vorgeschichte kennt oder hier gelesen hat, kann sich bereits denken, welche Personen hier verknüpft werden und so quasi gemeinsam 358 Tage erleben.
Um die allmächtige Kraft zu erlangen, benötigen die Niemande allerdings Herzen, die nur Roxas mit seinem Schlüsselschwert einsammeln kann. So wird er zu einem wichtigen Mitglied, dass von allen anderen Gefährten volle Unterstützung erhält, was sich auch im Gameplay des Titels wiederspiegelt. Um im Spiel weiter zu kommen, müssen Missionen erfüllt werden. Dazu wird im Hauptquartier der Organisation XIII, dem grauen Ort, Meister Xemnas, der Gründer der Gruppe angesprochen, der anschließend die Aufträge vergibt. Über ein Portal begibt sich Roxas so, teils alleine, teils in der Gruppe, in diverse Welten aus dem Reich von Walt Disney. Die Aufgaben sind dabei größtenteils simpel, die Wege außerdem vorgegeben, so dass man das Spiel durchaus auch einlegen kann, wenn einem nur ein paar Minuten Zeit bleiben.
Zwischen den Missionen wird die Story weitererzählt. Leider geht teilweise der rote Faden etwas verloren, insbesondere für Kingdom Hearts Neulinge. Daher ist es auf jeden Fall ratsam, die Story der anderen Spiele nachzulesen oder noch besser: Spielt sie einfach, es lohnt sich. Bei „Kingdom Hearts – 358/2 Days“ trägt die Story die Spielmotivation, denn die teils leider eintönigen Missionen können das nicht. Da häufig die gleichen oder zumindest ähnliche Ziele zu meistern sind, tröstet man sich damit, dass man anschließend einen weiteren Storyschnipsel erzählt bekommt.
Fantastische Technik
Steuerung und Kampfsystem orientieren sich an den beiden PlayStation-Teilen. Die Kämpfe laufen also in Echtzeit ab und wir können Roxas überall hin bewegen, wohin wir möchten. Außerdem schlagen wir auch selbst mit dem Schwert zu oder führen alternative Angriffe durch und wählen nicht einfach nur einen Menüpunkt aus. Um dabei nicht die Übersicht zu verlieren, können wir einen Gegner fixieren und uns die Widersacher so nacheinander vornehmen. Die Kamera kann zwar auch manuell justiert werden, da wir aber für das Spiel Knöpfe und Steuerkreuz benötigen, die Kamera aber per Touchscreen eingestellt wird, gestaltet sich dies zumeist als unmöglich – schlecht gelöst. Grafisch gehört der Titel dagegen zur absoluten Spitze auf dem Nintendo DS. In den gelungenen Zwischensequenzen mit englischer Vertonung wird die Story wundervoll erzählt, im Spiel können die Umsetzungen der Disney-Welten begeistern. Leider kommen die dazugehörigen Charaktere deutlich zu kurz. Eine Bindung, wie bei den Titeln auf der PlayStation 2 kommt nicht zustande.
„Kingdom Hearts – 358/2 Days“ ist ein ordentliches Spiel, das für Kingdom Hearts-Neulinge allerdings sehr schwer greifbar ist. Für Fans bietet es dagegen neue Storyhintergründe, grafisch eindrucksvoll verpackt. Das Missionsdesign wirkt anfangs nett, da auch kurze Spielsessions möglich sind, verliert sich aber zunehmend in Monotonie und sorgt so dafür, dass das Spiel zwar gut ist, an die PlayStation 2-Titel aber nie heranreicht.
Heiko Ellinger meint...
Anfangs konnte ich mit dem Spiel nicht wirklich was anfangen. Die Story entwickelte sich zu langsam und die magischen Barrieren in den Missionen sorgten bei mir auch nicht für Freude. Die gute Spielbarkeit und das Interesse, wie es mit Roxas weitergeht, hielt mich aber bei der Stange. Für einen Nachfolger wünsche ich mir aber einen Titel, der noch mehr an die PS2-Vorbilder heranreicht.
Anfangs konnte ich mit dem Spiel nicht wirklich was anfangen. Die Story entwickelte sich zu langsam und die magischen Barrieren in den Missionen sorgten bei mir auch nicht für Freude. Die gute Spielbarkeit und das Interesse, wie es mit Roxas weitergeht, hielt mich aber bei der Stange. Für einen Nachfolger wünsche ich mir aber einen Titel, der noch mehr an die PS2-Vorbilder heranreicht.

GRAFIK
einer der schönsten DS-Titel
einer der schönsten DS-Titel

SOUND
gute englische Synchronisation
gute englische Synchronisation

BEDIENUNG
gelungene Kampfsteuerung
gelungene Kampfsteuerung

UMFANG
für Fans spannende Storydetails
für Fans spannende Storydetails
SPIELSPASS
Ordentliches DS-Debüt von Kingdom Hearts
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Ordentliches DS-Debüt von Kingdom Hearts
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Informationen zum Spiel