Rabbids Go Home
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 08.11.2009
So kann es mit einer Karriere gehen: Da dient man jahrelang als Maskottchen einer Firma, quält sich durch zahlreiche Abenteuer und muss sogar als Pate für Lernsoftware bereit stehen und dann tauchen plötzlich neue Stars auf der Bildfläche auf. Zunächst sind sie nur Sparringspartner, doch dann wird der eigene Name nur noch aus Marketinggründen genutzt, bis die Wachablösung schließlich vollzogen ist. So erging es Ubisoft-Aushängeschild Rayman, der nach den Raving Rabbids nun den verrückten Hasen in „Rabbids Go Home“ endgültig die Bühne überlassen muss.
Stapel me to the moon…
Erstmals dürfen sich die Hasen, die in Zeiten von YouTube und Co. dank des durchweg gelungenen Videomaterials bereits Kultstatus erlangt haben, in einem Action-Adventure versuchen. Die Story zum Abenteuer ist schnell erzählt: Auf Dauer auf der Erde zu bleiben, ist den Rabbids zu eintönig. Also machen sie in einer sternenklaren Nacht ihr neues Ziel ausfindig – den Mond. Doch anstatt den waghalsigen Trip mit einer Raumfähre durchzuführen – immerhin entdeckten bereits vor knapp 50 Jahren Schimpansen das Weltall für sich – liegt es nun am Spieler, einen Turm zu erbauen, der bis zum Mond reicht.
Um genügend Gegenstände einzusammeln, wird ein mutiges Team aus zwei Hasen zusammengestellt, die gemeinsam mit einem Einkaufswagen (ja, warum auch nicht) auf Beutezug gehen. In zahlreichen Missionen liegt es nun an euch, alles, was man transportieren kann, mitzunehmen. In gewissen Fällen wird außerdem eine Ausnahme gemacht, denn ein Krankenbett, eine riesige Uhr oder eine Kuh würde man normalerweise nicht zu transportierbaren Gegenständen zählen – zumindest nicht in einem Einkaufswagen. Was sich zunächst nach einem Katamari-Klon anhört, greift dessen Spielkonzept nicht auf. So hat das Einsammeln der Gegenstände keinen entscheidenden Einfluss auf die Ladung im Einkaufswagen und sorgt auch nicht dafür, dass man weiter entfernte Gegenstände mit einem größeren Berg erreichen könnte. Das Spiel ist in einzelne Bereiche aufgeteilt. Die Stadt dient als Verbindung zwischen den einzelnen Missionen, die sich wiederum in unterschiedlichen Gegenden abspielen. So sind wir unter anderem in einem Einkaufszentrum oder Krankenhaus unterwegs, müssen uns gegen Hunde, Reinigungsroboter und Kakteen wehren und ziehen wahllos Menschen bis auf die Unterwäsche aus. Jedes Teil zählt, damit wir unserem Ziel einen Schritt näher kommen. Haben wir genügend Teile in den Missionen gesammelt, steigen wir eine Stufe auf der Mondleiter auf und können uns in die nächsten Abenteuer stürzen. So ist es zum Durchspielen nicht zwingend notwendig, jede einzelne Mission zu spielen, gründliches Absuchen nach Gegenständen ist dagegen Trumpf. Gesammelt werden die Gegenstände vom Lumpensammlerhasen, der mit seinem Hasen-Orchester für den Aufbau des Mondturmes zuständig ist.
Neue Bereiche, neue Fähigkeiten
Der Spielablauf ist strikt linear aufgebaut. Zwar kann man sich teilweise selbst aussuchen, welche Mission als nächstes angegangen werden soll, doch dann folgt man einem vorgegebenen Pfad. Auch neue Fähigkeiten oder helfende Gegenstände tauchen genau dann auf, wenn man sie benötigt. Durch Schütteln der Wii-Fernbedienung wird eine Attacke ausgeführt, um etwa bellende Hunde in die Schranken zu verweisen. Mit einem Behälter eines Wasserspenders können Gegner oder Hindernisse abgeschossen werden und ein Turbo-Boost sorgt dafür, dass man größere Abgründe überwinden kann. Drei Glühbirnen stehen zu Spielbeginn als Lebensenergie zur Verfügung. Diese sollte man aber nur selten strapazieren müssen, zudem steht bei jedem Lumpensammlerhasen Nachschub zur Verfügung.
Zwischensequenzen, kleinere Einlagen beim Fund von besonderen Gegenständen – der Humor der Rabbids zündet auch in „Rabbids Go Home“. Die Kehrseite der Medaille: Das Gameplay bietet wenige Herausforderungen, lediglich die neuen Fähigkeiten sorgen für aufkommende Abwechslung. Die hübsche Inszenierung sorgt dennoch dafür, dass man das Spiel nicht so schnell aus der Konsole nehmen wird. Besonders lustige Szenen können per Screenshot festgehalten und auf der eigenen Pinnwand gespeichert oder an Freunde geschickt werden.
Abseits des Hauptspiels kann der geneigte Hasenfreund mit allerlei Gegenständen einen eigenen Hasen gestalten, der in der eigenen Wii-Fernbedienung wohnt. Damit verbunden sind auch einige Minispiele, über die zusätzliche Glühbirnen für das Abenteuer freigespielt werden können. Der selbstgestaltete Hase kann über den neuen Rabbid-Channel an wöchentlichen Wettbewerben teilnehmen.
Eine chaotische Reise
Das fantasievolle Leveldesign ist ein Highlight des Spiels. Grafisch reizt der Titel Nintendos Wii zwar nicht aus, dennoch wird das Flair der Hasen-Comedy gut eingefangen. Vor allem die Zwischensequenzen sorgen für den einen oder anderen Lacher. Denn eine Premiere feiert „Rabbids Go Home“ auf jeden Fall: Noch nie gab es ein auf einer Matratze durch die Kanalisation rasendes Hasenorchester in einem Videospiel zu bestaunen. Die nervige Geräuschkulisse, die eine Ansammlung von Rabbids immer auslösen würde, findet sich auch im Action-Adventure wieder. Zusätzlich wurden alle Sprachsamples, etwa von Durchsagen im Krankenhaus, ins Deutsche synchronisiert.
Die Steuerung des Einkaufswagens funktioniert einfach und auch die Kamera macht selten Probleme. Begünstigt wird der Ablauf dadurch, dass das Spiel fast durchgehend ohne Zeitlimits auskommt. So kann der Spieler selbst entscheiden, wie schnell er durch ein Level fahren will und hat alles unter Kontrolle.
Mit „Rabbids Go Home“ werden die Hasen spieltechnisch erwachsen und verabschieden sich endlich von der Minispiel-Mania der vergangenen Teile. Das Action-Adventure ist dabei durchaus gelungen, die Präsentation ansprechend – lediglich die Abwechslung leidet etwas unter dem Spielprinzip, für einen Nachfolger wünschen wir uns noch mehr verrückte Ideen.
Heiko Ellinger meint...
Die Rabbids bleiben die komischsten Helden aller Videospiele - dem Kult wird Rabbids Go Home gerecht, denn das Spiel macht wirklich Spaß. Klar, wir haben es hier nicht mit einer Innovationsbombe voller Abwechslung zu tun, wer sich aber für die Hasen begeistern kann, wird prächtig unterhalten. Trotz allem wäre ich froh, wenn Ubisoft Rayman nicht ganz abschreibt und der Figur ohne Gliedmaßen auch mal wieder ein gelungenes Spiel beschert.
Die Rabbids bleiben die komischsten Helden aller Videospiele - dem Kult wird Rabbids Go Home gerecht, denn das Spiel macht wirklich Spaß. Klar, wir haben es hier nicht mit einer Innovationsbombe voller Abwechslung zu tun, wer sich aber für die Hasen begeistern kann, wird prächtig unterhalten. Trotz allem wäre ich froh, wenn Ubisoft Rayman nicht ganz abschreibt und der Figur ohne Gliedmaßen auch mal wieder ein gelungenes Spiel beschert.

GRAFIK
bunt, chaotisch, abgedreht
bunt, chaotisch, abgedreht

SOUND
typisches Hasen-Sound-Chaos...
typisches Hasen-Sound-Chaos...

BEDIENUNG
problemlose Steuerung des Einkaufswagens
problemlose Steuerung des Einkaufswagens

UMFANG
zahlreiche Missionen, nur die Rückkehr in die Stadt nervt
zahlreiche Missionen, nur die Rückkehr in die Stadt nervt
SPIELSPASS
BWAAAH - die Hasen-Einkaufstour voller Witz!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
BWAAAH - die Hasen-Einkaufstour voller Witz!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel